1
Apr
2018

Vor dem Bewusstsein

Sinneseindrücke versammeln sich im Vorbewusstsein. Indem diese sich mit gemerkten Erfahrungen verbinden, gestaltet sie die Fantasie in schöngefärbten Bildern für das Bewusstsein. Niemand mag sich so sehen, wie er wirklich ist, sondern vielmehr so betrachten, wie es ihm im Augenblick gefällt. Bewusstwerden geschieht folglich als persönlich passendes Zurechtlegen.
Dieses Filtern des Wahrnehmens wird seit jeher mit dem irritierenden Namen Vernunft versehen. Vernunft er-scheint als Vermögen, sich die Welt so zurecht zu legen, dass sie einem passt. Die Welt, die wir kennen, erleben wir im Kopf. Die Fantasie inszeniert sie für uns und projiziert sie als Kopfkino.
Denken als eigenständiges Bilderleben wird den wenigsten bewusst, und so glauben die meisten, Wirklichkeit denkend erfassen zu können. Bilderleben meint sowohl Bilder-Leben der Fantasie als auch Bild-Erleben des Verstandes. Der Verstand ermöglicht uns, sich ein Bild von etwas zu machen. Künstler verwenden zu ihrem Zweck die Bilder der Fantasie, Wissenschaftler dagegen die Bilder des Verstandes
Das Beschreiben innerer vorbewusster Vorgänge verdankt sich gleichsam einem inneren Sinn. Durch diesen offenbart sich Denken dem Bewusstsein als Widerspiegeln innerer Prozesse. Diese Spiegelung lässt sich wahrnehmen, betrachten, beobachten und begreifen. Das Schauen dieses Vorganges wird seit Jahrtausenden Philosophieren genannt. Dementsprechend nennen sich Leute, die sich damit beschäftigen, Philosophen. Das Vermögen kontemplativen Schauens ist als besondere Begabung ein Geschenk der Natur.

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Prof. Dr.phil. habil. Wolfgang Schmid

 

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