Dreifach

dreifach

Die Zahl 3 scheint die wichtigste Rolle in der menschlichen Existenz zu spielen. Es beginnt schon damit, das uns der Schöpfer als Dreifaltigkeit erscheint. Die Drei steht für die Urform der Familie mit Vater, Mutter und Kind. Und jedes Jahr feiern wir an Weihnachten die Heilige Familie Josef, Maria und die Geburt ihres Kindes Jesus. Und heute wird im Süden Deutschland das Fest der Heiligen drei Könige gefeiert.

Wir leben in drei Dimensionen, weil unser Gehirn nur über die drei Funktionen der Bewegung verfügt: Zurück, auf der Stelle und Vorwärts, die wir als Raum in Form von Länge, Breite und Höhe ausdeuten. Und die Zeit erscheint uns in Form von Vergangenheit (Erfahren), Gegenwart (Erleben) und Zukunft (Träumen). Deshalb erscheinen uns viele Phänomene im Wesentlichen dreifach:

- Wachsen - Fruchtbarkeit - Vergehen,
- Kindheit - Erwachsensein - Alter,
- Anfang - Mitte - Ende,
- Morgen - Mittag - Abend,
- Tiefpunkt - Nullpunkt - Höhepunkt.

In der griechischen Mythologie teilen sich Zeus, Poseidon und Hades die Herrschaft über Menschen und Götter. Im Hinduismus sind diese Brahma, Vishnu und Shiva, der Schöpfer, der Erhalter, der Zerstörer. In der ägyptischen Mythologie sind es die drei Gottheiten Isis, Osiris und Horus. Drei Prüfungen sind im Märchen zu bestehen. Und die Ordensgelübde bestehen in der Regel aus den drei sogenannten evangelischen Räte: Armut, Keuschheit, Gehorsam. ("evangelische Räte" bezeichnen in den Westkirchen jene Weisungen ("Räte"), die Jesus nicht allen Jüngern gab, sondern nur denen, die er dafür berufen hielt.)

Viele Dinge scheitern, wenn wir nichts von dem Phänomen der Dreiheit wissen. So ist es die neuronale Triade, welche das Bewusstwerden steuert und darüber entscheidet, ob wir erfolgreich üben oder trainieren, nämlich Aufmerksamkeit, Gelassenheit und Konzentration. Wenn wir diese trilogische Steuerung nicht nutzen, tun wir uns beim Denken schwer, denn Denken vollzieht sich entsprechend dreifach als (inneres und äußeres) Sehen, Fühlen und gestaltendes Formen oder Formulieren. Und das geschieht im Zusammenspiel von Unbewusst-, Unterbewewusst- und Bewusstsein. Die Kunst des Lebens besteht u.a. darin, das Dreifache des Erscheinens einfach zu erfahren.

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