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27
Mai
2016

Nach fast fünf Jahrzehnten (1)


Zeit Zoom

Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Lichtungen scheinen hervor. Bewusstwerden inszeniert Spielräume der Fantasie.

Aus kindlichen Tagträumen erwachsen jugendliche Motivationen existentieller Ideen.

Bewusstwerden wandelt sich in Bilderleben. Heraustreten aus erwachendem, geheimnisvoll schöpferischem Unbewussten.

Erwachen in eine Spielwelt voller Fantasien und Tagträume, großes Glück im tiefen Unglück verlorener Kindheit. Starker Schutz gegen hasserfüllte Gier einer verlorenen Kriegerwitwe, die sich an einem verzweifelten Kriegsblinden vergreift.

Wirkungslose seelische Misshandlungen angesichts starker innerer geistiger Kräfte.
Religiöse fanatische Stimmungen keimen häufig in Ausweglosigkeiten. Die Seele flüchtet in frühe technische Vergnügungen, bis sie dieses Versagen in Einsamkeiten des schwarzen Waldes zwingt, versinken und fast ersticken lässt.

Erneut befreien religiöse Fantasien von aufgezwungenen Fesselungen und entführen aus düsterer Schwere in mystische Leichtigkeit.

Das Geschick treibt zurück in strenge scheinklösterliche Enge und führt schließlich zur Ausflucht in größere Eigenständigkeit. Vorbildliche Lehrer animieren Fantasien nunmehr zu philosophischen Spekulationen. Erwachter Ehrgeiz verläuft zwar hektisch, aber doch letztendlich mehr oder weniger zufällig in unauffällig religiös gefärbten praktischem Handeln.

Gedanken leben von der Seele, die sie gebärt. Im Denken spiegelt sich gelebtes Leben wider. Es ist philosophisch nicht ungewöhnlich, dass sich Werden in Sein flüchtet und sich dort zu verflüchtigen droht. Unberechenbares Verhalten verschafft Angst. Existenz seit jeher als Kunst, davon zu abstrahieren, um sich in angenehmere Vorstellungen zu flüchten.

Totzeit als Sprung vom Werden ins Sein. Dasein verflüchtigt sich kontemplativ durch Überführen in Jenseitiges. Wesen lässt sich als meditative Form subjektiv spielerisch freier gestalten als Anwesen.

Freies spielerisches Gestalten lässt die Seele freier atmen und sich aus der Enge des Alltags befreien.
Indem die Seele wieder atmet, verschenkt sie selbstheilende Kräfte schöpferischen Denkens.
Fantasieren erzeugt spontanes selbstorganisierendes Antizipieren. Schwierige Situationen lassen sich meistern.

Fantasie erzeugt Bilder, und als Bilderleben formt Denken und somit freies Handeln, um Leben schöpferisch zu gestalten. Utopien der Selbstheilung aktivieren mit helfenden Bildern Selbstheilungskräfte. Das Gehirn reorganisiert fehlgeleitete Transmissionen, um Heilungen zu ermöglichen.

Widerschein einer lichten Idee dringt in die Leere des Daseins.
Neonuntergang

Bläue in altmodischen Scheibengardinen.
Altbaugehäuse hinter Rauhfaser.
Zerstörtes Uhrwerk in Ebenholz.
Verkümmerte Pflanzen auf dem Fensterbrett.
Rest von starkem Kaffee in ziegelroter Keramiktasse.
Staubteilchen auf milchig brauner Brühe.
Zerknüllte Notizen. Papierknäuel auf dem
Holzfußboden.

Verdichtung
Sein lichtet Wesen, indem es Werden verbirgt.
Wissen versichert, was Glauben verspricht. Übernatürliches überspielt Natur.
Der Tod beendet das Leben zwar nicht, aber er nimmt ihm, was es lebendig macht: Sinne, Triebe, Bedürfnisse, Bilder.
Im Himmel ist wohl Seele als auch Geist rein.
Himmel existiert als reiner Geist a priori.
Denken von Sein meditiert Werden als Wesen und setzt als Anwesen ins Werk.
Metaphysisches selbstheilendes Träumen formt mögliche Wirklichkeiten und gestaltet Antizipationen des Alltags.

Ein zehnjähriger Junge zwischen Tag und Traum, Tagträume helfen über alltägliche tiefe Verletzungen hinweg.
Kein Arzt kommt gegen dessen heftige Kopfschmerzen an. Erst durch das mitfühlende Verstehen eines Homöopathen wird er davon befreit.

In Sein gefrorenes Werden. Im Wesentlichen erstarrtes Denken. Verzicht auf Bilder gibt Gestaltungen hinter Horizonten frei. In Kontemplation eingekehrte Meditation offenbart Wahrheiten nichtenden Nichts.
In Bilder gesetzte Texte zeitigen erst Verstehen.


26
Mai
2016

Interimsmoment


…. ein Grundelement der Mathematik, mit dem verschiedene Rechenoperationen ausgeführt werden können. Analog hierzu können Totzeiten als Quanten als Grundelemente eines natürlich organisierten Systems sein.

Voraussetzung dieser Annahme ist ein zureichender physikalischer Grund für die Viele-Welten-Interpretation.
Zur Klärung eines solchen Grundes bietet sich folgende Überlegung an: Mögliche Möglichkeiten spielen mit sich selbst. Mögliche Möglichkeiten gewinnen wirkliche Möglichkeiten. Wirkliche Möglichkeiten informieren Energien. Informierte Energien formen Materie. Materie bindet und löst, vereinfacht und vervielfacht, gleicht an und unterscheidet, Entstehen und Vergehen gestaltend.

Anders formuliert: Mögliche Möglichkeiten wirken in Richtung wirkliche Möglichkeiten. Das griechische Wort für wirken ist "ergo" und für das Etwas innewohnende Wirken "en_ergon", Energie also: energon ε von E e/E => 1 = Information i. (=> bedeutet „strebt nach). e/E =1 = Information

Information steht für Transformation von Energie in Materie. also für Materie in Form von Energie. Information ist eine vektorielle Größe: Energie —> Materie = Information. Als Vektor repräsentiert sie parallele Entwicklungen. Der durch E=>M = I verursachte Urknall gibt demnach Anlass, das Entstehen paralleler Universen anzunehmen.

Der Begriff Parallelwelt oder Paralleluniversum bezeichnet also eine hypothetische Welt oder ein Universum, das außerhalb des bekannten Universums existiert, wobei die Gesamtheit aller Parallelwelten als Multiuniversum bezeichnet wird.

Die Viele-Welten-Theorie, die auf den Physiker Hugh Everett zurückgeht, ist eine alternative Interpretation der Quantenmechanik. Die Viele-Welten-Interpretation spricht allen möglichen Zuständen (also z.B. „Katze tot“ und „Katze lebendig“) gleichermaßen physikalische Realität zu.

Es gibt dann tatsächlich ein Universum, in dem das Atom zerfallen ist, und eines, in dem das Atom noch nicht zerfallen ist. Im ersten Universum öffnen wir den Kasten und finden die Katze tot, im zweiten Universum ist die Katze lebendig. Erinnerungen und das, was wir als Realität wahrnehmen, entsprechen dann nur einer von unzähligen möglichen Entstehungseschichten des Universums.

Wenn aber ein vernunftbegabtes Lebewesen durch Tod bzw. aufgrund der Totzeit in ein paralleles Universum wechseln sollte, dann müsste dessen Quantenzustand „materielos“ sein.

ist ein materiell gestaltetes energon ε. Mögliche Möglichkeiten sind eine Form von informationsloser Energie. Mögliche Möglichkeiten verfügen über 0 Gestalt. Aber als solche umfassen sie unendlich viele Ideen. Eine Idee ist eine wirklich gewordene Möglichkeit oder wirkliche Möglichkeit. Energie gestaltet von sich her Formen der Möglichkeit. Die Information für diese Verwirklichung a priori ist "Zufall". Zufällig wird aus möglichen Möglichkeit eine wirkliche Möglichkeit. Die ursprüngliche Bewegung ist charakterisiert durch Richtung und Weg (im Zeichen: "->"). Diese Bewegung repräsentiert als solche "Gestalt" a priori. Das griechische Wort für mögliche Gestalt ist "idea", also Idee. Bei der ursprünglichen Energie handelt es sich folglich notwendigerweise um geistige Idee, die in allem, was aus ihr wird gegenwärtig ist.


25
Mai
2016

Wahrnehmungsproblematik


Wahrnehmen ist die Bedingung der Möglichkeit, sich zu täuschen. Statt Wahrnehmen, nehmen wir wahr, d.h., wir projizieren in das, was wir sinnlich vernehmen. Genauer gesagt wird das, was vorweg bedürfnisbedingt ausgefiltert wird, emotional durch Erinnerungen bzw. Erfahrungen komplementiert.

Die limbische Funktion des physiopsychischen Wechsels ist angeboren und dient der Selbst-Erhaltung (Ich-Bewusstsein) des vernunftbegabten Lebewesens.


24
Mai
2016

Geheime Offenbarung des Dämonen (daimónion)


Das Daimonion (auch Dämonion) bezeichnet in der griechischen Antike einen persönlichen Schutzgeist, der Teil des Ichs ist.

Das Daimonion wurde von Sokrates als innere Stimme von göttlichem Ursprung erklärt. Diese innere Stimme warnte ihn in entscheidenden Augenblicken und hielt ihn von der Ausführung einer unrechten (vgl.: "adikia") Absicht ab. (Nach Platon Apol. 31 D und 41 D, Xen. Mem. I, 1, 6 warnte das Daimonion peri - tôn adêlôn, hopôs an apobêsoito.) Er verstand es als eine Gegeninstanz zum Logos, die das erkennt, was der Vernunft verborgen bleibt, und vom Falschen abrät, jedoch zu nichts zurät. Sein Daimonion schätzte Sokrates so hoch ein, dass er ihm auch gegen seine rationale Einsicht gehorchte.

Die innere Stimme orientiert sich gewöhnlich intuitiv am Erfahrungsschatz einer Person. Der Name dieses Erfahrungsschatzes ist „Gewissen“.

Intuition werden durch das Gewissen Grenzen gesetzt. Gewissen, das ist die Vorgabe des Verhaltensspielraums durch Werte und Normen, Regeln und Gesetze, Vereinbarungen und Verträge, Gebote und Verbote (Kann - und Muss - Vorschriften).

Die Ausprägung des Gewissens wird durch Bildung und Erziehung maßgeblich bestimmt.
Gewissensbildung ergibt sich gleichsam aus Erziehung. Regelungen des Verhaltens durch das Gewissen können durch Triebe oder Bedürfnisse verfälscht bzw. gestört werden.

Wenn nun Gott als innere Stimme - wie Augustinus es annimmt - zu einem vernunftbegabten Lebewesen spricht, dann tut er dies als auch die Fantasie subjektiv personifiziertes Gewissen. Gott vermag dann nur das zu offenbaren, was individueller Erfahrung entspricht.

Erst wenn Gott diesen persönlichen Bereich verlässt, offenbart sich durch die innere Stimme Wahrheit.

Folgender Text repräsentiert eine solche Offenbarung:

"1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Solche Götter lassen deine Triebe neben mir erscheinen. Wende dich nicht ab von mir, indem du deine Gier befriedigst!

- Ich bin der Herr, dein Gott. Ich bin allgegenwärtig, aber du kannst mich weder sehen noch hören oder sonst irgendwie sinnlich vernehmen. Sobald aber dein Ich kann in seinem Selbst ruht, spürst du meine Gegenwart und lauscht dem, was ich dir durch die innere Stimme schweigend mitteile!"

- Ich bin der Herr, dein Gott. Unmittelbare Allgegenwart aber bleibt Dir verehrt. Als endliches Wesen vermagst Du Unendliches nicht zu fassen. Als vernunftbegabtes Lebewesen bleibt Dir Geistloses verwehrt.

- Ich bin der Herr, dein Gott, allmächtiger, allgegenwärtiger reiner Geist. Ich wohne nicht im Himmel, von dem Gläubige träumen, sondern ich bin als reines Sein selbst der Himmel.

- Ich bin der Herr, dein Gott. Deine wortlosen Gebete vermag ich nicht zu erhören, denn du kannst mich nicht verstehen. Als eines Sein bin ich zwar Schöpfer allen Werdens, aber alles wird dann ohne mich.

- Ich bin der Herr, dein Gott, auf den du sterbend noch hoffst, weil du glaubst und vergeblich liebst. Aber sobald du tot bist, findest Du Dich im Nichts.

- Ich bin der Herr, dein Gott und als solcher reines Sein und Nichts zugleich. Jenseits von Sein und Nichts existiert nur das Nichtige als Hölle alles Seienden.

Als zureichender Grund psychischer Orientierung bleibt das Gewissen hoch wahrscheinlich auch ‚drüben‘ deren Bestandteil und Verständigungsgrund gleicher sensibler Schwingungen.


23
Mai
2016

Herz vs Kopf


Entscheidungen werden vorwiegend entweder emotional oder rational gefällt. Limbisch geregelte Entscheidungen beeinflussen vor allem körperliche Funktionen. Im negativen Fall können sie sogar krank machen.

Rational geregelte Entscheidungen beeinflussen vor allem seelische Funktionen. Fehlentscheidungen können hier ebenfalls krank machen. Das bekannteste Beispiel rationaler Fehlentscheidungen ist beispielsweise Burnout.

Das Gesagte könnte zum Anlass folgender Spekulation werden:

Trieb- und bedürfnisbedingte Entscheidungen erzeugen, mit der Fantasie spielend, Träume und Tagträume. Einer der gravierendsten Phänomene zwischen Nacht- und Tagtraum (er)schafft die Fantasie als Himmel.

Das aus der Fantasie geborene, überaus beeindruckend geträumte Reich Gottes wird schriftlich fixiert und erfährt nach und nach als Bibel unzählige Anhänger dieser Idee.
Analog zum Zeitalter des Mythos wird die Idee eines über die Menschen herrschenden Gottes als Mittel zum Zweck eines einträglichen Geschäfts missbraucht. Schließlich organisiert sich dieser religiöse Wille zur Macht als Kirche.

Ungläubige überzeugende und bekehrende, durchaus überzeugende Repräsentanten lassen den geträumten Ursprung des Reiches Gottes als solchen ‚schnell‘ in Vergessenheit geraten. Ein biblisch begründeter Glauben wird für seine Anhänger zum zureichenden Grund einer negativen Utopie des Lebens.

Es ist bislang dem Denken nicht gelungen, dieser Art und Weise zu glauben Herr zu werden. Bis heute wird über und um die Existenz Gottes gestritten. Dabei wird nicht bedacht, dass sich der theologisch zugrunde gerichtete Gott als längst nicht mehr ‚lebensfähig‘ erweist und jeglichen Streit über ihn erübrigt. Nietzsches Wort vom Tod Gottes bleibt gültig.

Nichts desto trotz herrscht das gläubige, religiöse Herz über den besser wissenden Kopf.


22
Mai
2016

Club der Heiligen


Laut Wikipedia erklärt sich „heilig“ wie folgt:
"Heilig bezeichnet etwas Besonderes, Verehrungswürdiges und stammt wortgeschichtlich von Heil ab, was sich abgeschwächt noch in heil („ganz“) wiederfindet (vgl. englisch: holy, „heilig“, von whole)."

Unter religiösem Aspekt bedeutet heilig „einer Sphäre des Göttlichen, Vollkommenen oder Absoluten angehörig“.

Heilige haben ihren Weg zu Gott gefunden, den einzigen Weg, der direkt zu Gott und in den Himmel führt. Dieser Weg verläuft über Jesus Christus den Sohn Gottes, der zur Neutralisierung der Sünden, von Menschen die an ihn glauben, in den Tod gegangen ist.

Menschen müssen erkennen, dass sie in den Augen Gottes ein Sünder sind, zurück auf Ihr Leben schauen, welche Sünden sie begangen haben, denn Sünden trennen laut Kirche von Gott.

Gott will, dass an seinen Sohn Jesus Christus geglaubt und dass er um Vergebung aller Sünden gebeten wird. Wer das tut, dem wird Jesus Christus alle Sünden vergeben.

Nur wer die Sündenvergebung durch Jesus Christus erfahren hat, wird in eine Beziehung zu Gott und letztlich in den Himmel kommen.

Und wie kann man den Weg erfahren? Jesus spricht zu ihm: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Bibel Johannes 14, 5-6)

Wer Sie während seines Lebens nicht an Jesus Christus glaubt und keine Vergebung von seinen Sündern erfahren hat, ist schlichtweg verloren, was für letztlich die ewige Verdammnis und damit die Hölle zur Folge haben wird.

Wer allerdings an Jesus Christus glaubt, wird im Buch des Lebens aufgeschrieben (Offenbarung 20.15). Wer im Buche des Lebens verzeichnet ist, wird Sie nach Ihrem Leben nicht von Gott verurteilt. Dadurch droht Ihnen keine ewige Verdammnis von Gott, sondern wird für immer und ewig in einer völlig neuen perfekten Welt in Harmonie mit Gott leben.

Wer glaubt, wird selig.

21
Mai
2016

Wie Intuition auf Gott kommt


Seelisch geistige Transformation von Nichts in Sein vollzieht sich als Bilderleben, nämlich als Bild-Erleben (Bewusstsein) aufgrund des Bilder-Lebens (Unbewusstsein).

Alles, was bewusst nicht zu erfassen ist, malt sich Fantasie trieb- und/oder bedürfnisbedingt schöpferisch in künstlerischen oder gar mystischen Bildern aus.

Extreme Trieb- und Fantasietätigkeit führen allerdings zu emotionalen Überreaktionen, die zu verstärkter Aktivitäten der inneren Stimme bis hin zu Visionen führen können.

Nicht wenige sensible Menschen empfinden solche Aktivitäten sogar als inneren Ruf Gottes und fühlen sich zu besonderem religiösem Leben im Dienste Gottes berufen.

Besondere Riten wie beispielsweise Askese und Gebete führen dann dazu Transmissionen der Intelligenz oder eines besonderen Talents zu zügeln bzw. einzuschränken.

Ähnliche Wirkungen können aber auch durch ein karges, ärmliches Leben hervorgerufen werden.

Die vielleicht bekannteste und zugleich früheste überlieferte Vision ist die des Moses (8. Jh. v. Chr.). Es ist die Vision vom brennenden Dornbusch. Es wird in der Bibel erzählt, dass Moses viele Jahre die Herden seines Schwiegervaters Jitro hütete.
Eines Tages weideten die Schafe und Ziegen auf den saftigen Weiden an den Hängen des Berges Sinai. Moses blickte in die Ferne, und er traute seinen Augen nicht.
Er erblickte einen brennenden Busch, der nicht verbrannte. Neugierig näherte sich Moses.

Da hörte er plötzlich eine Stimme. Sie kam aus dem brennenden Busch und sagte: "Zieh deine Schuhe aus, Mose! Du stehst auf heiligem Boden."
Moses spürte intuitiv, dass es Gott war, der zu ihm sprach.
Er gehorchte, und Gott sagte: "Ich bin, der ich bin.
Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich habe die Klagen und Bitten meines Volkes gehört, das in Ägypten in der Sklaverei lebt. Und ich werde es retten. Du Mose, sollst es aus Ägypten in ein Land führen, das ich den Nachkommen Abrahams versprochen habe. In diesem Land werden Milch und Honig fließen. Und dich Moses, sende ich nun zum Pharao."

Dieser Auftrag ist für einen Hirten in der Wüste nicht gerade naheliegend. Offenbar ist allen Visionen gemeinsam, dass sie Menschen überraschen, die über die Kraft verfügen, ihnen zu entsprechen.
Moses macht erst gar nicht den Versuch, sich als Hirte darzustellen, der dazu nicht in der Lage ist, weil er ja nichts gelernt und aus sich gemacht habe und nur ein dummer Hirte geblieben ist.

Anders als bei Hildegard von Bingen wird Moses’ Vision nicht durch innere Prozesse vorbereitet und auch nicht theologisch, sondern religiös gedeutet. Die Vision überrascht. Wahrnehmungsreize bzw. Überreizungen könnten sie ausgelöst haben.

Beide Visionen zeichnen sich als Kraftgeber aus und ermöglichen dadurch außergewöhnliches mutiges Verhalten. Unbefriedigend bleibt in beiden Fällen, dass sie als Ereignisse des Glaubens natürlicherweise (neuronal bedingt) analytischem Denken verschlossen bleiben.

Auch der Mythos basiert auf einer Überreaktion der neuronalen Transmissionen der Fantasie.

Über die Vertreibung aus dem Paradies selbst berichtet niemand. Dieser katastrophalste Augenblick der Menschheit wird verdrängt. Religionen vermeiden angestrengt eine redliche Offenlegung dieses Ereignisses. Philosophie vermag solchen Ursprung nicht in den Blick zu nehmen, und auch Kunst setzt nichts ins Werk.

Seit Jahrtausenden wird der Paradies-Mythos verdrängt. Andererseits wird von Religionen so getan, als hätte alles genau so stattgefunden. Niemand streicht diesen Anfang aus dem Buch der Bücher. Stattdessen sammeln sich weitere Mythen an. Das Buch Moses ist voll davon.

Es bleibt dabei, der Gott der Religionen verbleibt im Dunkel der Mythen.

Zu allem Unglück hat sich das Trauma Paradies tief ins Unterbewusste des Menschen eingegraben. Aber Erinnerungen sind nicht kräftig genug, um Wahrheit zu vergegenwärtigen. Ahnungen lassen vermuten, wesentlich Existentielles verloren zu haben.

Vage Vermutungen zwingen zu suchen. Diese Zwangsneurose nötigt zum Glauben an den strafenden Gott des Paradieses. Religionen aber schaffen so großartige Bestimmungen ihres Gottes, dass selbst Wissenschaften nicht zu widersprechen vermögen.

Sokrates und Platon sind bislang die einzigen Philosophen, denen es gelingt, ein annehmbares Komplement zum Mythos aufzuzeigen.

Um vor dem Göttlichen überhaupt bestehen zu können, muss die von den beiden Philosophen entdeckte Welt natürlich die gleichen Wesenseigenschaften aufweisen wie die göttliche.

Die philosophisch gedachte Welt darf nicht von dieser Welt, also von Menschen gemacht sein. Diese Welt muss ebenso unsichtbar wie ewig sein. Zudem muss sie für den menschlichen Geist unerreichbar bleiben.

Dem Dichter Angelus Silesius werden die gleichen (inneren) Spiegelungen bewusst wie dem Philosophen Platon. Auch Platon betrachtet das Schauen der höchsten Idee als göttlich.

Durch die griechische Mythologie gelangt wahrscheinlich der erste, nämlich menschliche Grund der Götterwelt zum Vorschein. Es sind besonders begabte Seher, durch welche sich Gottheiten künstlerisch gestalten. Solche fantastischen Inszenierungen werden durch Priester missbraucht, indem sie sich ihrer aus Machtgier bemächtigen. Sie vergiften natürliches Glauben mit ihren Machtfantasien von einer jenseitigen Welt.

Heilige verinnerlichen solche fantastischen Vorstellungen so stark, dass sie Möglichkeit und Wirklichkeit verwechseln. Aber ihr Gott lässt sich nicht verallgemeinern, sondern immer wieder erneut in jeder Seele besonders initiieren.

„Gott lebt nicht ohne mich

Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben,

Werd' ich zunicht', er muß von Not den Geist aufgeben“.

Es ist wahrscheinlich, dass der Gottesglaube evolutionär bedingt physiologisch im Gehirn verankert ist. Das „Gottes-Gen“ (VMAT2-Gen), schreibt der Biochemiker und Verhaltensgenetiker Dean Hamer 2004 in seinem so betitelten Buch, ist für die Ausschüttung chemischer Botenstoffe im Gehirn verantwortlich. Diese Botenstoffe steuern neben Stimmungen u.a. auch religiöse Gefühle.

Die gewagte These vom Gottes-Gen begründet keinen biochemisch bedingten Gottesglauben.

Dass Kinder eine natürliche Tendenz, an Übernatürliches zu glauben, besitzen, ergibt sich aus einem Ungleichgewicht zwischen Vernunft und Verstand. So wird alles Unerklärbare durch Glauben und nicht durch Wissen geregelt. Auch Erwachsene regeln in ihrem Alltag Vieles noch mit Aberglauben.

Aber nicht nur der Glaube, sondern auch unser Wissen erscheint uns vereinzelt zunächst als Glaube. Ein Axiom beispielsweise gelangt gleich einem Dogma zum Vorschein. “Ich glaube an die Identität ‘a = a’ ” wie an die Dreifaltigkeit.

Viele Sätze beweisbaren Wissens waren ursprünglich nicht beweisbare Glaubenssätze. Eigene Vorstellungen sind häufig mehr als negative Utopie oder eine Art Fata Morgana des Bewusstseins.

Es scheint aber oft sehr schwierig, auszumachen, ob das Schauen innerer Spiegelungen des Unbewussten auf irgendeine Art und Weise schließlich doch Wahrheit offenbart.

Wird davon ausgegangen, dass der Mensch vernunftbegabt ist und die mythischen Hinweise eines Sokrates, Platons oder Moses zutreffen, dann könnte das menschliche Erbgut tatsächlich doch eine Art Gen enthalten, das religiöses Empfinden ermöglicht.

Den kanadische Neuropsychologen Michael Persinger[2] veranlasst dies zu folgender Überlegung: Wenn ich die fürs Religiöse zuständigen Hirnregionen eines Menschen stimuliere, verschaffe ich ihm damit auch religiöse Gefühle? Er entwickelte einen Helm, der ein sich bewegendes Magnetfeld erzeugt. Diesen Helm liess er Versuchspersonen zwanzig Minuten lang tragen. Vier von fünf Probanden beschrieben die ausgelösten Empfindungen als übernatürlich oder spirituell. Sie fühlten die Gegenwart eines höheren Wesens, eine Berührung Gottes, Transzendenz.
Demnach könnte ein allgegenwärtiges Wesen (“Geist in der Materie”) sich offenbaren, indem es das Gehirn beeinflusst und auf dem Weg der Spiegelungen religiöse Vorstellungen und Empfindungen erzeugt. Erscheinungen der Heiligen bekämen dann eine “natürliche” Erklärung.

Der “Umweg” über Spiegelungen des Glaubens sichert das kulturell bedingte, individuelle Verstehen und Auslegen des allgegenwärtigen Wesens. Alle Versuche, diesen Glauben in Wissen umzuwandeln, versagen.

Der göttliche Funke bleibt eine innere Entladung, die sofort nach Absinken höchster Konzentration erlischt.

Das vernunftbegabte Lebewesen neigt dazu physikalische Eigenschaften metaphysisch zu überhöhen. Der Mythos gestaltet meteorologische Erscheinungen zu Göttern um. Es ist die griechische Göttin Ge, die gute oder schlechte Ernten verursacht. Es ist Thor, der germanische Gott des Gewitters, der Blitze schleudert und donnert, wenn er grollt. Es ist ein Gott, den Moses im brennenden Dornbusch erblickt, und aus überschärfsten Sinneseindrücken werden noch heutzutage Erscheinungen von Schutzengeln geboren.
Überhöhte Vorstellungen während des Bewusstwerdens kommen durch psychisches Verfremden physikalischer bzw. physischer Prozesse zustande. Wider alle verfügbaren Erfahrungen spielt die Fantasie verrückt.


20
Mai
2016

Wunder


Wunder (griechisch θαῦμα thauma) ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach allgemein etwas „Erstaunliches“ und „Außergewöhnliches“ (griech. thaumasion).

Erstaunen löst die Schöpfung aus dem Nichts aus. Gemäß Phänomen der Totzeit gelangt Sein als Gestalt der Form Nichts zum Vorschein. Form als Sein formendes Nichts beruht auf kategorischen Bewegungen a priori, nämlich hinzufügen, wegnehmen, auflösen, verdichten bzw. lösen, binden.

Mehrere Bewegungen konzentrieren sich in einem Moment als mehrdimensionaler Impuls von Veränderungen, von Verhältnissen innerhalb jenes Ganzen, welches wir Welt oder auch Kosmos nennen. Wegen seiner vielfachen nichtlinearen Auswirkung vermögen wir diesen Impuls nicht zu denken, denn unser Denken vollzieht sich einfach und linear.

Da zudem unser Kurzeitgedächtnis oder Bewusstsein nur etwa sieben neuronale Vorgänge zugleich zu organisieren vermag, erweist es sich nicht einmal in der Lage, dem selbstgesetzten Anspruch des Wissens zu genügen. Wissen muss den zwölf kategorischen Bewegungen genügen, d.h. ein Phänomen unter allen zwölf Perspektiven bzw. Aspekten bestimmen.

Wissen entstünde erst dann, wenn Grund und Zweck in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung geklärt würde, und zwar nach Art/Weise und Umstand der auffälligen Eigenschaften des zu formulierenden Wesens unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes in Raum und Zeit seines Vorscheins.

Die zwölf möglichen Perspektiven und Aspekte des Bewusstseins (Kategorien) sind nämlich:

Grund und Zweck
Ursache und Wirkung
Eigenschaften und Wesen
Art/Weise und Umstand
Mittel und Maß
Raum und Zeit

Diese Perspektiven oder Aspekte können nur nacheinander, also linear wahrgenommen, betrachtet, beobachtet oder begriffen werden, ineins und zugleich gelingt das allein intuitiv.

Intuition umfasst alles, was Wissen nicht zu erfassen vermag. Selbst, wenn es gelänge, Wissen komplex zu erfassen, würde Wirklichkeit unvollständig erfahren. Das ganzheitliche Erfahren von Wirklichkeit bleibt allein der Intuition, also dem Glauben von Wirklichkeit, vorbehalten. Der wahrhaft Wissende weiß, dass er nichts weiß. Das lässt sich am ehesten am für vernunftbegabte Lebewesen wahrscheinlich wichtigsten Ereignis der Schöpfung des Seins aus Nichts aufzeigen.


19
Mai
2016

Was bleibt


Die Alternative „fromm“ oder „gottlos“ formuliert extreme Positionen des Glaubens. Vertreter beider Positionen bekämpfen sich oft völlig grundlos sehr aggressiv. Das zeigt wie höchst empfindlich und lebensfeindlich die Gottesidee macht.

Der tiefere seelische Grund hierfür ergibt sich aus fehlenden Argumenten stichhaltiger Begründungen. Meinungen, allein aufgrund von Glauben erlauben eben nicht, sich logisch argumentierend zu vertreten.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche macht mit seiner Aussage „Gott ist tot“ nachdrücklich auf das Sterben des alten geglaubten Gottes aufmerksam. Dieses Sterben betrachtet er als Begleiterscheinung eines zunehmend beschleunigten Glaubensschwunds.

Die Gottesidee wurde schon immer für kriegerische Verbrechen missbraucht. Aktuell liefert der ISIS-Terror die härtesten Belege hierfür.

Vernunftbegabte Lebewesen spüren den abgrundtiefen Hass hinter Gottesideen von Religionen. Diese gestörten Gehirnen entsprungene, gegen das Leben gewendete Ideen schaffen Unsicherheit, Desorientierung und vor allem Angst vor dem Tod.

Was nach Abwendung von einer persönlich bevorzugten Gottesidee bleibt, das ist gewöhnlich aufgrund des Verlustes vertrauter Vorstellungen vor allem innere Leere.


18
Mai
2016

Exkurs nur?


Kunst setzt Wahrheit ins Werk, eine fast naiv anmutende philosophische Aussage, fast in der Nähe einer Sage. Sprachspielende, kompromisslose Träume erst offenbaren diese Wahrheit als Selbst-Offenbarung.

Träume und schöpferisches Denken sprudeln aus der selben Quellen in ferner Weite hinter Horizonten.
Wer schreibt, schreibt letztendlich allein für sich, selbst dann wenn er verallgemeinerbares Großartiges hervorbringt. Ideen und Theorien verhüllen bisweilen wie prächtige Vorhänge höchst persönliche Inszenierungen ureigener Dramen.

Vielleicht verstehe ich das bald selbst, was mir die Intuition da beizubringen versucht.


17
Mai
2016

Vision von einem Himmel ohne Gott


Wozu bedarf es eines Gottes, wenn Du im Himmel bist? Gott ist nur hilflose irdische Personifizierung reinen spielerischen allgegenwärtigen Werdens. Du kannst alles, überall jederzeit sein, ohne irgend etwas zu erleben.

Du gehst ganz im Augenblick auf, ohne dich an deine Vergangenheit zu erinnern, und du kannst dir nichts vorstellen, weil du ohne Zukunft bist.

Heimweh nach drüben kennst du nicht, weil dir verlorene Erinnerungen deine Heimat raubten.
Aber du west ganz in dir, weil du nichts sehen, hören, riechen, schmecken und nichts tasten kannst.

Durch Dunkel himmlischen Lichts irrt selbstverlorenes Ich.
Inmitten der Nacht schläft eine vollkommen demente Seele.

Oh Mensch, das ist dein Himmel, falls du daran jemals geglaubt oder gehofft hast.
Du sprichst am Grab des geliebten Verstorbenen und sprichst mit Nichts.

"O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Wo ist dein Sieg, o Hölle?
Was kann uns jetzt der Teufel tun,
wie grausam er sich stelle?
Gott sei gedankt, der uns den Sieg
so herrlich hat nach diesem Krieg
durch Jesus Christ gegeben!“
(Korinther )

16
Mai
2016

Interimsmoment


…. ein Grundelement der Mathematik, mit dem verschiedene Rechenoperationen ausgeführt werden können. Analog hierzu können Totzeiten als Quanten als Grundelemente eines natürlich organisierten Systems sein.

Voraussetzung dieser Annahme ist ein zureichender physikalischer Grund für die Viele-Welten-Interpretation.
Zur Klärung eines solchen Grundes bietet sich folgende Überlegung an: Mögliche Möglichkeiten spielen mit sich selbst. Mögliche Möglichkeiten gewinnen wirkliche Möglichkeiten. Wirkliche Möglichkeiten informieren Energien. Informierte Energien formen Materie. Materie bindet und löst, vereinfacht und vervielfacht, gleicht an und unterscheidet, Entstehen und Vergehen gestaltend.

Anders formuliert: Mögliche Möglichkeiten wirken in Richtung wirkliche Möglichkeiten. Das griechische Wort für wirken ist "ergo" und für das Etwas innewohnende Wirken "en_ergon", Energie also: energon ε von E e/E => 1 = Information i. (=> bedeutet „strebt nach). e/E =1 = Information

Information steht für Transformation von Energie in Materie. also für Materie in Form von Energie. Information ist eine vektorielle Größe: Energie —> Materie = Information. Als Vektor repräsentiert sie parallele Entwicklungen. Der durch E=>M = I verursachte Urknall gibt demnach Anlass, das Entstehen paralleler Universen anzunehmen.

Der Begriff Parallelwelt oder Paralleluniversum bezeichnet also eine hypothetische Welt oder ein Universum, das außerhalb des bekannten Universums existiert, wobei die Gesamtheit aller Parallelwelten als Multiuniversum bezeichnet wird.

Die Viele-Welten-Theorie, die auf den Physiker Hugh Everett zurückgeht, ist eine alternative Interpretation der Quantenmechanik. Die Viele-Welten-Interpretation spricht allen möglichen Zuständen (also z.B. „Katze tot“ und „Katze lebendig“) gleichermaßen physikalische Realität zu.

Es gibt dann tatsächlich ein Universum, in dem das Atom zerfallen ist, und eines, in dem das Atom noch nicht zerfallen ist. Im ersten Universum öffnen wir den Kasten und finden die Katze tot, im zweiten Universum ist die Katze lebendig. Erinnerungen und das, was wir als Realität wahrnehmen, entsprechen dann nur einer von unzähligen möglichen Entstehungseschichten des Universums.

Wenn aber ein vernunftbegabtes Lebewesen durch Tod bzw. aufgrund der Totzeit in ein paralleles Universum wechseln sollte, dann müsste dessen Quantenzustand „materielos“ sein.

ist ein materiell gestaltetes energon ε. Mögliche Möglichkeiten sind eine Form von informationsloser Energie. Mögliche Möglichkeiten verfügen über 0 Gestalt. Aber als solche umfassen sie unendlich viele Ideen. Eine Idee ist eine wirklich gewordene Möglichkeit oder wirkliche Möglichkeit. Energie gestaltet von sich her Formen der Möglichkeit. Die Information für diese Verwirklichung a priori ist "Zufall". Zufällig wird aus möglichen Möglichkeit eine wirkliche Möglichkeit. Die ursprüngliche Bewegung ist charakterisiert durch Richtung und Weg (im Zeichen: "->"). Diese Bewegung repräsentiert als solche "Gestalt" a priori. Das griechische Wort für mögliche Gestalt ist "idea", also Idee. Bei der ursprünglichen Energie handelt es sich folglich notwendigerweise um geistige Idee, die in allem, was aus ihr wird gegenwärtig ist.


15
Mai
2016

Totzeit


Von ihrem Ursprung her erscheint die Welt des Seins als möglich möglich => wirklich möglich => möglich wirklich => wirklich. Zugleich erweist sich diese Entwicklung als Trieb => Bedürfnis => Emotion => Motivation. Sein der Vernunft beinhaltet demnach zugleich Werden der Natur.

Vernunft repräsentiert gleichsam Reflexion der Natur. Als Kunst offenbart sich das als Wahrheit (alétheia), nämlich als Idee => Form = Gestalt => Werk, während Wissenschaft sich entwickelt als Suchen durch Fragen => Antworten durch Versuch und Irrtum => Theorie => Verifikation oder Falsifikation durch Praxis.
Kybernetisch stellt sich das dar als Black-box => Modellierung => Maithematisierung => technische Realisierung (Simulation).

Goethe formuliert im Faust Erfahrungen solcher Duplizitäten: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“.
Im Alltag vollzieht sich das als Zweifeln zwischen Glauben und Wissen, als Hoffen zwischen Wunsch und Erfüllung. als Lieben zwischen Bedürfnis und Befriedigung.

Alltägliche Augenblicke sind Totzeiten, zumeist in Form von Alternativen. Bereits im Zeitalter des Mythos muss der griechischen Held Herakles, sich zwischen einem mühelosen, aber kurzfristigen und moralisch verwerflichen und einem beschwerlichen, aber tugendhaften und langfristig beglückenden Lebensweg entscheiden.

Totzeit bezeichnet die Zeitspanne, die zwischen einer Änderung eines Systems und der entsprechenden Antwort eines damit verbundenen Systems liegt. Bei solchen Systemen könnte es sich auch um Parallelwelten handeln.


14
Mai
2016

Quanten


„Wer über die Quantentheorie nicht entsetzt ist, der hat sie nicht verstanden!“ (Niels Bohr) Quant ist als Duplizität von Entstehen und Vergehen ein Interim Moment, ein Zugleich von wirklich und unwirklich (noch nicht wirklich). Zeitlich repräsentiert es reine Gegenwart, räumlich eine Sprungfunktion (Totzeit) zwischen Energie und Information bzw. Materie als informierte Energie.

Die Bedingung der Möglichkeit der Existenz eines Quants ist die Duplizität des Entstehens von Welten durch bzw. während des Urknalls. Das Universum teilt sich in zwei Hälften, die unterschiedliche Wege einschlagen. Gemäß der Viele-Welten-Interpretation bleiben beide als gleichberechtigte Realitäten erhalten und entwickeln sich von nun an unabhängig voneinander weiter, jedoch ohne Verlust ihrer Wechselwirkung(en).

Die Empfindlichkeit für diese Wechselwirkung ist jeglichem naturhaft Seienden zueigen. Philosophisch betrachtet existiert diese Wechselwirkung zwischen Wirklichkeit des Werdens und Möglichkeit des Seins.

Psychologisch vollzieht sie sich als Wechselwirkung zwischen Seele und Geist bzw. Vernunft.

Physiologisch gelangt sie als Wechselwirkung zwischen limbischen System und den übrigen Funktionseinheiten des Gehirns.
Das limbische System ist jene Funktionseinheit des Gehirns, welch der Verarbeitung von Emotionen bzw. von Bedürfnissen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Dem limbischen System werden gleichsam auch intellektuelle Leistungen zugesprochen.

Natur erscheint quasi als Gesamt aller Wechselwirkungen zwischen (mindesten) zwei Welten. Das Gespür für diese Wechselwirkung zeigt sich je nach Art und Weise subjektiver Sensibilität als Kunst, Religion oder Philosophie.

Die Viele-Welten-Interpretation spricht allen möglichen Zuständen (wie bei Schrödinger: „Katze tot“ und „Katze lebendig“) gleichermaßen physikalische Realität zu. Es gibt dann tatsächlich ein Universum, in dem das Atom zerfallen ist, und eines, in dem das Atom noch nicht zerfallen ist. Im ersten Universum öffnen wir den Kasten und finden die Katze tot, im zweiten Universum ist die Katze lebendig. Unsere Erinnerungen und das, was wir als Realität wahrnehmen, entsprechen dann nur einer von unzähligen möglichen (und gleichermaßen realisierten) Geschichten des Universums.

Der Philosoph Platon (* 428/427 v. Chr.) deutet bereits den Bezug der Vernunft zur „anderen“ Welt als Wiedererinnerung und gründet auf diesem Gedanken sowohl seine Ideenlehre als auch seine Lehre über die Unsterblichkeit der Seele.

In Totzeit (W.F.Schmid 1968) wird die Duplizität von Werden und Sein als während des Sterbens wirksame Totzeit definiert, also als Sprungfunktion bestimmt. Danach wird der Tod als ‚Kontakt‘ des Werdens zum Sein bestimmt.


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Prof. Dr.phil. habil. Wolfgang Schmid

 

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