22
Sep
2014

Headclips

Begriffe sind Videos für’s Kopfkino.

Heute das Video „Barbara“

Kurzbeschreibung. Das Video „Barbara“ wurde in der zweiten Grundschulklasse der Hohlwegschule in Flensburg in Anwesenheit der Klassenlehrerin Marlene Benken gedreht.

Es ist Kinderunterrichtsstunde. Je zwei Kinder unterrichten gemeinsam die Klasse im Fach Mathematik. Den beiden freuen sich. Sie haben sich wie immer freiwillig gemeldet und vorbereitet.
Plötzlich fragt mich Marlene erschrocken „Wo ist Barbara? Sie ist nicht auf ihrem Platz.
Aber wir entdecken sie inmitten der Kinderschar an der Tafel. Es ist das erste Mal, das sie sich nach vorne getraut.

Nach ihrer erfolgreichen Unterrichtsstunde werden die Kinder gefragt, wer von ihnen die morgige Stunde übernehmen möchte.

21
Sep
2014

begreifen => greifen

„Begriff“ verweist auf „begreifen“. „Begriff“ ist vergangenes Begreifen. „Begriff“ ist die Vergangenheitsform von Begreifen. Im Wort „begreifen“ steckt die Tätigkeit „greifen“.

Die Sprache erklärt uns „Begreifen“ also als Handarbeit. Demnach ist Begriff etwas, das wir von Hand hergestellt haben.

Der Begriff „Nagel in der Wand“ ist das Ergebnis des Umgangs mit dem Werkzeug Hammer, setzt also die Vorstellung, wie das geht, voraus.

Begriff ist ein Handlungsbild. Oder „Begriff = gewusst wie!“

Der Begriff „Unterricht“ bedeutet also Zeigen, wie das geht. Eine Begriff braucht nicht viele Worte, sondern die Tat.


Gegenwärtige Lehrerbildung krankt immer noch unter Geschwätzigkeit. Zu viele Worte zu dem, was jeder von Natur aus kann!

20
Sep
2014

Eine Frage der Optik

Ob man sich für Intuitionen oder Reflexionen entscheidet, ist wohl vor allem eine Frage des eigenen Sehvermögens.

Eine häufige Nebenwirkung von Wissen ist Engstirnigkeit und die Unfähigkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Wenn eine nette Psychologin des Krankenhauses gut gemeint empfiehlt, sich auf die noch verbleibende Zeit zu besinnen, dann tut sie kund, dass ihr Selbstheilungskräfte fremd sein dürften.

Eine häufige Nebenwirkung von Glauben ist dagegen die Neigung zur Schönfärberei.

Als Wissenschaftler neige ich natürlich von Haus aus dazu, die Leistung der Reflexion zu überschätzen.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche nennt Wissende kurzsichtig und Glaubende weitsichtig. Beiden mangelt ea an gesundem Sehvermögen.

19
Sep
2014

wahr vs. richtig

Jeder muss für sich entscheiden, worauf er sich stützen und verlassen will: auf die Wahrheit der Intuition oder auf die Richtigkeit des Wissens.

Was richtig ist, kann ich sehen, was wahr ist, muss ich glauben.

(Siehe auch!)

Angesichts einer lebensbedrohlichen Krankheit spitzt sich die Notwendigkeit einer Entscheidung zu, insbesondere dann, wenn es um alternative Heilmethoden geht, die sich nicht auf wissenschaftliche Begründungen berufen können.

Im Alltag dürften Intuitionen und Glauben 90% all unserer Entscheidungen maßgeblich bestimmen.

18
Sep
2014

Eure Rede sei...

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel.

Vor allem: Dein Wort sei wahr! Aber Wahrheit setzt Glauben voraus. Ich kann niemals wissen, ob ein Wort wahr ist oder nicht. Ich kann lediglich beweisen, ob es richtig ist, indem ich den Inhalt praktisch oder empirisch belege (beweise).

Ob ich wahr rede, sagt mir meine innere Stimme, die sich auf das bezieht, was mir mein Gefühl sagt.

Mein Gefühle, nicht mein Wissen, weisen allein Wahrheit aus. Der Sinn für Wahres ist mein Gespür. Jeder spürt ganz genau, wenn er lügt.

Lügen haben nicht nur kurze Beine, sondern machen auf Dauer auch krank.

Glauben ist eine emotionale Funktion des Körpers.

17
Sep
2014

verDichtung

Gedichte sparen mit Sprache, um Stimmungen oder Einstellungen frei zu setzen. Gedichte oder Lieder sind Codes der Intuition.

Ein einziger Song kann mehr mitteilen als ein ganzes Buch. Manche Songs berühren und lassen erahnen, was man unterdrückt.
Am letzten Sonntag sah ich zufällig „Menschen bei Maischberger“. da eigentlich „Kölner Treff“ angekündigt war. Zu Gast Joachim Fuchsberger und Harry Belafonte. Während dieser Sendung wurde der Song von Harry Belafonte eingeblendet:

“Try to remember“.



Dieser Song hat mich in meiner jetzigen Situation tief berührt.

16
Sep
2014

Lesen und Schreiben lernen

Im Gegensatz zu den angeblich unvernünftigen Tieren, haben wir sogenannten vernünftigen Tiere das Lesen der Körpersprache verlernt.

Wir hören auf das, w a s jemand sagt, aber nicht
w i e eres sagt. Wir erkennen nicht, wann uns die Körpersprache mitteilt, dass uns Unwahrheiten mitgeteilt werden. Der Körper spricht direkt, der Verstand indirekt.

Wir entdecken nicht mehr die wahren Bedürfnisse, die jemand verbirgt, sobald jemand spricht.

Zu den erbärmlichsten Abwehrmechanismen gehören Floskeln. „Wie geht es Ihnen?“ (Interessiert mich überhaupt nicht!) „Danke, gut!“ (Das geht Sie überhaupt nichts an!)

Blogs stehen für Hoffnungen auf Kontakt, für Wünsche, miteinander zu sprechen oder auch, um etwas zu sagen, dem sonst niemand zuhört.

Kommentare sind sensible Punkte der Berührung!

15
Sep
2014

Schutz des Körperlichen

Denken ist eine körperliche Schutzfunktion, Bedürfnisse zur Sprache zu bringen. Sprache erlaubt uns das Befriedigen von Bedürfnissen zu regeln. Bedürfnisse melden sich sprachlich zu Bewusstsein. Ich habe Hunger, Durst, Kopfschmerzen oder mir tun die Beine weh. Sprache zeigt mir, was ich körperlich empfinde und fühle.

Philosophie ist eine Methode, sich sprachlich vom Körperlichen zu entfernen. Wissenschaft dagegen abstrahiert davon. Dagegen verneint Glauben in der Regel das Körperliche.

Wir sind aufgrund unserer Erziehung insofern körperfeindlich geworden, als wir Sprache als Körperfunktion verneinen.

14
Sep
2014

Priorität des Körperlichen

Am einfachsten gelingt die Auflösung der Einheit von Körper, Seele und Geist, wenn seelische und geistige Vorgänge als Körperfunktionen betrachtet werden, genauer als Funktionen des neuronalen Systems, das vor allem vom Gehirn geregelt wird.

Mit der Auflösung des Körpers durch das Sterben werden dann auch alle Fragen eines Fortlebens nach dem Tod hinfällig. Das Denken wäre dann gleichzusetzen mit neuronalen Regelungen des Gehirns, Begriffe wären dann als neuronale Makros zu betrachten. Seelische Vorgänge wären dann Befindlichkeitsanzeigen des Systems wie z.B. Depressionen als Symptome der Überforderung.


Wäre diese Vereinfachung nicht eine Art Befreiung und eine Art Verpflichtung, sich ganz auf das Leben zu konzentrieren?

Priorität des Körperlichen

Am einfachsten gelingt die Auflösung der Einheit von Körper, Seele und Geist, wenn seelische und geistige Vorgänge als Körperfunktionen betrachtet werden, genauer als Funktionen des neuronalen Systems, das vor allem vom Gehirn geregelt wird.

Mit der Auflösung des Körpers durch das Sterben werden dann auch alle Fragen eines Fortlebens nach dem Tod hinfällig. Das Denken wäre dann gleichzusetzen mit neuronalen Regelungen des Gehirns, Begriffe wären dann als neuronale Makros zu betrachten. Seelische Vorgänge wären dann Befindlichkeitsanzeigen des Systems wie z.B. Depressionen als Symptome der Überforderung.


Wäre diese Vereinfachung nicht eine Art Befreiung und eine Art Verpflichtung, sich ganz auf das Leben zu konzentrieren?

13
Sep
2014

Korsetts

Die Annahme einer körperlichen, seelischen und geistigen Trinität erweist sich durch Jahrhunderte hindurch als überaus stabil. Auch ich gehe bislang davon aus, dass Denken auf dem Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist beruht.

Ein weiteres starres Verhaltensmuster ist über Jahrtausende der Glaube an die Existenz Gottes und damit eng verbunden die Annahme eines Lebens nach dem Tod.

Letztlich ist auch jede Sucht eine Abhängigkeit von der Wiederholung des immer Gleichen.

Die genannten Phänomene sind hervorragend geeignete Fälle, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich solche Korsetts aufschnüren lassen.

12
Sep
2014

ff von gestern

Oft vollzieht sich die Beurteilung voreilig, d.h. so schnell, dass eine Überprüfung geradezu beiseite geschoben wird.

Häufig wird behauptet, dass man eben intuitiv vorgehe, also dem „Bauchgefühl“ folge. Damit werden Schlüsse und Entschlüsse verteidigt und Fehlschlüsse verdrängt bzw. verschwiegen.

Mit einer solchen Haltung lässt sich unter Umständen eine Weile ganz gut leben, bis eines Tages eine Katastrophe zum radikalen Umdenken zwingt.

11
Sep
2014

Schwierige Fehlersuche

Handlungen zeigen, ob der Verstand vernünftig arbeitet oder nicht. Fehleinschätzung und Fehlverhalten verweisen auf unordentliches Arbeiten des Verstandes.

Der unbelehrbare Optimist ist ein unverbesserlicher Schönfärber. Das Überschätzen von Möglichkeiten oder das Unterschätzen von Gefahren ergibt sich vor allem aus einer mangelhaften Analyse von Daten der Wahrnehmung.

Negative Faktoren werden vernachlässigt und positive bevorzugt. Das Wahrgenommene erscheint so in einem schöngefärbten Licht.

10
Sep
2014

Autoritätshörigkeit

Wir neigen aufgrund unserer Erziehung dazu, die Kompetenz von Autoritäten zu überschätzen. Deshalb wagen wir uniformierten Menschen wie Polizisten, Ärzten, Richtern usf. nicht zu widersprechen.

9
Sep
2014

Spiegelschluss oder Besserwisserei

Ein häufiger Trugschluss ist der, von sich auf andere zu schliessen, etwa unter dem Motto "Ich war damit erfolgreich, als muss es bei Dir auch klappen." So erlebe ich, wie jemand, der von Krebs geheilt wurde, sein Erfolgsrezept andern aufdrängt. Auch Eltern unterliegen diesem Trugschluss häufig, wenn sie ihren Kindern ihr "Rezept" aufdrängen.
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Prof. Dr.phil. habil. Wolfgang Schmid

 

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