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5
Mai
2016

Niemand sieht, hört, fühlt, versteht mich!


Der Tod beendet mein Leben nicht, aber er nimmt mir alles: meine Sinne, meine Triebe, meine Bedürfnisse, meine Bilder. Meine Seele ist leer und mein Geist hohl.

Vereinsamt leide ich unter Beziehung- und Kontaktlosigkeit. Ich nehme wahr, ohne gesehen zu werden. Ich spreche, ohne gehört zu werden. Ich empfinde, ohne gefühlt zu werden.

Ich bin im Himmel, der in Wahrheit Hölle ist. Aber ich bin erleuchtet, weil sich mir Gott als schöpferisches Missgeschick offenbart. Ihn bestraft der Tod mit unendlicher allgegenwärtiger Sinnlosigkeit. Voller Allmacht ist er vollkommen ohnmächtig. Aller Heiligen grenzenlose Frustration, von tiefem Glauben zu größter Hoffnungslosigkeit verführt. Herrliches Feiern der Ahnungslosigkeit in Rom verführt Naive weltweit.


4
Mai
2016

Totenklage


Was mythologisch Fegefeuer oder vielleicht auch Vorhölle genannt wird, ist in Wahrheit der Verlust vertrauter Selbstwahrnehmung.

Fegefeuer (lat.: purgatorium „Reinigungsort“) ist die Läuterung, die nach einer besonders entwickelten theologischen Lehre eine Seele nach dem Tod erfährt, sofern sie nicht als heilig unmittelbar in den Himmel aufgenommen wird.

Da nach der Lehre der katholischen Kirche „nichts Unreines in den Himmel kommen kann“, ist die Vorstellung dieses Ortes oder dieses Prozesses der Läuterung entstanden. Im Fegefeuer besteht die Qual darin, dass der Verstorbene zwar schon die vollkommene Gegenwart und Liebe Gottes spürt, sich aber aufgrund seiner Sünden dieser Liebe nicht würdig fühlt. Genau das macht den großen Schmerz aus. Der Mensch wird so von seinen letzten Sündenfolgen aus der zeitlichen Existenz durch seine Reue geläutert.

Totenklage beinhaltet eine intuitive Erzählung über die religiöse Fantasie des Fegefeuers. Keine Spur vom wunderbaren Licht sogenannter Nahtoderfahrungen. In Wahrheit nur völlige Desorientierung in vollkommener Dunkelheit. Totaler Verlust vertrauter Möglichkeiten, sich mitzuteilen.

Allein die Hoffnung lässt das Leiden des Getrenntseins aushalten. Du spürst Sehnsucht einer Wiedervereinigung, rundum ahnungslos, auf welche Art und Weise das geschehen können sollte. Du erlebst, wie Du vom Andenken des anderen abhängig bist und vertraust ängstlich darauf, dass diese seine Sehnsucht nicht nachlässt.

Tag des Zornes


3
Mai
2016

Transzendentale Kommunikation


Träger von Information transzendentaler Kommunikation sind ausschließlich Gefühle. Gefühle folgen der ‚Logik’ des limbischen Systems. Das limbische System braucht eine Empfindung, um empfangsbereit zu sein. Wer für einen anderen nichts empfindet, vermag von ihm auch keine Information zu empfangen.

Das limbische System ist in der Lage, vom Denken unabhängig Information rein emotional zu übertragen. Diese Unabhängigkeit hat ihren Preis. Sie verzichtet auf die Bilder der Fantasie. Emotionale Information ist bildehrlos. Sie ist auf Intuition angewiesen, um dekodiert werden zu können. Nachteil reiner Intuition ist deren Vieldeutigkeit, und zwar trotz Ergänzung der inneren Stimme.

Während des körperlichen Seins sind Empfindungen Träger der Information. Durch den Tod aber löst sich diese Verbindung auf und Emotionen vergeistigen sich. Gefühle teilen sich nunmehr allein emotionalisiert geistig mit.

Vergeistigte Emotionen aber werden zu reinen Vorstellungen. Ich stelle mir vor, dass mir etwas mitgeteilt wird, und ich glaube daran, dass dies eine wahre Mitteilung ist. Nach tradierter Logik klingt dies absurd. Aber so absurd ist das gar nicht, denn auch Selbstheilung vollzieht sich vergleichbar. Ich nehme unwissend ein Placebo ein, stelle mir vor, dass es bestimmt heilt, und tatsächlich tritt die geglaubte Heilung ein. Bei der Selbstheilung kann Placebo auch durch ein kräftiges Bild ersetzt werden. Viele Krebskranke haben z.B. ihren Krebs besiegt, weil sie gegen ihn Armeen vorgestellter Mikrosoldaten losgeschickt haben.


2
Mai
2016

Unsichtbares Licht


Es existiert sowohl sichtbares als auch unsichtbares Licht. Sinne erfassen sichtbares Licht, Geist erfasst unsichtbares Licht. Geistiges Wahrnehmen vollzieht sich als Erkennen. Geistiges Licht scheint durch Einsicht hervor.

"Und es ward Licht", heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Gleich am Anfang wird die Grundlage allen Unterscheidens geschaffen - das Licht der Erkenntnis: "Gott schied das Licht von der Finsternis".

Der Unterschied zwischen sinnlichem und geistigem Wahrnehmen stellt sich folglich als Unterschied zwischen Sehen und Denken. Aber für Platon gibt es eine Form des Denkens, durch die sich eine Art und Weise gestaltet, welche ein Sehen ermöglicht, das über den sinnlich vernehmbaren Bereich hinaus reicht.
Im Griechischen wird dieses Denken „idein“ oder „theorein“ genannt, dessen Momente „Ideen“ oder „Theorien“ sind.

Als Art und Weise inneren Sehens vermag das beschriebene Denken möglicherweise zwischen hüben und drüben zu kommunizieren. bislang erscheint mir das eher als Illusion oder Wunschdenken, denn obgleich ich mich mit Ulrike wortlos verständigen konnte, vernehme ich von den vereinbarten Zeichen keine, die sich als solche mit hoher Wahrscheinlichkeit ausweisen lassen. Eine Ausnahme bildet lediglich die stehen gebliebene neue Armbanduhr.

Das Ausbleiben erwarteter Zeichen ist Anlass, sich noch einmal sehr genau mit der Möglichkeit einer transzendentalen Kommunikation auseinanderzusetzen.


1
Mai
2016

Begegnung mit dem Licht


Die meisten Nahtoderfahrungen berichten von der Begegnung mit einem großartigen Licht. Dieses Licht erfährt nahezu religiöse Erklärungen als göttlich oder Gott. Vielleicht ein Hinweis auf die Voreingenommenheit solcher Erklärungen. Stellt sich die Frage, ob sich aus philosophischer Hinsicht vielleicht eine andere Deutungsmöglichkeit anbietet.

Der Philosoph Martin Heidegger beschreibt Erhellen bzw. Heller werden als Begleiterscheinung des wesentlichen Einsehens. im Lichte des Seins das Seiende als das Seiende das es ist erscheine. “Das Licht, welches das Sein auf das Seiende wirft, lässt dieses erst erscheinen, das heißt sein. Was zuvor dunkel war, wird nun sichtbar. Die Lichtung des Seins ist der Mensch, der jedoch nicht darüber verfügen kann, ob und wie im geschichtlichen Prozess das Licht des Seins in seine Lichtung fällt und dort das Seiende sein lässt. Er kann sich nur offen für das einfallende Licht halten. Dirk Mende bemerkt dazu "Dieser ganze Vorgang wäre wohl außerhalb der Metaphorik nicht sagbar“.

Man spricht von zwölf Momenten einer Nahtoderfahrung:

1. Außerkörperliche Erfahrung: Lösung des Bewusstseins vom Körper,
2. Schärfere Sinne,
3. Intensive und gewöhnlich positive Gefühle und Empfindungen,
4. Hinein- und Hindurchgehen durch einen Tunnel,
5. Begegnung mit einem strahlenden Licht,
6. Begegnung mit anderen Wesen, verstorbenen Verwandten oder Freunden,
7. Gefühl der Zeit- und Raumveränderung,
8. Lebensrückschau,
9. Eintriit in unirdische Welten,
10.Erlernen von besonderem Wissen,
11. auf Grenze treffen, Barriere,
12.Rückkehr in den eigenen Körper.

Erklärungsversuche:

1. Außerkörperliche Erfahrung: Lösung des Bewusstseins vom Körper: vollzieht sich als Auflösen der neuronalen Bindungen von Sinnesreizen,
2. Schärfere Sinne, Verselbständigen von Reizen,
3. Intensive und gewöhnlich positive Gefühle und Empfindungen, Intensivieren von Affektionen und Emotionen durch Ausfallen neuronaler Filter,
4. Hinein- und Hindurchgehen durch einen Tunnel, Verengen innerer Wahrnehmungen,
5. Begegnung mit einem strahlenden Licht, Intensivieren der Vergegenwärtigung.
6. Begegnung mit anderen Wesen, verstorbenen Verwandten oder Freunden, Vermischen von Erinnerungen mit Fantasieen
7. Gefühl der Zeit- und Raumveränderung, Spielen statt Ordnen neuronaler Vorgänge,
8. Lebensrückschau, Reflektieren von Erinnerungen.
9. Eintritt in unirdische Welten,spielendes Fantasieren (Zufallen neuronaler Bindungen)
10.Erlernen von besonderem Wissen, Neue neuronale Bindungen.
11. auf Grenze treffen, Barriere, Grenzen neuronalen Bindens,
12.Rückkehr in den eigenen Körper. Wiederaufnehmen gespeicherter neuronaler Bindungen.


30
Apr
2016

Was wird aus dem Bewusstsein, wenn der Körper stirbt?


Diese Fragestellung wird sogenannte Nahtoderfahrungen provoziert. Tausende Nahtoderfahrene berichten nämlich von Ereignissen, die sie erlebt haben, nachdem sie nachweislich klinisch tot waren. Daraus wird geschlossen, dass Bewusstsein unabhängig vom Körper zu existieren vermag. Weiterhin wird gefolgert, dass Nahtoderfahrungen sich im Jenseits abspielen.

Nahtoderfahrungen gelten deshalb als Belege für Leben im Jenseits. Demnach überlebt das Bewusstsein den Tod des Körpers, und es wird angenommen, dass wir in eine andere Realität übergehen, wenn wir sterben. Bewusstsein existiert nach dem Hirntod weiter.
So berichten Unfallopfer, deren Herz aufhörte zu schlagen, dass sie alle Rettungsmaßnahmen für sie verfolgen konnten.

Bilden Nahtoderfahrungen tatsächlich einen zureichenden Grund, ein Leben nach dem Tod anzunehmen? Umfasst Lebensenergie des vernunftbegabten Lebewesens eine geistige Dimension, die bislang wissenschaftlich arg vernachlässigt wurde? Gibt es jenen Himmel, welchen Religionen verkünden, doch?

Quantenphysik weist darauf hin, dass es kein letztes physikalisches Teilchen gibt, sondern, dass sich Energie wandelt. Materie als vorübergehende Form informierter Energie. Was aber hat überhaupt wer von einem unvergänglichen Bewusstsein? Was wären überhaupt die Vorteile eines Ewigen Lebens?

Ein vom Werden der Natur losgelöstes Bewusstsein wäre ohne Veränderung und folglich kein Bewusstwerden mehr, gleichsam eine eingefrorene Seele. So erscheinen alle Nahtoderfahrungs-Spekulationen mehr als unsinnig. Natur ist eben nun einmal ein unentwegtes Entstehen und Vergehen.

Aber genau diese Schlussfolgerung kritisiert die Sterbeforschung, die Nahtoderfahrungen untersucht. Diese betrachtet Bewusstsein als vom Werden der Natur völlig unabhängiges psychisches Sein. Bewusstsein als rein seelisch geistiges Bewusstwerden ist als solches kein Werden der Natur, sondern vielmehr unabhängig von der Natur. Diese Art der Interpretation ist weder von einer Religion noch von einer Kultur abhängig.


29
Apr
2016

Ins Nichts hinein


Woher stammen jene Ideen, welche zum Vorschein gelangen, indem sie bewusst werden? Was geschieht im Unbewussten so, dass sie entstehen?

Hohe Sensibilität, spielerische Begabung und schöpferische Intelligenz zwischen Sender und Empfänger vorausgesetzt ermöglicht jene transzendentale Intuition, welche Information zwischen hüben und drüben schafft.

Träger solcher Information sind ausschließlich Gefühle. Gefühl ist entweder ein innerer Vorgang einer bestimmten Zustand des Körpers bzw. Empfindung oder eine seelische Regung bzw. Emotion.

Während des körperlichen Seins sind Empfindungen Träger der Information. Durch den Tod aber löst sich diese Verbindung auf und Emotionen vergeistigen sich. Gefühle teilen sich nunmehr allein geistig mit.

Vergeistigte Emotionen aber werden zu reinen Vorstellungen. Also ich stelle mir vor, dass mir Ulrike etwas mitteilt, und ich glaube daran, dass dies die wahre Mitteilung von ihr ist. Nach tradierter Logik klingt dies absurd. Aber so absurd ist das gar nicht, denn auch Selbstheilung vollzieht sich vergleichbar. Ich nehme unwissend ein Placebo ein, stelle mir vor, dass es bestimmt heilt, und tatsächlich tritt die geglaubte Heilung ein. Bei der Selbstheilung kann Placebo auch durch ein kräftiges Bild ersetzt werden. Viele Krebskranke haben ihren Krebs besiegt, weil sie gegen ihn Armeen vorgestellter Mikrosoldaten losgeschickt haben.

Hüben entsteht Information von drüben unmittelbar in der Tiefe des Unbewussten als Kommunikationskanal oder Verbindungsstrecke zwischen hüben und drüben. Transzendentale Information lässt sich nicht vom Bewusstsein steuern.
Wer also unbedingt Information von drüben will, empfängt keine.

Auf welche Art und Weise sich Information von drüben in der Tiefe des Unbewussten bildet, lässt sich vom Bewusstsein her natürlich nicht ergründen.


28
Apr
2016

Selbstakzeptanz


Selbstakzeptanz setzt voraus, dass das Ich mit sich selbst im Gleichgewicht ist und nicht ständig draußen nach Anerkennung sucht. Selbstakzeptanz gründet auf einem geistigen oder seelischen existentiellen Leitmotiv. Solange dieses Motiv nicht in sich selbst entdeckt ist, vermag Liebe nicht zu keimen und zu wachsen.

Selbstliebe ist die Grundvoraussetzung für ein gelingendes Leben. Sich selbst Liebende fragen nicht dauernd danach, was andere über sie denken. Sie sind nicht anfällig für üble Nachreden oder negative Bewertungen anderer. Wer Geborgenheit im Außen sucht, wird zum Spielball von Äußerlichkeiten, und er vermag sich selbst nicht mehr zu fühlen.

Wer nicht in sich selbst ruht, wird ständig durch draußen beunruhigt. Ich sollte grundsätzlich nicht ichzentrisch (egozentrisch) reagieren und alles zu persönlich nehmen und wütend, zornig oder aggressiv werden, aber auch weniger gierig oder neidisch.

Wer in sich selbst gründet, strahlt Ruhe aus und lässt andere friedlich sein.


27
Apr
2016

dein Lächeln


Rahel hat mir folgendes schöne Gedicht von Ulrike zum Geburtstag geschickt. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Es ist das schönste Geschenk:


dein lächeln

regentropfen
ruhen sich aus
zärtliche worte
lege ich auf deine lippen
dein blick
streift mein gesicht
mein lächeln
in deiner hand
ruht es sich aus


urs


26
Apr
2016

Wer lieben will, braucht Selbstakzeptanz


Liebe zum Du setzt Liebe zum Selbst voraus. Apostel Paulus sagt über die Liebe:

1 Wenn ich in Menschen- und in Engelszungen redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich ein dröhnendes Erz und eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
3 Und wenn ich all meine Habe den Armen schenkte und meinen Leib hingäbe, dass ich verbrannt werde,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte mir’s nichts.

4 Die Liebe ist langmütig,
gütig ist die Liebe.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf,
5 sie ist nicht schamlos,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht reizen,
sie rechnet das Böse nicht auf.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sie freut sich mit an der Wahrheit.
7 Alles trägt sie,
alles glaubt sie,
alles hofft sie,
allem hält sie stand.

8 Die Liebe hört niemals auf.
Prophetie wird aufhören,
Sprache verstummen,
Erkenntnis vergehen.
9 Stückwerk ist ja unser Wissen,
Stückwerk unsre Prophetie.
10 Wenn aber die Vollendung kommt,
wird das Stückwerk abgetan.
11 Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde, legte ich das Kindliche ab.
12 Jetzt schauen wir noch wie durch einen Spiegel
in einem dunklen Wort,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich nur Teile,
dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt sein werde.

13 Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
Am größten aber ist die Liebe.


25
Apr
2016

Liebe als transzendentale Information


Als wechselseitiges ineinander Aufgehen in eine unmittelbare Selbst-Kommunikation vollzieht Liebe bereits das, was Sterben von Liebenden wesentlich bedeutet. Geschieht das, dann ist es entschieden leichter - so muss man annehmen, sich nach dem Tod zu verständigen.

Liebe ist die sensibelste Form, Kommunikation emotional zu gestalten. Wenn für vernunftbegabte Lebewesen eine nachexistentielle Form besteht, dann gestaltet sie sich rein seelisch und kann sich deshalb auch nur rein gefühlsmäßig mitteilen. Das setzt natürlich entsprechende Sensibilität der empfangenden Vernunft voraus.

Der Gefühle Sprache verstehen verlangt Begabung, sie zu lesen und Intelligenz, sie zu verstehen. Transzendentale Mitteilungen können sich allerdings durch die innere Stimme zusätzlich verlautbaren. Das vereinfacht natürlich die Verständigung.

Tradierte Logik ist natürlich angesichts dieser Möglichkeit fast hoffnungslos überfordert. Aus diesem Grund schrecken auch Philosophen bis auf wenige Ausnahmen wie Spinoza oder Kierkegaard davor zurück, emotionale Kompetenz zu denken.


24
Apr
2016

Schwarzer Humor von Gevatter Tod


Vor einem Jahr am 18. April 2015 starb Ulrike auf der Palliativstation Haus Luise des St. Vincent Marien-Krankenhauses in Stuttgart. Es war nicht meine erste Begegnung mit dem Tod.

Als Abiturient habe ich einige Monate ehrenamtlich in einem Ordenskrankenhaus in Düsseldorf gearbeitet. Dort bin ich auch den ersten Toten in meinem Leben begegnet, und ich war sehr überrascht, wie mit dem Tod umgegangen wurde. Er hat nichts Schreckliches. Wenn ein Patient dem Tod nahe war, wurde ihm ein Glas Sekt gereicht, weil die Schwestern meinten, dass dadurch das Sterben leichter fällt.

Den humorvollen Herrn Schmitz werde ich nie vergessen. Er ist während des Erzählens eines Witzes gestorben. Der alte Herr Reineke ist auf dem Flur Zigarre rauchend am Fenster stehend gestorben. Während dieser Erinnerungen fällt mir ein, dass ich während meiner Abiturzeit auch nachts am Bett des schwerkranken Heimleiters Herrn Blum im Krankenhaus in Neuss gewacht habe.

Erlebnisse in Düsseldorf sind durchaus insofern mit Stuttgart vergleichbar, als der Tod nichts Erschreckendes an sich hatte. Allerdings spürte ich auf der Stuttgarter Palliativstation sehr deutlich große Scheu von Ärzten, Schwestern und Krankenpflegern, den Tod überhaupt zu erwähnen. Das verführte Ulrike und mich zu wirklich erschreckender Ahnungslosigkeit. Das wiederum forderte den Tod dazu heraus, die ganze Kunst seines schwarzen Humors aufzuführen.

So teilt mir die betreuende Krankenschwester um 10 Uhr mit „Ihre Frau ist jetzt verstorben!“. Vollkommen erschrocken drückte ich Ulrikes Hand, und sie kam wieder zurück. Sie schenkte mir noch fünf Stunden Leben. Ich war mit ihr allein, als sie 15:05 Uhr starb.
Zum Todeszeitpunkt war ich völlig hilflos, weil ich nicht in der Lage war, zu erkennen, ob sie tot war oder noch lebte. Es dauerte lange, bis jemand kam. Und auch der Krankenpfleger und die Krankenschwester wollten sich nach dem Vorfall am Vormittag nicht festlegen, bis Ulrikes Hände kalt wurden. Ich werfe mir immer noch vor, dass ich panisch das Sterbezimmer und geschockt fluchtartig das Krankenhaus verließ. Verstehen kann ich das nicht und schäme mich.

Der Schock wurde ausgelöst, weil wir beide letztlich überhaupt nicht auf den Tod vorbereitet waren; er kam für uns unverständlicherweise einfach zu unversehens, der Tod

23
Apr
2016

Nahtoderfahrung


Was über Nahtoderfahrung gewusst wird, das wird aus der rein empirischen Wissenschaft „Sterbeforschung“ bezogen, also durch Befragungen, Auswertungen der Aussagen von Menschen, die angeben, Nahtoderfahrungen gemacht zu haben. Angeblich sind das gegenwärtig circa vier Millionen Menschen in Deutschland.

Auf der Grundlage deren Berichte existiert Bewusstsein unabhängig vom Körper. Der Tod nähert sich, sobald sich die Reserven an Lebensenergie nahezu verbrauchen. Nach Befunden der Sterbeforschung sind wir, gemessen an der Ewigkeit unserer geistigen Existenz nur für eine relativ kurze Zeitspanne auf der Erde.

Nach Auffassung hat jeder eine besondere Lebensaufgabe. Hat er diese erfüllt, kann er in die geistige Heimat zurückkehren. Auch in der Bibel wird behauptet „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Wir wissen weder wann noch wie wir sterben werden. Aufgrund eines erlittenen Herzinfarkts und Schlaganfalls hoffe ich selbst sehr auf einen plötzlichen Tod. Aber ich fürchte mich auch vor einem weiteren Schlaganfall und einem damit verbundenen Verlust der Selbstständigkeit.
"Lieber tot als unselbstständig!"

Die Australierin Bronze Ware arbeitete als Krankenschwester auf einer Palliativstation und schrieb „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ auf. Diese fünf Dinge sind:

- Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu zu leben, wie andere es von mir erwarteten.
- Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
- Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
- Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.
- Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Sterben ist deshalb schwierig, weil alle existentielle Anhaftenden losgelassen werden müssen. Wer schon vor dem Sterben loszulassen lernt, kann leichter sterben.
Nahtoderfahrene erzählen gern wiederholt von ihren Begegnungen mit göttlichem Licht und von Begrüssungen durch längst Verstorbene. Aber diese neuronale Spielereien stark gestörter Gehirne wecken lediglich falsche Hoffnungen. Gleichzeitig verweisen sie aber auch auf Möglichkeiten und Grenzen von Nahtoderfahrungen.

Sterbende lehren uns, was wichtig ist im Leben. Ihr Tod fordert uns auf, sich auf den Kern eigener Existenz zu konzentrieren.

Aufgrund von Nahtoderfahrungen kann sich der Verstorbene in Gedankenschnelle überall hinbewegen, da alles gleichzeitig zugänglich wird. Er nimmt alles wahr, das sich im Umfeld seines Sterbens ereignet. Er selbst ist unsichtbar und unhörbar für Anwesende, fühlt sich aber dennoch sehr lebendig. Sein Bewusstsein erfährt den Wechsel von Perspektiven und Aspekten des Verstehens und erkennt Raum- und Zeitlosigkeit, in der er sich vorübergehend seine Welt durch eigenes Denken erschafft.

Der Augenblick des Todes gilt als magischer Moment: Uhren bleiben exakt zum Todeszeitpunkt stehen, Bilder fallen ohne ersichtlichen Grund von der Wand, Erscheinungen ereignen sich oder die Gegenwart des Verstorbenen wird sehr stark empfunden.


22
Apr
2016

Grenzen der Intuition


Intuition werden durch das Gewissen Grenzen gesetzt. Gewissen, das ist die Vorgabe des Verhaltensspielraums durch Werte und Normen, Regeln und Gesetze, Vereinbarungen und Verträge, Gebote und Verbote (Kann - und Muss - Vorschriften).

Die Ausprägung des Gewissens wird durch Bildung und Erziehung maßgeblich bestimmt.
Gewissensbildung ergibt sich gleichsam aus Erziehung. Regelungen des Verhaltens durch das Gewissen können durch Triebe oder Bedürfnisse verfälscht bzw. gestört werden.

Als zureichender Grund psychischer Orientierung bleibt das Gewissen hoch wahrscheinlich auch ‚drüben‘ deren Bestandteil und Verständigungsgrund gleicher sensibler Schwingungen.


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Prof. Dr.phil. habil. Wolfgang Schmid

 

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