27
Jul
2017

Arten und Weisen zu denken

Als Bilderleben meint Denken das Wechselwirken zwischen Bilder-Leben der Fantasie und Bild-Erleben der Vernunft. Vernunft ist wiederum das Zusammenwirken von Antrieben. Bedürfnissen, Gefühlen und Verstand, durch den sich Begreifen organisiert.



Philosophie ist der Name für die Reflexion des Denkens auf das Denken = Selbstreflexion des Denkens.



Als Metaphysik denkt Philosophie die Bedingungen der Möglichkeiten zu denken.



Der Rückgang in die Ursprünge des Denkens gelingt der Metaphysik durch fortwährende Abstraktion, weg vom Seienden hin zum Sein des Seienden.



Metaphysisches Bilder-Leben schafft Seinsweisen, die als Wesen vom Seienden zum Vorschein gelangen.



Mathematisches Bilder-Leben schafft Formen, die als Modell berechenbaren Gestaltens zum Vorschein gelangen.



Künstlerisches Bilder-Leben dagegen schafft Formen, die Als Bild ins Werk gesetzter Wahrheit hervorscheinen.



Künstlerisches Denken vollzieht sich vor allem intuitiv, initiiert durch gefühlt empfundene Ideen schöpferischer Darstellungen.



Mathematischem, meataphysischem und künstlerischem Denken ist vor allem das Schaffen virtueller Modelle gemeinsam, also Vorgaben bzw. Vorlagen 'praktischen' Wahrnehmens, Betrachtens, Beobachten und Begreifen.



Das Problem dieser Art und Weisen zu denken liegt in der Brechung des Seins und das Splittern des Seienden in wesentlich unterschiedene Aspekte. Diese Splitterung verursacht das Aufsplitten des Bewusstwerdens in Wissen und Glauben.



Jedoch glauben wir längst mehr als wir denken.



Als Denken erzeugt Bilderleben den Anschein von Wirklichkeit. Das, was wir denkend wahrnehmen, erscheint uns unmittelbar zu betreffen. Uns wird selten bewusst, dass es sich hierbei lediglich um eigen für uns zurechtgemachte Erscheinungen handelt. Wir nehmen nichts so wahr, wie es unabhängig von uns ist, sondern allein so, wie es für uns zutreffend erscheint.



Quelle des Bilder-Lebens ist die Fantasie, die das Denken mit Vorstellungen und Bilder-Leben in Bild-Erleben überführt. Neben der Fantasie erzeugen Triebe und Bedürfnisse Gefühle, die sich tags in Wunschvorstellungen oder nachts Träume wandeln.

Aber das vernunftbegabte Lebewesen nutzt seinen Verstand nicht, um die emotionale Begabung der Vernunft hinreichend zu erkunden. Was Denken für den Verstand, das ist Glauben für die Vernunft. Was Begriff für den Verstand, das ist Emotion für die Vernunft. Was Laute für den Verstand, das sind Noten bzw. Töne für die Vernunft. Was Wissenschaft für den Verstand, das ist Kunst für die Vernunft. Der Verstand erkennt in Begriffen, die Vernunft in Emotionen. analog zu Begriffen sind Grundgefühle wie Traurigkeit, Glück, Angst bzw. Furcht, Ärger, Geringschätzung, Überraschung allgemein verständlich. Mimische Ausdrücke von Emotionen begleiten Verlautbarungen und interpretieren Äusserungen zusätzlich.



Widersprüche zwischen Verlautbarungen und Art und Weise, sich emotional auszudrücken, verwirren.

Wirklich problematisch wird es, wenn sich Verstand und Vernunft vermischen. Das geschieht beispielsweise dann, wenn Schutz- und Liebesbedürfnisse eine Macht erfinden, die über allem steht und demzufolge als göttlich empfunden wird

26
Jul
2017

Wir sind ohne Bildung

.. wir sind ohne Bildung, noch mehr,
wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur,
weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben.“

Es sind vor allem zwei Aussagen des Philosophen Friedrich Nietzsche, die das, was ich intuitiv empfinde, ausdrücken. Die erste Aussage beinhaltet seine Kritik an der Pädagogik, die uns jene Erziehung und Bildung aufdrängt, durch welche das unvoreinge-nommene Sehen verlernen.

"Man mache sich nur einmal mit der pädagogischen Literatur dieser Gegenwart vertraut; an dem ist nichts mehr zu verderben, der bei diesem Studium nicht über die allerhöchste Geistesarmut und über einen wahrhaft täppischen Zirkeltanz erschrickt. Hier muss unsere Philosophie nicht mit dem Erstaunen, sondern mit dem Erschrecken beginnen: wer es zu ihm nicht zu bringen vermag, ist gebeten, von den pädagogischen Dingen seine Hände zu lassen."

Die Begründung Nietzsches für diesen Missstand in der Pädagogik fällt scharf aus:

"Dass es aber trotzdem nirgends zur vollen Ehrlichkeit kommt, hat seine traurige Ursache in der päda-gogischen Geistesarmut unserer Zeit; es fehlt gera-de hier an wirklich erfinderischen Begabungen, es fehlen hier die wahrhaft praktischen Menschen, das heißt diejenigen, welche gute und neue Einfälle haben und welche wissen, dass die rechte Genialität und die rechte Praxis sich notwendig im gleichen Individuum begegnen müssen: während den nüchternen Praktikern es gerade an Einfällen und deshalb wieder an der rechten Praxis fehlt."

Die Folgen solcher Erziehung und Bildung: "wir sind ohne Bildung, noch mehr, wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur, weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben. Zerbröckelt und auseinander gefallen, im Ganzen in ein Inneres und Äußeres, halb mechanisch zerlegt, mit Begriffen wie mit Drachenzähnen übersät, Begriffs-Drachen erzeugend, dazu an der Krankheit der Worte leidend und ohne Vertrauen zu jeder eigenen Empfindung, die noch nicht mit Wor-ten abgestempelt ist : als eine solche unlebendige und doch unheimlich regsame Begriffs- und Wort-fabrik habe ich vielleicht noch das Recht zu sagen cogito ergo sum, nicht aber vivo, ergo cogito. Das leere "Sein", nicht das volle und grüne "Leben" ist mir gewährleistet, meine ursprüngliche Empfindung verbürgt mir nur, daß ich ein denkendes, nicht daß ich ein lebendiges Wesen, daß ich kein animal, sondern höchsten ein cogital bin. Schenkt mir erst Leben, dann will ich euch auch eine Kultur daraus schaffen!"

Als Grundvoraussetzung für richtiges und einfaches Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen gilt dem Philosophen Nietzsche die Überzeugung, ein wahrhaftiges Leben in sich zu haben. Seiner Ansicht nach stört das Fehlen einer solchen Überzeugung das Wahrnehmen ganz empfindlich.

Auf den Punkt gebracht bedeutet das: Wer ‚unvor-eingenommen' äußerlich (sinnlich) wahrnehmen will, muss von innen (geistig) nach draußen schauen. Wer sich nicht mit der Fantasie als Verfremdung des Wahrnehmens auseinandersetzt und aufklärt, vermag nicht zu erfassen, was in Wahrheit geschieht.

Der Rückgang in den Ursprung allen Erkennens gelingt der Vernunft, indem sie nach innen schaut. Diese Sichtweise lässt sich verhältnismäßig leicht als Bewusstwerden beschreiben.

Bewusstwerden lässt sich entweder durch Aufmerk-samkeit oder Konzentration ausrichten. Durch Auf-merksamkeit werden sinnliche (äußere) Wahrneh-mungen bewusst, durch Konzentration geistige (in-nere). Will man den Ursprung allen Erkennens schauen, dann geschieht das natürlich durch Kon-zentration. Wie weit man nach innen sehen kann, das hängt natürlich davon ab, wie stark man sich konzentriert.

Als Vergegenwärtigen von inneren Bildern oder Vorstellungen vollzieht sich Konzentrieren gleichsam noch ohne Aufwand. Man braucht dazu keine geistige Kraft. Sich etwas vorstellen, das geht so einfach wie sich erinnern. In der Regel muss sich niemand anstrengen, um sich zu erinnern.

Fragt man sich aber, was dem Vorstellen innerer Bilder vorausgeht, dann benötigt man geistige Kraft. Fragen kostet Kraft, und es hängt von der Art und Weise des Fragens ab, wie viel Kraft erforderlich wird. Die Frage „Wer oder was?“ kostet allerdings kaum Kraft, weil man sich lediglich erinnern muss, um diese Frage zu beantworten. Der Philosoph Sok-rates aber kam als Erster auf die Idee die Frage „Was ist das?“ radikal umzudeuten. „Was?“ verlangt bei Sokrates nicht, etwas wiederzukennen, sondern vielmehr das Wesen von Etwas zu bestimmen. Als Wesensfrage braucht „Was?“ entschieden mehr Kraft als eine bloße Bestimmungsfrage.

Sobald wir wahrnehmen, erfassen wir nicht mehr, was wesentlich ist. Stattdessen nehmen wir oberflächlich wahr. Wenn wir einen Baum wahrnehmen, endet das Erfassen gewöhnlich mit der Feststellung „Das ist!“, mit bloßem Identifizieren also.

24
Jul
2017

Textalgebra

Worte in einem Text dokumentieren neuronale Aktivitäten.

Durch Zuordnungen von Worten als Repräsentanten aktiver Neuronen, das sind identische Worte in zwei zusammenhängenden Sätzen, bleiben im Bewusstsein Vergegenwärtigungen des verspachlichten Zusammenhangs erhalten.

Zwischen einer mittelbaren (bedeutungsbedingt) und einer unmittelbaren (zeichenbedingt) Zuordnung wird nicht unterschieden.

Zwischen einer mittelbaren bzw. bedeutungsbedingten Zuordnung und einer unmittelbaren bzw. zeichenbedingten Zuordnung wird nicht unterschieden.

ACHTUNG: In der Vektoralgebra werden Vektoren numerisch, in der Textalgebra aber alphanumerisch berechnet.

Im Gegensatz zur Vektoralgebra kann die Berechnung von Vektoren in der Textalgebra nicht als bekannt vorausgesetzt werden. Deshalb wird sie hier nach und nach eingeführt.

Grundsätzlich bildet jeder Text sein eigenes ‚Koordinatensystem‘. Sätze bilden die Einheiten. Die Anzahl der Sätze zwischen Übereinstimmungen ergeben die ‚Richtung‘ (Ablenkung), und die Wörter zwischen Übereinstimmungen ergeben den Betrag eines Textvektors.

‚In der Textalgebra bedeutet „Richtung“ Tendenz. „Tendenz“ bedeutet hier Vergegenwärtigungsgrad. Dieser ist um so niedriger, je mehr Sätze zwischen Übereinstimmungen liegen. Ein sehr geringer Vergegenwärtigkeitsgrad besagt, dass dem Schreibenden eine Vorstellung ‚aus dem Blick‘ geraten ist.

Zwischen Satz 1 „A. kocht Gemüsesuppe.“ und Satz 2 „Sie braucht Suppengemüse.“ existiert kein Satz. Somit beträgt die Ablenkung der Vergegenwärtigung Ψ = 2. Grund für diesen Wert: Die Anzahl der Wörter zwischen den Übereinstimmungen „Gemüsesuppe“ (A) und „Suppengemüse“ (B) beträgt 2 Wörter. Der entsprechende Textvektor beträgt: |AB| = 2.

Was sagen solche Werte aus? Das Verhältnis zwischen Betrag und Ablenkung verweist auf die aufgewandte geistige Energie. 2/0 (Betrag |AB| =2 / Zwischensätze 0) besagt dementsprechend, dass die geistige Aufwendung minimal ist.

Wie steht es mit der gedanklichen Leistung? Zwischen den o.a. 2 Sätzen existieren 2 unechte Zuordnungen, nämlich „Suppe“ und „Gemüse“.


Es werden Substantive, Adjektive, Verben, Adverbien und Pronomen berücksichtigt. Wörter einer Wortzusammensetzung werden einzeln berücksichtigt.
Im Gegensatz zum Englischen werden im Deutschen Wortzusammensetzungen als einfache Wörter betrachtet. Die Deutsche Textalgebra behandelt sogenannte unechte Zuordnungen, das sind Zuordnungen, die auf das selbe Wort verweisen, als eine, also wie eine echte Zuordnung.
Dies erfolgt unter der Annahme, dass dies analog zu den neuronalen Vorgängen geschieht.

Niemand vergegenwärtigt zuerst „Kopf“ und dann „Salat“, wenn er „Kopfsalat“ hört. Im Englischen heißt „Kopfsalat“ ohnehin „lettuce“.

bestimmte Worte für bestimmte Gedanken zu finden. Es organisiert diese Wort-zu-Gedanken-Ordnungen zugleich so, dass eine bestimmte Zuordnungsstruktur entsteht. Durch die Art und Weise dieser Struktur erzeugt es zugleich für das empfangende Gehirn eine Art Schlüssel, wie der Text neuronal zu verstehen ist. Eine relativ 'ordentliche' Struktur besagt zum Beispiel, dass der Autor gewohnt ist, klar zu denken und dass die Bearbeitung des Textes keine größeren Verständnisschwierigkeiten erwarten lässt. Es entsteht demnach durch den Text selbst eine Art Voreingenommenheit dem Text gegenüber. Bevor die Bearbeitung des Textes beginnt, wird die Frage beantwortet, wie sehr sich das überhaupt lohnt. Stellt sich die Frage, warum ein Gehirn im Fall eines ungünstigen Textes dem anderen von der Bearbeitung dieses Textes abrät. Die Antwort ist einfach. Ungleich und gleich gesellt sich nicht gern.

Was lässt sich nun aus einer Textstruktur bzw. Beziehungsgefüge erkennen?

Das lässt sich mit Hilfe der einzelnen Beziehungen, die vektoriell ausgelegt werden, beantworten. Die Beschäftigung damit wird Textalgebra genannt. In der Textalgebra existieren Satz-Satz-Zuordnungen und Text-Text-Zuordnungen. Ein Vektor wird bestimmt durch Betrag und Richtung. Der Betrag eines Vektors ergibt sich aus der Anzahl der Wörter oder aus der Anzahl der Sätze, die er durchläuft. Das Symbol „>>“ symbolisiert einen vorwärts gerichteten Vektor. Die Richtung eines Vektors ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Anfangs- und Endpunkt. Um das zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass insgesamt 8 Richtungen möglich sind. Die am leichtesten zu erkennende Richtung ist die Horizontale, das ist die Zuordnung von zwei identischen Wörtern; sie stimmen alphanumerisch überein wie „Haus >> Haus“. Bei „Haus >> Haus“ ist kein gedanklicher Aufwand erforderlich. Das Denken steht gleichsam einen Augenblick still und verweilt bei dem durch dieses Wort angezeigten Gedanken. Die nächste Ordnung ist die Einordnung, eine Richtung, die einen leichten Anstieg verzeichnet, also durchaus etwas gedankliche Leistung erfordert. „Haus >> Gebäude“ ist eine sogenannte Wort-Einordnung. Das Wort „Haus“ wird in der Menge von Wörtern mit dem Sammelnamen „Gebäude“ eingeordnet. Vergleicht man folgende Satz-Paare, dann ergibt sich schon eine sensible Differenz:

Satzpaar 1: Er verlässt das Haus früh morgens und betritt etwa um 12 Uhr das Haus in der Lindenstraße.

Satzpaar 2: Er verlässt das Haus früh morgens und betritt etwa um 12 Uhr das Gebäude in der Lindenstraße.

Das 2. Satzpaar kündet im Gegensatz zum 1. eher vom Gang zu einem Haus, in dem irgendeine Verwaltung ihren Sitz hat. Die Beschäftigung damit erfordert den gedanklichen Mehraufwand. Eine weitere Wort-Ordnung ist die Wort-Unterordnung, welche die Differenzierung eines Gedankens anzeigt. „Haus >> Haustüre“: „Er näherte sich dem Haus. Die Haustür steht offen.“ Hier wird der gedankliche Blick auf einen Teil des Hauses gelenkt, der das Ganze etwas ungewöhnlich erscheinen lässt. Man kann diesen Vorgang Subsumtion bzw. Superierung nennen oder auch Deduktion bzw. Induktion. Die Umkehrung der Wort-Unterordnung ist die Wort-Überordnung, obgleich sich der eine Vorgang nie durchführen lässt, ohne den anderen mitzudenken. Die Trennung ist also eher künstlich als natürlich. Erkennen Sie den Unterschied zwischen „Haus >> Haustüre“ und „Haustüre >> Haus“?

„Die Haustüre stand offen. Das stellte er sofort fest, als er sich dem Haus näherte.“ Hier ruht der Blick zunächst auf dem Detail, das als solches nur erkannt wird, weil es als Teil des Ganzen gesehen wird. Eine weitere Ordnung ist die Vorordnung wie z.B. „Frühling >> Sommer“, die als solche nur erkannt wird, wenn die dazugehörige Zeitenfolge bekannt ist. Analog verhält es sich bei der Nachordnung wie „Frühling >> Sommer“. Eine weitere Ordnung ist die Anordnung wie „Schritt <> Methode oder Weg“. Auch diese muss als solche bekannt sein. Eine schließlich noch zu nennende Ordnung ist die Beiordnung wie zum Beispiel „Bekannter <> Freund“, das ist ein Wort, das durch ein weiteres erklärt wird, selbstverständlich auch etwas, das bereits vertraut bzw. schon gespeichert sein muss.

Summa: Ordnungen und ihre kognitiven Funktionen:

Zuordnung <> Identifikation
Einordnung <> Interpretation
Überordnung <> Induktion
Unterordnung <> Deduktion
Anordnung <> Definition
Beiordnung <> Explikation

Demnach wird in einem Text mitgeteilt, ob darin z.B. vor allem Begriffe bestimmt oder erklärt werden.

Aus diesen 8 Funktionen lässt sich auch erschließen, welche Vorgänge die Organisation des Bewusstseins maßgeblich bestimmen. Damit Zuordnen zustande kommen kann, muss vorweg etwas erfasst werden, das identifiziert werden kann. In einem Text wird jedoch nur das berücksichtigt, was durch Substantive, Adjektive, Verben oder Adverbien zum Ausdruck gebracht wird.

Naturalgebra ist die Lehre von gleich und gleich

Wachstum entwickelt sich durch die vier Grundkräfte des Bindens und Lösens und des Hinzufügens und Wegnehmens. Etwas entwickelt sich, indem Ganzes in Gleiches geteilt und hinzugefügt und gleichzeitig den Verhältnissen entsprechend modifiziert wird.

Hinzufügen, Wegnehmen, Binden und Lösen vollziehen sich ineins gleichzeitig.

Gestalten bedeutet Umformen. Sein als Gegenwart des Werdens löst sich aus Vergangenheit und Zukunft, um diese verändert aneinander zu binden und miteinander zu verbinden. Das Wort reißt sich mit seinem Bild vom Werden los, um einen wieder hervorholbaren Augenblick für sich zu behalten. Die Vergegenwärtigung des Wortes erinnert an das festgehaltene Bild.

Der Glaube an die Gleichheit von erinnertem Bild und festgehaltenem Original schafft eine eigene Erlebniswelt. Die durch diese Welt verzögerte Zeit erlaubt deren Modellierung, Mathematisierung und technische Simulation bzw. Reproduktion. Die Technische Entwicklung führt zur fortwährenden Angleichung von Original und medialem Abbild. Das Konvertieren von der primären in die sekundäre technisch verifizierte Welt wird denkbar. Der Traum von einem Fortleben nach dem Tod erfüllt sich durch die Hoffnung auf Simulation.

Alle Handlungen werden algebraisch geregelt. Wenn nun aber letztlich die Natur hinter solchen Regelungen steckt, dann müsste es auch möglich sein, mit den Mitteln der Algebra das Verhalten der Natur selbst zu entdecken. Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzige mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache. Sprache ist das anschauliche Universum der Gedanken. In ihren Texten dokumentieren sie ihr Bilderleben und stellen sich dadurch bereitwillig wissenschaftlichen Untersuchungen.


Auf den Text übertragen bedeutet die Lehre vom Gleichen zunächst:

Etwas entwickelt sich, wenn Vergleichbares aufeinander folgt. Nicht vergleichbare Sätze entwickeln keinen Text.

Textalgebra ist die in Texten gespiegelte Algebra der Natur. Die Textalgebra ist die neuronal vermittelte Spiegelung der Algebra der Natur in Texten. Die Überführung der Algebra der Natur in die Algebra des Textes geschieht durch neuronale Prozesse des Gehirns. Anders formuliert: Das Gehirn protokolliert seine neuronalen Prozesse in den Texten, die es erzeugt. Texte sind also neuronale Protokolle des Gehirns.



Zwei Sätze sind gleich, wenn sie hinreichend viele Übereinstimmungen aufweisen:

Substantive ~ gleiche Sache

Verben ~ gleiche Bewegung

Adjektiv ~ gleiche Eigenschaft

Adverb ~ gleiche Art und Weise

Subjekt ~ gleicher Auslöser

23
Jul
2017

Kybernetik

Dem philosophische Anspruch des Aristoteles auf Allgemeingültigkeit wurde in der Geschichte der Wissenschaft letztlich nie entsprochen. Der Anspruch auf kategorial vollständige Erfassung eines Phänomens scheint das Fassungsvermögen menschlicher Vernunft zu übersteigen. Aristoteles selbst entzieht sich dem, indem er der Idee seines Lehrers Platon folgt und der Vergänglichkeit des Werdens die Unvergänglichkeit des Seins gegenüberstellt und im Gegensatz zur Physik als den Bereich des sinnlich Vernehmbaren (ta physika) die Metaphysik als den Bereich des allein Denkbaren (meta ta physika) definiert. Mit der Grundlegung der Philosophie als Metaphysik wird es möglich, alle jene Kategorien "auszuklammern", welche allein sinnlich Vernehmbarem genügen und sich somit vernünftigerweise nicht mehr erfassen lassen. Es gelingt, eine Philosophie zu schaffen, die, ohne Rücksicht auf die Sinne nehmen zu müssen, zu Erkenntnissen zu gelangen vermag. Schließlich beweist die Existenz der Mathematik, dass das funktioniert, natürlich erst dann und nur dann, wenn ein verbindliches System existiert, welches die Art und Weise des Vorgehens klar ordnet und eindeutig regelt (Logik). Während es aber der Mathematik gelingt, durch Strategien des Messens Verbindungen zum Bereich des sinnlich Vernehmbaren herzustellen, verbleibt die Metaphysik dem allein Denkbaren verpflichtet. Der Rückgang von den meta ta physika in die ta physika gelingt nicht und im Gegensatz zur Mathematik lässt sich Philosophie nicht mehr zahlenmäßig konkretisieren und damit nicht mehr sinnlich vernehmbar veranschaulichen.

Mit seinen Kritiken der Vernunft versucht Immanuel Kant das Defizit der Isolation der Vernunft zu beseitigen. Das gelingt ihm durch die Konstitution der reinen Vernunft und der reinen Begriffe a priori. Dem transcendentalen Denken gelingt es, der Philosophie analog zur Mathematik ein stabiles verbindliches System von Begriffen a priori zu verschaffen. Mit Hilfe der Begriffe a posteriori gelingt der Philosophie eine Hinwendung bzw. Rückkehr zum sinnlich Vernehmbaren.



Von der Welt der Wissenschaft nahezu unbemerkt wird diese Kehre durch das kybernetische Denken Helmar Franks und durch das informationstheoretische Denken Klaus Weltners vollendet. Die Verbindung von Sein und Werden wird vor allem durch zwei überführende Begriffe geleistet, und zwar durch den methodischen Begriff der Kybernetik und durch den phänomenologischen Begriff der Information.



Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, Kybernetik als eine Wissenschaft zu betrachten. Zutreffend ist, dass es sich bei der Kybernetik vor allem um eine wissenschaftliche Methode des Algorithmierens, Kalkülisierens bzw. Mathematisierens (= berechenbar machen) eines Algorithmus und Simulierens (programmtechnisch umgesetztes Nachahmen eines natürlichen Prozesses) handelt.



Helmar Frank hat als erster Wissenschaftler in Deutschland versucht, die Kybernetik für die Pädagogik nutzbar zu machen. Die Begründung lag für ihn auf der Hand.


Die Pädagogik hat keine eigene Wissenschaftssprache. Um ihre Inhalte beschreiben zu können, bedient sie sich der Symbolsprachen jener Wissenschaften, welche ihr für ihre Zwecke geeignet erscheinen. Auf diese Weise entsteht eine Mischform von Wissenschaften, eine in den Geisteswissenschaften durchaus bekannte Erscheinung. Wer solcher Entfremdung entgehen möchte, versucht sich in der Regel in einer pseudobegrifflich angereicherten, überhöhten Alltagssprache.



Um nun pädagogische Vorgänge weder wissenschaftlich verfremden noch pseudobegrifflich überhöhen zu müssen, machte Helmar Frank den Vorschlag, die Pädagogik mit einer Methode zu verknüpfen, die einerseits die unerwünschte Nebenwirkung der Entfremdung, andererseits die unerwünschte Nebenwirkung der Überhöhung beseitigt. Seine Idee umschrieb Helmar Frank mit dem Begriff „Kybernetische Pädagogik“.



In der Einleitung zu seinem Buch „Kybernetische Grundlagen der Pädagogik“ spricht Helmar Frank über den „Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Pädagogik“: „Die sogenannte ‘Erziehungswissenschaft’ erfährt von zwei Seiten eine mehr oder minder offene Geringschätzung: von seiten vieler Erzieher und von seiten vieler Wissenschaftler. Letztere bestreiten in der Regel nur den wissenschaftlichen Rang der gegenwärtigen Pädagogik, die ersteren oft sogar die Möglichkeit einer Erziehungswissenschaft überhaupt. Bisher hatte sich fast jeder Lehrer zu Anfang seiner Berufspraxis mit dieser Geringschätzung irgendwie abzufinden. Bei manchen nahm sie die Form einer schlagartigen Enttäuschung an. Bei anderen bestand sie in allmählich aufkeimenden Zweifeln über den praktischen Nutzen angelernter pädagogischer Theorien. Wieder andere hatten ihre pädagogische Praxis begonnen, ohne eine Hilfe von einer wie auch immer gearteten pädagogischen Theorie zu erwarten und erkannten plötzlich die Bedauerlichkeit des Fehlens dieser Hilfe.“ (Frank 1971, 15)



Frank verbindet mit der Grundlegung der Pädagogik als kybernetischer Pädagogik die Hoffnung, dass „mit dem Aufstieg der Kybernetik“ „die Wissenschaftlichkeit der Pädagogik künftig auch von jenen Wissenschaftlern anerkannt wird, die am seltensten genötigt sind, ihr eigenes Fach gegen den Verdacht der Unwissenschaftlichkeit zu verteidigen, nämlich von den Mathematikern, den Natur- und den Ingenieurwissenschaftlern“. (ebd. S. 16)


Diese erstmals geäußerten Überlegungen münden dann letztlich in die Forderung, pädagogische Prozesse letztlich erst dann und nur dann als wissenschaftlich akzeptabel zu betrachten, wenn sie die Phasen der empirischen Untersuchung, der Modellierung und Mathematisierung durchlaufen haben. „Die kybernetische Pädagogik kann definiert werden als die Gesamtheit der Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse, die sowohl in den Bereich der Pädagogik als auch in den Bereich der Kybernetik fallen.“ (ebd. S.27)


Es muss „einen Teilbereich der Pädagogik geben, der die drei Kriterien der Kybernetik (…) erfüllt: es muß in ihm ein (1) informationeller Gegenstand mit einer (2) kalkülisierenden Methode erforscht werden, und dies (3) mit dem Ziel einer Objektivation“ (ebd.).


In Anlehnung an Paul Heimann (1962) formuliert Frank die sogenannten „sechs Dimensionen des pädagogischen Raumes“: „Lehralgorithmus (Wie)“, „Lehrstoff (Was)“, „Medium (Wodurch)“, „Psychostruktur (Wem)“, „Soziostruktur (Wobei)“, „Lehrziel (Wozu)“ und „Lehralgorithmus (Wie)“. „Jedes Unterrichtsgeschehen ist also festgelegt, sobald über“ diese „sechs Variablen verfügt ist, die wir ‚pädagogische Variablen‘ oder auch ‘Dimensionen des pädagogischen Raumes’ nennen“ (ebd. S. 28/29)



Verzichtet wird folglich auf die übrigen Kategorien wie die des Grundes (Warum: Erziehungs- bzw. Bildungsziel), der Lernursache (Wer: Auslöser wie Lehrer bzw. Lehralgorithmierer), des Lernraumes (Wo: Schulart, Schultyp, Lerngruppe), der Lernzeit (Wann: Zeit: Tagesform, Kondition), des Umfanges an Lehrstoff (Wieviel: Lehr- und Lernressourcen), und des Sinns (Wofür: Art der Qualifikation).



Man kann diese Aussparung entweder (gegen Aristoteles bzw. Kant) damit begründen, dass diese Kategorien in den übrigen aufgehen oder erklären, dass sie dem wissenschaftlichen Zugriff entgegenstehen. Wie dem auch sei, jedes Phänomen, so auch das pädagogische, muss entweder unter allen Hinsichten wahrgenommen werden oder man muss durch Beobachtungen feststellen, dass es eben nicht ganzheitlich zu untersuchen ist und zwecks wissenschaftlicher Bestimmung schrittweise zu reduzieren ist und damit nur eingeschränkt erfasst werden kann.



Ganz praktisch lässt sich erklären, dass jeder Versuch einer ganzheitlichen Bestimmung von Phänomenen in die Aporie dessen führt, was der Volksmund nennt „Vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen.“ Es gibt also gleich zwei gute Gründe für die „Franksche Sparsamkeit“.



Auch die Frage, ob denn unter den zwölf Kategorien eigentlich die sechs „richtigen“ gezogen worden sind, ist ziemlich uninteressant, da bei einem Sparmodell nur das zählt, was sich auch rechnerisch nachweisen lässt. Nun hat aber der ‚Absatz’ dieses Sparmodells nach einem enormen Anfangserfolg rasant nachgelassen. Heute, Jahrzehnte später, scheint sich kaum noch jemand dafür zu interessieren.



Warum ist der von Frank wissenschaftlich begründeten Pädagogik der durchschlagende Erfolg verwehrt geblieben? Das Problem ist wahrscheinlich aus einem Missverständnis heraus entstanden. Während es Frank wesntlich darum geht, die Relevanz der Kybernetik für wissenschaftlich defizitäres Denken exemplarisch an der Pädagogik aufzuzeigen, wird dieses Anliegen seitens der Pädagogik gründlich missverstanden als unzumutbare Einmischung. Der Schulpädagoge Werner S. Nicklis sieht in der Übertragung kybernetischer Methoden auf pädagogische Vorgänge eine unzulässige Verallgemeinerung. So werden beispielsweise unterrichtliche Prozesse lediglich als Organisationsform untersucht, wenn sie als Regelung betrachtet werden. Wesentliche Inhalte aber werden außer Acht gelassen, wenn es lediglich um informationstheoretisch definierte Transformation qualitativer Abläufe mit Hilfe algebraischer Symbolik geht. Werner S. Nicklis unterscheidet drei Stufen der Entwicklung der kybernetischen Lernforschung, welcher seiner Auffassung nach die Grundlage des kybernetisch orientierten pädagogischen Ansätze liefern.



Vier Jahre nach Einführung des Begriffs verständigt sich Norbert Wiener 1947 mit anderen Wissenschaftlern auf "cybernetics" als Begriff für Probleme der Regelung in technischen Systemen und lebenden Organismen. 1948 erscheint das Buch "Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine". Norbert Wiener unternimmt also den Versuch einer kybernetischen Vereinheitlichung wissenschaftlicher Problemstellungen, und zwar unter dem Aspekt der Begründung einer Theorie der Kommunikation und Regelung bzw. Steuerung. Werner S. Nicklis betrachtet dies als Ursprungsstufe in der Entwicklung der kybernetischen Lernforschung. In der daran anschließenden Stufe, die er "Entfaltungsstufe" des Ansatzes Norbert Wieners bezeichnet, geht es in den Jahren 1950-1960 um Umsetzung bzw. Anwendung kybernetischer Modelle beispielsweise in der Biologie, Neurologie oder Logistik. In der dritten Stufe, die Nicklis als “gegenwärtige Entfaltungsstufe” bezeichnet, geht es um die Anwendung des kybernetischen Ansatzes in der Pädagogik, speziell um die Rolle der Normen, Lernen, Gedächtnis, Adaption, besondere Lernformen, wobei die methodisch-didaktische Optimierung im Vordergrund steht und inhaltliche Auseinandersetzungen ausgespart bleiben. (vgl. Nicklis 1967, S.61). Nicklis betont die Versuche Helmar Franks und Felix v. Cubes, eine kybernetische Pädagogik zu installieren und den Unterrichtsprozeß durch Verwissenschaftlichung zu revolutionieren. Franks Idee, die Pädagogik als Teilgebiet der Kybernetik aufzufassen, führt zur Trennung von Foderungen und Fakten, um für pädagogische Situationen Soll- und Ist-Werte ermitteln zu können. Zudem werden psychologische Vorgänge informationstheoretisch erklärt und beschrieben. Kybernetik begnügt sich nicht als komplementäre Betrachtungsweise zur Pädagogik, sondern beansprucht - so Nicklis, die Frage der Wissenschaftlichkeit der Pädagogik schlechthin zu lösen.

Im Grunde lässt sich diese Kritik vereinfachen und als kategorialen Konflikt zwischen den beiden maßgeblich bestimmenden Kategorien “Wie” und “Was” betrachten. Während es der Kybernetik wesentlich um das “Wissen wie” geht, ringt die Pädagogik um das “Wissen was”. Kybernetische Methodik und schulpädagogische Didaktik oder normative Pädagogik finden ganz offensichtlich nicht zusammen. “Die Wissenschaft beschreibt und erlärt die Welt, sie fühlt sich als Wissenschaft nicht berufen (!), die Welt zu verändern.” “Die normative Pädagogik, die das “Wissen was” erforscht und ideologische Fragen zu erörtern hat, kann daher den Rang einer Wissenschaft nicht beanspruchen.” (Frank 1962, S.5) Im Sinne einer Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften lässt sich diese Kluft - so Frank - allein durch die Kybernetik schließen. “Sie stellt ... einerseits die Forderungen voran, die ihr eine normative Ideologie liefert, und versucht, auf der anderen Seite auf die informationspsychologischen und gegebenenfall biologischen und gruppenpsychologischen Befunde gestützt, ein Erziehungsprogramm zu entwickeln.” (Frank 1962, S.13)

Historisch betrachtet ist das Franksche Bemühen, natürliche Vorgänge rein logisch zu erfassen, ein Wiederholen des Gleichen zu Beginn der Abendländischen Kultur. Bereits die Vorsokratiker entwickeln Methoden, um zu erfassen zu lernen, wie sich solche Vorgänge organisieren. Sie nennen diese Technik des Lernens und Gewinnens von Erkenntnissen “mathematike techne”. Aus dieser griechischen Bezeichnung ging dann der Name “Mathematik” hervor. Aber im Gegensatz zur Kybernetik schließt Mathematik alles aus, was sich nicht mittels axiomatisch abgeleiteten Gesetzen erfassen lässt. Im Grunde betrachtet Helmar Frank Pädagogik letztendlich gar nicht als etwas, das verwissenschaftlicht werden soll. Vielmehr wird (normative) Pädagogik zu einem ‘Organismus’, dessen Organisationsform kybernetisch transparent werden soll.


Diese Idee wird aber missverstanden als ein erklärendes Überleiten von einem beschreibenden Stadium der Phänomene des pädagogischen Prozesses mit Mitteln der Informationstheorie. Als Aussage über die Wahrscheinlichkeit bzw. Unwahrscheinlichkeit einer bestimmten Situation ist der Begriff der Information unabhängig von gewissen situativen Details. Dass die Unwahrscheinlichkeit, unfallfrei Auto zu fahren, mit zunehmendem Alter sinkt, hängt zum Beispiel nicht wesentlich davon ab, ob Mann oder Frau ein Auto lenkt und erst recht nicht von deren Glaubenszugehörigkeit. Aber in den wenigsten Fällen stellt sich ein Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung so einfach dar. Wenn in einem pädagogischen Prozess das Verhältnis von Didaktik, Methodik und Lernerfolg bestimmt werden soll, dann müssen wesentlich mehr ursächliche Konstituenten berücksichtigt werden, nämlich:



1. Persönlichkeit des Lehrenden,
2. unterrichtliche Eigenschaften,
3. Lehrstrategie,
4. Lehrstoff,
5. Lehrziel,
6. Lehrmaterial,
7. Lernmotivation,
8. Lernfähigkeit,
9. Lernaufwand,
10.Lernbedingungen,
11.Lernort,
12.Lehr- und Lernzeit.



Es liegt auf der Hand, dass diese unterrichtlichen Konstituenten noch ganz erheblich differenziert werden müssen, bevor die Bedingungen der Möglichkeit einer relevanten informationstheoretischen Aussage genauer bestimmt werden können. In “Informationstheorie und Erziehungswissenschaft“ hat Klaus Weltner vor allem für den Sprachunterricht aufgezeigt, in welcher Richtung kybernetisch gedacht werden sollte.



Wird die Wahrscheinlichkeit, ein Lehr- bzw. Lernziel zu erreichen, als Information zum Ausdruck gebracht, dann muss der unterrichtliche Komplex so in kongruente Funktionen aufgelöst werden, dass die unterrichtlichen Konstituenten als parallele oder gleichzeitige Ereignisse erscheinen. Diese Überlegung erscheint paradox, denn es müssten ja dann alle 12 Konstituenten als gleichwertige Ereignisse in Bezug auf das, was erreicht werden soll, aufgefasst werden. Bis heute ist es der Pädagogik nicht gelungen, klare Aussagen über die wechselseitigen Abhängigkeiten didaktisch-methodischer Konstituenten zu formulieren. So ist die Idee Klaus Weltners naheliegend, den gesamten Komplex so zu reduzieren, dass er vereinfacht dort untersucht wird, wo er sich gleichsam selbst zum Vorschein bringt. Die gesamte Vielfalt unterrichtlicher Prozesse dokumentiert sich ja sprachlich in Texten als Gesamtheit der Informationsflüsse in neuronalen Netzen. Wird ein Text als Dokument neuronaler Pozesse aufgefasst, dann erscheint er als jener Tatort, an welchem sich didaktisch-methodische Vorgänge bündeln. Was liegt also näher, als Texte informationstheoretisch zu untersuchen.

18
Jul
2017

Lo s l a s s e n - gedankenfrei

Für Buddha ist die Kunst des Loslassens der Schlüssel zum Erfolg. Gemeint ist das Loslassen von allem, das uns zumeist negativ beeinflusst. Das spiegelt sich vor allem in Gedanken wider, die uns zu dem zu verführen beabsichtigen, das wir nun gerade nicht wollen.

Das sind schöne Erinnerungen, die uns zuflüster, dass es viel Bessereres gibt das das, was wir gerade tun.
Das sind körperliche Bedürfnisse, die unbedingt sofort befriedigt werden sollen.
Das sind Erledigungen, die noch auf uns warten.
Das sind Wünsche und Sehnsüchte, die uns tagträumend abzulenken versuchen.
Das sind Gefühle der Unlust, die uns weiszumachen versuchen, dass wir im Augenblick wirklich nicht das Richtig tun.
Und wenn das alles nichts nützt, dann fallen uns Nachrichten ein, die wir noch gar nicht gelesen haben.

Das sind einige Symptome der Ablenkungsinitiativen, die uns letztlich darauf hinweisen, dass wir uns aelbst nur unzureichend genügen. Irgendwie sind wir noch unterwegs zu uns Selbst und eben noch nicht dort angekommen, wohin wir eigentlich wollen.

17
Jul
2017

"Gut Ding braucht Weile!"

Ideen werden zwar schnell, leicht geboren, aber wie alles in der Natur brauchen sie Zeit, um ertragreich wachsen zu können.

16
Jul
2017

erklären

Einfach erklären können, bezeugt, dass man etwas wirklich verstanden hat

15
Jul
2017

NEURONALE FAKE NEWS

Neurone Fake News des Gehirns sind Vorspiegelung falscher Tatsachen im Bewusstsein. Es wird etwas als seiend wahrgenommen, das nicht ist. Oft wird dieses durch Wörter repräsentiert, die entweder inhaltslos sind oder die wir nicht verstehen, z. B. Fremdwörter.

Worthülsen, also neuronal nicht adressierbare Verbindungen werden vor allem in Schule und Hochschule erworben.Worthülsen dürfen nicht mit Fachbegriffen verwechselt werden, die selbstverständlich Laien verschlossen bleiben.

14
Jul
2017

Neuronale Mathematik

Axiome neuronaler Mathematik sind intuitive Widerspiegelungen des Unbewussten.
DieseWiderspiegelungen gelangen tradiert denkend zum Vorschein.

13
Jul
2017

13

In ihrer Kindheit angekommen, sieht sich Ordi ihre Spiele an, die sie besonders gern gespielt hat. Sie stellt fest, dass sie gern in andere Rollen geschlüpft ist, Rollen, in denen sie ihre graue Wirklichkeit besser zu meistern vermochte.



Sie erkennt, dass ihr vor allem ihre schöpferische Fantasie sehr geholfen hat und sie verspürt Dankbarkeit für dieses großartige Geschenk.



Ordis Erinnerungen werden plötzlich durch eine Lichterscheinung unterbrochen. Sie kann nichts entdecken, dass eine Gestalt anzudeuten vermöchte. Dennoch fragt sie dieses wunderschöne Licht.



"Wer bist du?"



"Ich bin die Ausstrahlung innerer Energie! Du kannst mich einfach 'Enérgeia' nennen!"



"Und weshalb begegnen wir uns?"



"Siehst Du denn nicht wie schwach ich geworden bin? ... Ordi, Du hast mich arg vernachlässigt!"



Ordi ist sehr verwundert, da sie mit Enérgeias Kritik nichts anzufangen weiß.



"Enérgeia, ich kenne Dich doch gar nicht. Wie also hätte ich Dich vernachlässigen sollen?"



"Ich bin Deine schöpferische Kaft, und Du nutzt diese nicht, weil Du Dir in ständigen Wiederholungen des immer Gleichen gefällst.!"



"Ich gebe zu, ich umkreise ständig den gleichen Gedanken meiner Kindheit. Aber ich vermag nicht in seine Tiefen durchzudringen!"

12
Jul
2017

12

"Was bist Du für eine merkwürdige Gestalt. Du hast ja gar keine Augen!"



"Ich bin ein naher Verwandter der Religion. Ich heiße 'Glaube'!"



"Verstehe, verstehe ... Du willst mich gläubig machen!"



"Oh, das habe ich gar nicht nötig, denn alle vernunftbegabten Wesen glauben, weil es ihre Natur ist zu glauben!"



"Mir ist das gar nicht klar. ... Aber stimmt schon: ich glaube z.B. an mich, und ich glaube daran, was ich schaffen kann. ... Ich sehe schon Du hast Recht!"



Nach einer Weile wird Ordi nachdenklich. Dann fragt sie:



"Sag mir bitte, Glaube, was ist denn dann Wissen?"



"Dafür bin ich als Glaube nicht zuständig. Aber Philosophen sagen, dass sich Wissen rechnerisch beweisen lässt."

11
Jul
2017

11

"Was bist Du für eine merkwürdige Gestalt. Du hast ja gar keine Augen!"



"Ich bin ein naher Verwandter der Religion. Ich heiße 'Glaube'!"



"Verstehe, verstehe ... Du willst mich gläubig machen!"



"Oh, das habe ich gar nicht nötig, denn alle vernunftbegabten Wesen glauben, weil es ihre Natur ist zu glauben!"



"Mir ist das gar nicht klar. ... Aber stimmt schon: ich glaube z.B. an mich, und ich glaube daran, was ich schaffen kann. ... Ich sehe schon Du hast Recht!"



Nach einer Weile wird Ordi nachdenklich. Dann fragt sie:



"Sag mir bitte, Glaube, was ist denn dann Wissen?"



"Dafür bin ich als Glaube nicht zuständig. Aber Philosophen sagen, dass sich Wissen rechnerisch beweisen lässt."

10
Jul
2017

10

Unterwegs in ihre Kindheit begegnet Ordi zuerst der Religion. Die Neugier hatte ihr erzählt, dass das was ihr zuerst erscheint, auch jenes ist, welches sie in ihrem Leben maßgeblich bestimmen wird.



"Was willst Du von mir?", fragt Ordi die Religion.



"Ich will Dir ein religiöses Leben schenken."



"Zu was brauche ich denn so etwas?"



"Der Glaube an Gott gewährt Dir Orientierung und Sicherheit!"



"Das möchte ich doch lieber von Gott selbst hören. Also vermittle mir möglichst bald ein Date mit ihm!"



"Bei Gott kannst Du keinen Termin bekommen!"



"Okay, wenn er sich so arrogant gibt, dann verzichte ich gern darauf. Er soll ohne mich herrschen!", schimpft Ordi recht erbost.

9
Jul
2017

9

"Warum bist Du denn so traurig?", fragt die Neugier Ordi.



"Ich habe so große Lust, mich zu bewegen, weiß aber gar nicht, wie das geht!", jammert Ordi.



"Du musst zuerst die Richtung und den Ort kennen, zu dem Du Dich hin bewegen willst!"



"Ich möchte endlich mehr über mich erfahren!", sagt Ordi ungeduldig.



"Dann musst Du nach dem Grund Deines Daseins fragen, denn die Ursache kennst Du ja bereits. Du musst also in Richtung 'frühe Kindheit' gehen. Deine Erinnerung hilft Dir dann auf diesem Weg weiter!"


... ...

Ordi fühlt sich plötzlich gar nicht gut. Ihr ist irgendwie schwindelig und es ihr schwarz vor Augen.

"Was hast du gerade gesagt? Entschuldige bitte, aber ..."

Als Ordi sich wieder gefasst hat, steht die Lücke vor ihr.

"Siehst du nun, was ich bin und warum ich das Gegenteil von dir bin?"

"Noch nicht so ganz, aber ich spüre, dass die Neugier mich braucht, um über dich hinweg zu kommen."

"Genau so ist es!", antwortet die Lücke und beginnt, sich aufzulösen.

"Neugier!", sagt Ordi energisch, "woher hast du dieses Wort: Ursache?"

Die Neugier schämt sich ein bisschen dafür, dass sie so voreilig war.
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12 Jahre Begriffskalender

Prof. Dr.phil. habil. Wolfgang Schmid

 

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