Der Übergang vom Mythos zum Logos - Vom Wahrnehmen zum Begreifen VII
Der Neurophysiologe Sperry hatte festgestellt, dass beide Gehirnhälften (Hemisphären) an der Steuerung der höheren kognitiven Funktionen des Menschen beteiligt sind und dass sie Informationen auf unterschiedliche Weise verarbeiten. Im Hinblick auf die Meditation beinhaltet das ein Phänomen, das sich erst aus dem Dialog beider Hemisphären ergibt ('interhemisphärische Kommunikation') und nicht etwa nur aufgrund der Leistung einer der beiden.
Es ist nicht nur nicht zu einfach, gegen die "Linkslastigkeit" (logische Vermögen der linken Hemisphäre) eine "Rechtslastigkeit" (schöpferische Vermögen der rechten Hemisphäre) zu setzen, sondern auch gefährlich. So leisten viele Meditationskurse und Meditationsmusik, wie sie auf dem Esoterikmarkt angeboten werden, nicht mehr, als die Sinne und den Geist 'einzuschläfern'. Für diese neue Form von Droge geben Unternehmen Unsummen an Geld aus; es werden Meditationskurse veranstaltet, deren Niveau bereits Studierende in den Anfangssemestern in Erstaunen versetzt. Dahinter verbirgt sich die Sehnsucht des Menschen, die sinnentleerte Wirklichkeit durch Verzauberung und Ekstase zu ersetzen. Da wird eine Entdeckung mit großen Versprechungen vermarktet, bevor diese überhaupt erst zum Vorschein gelangen kann. Die Esoteriker geben sich als Sophisten, wecken Hoffnungen, die sie natürlicherweise nicht einzulösen vermögen. Dabei gibt es solide Hinweise, auf welche Weise sich der Dialog der Hemisphären nutzen läßt.
So hat die Amerikanerin Betty Edwards (Betty Edwards: Garantiert zeichnen lernen, Reinbek 1982) überzeugend nachgewiesen, dass es durchaus Fähigkeiten gibt, die verkümmern, weil die rechte Hemisphäre nicht angesprochen wird. Sie hat nachgewiesen, dass z.B. das Zeichnen eine natürliche Fähigkeit ist, die zurückgewonnen werden kann, sobald nur geeignete links- und rechtshemisphärische Übungen gemacht werden. Diese Übungen bewirken eine Veränderung der Wahrnehmung, führen von der ein-seitigen Wahrnehmung weg hin zur ganzheitlichen. Wer diese Übungen auf sich nimmt, wird tatsächlich in die Lage versetzt, andere zu porträtieren, eine Fähigkeit, die sich die meisten von uns nicht zutrauen. Denn: gewöhnlich bleibt unsere zeichnerische Begabung in etwa auf der Stufe Ende vierten Schuljahres stehen, und so sähen dann eben auch unsere Porträts aus, sollten wir versuchen, so etwas anzufertigen.
Die inneren Kräfte des Menschen bedürfen keiner Heiler, die sie wecken, sondern vielmehr jener Ruhe, aus der heraus sie sich entfalten können. Der Heiler stört da eher als er hilft. Albert Einstein beschreibt die Phase der Ruhe so: "Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein kommt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, und wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot. Das Wissen darum, daß das Unerforschliche wirklich existiert und daß es sich als höchste Wahrheit und strahlendste Schönheit offenbart, von denen wir nur eine dumpfe Ahnung haben können - dieses Wissen und diese Ahnung sind der Kern aller wahren Religiosität." (H.J.Störung, Kleine Weltgeschichte der Philosophie in zwei Bänden, Frankfurt 1971, Abs.: Albert Einstein)
In der Praxis des Zen bringt sich diese Ruhe durch eine besondere Form des Schweigens zum Ausdruck. Sprachlos entsteht eine Erkenntnisquelle, deren Beredsamkeit von der Tiefe der inneren Stille abhängt.

Es ist nicht nur nicht zu einfach, gegen die "Linkslastigkeit" (logische Vermögen der linken Hemisphäre) eine "Rechtslastigkeit" (schöpferische Vermögen der rechten Hemisphäre) zu setzen, sondern auch gefährlich. So leisten viele Meditationskurse und Meditationsmusik, wie sie auf dem Esoterikmarkt angeboten werden, nicht mehr, als die Sinne und den Geist 'einzuschläfern'. Für diese neue Form von Droge geben Unternehmen Unsummen an Geld aus; es werden Meditationskurse veranstaltet, deren Niveau bereits Studierende in den Anfangssemestern in Erstaunen versetzt. Dahinter verbirgt sich die Sehnsucht des Menschen, die sinnentleerte Wirklichkeit durch Verzauberung und Ekstase zu ersetzen. Da wird eine Entdeckung mit großen Versprechungen vermarktet, bevor diese überhaupt erst zum Vorschein gelangen kann. Die Esoteriker geben sich als Sophisten, wecken Hoffnungen, die sie natürlicherweise nicht einzulösen vermögen. Dabei gibt es solide Hinweise, auf welche Weise sich der Dialog der Hemisphären nutzen läßt.
So hat die Amerikanerin Betty Edwards (Betty Edwards: Garantiert zeichnen lernen, Reinbek 1982) überzeugend nachgewiesen, dass es durchaus Fähigkeiten gibt, die verkümmern, weil die rechte Hemisphäre nicht angesprochen wird. Sie hat nachgewiesen, dass z.B. das Zeichnen eine natürliche Fähigkeit ist, die zurückgewonnen werden kann, sobald nur geeignete links- und rechtshemisphärische Übungen gemacht werden. Diese Übungen bewirken eine Veränderung der Wahrnehmung, führen von der ein-seitigen Wahrnehmung weg hin zur ganzheitlichen. Wer diese Übungen auf sich nimmt, wird tatsächlich in die Lage versetzt, andere zu porträtieren, eine Fähigkeit, die sich die meisten von uns nicht zutrauen. Denn: gewöhnlich bleibt unsere zeichnerische Begabung in etwa auf der Stufe Ende vierten Schuljahres stehen, und so sähen dann eben auch unsere Porträts aus, sollten wir versuchen, so etwas anzufertigen.
Die inneren Kräfte des Menschen bedürfen keiner Heiler, die sie wecken, sondern vielmehr jener Ruhe, aus der heraus sie sich entfalten können. Der Heiler stört da eher als er hilft. Albert Einstein beschreibt die Phase der Ruhe so: "Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein kommt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, und wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot. Das Wissen darum, daß das Unerforschliche wirklich existiert und daß es sich als höchste Wahrheit und strahlendste Schönheit offenbart, von denen wir nur eine dumpfe Ahnung haben können - dieses Wissen und diese Ahnung sind der Kern aller wahren Religiosität." (H.J.Störung, Kleine Weltgeschichte der Philosophie in zwei Bänden, Frankfurt 1971, Abs.: Albert Einstein)
In der Praxis des Zen bringt sich diese Ruhe durch eine besondere Form des Schweigens zum Ausdruck. Sprachlos entsteht eine Erkenntnisquelle, deren Beredsamkeit von der Tiefe der inneren Stille abhängt.
wfschmid - 8. Mai, 06:45
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