Zen - Lehrgespräche (9)
Über die Liebe
Liebe verleiht Flügel
Liebe ist wesentlich systemischer Natur. Sie vereint wesentlich unterschiedliche Systeme wie Mann und Frau, Mensch und Tier, Armseligkeit menschlicher Vernunft und Reichtum der Weisheit, Leben und Tod, Tag und Nacht, Geist und Materie. Der sinnliche oder denkbare Ausdruck von Liebe ist die Einheit des Gegensätzlichen. Liebe ercheint als Audruck der Einheit von Information und Energie vor dem All und vor allem. So zeugt Liebe jeden wesentlichen Beginn. Da Liebe hinter dem Horizont des Seins, also im Nichts zu Hause ist, beansprucht sie nichts, um beginnen zu können. Die Einheit von Nichts und reinem Sein hätte ansonsten kein Seiendes hervorbringen können. Das Seiende wird in der Liebe zur Wahrheit geboren und beginnt deshalb zu erscheinen.
Während die physische Einheit von Information und Energie geklärt erscheint, scheint deren Herkunft aus der Liebe noch völlig ungeklärt. Da Liebe im Nichts zu Hause ist, offenbart sie sich als reine Energie. Wäre es dann nicht konsequenter, das Nichts als Urspung von allem zu betrachten? Das würde auch verständlicher machen, warum das Nichts danach trachtet, alles an sich zu ziehen, indem es alles wieder vergehen lässt. Das Nichts erscheint dann gleichsam als Atem des Alls. Das Ein- und Ausatmen des Nichts bewirkt Kräfte und Gegenkräfte, gute und böse, konstruktive und aggressive Bewegungen und Verhaltensweisen.
wfschmid - 7. Juli, 05:15
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