Schreie
Frühes, vorgeburtliches Denken vollzieht sich als Vergleichen und Unterscheiden. Mit den Erfahrungen frühen Denkens wird dann das Kind in eine Welt hineingeboren, die voller unerklärlicher Geräusche ist. Das macht Angst, zumal die vorgeburtlichen sanften Berührungen und Empfindungen im Mutterleib nun plötzlich durch unsanfte taktile Erfahrungen ersetzt werden. Die tumultartigen Schallereignisse, die mit der Geburt auf das Kind eindringen, fordern es auf, sich gegen diesen Krach zu wehren: Es schreit. Und jetzt müssen sich die erworbenen analytischen Fähigkeiten des Gehirns bewähren. Das Kleinkind spielt Schreie durch, um herauszufinden, welche Zusammenhänge sich da ergeben. Das Gehirn experimentiert, um zu entdecken, welches Schreien angenehme oder gar keine oder etwa unangenehme Folgen hat. Es ermittelt spielerisch Bedeutungen.
wfschmid - 16. April, 04:50
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