Unilogo

10
Apr
2009

Neuronale Resistance (B)

resistance
Wenig ist manchmal schon viel

Die Götter hatten Sisyphos dazu verurteilt, unablässig einen Felsblock einen Berg hinaufzuwälzen, von dessen Gipfel der Stein von selbst wieder hinunterrollte. Sie hatten mit  einiger Berechtigung bedacht, dass es keine fürchterlichere Strafe gibt als eine unnütze und aussichtslose Arbeit. Unter Sisyphos-Effekt versteht man nun eine Wiederholung des immer Gleichen, ohne dass sich auch nur die Tendenz einer Entwicklung abzeichnet.

Lehrende, die Lernende nicht motivieren, indem sie sinngebend unterrichten, mindern die Möglichkeiten der Verhaltensverbesserungen statt sie zu mehren. Sobald Wiederholungen des immer Gleichen keinen Trainings- oder wenigstens Übungseffekt aufweisen, bewirken sie neuronale Reduktion, weil Variationen für Abwechslungen nicht eingesetzt  werden.

Wenn der Alltag öde erscheint, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass man sich um Abwechslung viel zu wenig bemüht. Sie müssen nicht  immer den selben Platz einnehmen, den selben Weg nehmen, die gleiche Sendung sehen. Prüfen Sie auf Ihrer Liste, an welchen Stellen Abwechslung möglich ist und wo diese wirklich nicht angebracht  ist!

9
Apr
2009

Neuronale Resistance (A)

dopamin
Die neuronale Resistance ist eine "Eingreifgruppe" von Reglerneuronen, welche im Fall von massiven Störungen aktiv werden. Als Mitglieder des selbstorganisierenden und selbstreparierenden Systems handelt es sich um Regler-Neuronen.

Da diese neuronalen Regler eine Vorgabe als Information für die Regelung brauchen, ist es hilfreich ihnen zwecks Neurotransmission von helfendem Dopamin eine starke Vorstellung des gewünschten Zustandes zu liefern. Da reicht positives Denken längst nicht aus, sondern es müssen schon Spots neuronaler Aktivitäten inszeniert werden. Wegen der intensiven Wirkung von Information auf neuronale Netze besteht die Kunst der Selbstreparatur in der Herstellung geeigneter Rohstoffe (= Information).

8
Apr
2009

Eigene Spots drehen

eigene-spots
Natürlich sind längst nicht alle Spots so einfach zu inszenieren wie gestern dargestellt. Dennoch ist es außerordentlich wichtig, dass Sie Ihre eigenen Spots „drehen“ (~ vorstellen). Wenn Sie die Mühe auf sich nehmen, die Inszenierung solcher Spots systematisch zu üben (~ trainieren), dann gewöhnen Sie das Kurzzeitgedächtnis daran, solche Vielfalt nicht nur zu binden und dauerhaft einzuprägen, sondern Sie erhalten auch diese Bindefähigkeit Ihres Gedächtnisses. Der erste Schritt dieses Trainings bestünde nun in der schöpferischen Aufgabe, die „Tabelle“ zu vervollständigen, also noch um weitere vier auf sieben Einheiten zu erweitern, indem Sie sich überlegen, was sich noch das Jahr hindurch verändert.

7
Apr
2009

Fortsetzung von gestern

binden
Die beiden Einheiten des  Kurzzeitgedächtnisses „Jahreskalender“ und „Jahresuhr“ laufen gleichsam als analoge komplementäre neuronale Spuren parallel und können selbstverständlich auch so vergegenwärtigt werden.

Aufgrund von Training können auf diese Weise sieben neuronale Spuren belegt werden. Wir befinden uns mittlerweise inmitten eines solchen Trainings. Um die Querverbindungen der Bestandteile solcher Einheiten besser abzusichern, tut man gut daran, das durch Momente des Bilderlebens (neuronale Spots) zu machen. Es ist durchaus sinnvoll, so etwas mit Hilfe einer Excel-Tabelle klar zu ordnen. Auf der folgenden Excel-Tabelle sind die bislang gesammelten Momente des Bilderlebens in vier Spalten (Einheiten) zu je zwölf Zellen (Teile) aufgelöst worden. Also können wir bereits 48 Ereignisse vergegenwärtigen. Wie gesagt, vorausgesetzt für eine erfolgreiche Vergegenwärtigung sind sehr deutliche, klare Vorstellungen. Je deutlicher diese Vorstellungen sind, desto weniger Wiederholungen sind erforderlich. Am einfachsten ist es, die Vergegenwärtigung so zu entwickeln, dass alle Ereignisse pro Monat (in diesem Fall) zugleich (Spot) vorgestellt werden können.

Beispiel eines Spots aus der nachfolgenden Tabelle:

Spot für Januar:
1. Tabellen-Zeile:
JANUAR: Baum voller Schnee – Kinder mit Schlitten - kleines Dorf im Gebirge…
2. SPOT:
Kinder kommen auf dem Weg zu ihrem kleinen Dorf im Gebirge mit ihren Schlitten am total verschneiten Baum vorbei. SOUND: Man hört fröhliche Kinderstimmen.

Es folgt die Auflistung des bisherigen Standes unserer Tabelle:

Monat Baum eines Monats Ereignis eines Monats Bild eines Monats-Spots
Januar voller Schnee Kinder mit Schlitten kleines Dorf im Gebirge
Februar voller Schnee im Nebel Menschen im Karneval Sonne vom blauen Himmel
März völlig kahl erste heimische Vögel kahler Baum in der Nähe der Schule rechts
April kleine grüne Knospen Kinder spielen Fangen blühender Strauch
Mai in voller Blüte Kinder singen "Der Mai ist gekommen" frühsommerlicher Wald
Juni volles Blattwerk Eisverkäufer Sonnenblumen-und Rapsfeld
Juli unter Trockenheit leidende Blätter Lärm badender Menschen See
August vom Gewitterregen erholte Blätter Video vom Gewitter Sommerfrische im Gebirge
September Baum trägt Früchte Apfelernte Sonnenblume im Feld
Oktober Bunte Blätter Schützenfest Allee bunter Bäume
November kahler Baum mit 11 Blättern Volkstrauertag Radfahrer im November
Dezember vereister Baum Jahresuhr Dorf am Gebirgshang




6
Apr
2009

Verbinden

einheiten_verbinden
Aus neurosystemischen Gründen können Sie die Bilder (Zweite Einheit) erst dann erfolgreich einprägen, wenn Sie diese mit Ihrem Baum inhaltlich verbinden. Hierzu eine kleine Hilfestellung:

Januar:
Blick vom verschneiten Baum auf das kleine Dorf im Gebirge.

Februar:
Blick vom verschneiten Baum in die Sonne am blauen Himmel.

März:
Kahler Baum in der Nähe der alten Schule rechts.

April:
Blühender Strauch in der Nähe unseres erst knospenden Baumes.

Mai:
Unser Baum träumt von einem frühsommerlichen Wald.

Juni:
Unser hitzstressgeplagter Baum träumt von noch nicht blühenden Sonnenblumenfeldern und blühenden Rapsfeldern im Hintergrund.

Juli:
Unser Baum leidet unter der großen Hitze und sieht ständig nur noch Wasser.

August:
Unser Baum auf Sommerfrische im Gebirge!

September:
Unser Baum will einer Sonnenblume einen roten Apfel schenken!

Oktober:
Unser bunter Laubbaum in Gesellschaft in der Nähe von Rieseby.

November:
Unser Baum interessiert sich für den Radfahrer dort!

Dezember:
Winterabend im Dorf am Gebirgshang, und unser Baum hört das Lied:

Jahresuhr von Rolf Zukowski:

Januar, Februar, März, April
die Jahresuhr steht niemals still

Mai, Juni, Juli, August
weckt in uns allen die Lebenslust

September Oktober November Dezember
und dann..
und dann..

fängt alles wieder von vorne an
(Repeat)

5
Apr
2009

Die zweite Einheit

umraeumen2
Wir kennen bereits die entscheidenden Bedingungen für das Kurzzeitgedächtnis (Umräumen, um Platz zu schaffen für Begriffe) zur Belegung bzw. erfolgreichen Einprägung der zweiten Einheit. Erstens muss zwischen den einzelnen Teilen der Einheit ein Sinnzusammenhang bestehen und zweitens muss dieser auch zwischen den Einheiten bestehen. Daraus folgt, dass auch die zweite Einheit etwas mit dem Ablauf des Jahres  zu tun haben und zudem mit der ersten in Beziehung stehen muss. Wir entscheiden uns für die Jahresuhr von Rolf Zukowski. Prägen Sie sich während der Dauer des Liedes die Bilder zu den einzelnen Monaten ein:

Rolf Zuckowski - Die Jahresuhr (Kinderlied)

Integrieren Sie Ihren Apfelbaum in einem zweiten Durchgang in jedes dieser zwölf Bilder.

4
Apr
2009

Umräumen, um Platz zu schaffen für Begriffe

umraeumen
Der Ausdruck "Enge des menschlichen Bewusstseins" besagt, dass in etwa 7 Ereignisse zugleich während der Gegenwartsdauer festgehalten werden können, also beispielsweise 7 Wörter oder 7 Zahlen u. dgl. m. Wenn aber die einzelnen Dinge geschickt durch eine Geschichte miteinander verbunden werden, kann die Anzahl der Daten, die festgehalten werden sollen, erhöht werden, weil eine Geschichte gleichsam als eine von sieben Einheiten des Kurzzeitgedächtnisses aufgefasst werden kann. Wir wollen das an einem Beispiel erfahren.

Zunächst beginnen wir mit einem Blick in den Kalender mit den 12 Monatsbildern eines Apfelbaumes.

Dezember:
Der Baum ist total vereist. Es hatte bis zum 20. Dezember fast ununterbrochen geregnet. Mit dem Winteranfang wurde es dann frostig kalt.

Januar:
Der Baum ist total verschneit. In der Neujahrsnacht fiel ungewöhnlich viel Schnee. Heute sind die meisten Kinder mit ihren Schlitten unterwegs.

Februar:
Der immer noch total verschneite Baum liegt nun im dichten Nebel. In der Ferne hört man den fröhlichen Lärm von karnevalsbegeisterten Menschen.

März:
Der Baum ist vollkommen kahl. Die ersten heimischen Vögel sind zu hören. Nennen Sie drei Arten.

April:
Die ersten kleinen Knospen beginnen zu sprießen. Die ersten Kinder hört man wieder daraußen spielen. Sie spielen gerade Fangen.

Mai:
Der Baum steht in voller Blüte. Zwischen den Büten summen Bienen. Und das Konzert der Vögel ist in vollem Gang. Aus der Ferne, von der Schule her hört man einen Kinderchor, der gerade "Der Mai ist gekommen!" singt.

Juni:
Der Baum hat nun sein frisches grünes Blattwerk. Vom blauen Himmel strahlt die heiße Frühsommer-Sonne.

Juli:
Das Blattwerk wirkt sehr 'schlaff'. Die Bätter leiden unter der großen Hitze. Man hört aus dem Freibad den Lärm badender Menschen.

August:
Das Blattwerk hat sich nach starkem Gewitter mit viel Regen wieder erholt. Auf den einzelnen Blättern liegen noch Regentropfen. Schauen Sie sich ein Video von diesem Gewitter an und erählen Sie, was Sie sehen.

September: Der Baum hängt voller gut gewachsener Äpfel. Malen Sie ein Bild oder machen Sie ein Foto davon. Betrachten Sie das Foto und erkären Sie, was Sie auf Ihrem Bild sehen.

Oktober:
Der Baum trägt buntes Blattwerk. Nennen Sie vier Farben der Blätter.

November:
Der Baum ist bis auf 11 Blätter kahl. Vom nahe gelegenen Friedhof hören Sie Teile einer Feier zum Volkstrauertag. Schildern Sie drei Ereignisse, die Sie hören können.

Dezember:
Welches Bild sehen Sie?

Wenn Sie den Text besinnlich genug durchgelesen und sich alle Bilder klar vorgestellt haben, dann haben Sie auch alles behalten und können es jetzt wiedergeben!

3
Apr
2009

Die innere Stimme sagt nicht immer die Wahrheit

innere_stimme2
Wahrheit steht in der ursprünglichen Bedeutung für Offenheit. Aber öffnen kann man sich nur dem, was man sieht. Und ob das eigene sinnliche und/oder geistige Wahrnehmungsfeld weit genug ist oder durch zurechtgemachte Ansichten eingeschränkt wird, das kann einem am besten jemand sagen, der es gut meint. Dieser Mensch muss allerdings rücksichtsvoll vorgehen, da persönliche Wahrnehmungsfelder sehr sensibel auf Kritik reagieren, insbesondere dann, wenn diese Kritik auch nur leicht emotional und nicht etwa gelassen vorgetragen wird. Emotionalisierte Mitteilungen haben leicht den Charakter von Missionierungen oder "Predigten" und stoßen von daher leicht auf vorschnelle Ablehnung.

2
Apr
2009

Wozu brauche ich (m)eine innere Stimme?

innere-stimme
Kann mir die innere Stimme mehr sagen als ich schon weiß? Sokrates (469 - 399) hat als erster Philosoph von einer inneren Stimme (gr. "daimónon") gesprochen. Er behauptet, dass diese Stimme vor riskanten Handlungen bzw. gefählichem Unerfangen warnt oder davon abhält. Manche nennen diesen "inlying advice" auch nur den "gesunden Menschenverstand" oder das "Bauchgefühl", wenn sie zwar keine Stimme, aber ein "gewisses Gefühl" empfinden.

Die innere Stimme könnte aber auch ein Zeichen von Autismus sein. Autismus (von gr. "autós") steht für "in sich selbst verhaftet sein", "in sich selbst kreisen", oder "in sich selbst nicht zu Hause, sondern in sich eingesperrt sein". Manche Esotheriker sprechen von der inneren Simme als von einer "inneren Beraterin".

Ich betrachte das Phänomen der inneren Stimme als inneren Dialog, dem man zuhören kann, durchaus als eine Art Selbst-Gespäch, eine kritisch prüfende Selbst-Reflexion. Vereinfacht handelt es sich vielleicht um die "Stimme des Gewissens", also um eine Gruppe neuronaler Felder, die gewisse Regeln als Begleitinformation auf parallelen neuronalen Spuren gleichsam als Leitprogramm mitgeben, beispielsweise in Form von Verkehrsregeln während des Autofahrens oder in Form von "Regeln zur Lenkung des Geistes" (Descartes) während des Denkens. Dass solche Begleitinformation versprachlicht werden kann, ist klar, aber man muss deshalb nicht gleich von innerer Stimme sprechen.

1
Apr
2009

Was sieht man, wenn man definiert?

definieren
Projizieren wir ein Bild. Das Bild von einer Definition. Es gibt viele Bilder von Definitionen. Denn: es gibt wissenschaftliche und künstlerische Definitionen.

Betrachten wir eine wissenschaftliche Definition. Was sehen wir? Nichts, aber wir haben ein Gefühl von Klarheit und Wohlgeordnetheit. Und wir erleben uns zufrieden, weil irgendwie beruhigt. Wir überlassen uns diesem Gefühl und finden einen Weg dort hin, von wo sich die Definition zeigt als das, was alles auf den Punkt bringt und ausdrückt, welche gemeinsamen Merkmale es ausweist. Die Entwicklung von vielerlei Konkretem zu einem Allgemeinen erleben wir wie eine Anhäufung von Wichtigem, das uns hilft alles in die Hand zu bekommen, um es festhalten zu können, wir greifen zu, um begreifen zu können. Was haben wir gesehen? Wir haben erlebt, dass Definieren eine Art handgreiflicher Vorgang ist.

31
Mrz
2009

Bitte, wo geht's nach innen?

nach_innen
Auf den Weg nach innen kann man sich sehr leicht verlaufen, zumal es einen Wegweiser gibt, der leicht in die Irre führen kann. Auf diesem Wegweiser steht „Kontemplation“, und es sieht ganz danach aus, dass dieser Weg nach innen führt. Schließlich steht das lateinische Wort „contemplatio“ für eine beschauliche Betrachtung, eine Art Versenkung in ein beeindruckendes Naturereignis oder Naturschauspiel. Kontemplation kann in Ekstase führen. Diesen Zustand haben wir bereits beschrieben. Damit wird deutlich, dass der Weg der Kontemplation zwar der Richtung nach Innen führt, aber dennoch vorzeitig im Selbst-Erleben endet und nicht darüber hinaus führt.

Eine weitere Richtung wird als „Meditation“ angegeben. Aber hier verrät bereits das lateinische Wort „meditatio“, dass dieser Weg einen Weg zur Mitte des eigenen Seins meint und wiederum in der Vertiefung eines persönlichen Anliegens endet, zum Beispiel im Bemühen um tiefe Konzentration oder hohe Achtsamkeit. Es ist leicht zu bemerken, dass Leute, die solche Hinweisschilder aufstellen, Innenwelt und Selbst miteinander verwechseln. Das zeigt sich auch manches Mal daran, dass sie Kontemplation und/oder Meditation mit Askese bzw. Fasten verbinden. Nichts gegen alle diese helfenden Dinge, aber für eine wesentliche Auseinandersetzung sind sie eben doch nicht hilfreich.

Es geht nicht um einen Gradmesser eigenen Befindens, sondern um das Auffinden dessen, was Lethe da vor uns verbirgt und das wir als Wesen der Natur zum Vorschein bringen lassen wollen. Das Wesen des Seins als Sein ist das Wesen der Natur. Weil das Sein immer nur als Bewusstsein zum Vorschein gelangen kann, vermag Introspektion dieses Vorscheinen zu leisten.

30
Mrz
2009

Heraktlis Navigator

heraklits-navigator
Das, was wir von unserer Welt erfahren, das erscheint uns als Einheiten des Gegensätzlichen. Es ist möglich, dass diese Erfahrung gefärbt ist von dem, was wir von der Natur an Gegensätzen erleben: Tag und Nacht, Kälte und Hitze, Dürre und Überschwemmung, Hoch und Tief, Nähe und Ferne... Es liegt nahe, Licht und Schatten als Zeichen für die Anwesenheit von Alétheia und Lethe zu deuten und unerklärliche Erfahrungen als Geschick einer Gottheit zu betrachten.

Dahinter steckt der tiefe Wunsch nach Orientierung, der das Bestimmen von Einheiten verstärkt, nämlich die Zusammenhänge sehen zwischen: Ursache und Wirkung, Grund und Zweck, Aufwand und Mittel, Eigenschaft und Art, Raum und Zeit, Umstand und Verhalten. Das Kennen solcher Zusammenhänge macht uns sicher, während uns das Fehlen verunsichert. Das sytstemische Streben nach Ordnung verschafft uns eine Welt, in der wir uns zurechtfinden und auskennen können. So liegt es nahe, die als erfolgreich in der sinnlichen Welt erfahrene Ordnung auf den geistigen Bereich zu übertragen.

Die älteste und erste Übertragung aus dem sinnlichen in den geistigen Bereich ist die des Weges. Das griechische Wort für den Ausdruck „einen Weg entlang“ lautet „Methode“. Sowohl das Gehen eines erforschten Weges als auch das Entdecken eines Weges wird als Fortbewegung „Denken“ genannt. Die einzelnen Schritte auf diesem Weg heißen seit Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1. Auflage 1781) „Begriffe“. Je nach Beschaffenheit des Weges unterscheiden sich auch die Begriffe. Diese sind, je nachdem, ob man sich in der Ebene oder in höher gelegenen Gegenden aufhält, mehr oder weniger abstrakt.

Heutzutage wird sehr viel an Produkten aus der Innenwelt zur Verbesserung der Außenwelt exportiert. Exportschlager sind Modelle, die sich technisch umsetzen lassen. Daneben sind es vor allem Vorhaben naturwissenschaftlicher und medizinischer Art, die einen sehr guten Absatz haben. Trotzdem ist das Bewusstsein von der Innenwelt nicht sonderlich ausgeprägt und dem entsprechend gering ist das Ansehen dieser Innenwelt. Es existiert sogar eine Art Seinsvergessenheit, was die Innenwelt angeht.

Den meisten Menschen ist nicht klar, dass sie ihre Außenwelt oder Umgebung von innen heraus gestalten. Das Leben draußen findet in Wirklichkeit drinnen statt. Manche behaupten gar, dass mit dem Tod lediglich die Außenwelt wechselt und die Existenz des als Innenwelt verwirklichten Seins erhalten bleibt. Möglicherweise besteht dann die Hölle aus der Begegnung mit anderen Innenwelten, eine Bemerkung, die nicht ganz ernst gemeint ist und eher der Verlegenheit entspringt angesichts der offen gebliebenen Frage, was dann anstelle der durch den Tod verlorenen Außenwelt zum Vorschein gelangen soll.

Kehren wir lieber zu der Frage zurück, auf welche Art und Weise sich die Innenwelt für die Außenwelt nutzen lässt. Um diese Frage beantworten zu können, sollte man sich vielleicht erst einmal in dieser Innenwelt hinreichend umschauen.

29
Mrz
2009

Wir erfahren unsere Welt in unserem Kopf.

welt-im-kopf2
Wir erleben und erfahren sie in unseren Vorstellungen bzw. unserem Bildererleben. Aufgrund des neuronalen Zusammenhangs von Wahrnehmung, Gefühl, Erfahrung und Vorstellung beeinflussen sich diese Konstituenten unseres Bewusstseins wechselseitig. So verschlechtert ein schlechtes Gefühl nicht nur das Wahrnehmen, sondern auch das Denken über das Wahrgenommene.

Mit guten Gedanken können wir umgekehrt unser Wahrnehmen und Fühlen und damit zugleich unsere Erfahrungen verbessern. Ich möchte diesen Zusammenhang noch mit Hilfe eines buddhistischen Textes, den ich etwas verändert habe, verdeutlichen:

 
Wir sind, was wir denken.

Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir unsere Welt.
Sprich oder handle mit einem unoffenen Geist,
Und Schwierigkeiten werden Dir folgen
wie das Rad dem Tier, das den Karren zieht.
 
Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir unsere Welt.
Sprich oder handle mit einem offenen Geist,
Und Glück wird Dir folgen
wie Dein Schatten, unerschütterlich.

'Schau, wie er mich beschimpfte und hinterging,
wie er mich belog und ausraubte.’
Lebe mit solchen Gedanken und Du lebst im Hass.
 
'Schau, wie er mich beschimpfte und schlug,
wie er mich niederwarf und ausraubte.'
Lasse solche Gedanken hinter Dir und Du lebst in Liebe.
 
In dieser Welt konnte Hass noch nie durch Hass überwunden werden.
Nur Liebe überwindet Hass.
So ist das Gesetz,
Uralt und unerschöpflich. 

(Nach einem Text aus Buddhadhamma) 

28
Mrz
2009

Der Schlaumeier-Tag

schlaumeier
Die wenigsten wissen, dass heute der Tag des Schlaumeiers gefeiert wird. Schlaumeier heißt in der englischen Sprache "clever dick" und in der franszösichen "petit fluté" oder sehr viel deutlicher "monsieur je sais tout!". In manchen Gegenden Deutschland wird der Schlaumeier auch Schlauberger oder Kraftmeier genannt.

Der Schlaumeier hat ungefähr ein halbes Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gelebt. Damals erregte er unter seinem griechischen Namen "Sophist" Aufsehen. Sophist, das ist jemand, der die 'Weisheit mit dem Löffel gefressen hat' und sich auch so fühlt. Der Schlaumeier ist die personifizierte "Alles- oder Besserwisserei", eine neuronale Tragödie, die entsteht, sobald das limbische System die Kontrolle über die Aufgaben der Grenzziehung verliert. Der Alleswisser hält zum Beispiel nichts von Ordnungen, weil er sie seinem Gefühl nach nicht braucht!

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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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