Unilogo

31
Aug
2013

Schonraum

Wissenschaften sind existentielle Schonräume, die vor allem das Grundbedürfnis nach Schutz bzw. Sicherheit befriedigen. Diese Schonräume werden je nach Disziplin unterschiedlich anerkannt und befriedigen somit das Bedürfnis nach Anerkennung sehr verschieden. Manchen genügt allerdings der bloße Anschein eines Wissenschaftlers. Sie setzen sich nicht wirklich ernsthaft mit ihrem Fach auseinander. Stattdessen pflegen sie sich mit dem Applaus der Ahnungslosen zu ihren pseudowissenschaftlichen Vorträgen. Wahre Wissenschaftler dagegen zeichnen sich durch leidenschaftliches intensives Forschen aus.
Einen die Wissenschaften umfassenden Schonraum bilden Philosophie, Kunst oder Religion. Schonräume zeichnen sich vor allem durch Glauben aus, innerhalb dessen das Wissen eine besondere Rolle spielt.

30
Aug
2013

Nachfrage

Wenn Visionen allein aufgrund physischer Signale verursachter Reize durch Spiele zwischen limbischen System und Fantasie entstehen, dann stellt sich tradierten Religionen die Frage, ob diese Erscheinungen rein physischer Natur sind. Die Fantasie ist eine lebenswichtige Funktion des neuronalen Systems. Neben der Antizipation kommt ihr vor allem die Funktion der Lebenserhaltung oder des Überlebenswille zu. Dazu zählen Religionen ebenso wie Metaphysik. Unter diesem Gesichtspunkt erweist sich die Entdeckung des sinnlich nicht vernehmbaren Seins vor allem als limbisch gesteuerte Überlebensfunktion. Tatsächlich beschreibt Platon dies auch als eigentlich maßgeblich bestimmten Beweggrund seines Lehrers Sokrates, nach etwas alles Werden Überdauerndem zu suchen. Diese Suche führt dann auch zur Entdeckung des Begriffs als Bedingung der Möglichkeit von Wissenschaft.

29
Aug
2013

Überhöht

Das vernunftbegabte Lebewesen neigt dazu physikalische Eigenschaften metaphysisch zu überhöhen. Der Mythos gestaltet meteorologische Erscheinungen zu Göttern um. Es ist die griechische Göttin Ge, die gute oder schlechte Ernten verursacht. Es ist Thor, der germanische Gott des Gewitters, der Blitze schleudert und donnert, wenn er grollt. Es ist ein Gott, den Moses im brennenden Dornbusch erblickt, und aus überschärfsten Sinneseindrücken werden noch heutzutage Erscheinungen von Schutzengeln geboren.
Überhöhte Vorstellungen während des Bewusstwerdens kommen durch psychisches Verfremden physikalischer bzw. physischer Prozesse zustande. Wider alle verfügbaren Erfahrungen spielt die Fantasie ver_rückt.

28
Aug
2013

Entstehen

Schwingungen verdichten sich kreisförmig bis zum Punkt oder Schwarzen Loch. Ein physikalischer Ursprung weitet sich durch Schwingungen spiralförmig aus. Durch die Verdichtung verdichtet sich Materie und Energie nimmt zu. Durch Ausweitung spaltet sich Materie, wobei Energie erhalten bleibt. Aufgrund verschiedener Dichten von Materie und Energie hierarchisieren sich Komplexe und erzeugen unterschiedliche energetische und materielle Phänomene.

27
Aug
2013

Geburt einer Idee

 
 

Alles Geistige zeichnet sich durch physikalische Eigenschaften aus. Insofern ist Metaphysik nur eine Seite der Physik. Am Anfang war das "Wort" bedeutet physikalisch am Anfang war eine "Schwingungsform", beispielsweise Sinus, Rechteck, Dreieck oder Sägezahn. Aber eine konkrete Schwingungsform ist bereits eine verwirklichte wirkliche Möglichkeit und als solche als gerichtete Größe bzw. Kraft physikalisch ausmachbar. Letztlich wird also eine schöpferische Idee als eine sich neuronal reflektierende Schwingung geboren.
 
wo hin gehören
 

26
Aug
2013

Mögliche Möglichkeiten sind nicht Nichts

Mögliche Möglichkeiten wirken in Richtung wirkliche Möglichkeiten. Das griechische Wort für wirken ist "ergo" und für das Etwas innewohnende Wirken "en_ergon", Energie also. Mögliche Möglichkeiten sind eine Form von Energie (im Zeichen "#"). Mögliche Möglichkeiten verfügen über 0 Gestalt. Aber als solche umfassen sie unendlich viele Ideen. Eine Idee ist eine wirklich gewordene Möglichkeit oder wirkliche Möglichkeit. Energie gestaltet von sich her Formen der Möglichkeit. Die Information für diese Verwirklichung a priori ist "Zufall". Zufällig wird aus möglichen Möglichkeit eine wirkliche Möglichkeit. Die ursprüngliche Bewegung ist charakterisiert durch Richtung und Weg (im Zeichen: "->"). Diese Bewegung repräsentiert als solche "Gestalt" a priori. Das griechische Wort für mögliche Gestalt ist "idea", also Idee. Bei der ursprünglichen Energie handelt es sich folglich notwendigerweise um geistige Idee, die in allem, was aus ihr wird gegenwärtig ist.

25
Aug
2013

Sein ist Nichts

Im Gegensatz zur Physik lässt die Metaphysik ihre Inhalte nicht sehen. Da sich das Sein oder das Wesen allen Sinnen verschließt, erscheint es als Bewusstwerden von Nichts. Das auf Erfahrung angewiesene vernunftbegabte Lebewesen aber vermag mit Nichts nichts anzufangen, bis es zu philosophieren beginnt, um auch aus Nichts etwas zu schaffen. Aber das metaphysische Nichts ist als Sein nicht mehr als Wachtraum. Die Traumgeburt der Unvergänglichkeit soll vor der Existenz das Angesicht ständigen Schwunds verbergen und alles Suchen ins Glauben des Unerklärlichen retten. Die Seele richtet sich Gott als Notruf ein, statt das sinnlich zu vernehmen, was sie ausmacht, nämlich das Fühlen und empfinden allein ihrer selbst.

24
Aug
2013

Aporie des Ursprungs

Die Mär vom unbeweglichen Geist oder unbewegten Beweger soll über die Ausweglosigkeit hinweg täuschen, den Ursprung allen Werdens nicht erklären zu können. Die Erfindung des starren Seins, als unsichtbares Wesen lässt die Metaphysik als Rettungsanker vor tiefer Depression erscheinen. An das, was man sieht, kann bzw. muss man glauben. Aber der Ausschluss aller Sinne ist wider die menschliche Natur, und das vernunftbegabte Lebewesen vermag auf Dauer so nicht zu existieren, ohne sich selbst zu zerstören.
Das allgegenwärtige Werden der Natur drängt der Vernunft das Bewusstwerden des Axiom allumfassender Vergänglichkeit auf. Nicht Sein macht den Anfang, sondern Werden. Der Tod des Unbeweglichen vermag das Werden des Lebens nicht zu gebären. Der Mensch wird es hinnehmen müssen, den unendlichen Ursprung allen Werdens niemals verstehen zu können.

23
Aug
2013

><

Das Axiom der Vergänglichkeit (><) lässt nur Aussagen zu, die sich auf das Werden beziehen. Der Satz der Identität "a = a" wandelt sich zum Satz der Mutation "a >< a", d.h. dass sich nichts bleibt, sondern dass sich alles verändert. Der ständige Wandel ist Bedingung der Möglichkeit für die Entstehung von irgend etwas. Es existiert außerhalb des Seins als Wesen keine Eigenschaft, die sich gleich bleibt. Das Wesen von Etwas ist dessen Verneinung als Werdendes. Und Information ist Information in Wahrheit nur als Initiation. Das Symbol für Initiation ">" steht für den Ursprung als "größer werden" bzw. "wachsen". Das Symbol für Mutation "<" steht für die Umkehrung "kleiner werden" bzw. "schwinden".

22
Aug
2013

Philosophie des Alltäglichen

Das Denken des Alltäglichen denkt nicht in Begriffen, sondern in praxistauglichen Algorithmen, das sind definierte Schritte oder Phasen eines Ablaufs. Der Kalkül oder das kalkulierbare bzw. berechenbare Vorhaben löst den Begriff ab.
Die Philosophie des Alltäglichen berücksichtigt vor allem Denken, das sich besonders für das Formulieren von Modulen bzw. von Tools eignet. Ein Modul zeichnet sich als eine in sich geschlossene Handlungsstruktur aus. Man kann auch sagen, dass ein Modul eine Operation repräsentiert, also die Anwendung eines Operators auf einen oder mehrere Operanden formuliert. Ein Modul lässt sich mathematisch als Formel, technisch als Programm oder als Kalkül darstellen.

21
Aug
2013

Umwertung aller Werte

Tradierte Philosophie denkt das Denken, weniger das Fühlen. Das tut sie so beeindruckend, dass Menschen diesen Vorgang als ausschlaggebend für das Gestalten ihrer Existenz betrachten. Angesichts solcher Überbewertung entgeht ihnen, dass sich in Wahrheit Triebe und Bedürfnisse ihres Denkens bemächtigen und das Bewusstwerden steuern. So ist es vor allem der Wille zur Macht, der das Handeln besonders begabter und intelligenter Menschen steuert. Sie bemessen ihre Leistung nach ihrem Ansehen. In den letzten Jahren tritt Qualifizieren zu Gunsten der Quantifizierung in den Hintergrund.
Das zeitgemäße Ich betrachtet den Selbstwert, der sich aus dem multimedialen Quantifizieren ergibt. Vor allem Zahlen bestimmen den Zugehörigkeitswert.

20
Aug
2013

Weg vom Ich zum Selbst oder Selbstfindung

Der Weg vom Ich zum Selbst führt durch verschiedene innere Gebiete, die von verschiedenen Bereichen des Gehirns bzw. des Gedächtnisses organisiert und verwaltet werden.
Das erste Gebiet beruht auf dem Feld sinnlicher Wahrnehmungen und gefühlsmäßiger Eindrücke. Sinnenreize sowie innere Impulse werden vor allem vom Ultrakurzzeitgedächtnis analysiert, gefiltert und je nach Relevanz für die nachfolgenden Bereiche weitergeleitet oder ins Unbewusstsein delegiert. Insgesamt machen die Reize und inneren Impulse jene Stimmung aus, in welcher sie dann im Bewusstsein affiziert werden. Stimmungen entstehen also, bevor vorbewusst ausgefilterte Inhalte bewusst werden. Das Bewusstsein als solches macht das Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis aus. Wie die Bezeichnung schon besagt befinden sich Inhalte in diesem Bereich nur so lange wie sie tatsächlich bearbeitet werden. Die Regie "Arbeitsgedächtnis" entscheidet, was sofort zu erledigen und was zu verschieben oder gar abzulegen bzw. zu speichern ist. Das Arbeitsgedächtnis ist verbunden mit dem Verfahrens-, Episoden- und Bedeutungsgedächtnis.
Das Bedeutungsgedächtnis repräsentiert Zeichen und das, auf das sie zeigen, Symbole und das, wofür sie stehen. Die Leistung des Bedeutungsgedächtnisses wird durch Begriffe, Kalküle und Formeln beschleunigt.
Das Episoden-Gedächtnis hält Vorgänge bzw. Abläufe sowie Geschehnisse bzw. Ereignisse fest, die in der Regel nicht allzu weit zurückliegen.
Das Verfahrensgedächtnis meistert Methoden wie Techniken, Modelle, Algorithmen und Automatismen. Fragestellungen während des Bewusstwerdens werden an verschiedene Gedächtnisbezirke delegiert, das sind ganz bestimmte neuronale Beziehungsgefüge:

Eigenschaften bzw. Merkmale: Welche?
Objekte bzw. Inhalte: Was?
Raum und Zeit : Wo? und Wann?
Sinn und Zweck: Weshalb? und Wofür?
Ursache und Wirkung: Warum? und Wozu?
Mittel und Bedingung: Womit? und Wobei?
Maß: Wie viel?

Zusammengefasst werden alle diese Beziehungsgeflechte durch den Verstand, der Handlungen steuert.
Bewusst wird allerdings mehr, als der Verstand zu fassen vermag. Mit Hilfe des Verstandes können wir Bewusstwerden geringfügig steuern.
Angesichts der etwa 5% von 100% erscheinen alle esoterischen Versuche einer Rückführung wie etwa die sogenannte "Ästhetische Biografie" als völlig absurd.

19
Aug
2013

Im Kleinen wie im Großen

Das Leben wird durch verschiedene Paradigmenwechsel geprägt. Diese werden durch die einzelnen Lebensabschnitte markiert. In der Kindheit formt das Spiel maßgeblich die existentielle Gestaltung. Es ist die schöpferischste Phase der neuronalen Entwicklung. Das Gehirn experimentiert mit Milliarden von neuronalen Verbindungen und probiert deren Effektivität aus. Erfolgreiche neuronale Beziehungen bleiben erhalten, andere werden wieder aufgelöst. In dieser frühen Phase sind zunächst noch Instinkt und angeborene Automatismen besonders wirksam. Da sich Verhaltensmuster entwickeln, die das gesamte Leben maßgeblich beeinflussen werden, schützt das Gehirn diese Muster ganz besonders vor Erinnerungen und damit vor Gefahren der Destabilisierung. Der erste Paradigmenwechsel einer Biographie erfolgt in der Pubertät. Das Gehirn vollzieht eine radikale neuronale Selbstorganisation, wobei erzieherische Einflüsse weitestgehend "missachtet" werden. Das Paradigma des Spielens wird durch das Paradigma der Steuerung und Regelung durch eigenständige Werte abgelöst.
Der zweite Paradigmenwechsel wird vor allem durch die Berufsausbildung geprägt. Die Tendenz zur ökonomischen Steuerung des Handelns gelangt deutlich zum Vorschein. Der dritte und letzte Paradigmenwechsel einer Biografie vollzieht sich mit der Verabschiedung vom Berufsleben. Von vielen äußeren Zwängen frei, vollzieht sich eine Revision vorhandener Regelungen und Steuerungen sowie von Werten als deren Führungsgrößen.

18
Aug
2013

Vom Unwesentlichen zum Wesentlichen und zurück

Der Titel "Vom Unwesentlichen zum Wesentlichen und zurück" beinhaltet zwei Paradigmen: erstens das Paradigma des Wechsels vom Glauben zum Wissen oder von der Religion bzw. Kunst zur Wissenschaft und zweitens das Paradigma der Kehre bzw. Rückkehr von der Wissenschaft zur Kunst.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche fordert bereits, "die Wissenschaft unter der Optik der Kunst, die Kunst aber unter der Optik des Lebens zu sehen", denn "wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur, weil wir selbst nicht davon überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben."

Das erste Paradigma kehrt sich nach gut zwei Jahrtausenden um. In dieser Phase der Wende radikalisieren religiöser Fanatismus und Rassismus den Wandel. Es sind vor allem konservative Kräfte, die sich immer aufzubäumen versuchen, wenn größere Veränderungen "drohen".
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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