Geräusche - Laute - Verlautbarungen (II)
(Die Fantasie als Sprachlehrerin - The fantasy as a language teacher)
Die Entwicklung der Basis von Intelligenz und Begabung beruht allein auf Vergleichen und Unterscheiden von externen Signalen.
Das ist ein sehr kreativer Prozess. Das kann man sehr gut an der Entwicklung eines Wortes beobachten. Die große Lehrmeisterin des Gehirns ist die „Wiederholung des immer Gleichen“.
Fantasie ist die Begabung, übernatürliche oder metaphysische Formen als primäre Elemente zu nutzen. Metaphysische Formen sind Formen, die vor aller Erfahrung existieren. Fantasie ist die andere große Lehrmeisterin des Gehirns.
Beispiel:
Das kleine Kind hört eine bestimmte Folge von Lauten.
Durch die Wiederholungen dieser Folge von Lauten erkennt es diese bestimmte Folge von Lauten wieder.
Wenn das Kind diese Folge hört, erwartet es eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Tier. Das Kind erkennt also eine bestimmte Folge von Lauten als Zeichen.
Eines Tages beginnt es, eine bestimmte Folge von Lauten zu imitieren. Die Mutter hört die akustische Imitation des Hundgebells. Sie holt den Hund und zeigt ihm ihrem Kind; zugleich imitiert sie das Gebell. Dieser Vorgang wiederholt sich, und das Kind erkennt, dass es sich mit Hilfe einer bestimmten Folge von Lauten etwas bestellen kann! Die Folge von Lauten ist zum Wort geworden! Vielleicht ist das erste Wort eines kleinen Kindes von Hundeliebhabern „wau-wau“.
Der in einem vernunftbegabten Lebewesen schlummernde Geist erwacht, indem es die Sprache seiner Umgebung empfängt. Das kleine Lebewesen wird auf sinnenfällige Ereignisse aufmerksam, weil sich diese ihm verlautbaren. Bestimmte Laute stehen für bestimmte sinnenfällige Ereignisse.
Es sind Laute, die für sinnenfällige Ereignisse stehen. Und das kleine Lebewesen versteht, dass es auch selbst zu verlautbaren vermag, was in ihm körperlich und seelisch vor sich geht.
Allmählich verbinden sich Laute zu Namen und ermöglichen die Erfahrung, dass mit bestimmten Worten bestimmte Ereignisse ‚bestellt’ werden können. Der Ruf „Mama“ bewirkt, dass Mama kommt.
Es sammeln sich immer mehr Namen an und immer öfter wird die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Bestellungen angenommen werden. Namen werden zu Worten. Worte sind Namen, die aus einem wirklichen Ereignis ein nur vorgestelltes machen. Das Wort „Mama“ ist nicht nur der Name für eine Person, sondern auch der Name für eine Vorstellung von dieser Person. Worte erlauben etwas zu sehen, ohne dass es wirklich erscheint. Das Kind „sieht“ Mama in seiner Vorstellung, auch wenn sie gerade nicht da ist.
Die Vernunft beginnt, nicht nur mit Vorstellungen zu spielen, sondern dieses Spiel auch zu erweitern, indem Worte erfunden werden. Das kleine vernunftbegabte Lebewesen wächst heran, indem es sich in eigene Möglichkeiten des Spielens hinein träumt. Mit der Vernunft erwacht das Denken. Das Bewusstwerden wird zum Bilderleben, zum Bilder-Leben der Fantasie und zum Bild-Erleben der Seele. Zur Fantasie gesellt sich das Gefühl. Gefühle schaffen sich mit Hilfe der Vorstellungskraft eigene Bilder.
Summa
Reize werden zu Lauten. Reize werden verlautbart. Verlautbarungen erweisen sich als Namen. Namen werden zu Bestellungen. Nicht angenommene Bestellungen hinterlassen Namen von Vorstellungen und verbleiben als Worte. Worte werden zu Namen für Bilder und Vorstellungen. Fantasie und Gefühl verbünden sich und schaffen eigene Worte.
Worte versammeln sich zur Menge mitteilbarer Bilder und schaffen so Sprache, denn diese Bilder streben danach, sich zu einer Geschichte zu verbinden. Der Name für das Inszenieren solcher Geschichten lautet „Denken“. Als Bilderleben geschieht Denken als das versprachlichte Anschauen innerer Bilder.
Die mit Hilfe der Fantasie und mit Hilfe des Gefühls erzeugten Bilder können wiederum zur Sprache gebracht werden. Das vernunftbegabte Lebewesen vermag sich dabei zuzusehen und als „Ich bin das, der das macht!“ zu erfahren. So wird die Möglichkeit „Ich“ zu sagen geboren.
(The fantasy as a language teacher)
The development of intelligence and aptitude is solely based on comparison and determination by external signals.
This is a very creative process. This can be seen very well in the development of a word. The great teacher of the brain is the repetition of the same again and again.
Fantasy is a ability that uses supernatural or metaphysical forms as primary elements. Metaphysical forms are forms that exist prior to all experience. Fantasy is the other great teacher of the brain.
Example:
The little child hears a certain result from sounds.
By the repetitions of this result of sounds it recognizes this certain result of sounds again.
When the child hears this result, it expects a certain person or a particular animal. The child recognizes a specific sequence of sounds as a sign.
One day it begins to imitate a particular sequence of sounds. The mother hears the sound imitation of the dog barking. She gets the dog and shows it to her child; at the same time she imitates the barking. This process continues, and the child recognizes that it can order something with the help of a certain sequence of sounds! The sequence of sounds has become the word! Perhaps the first word of a young child of dog lovers is „bow-wow“.
The mind slumbering in a reason-gifted living being awakes, while it receives the language of its surroundings. The little living being becomes attentive on events due to sense because they themselves announce to him. Certain sounds stand for certain events due to sense.
These are sounds which stand for events due to sense. And the little being understands that it is also able to announce itself what proceeds in him physically and emotionally.
Bit by bit sounds combine to names and allow the experience, that with certain words certain events can be ordered. The call "mummy" causes that mummy comes.
More and more names collect and more and more often the experience is made that not all orders are accepted. Names become words. Words are names which make from a real event only an imagined one. The word "mummy" is not only the name for a person, but also the name for an image of this person. Words allow to see something, without its real appearance. The child "sees" mummy in his image, even if she is not just there.
The reason begins not only to play with images, but also to extend this play by inventing words. The small reason-gifted living being grows up, while it dreams itself into own possibilities of the playing. With the reason awakes the thinking.
Becoming conscious becomes the picture experience, the picture life of the imagination and the picture experience of the soul. The feeling joins to the imagination. Feelings create own pictures with the help of the imagination.
Sum
Signals become sounds. Charms are announced. Announcements turn out names. Names become orders. Not accepted orders leave names of images and remain as words. Words become names for pictures and images. Imagination and feeling ally with another and create own words.
Words assemble to the amount of communicable pictures and create in such a way language, because these pictures strive to combine to a history. The name for producing such stories is "thinking". As a picture experience thinking happens as verbalized visualizing of internal pictures.
With the help of the imagination and with the help of the feeling to generated pictures can be brought up again. Besides, the reason-gifted living being is able to watch itself and when „I am this which makes this!“ to get to know. Thus becomes the possibility "I" to say born.
The pictures, generated with the help of the imagination and with the help of the feeling, van be verbalized again. Besides, the reason-gifted living being is able to watch itself and get to know as „I am this who makes this!“ Thus the possibility to say „I“ is born.
wfschmid - 21. November, 05:30
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