Unilogo

10
Okt
2005

Deklination

deklination

Morgen ist das Gestern von Heute.
Heute ist das Morgen von Gestern.
Gestern war das Morgen von Heute.
Nachher ist das Vorher von Jetzt.
Jetzt ist das Nachher von Vorher.
Vorher war das Nachher von Jetzt.
Der Tod ist das Jenseits des Lebens.
Das Leben ist das Diesseits des Todes.
Diesseits ist das Jenseits des Nichts.

9
Okt
2005

Selbst-Befriedigung

selbst-befriedigung

Befriedigst du dich selbst?
Das sage ich nicht!
Hast du keine Bedürfnisse?
Ach so!

Warum: Ach so?
Ach, ich dachte etwas Anderes.
Nicht an Bedürfnis-Befriedigung?
Ja, nein, ich meine nein.
Befriedigen ohne Bedürfnis?
Nein, das ist auch ein Bedürfnis.
Also doch!

8
Okt
2005

Nichtskönner

nichtskoenner

Wie viele Begriffe schaffen Sie?
Ich bin nicht im Training.

Bewegen Sie sich gar nicht?
Sie meinen geistig?

Rede ich so undeutlich?
Sie sprechen vom Begreifen!

Also wie viele Begriffe können Sie?
Ich kenne viele, aber können ...?

7
Okt
2005

Ein Blick

ein-blick

Ein Blick. Einblick.
Eine Sicht. Einsicht.
Ein Klang. Einklang
Einkehr. Kehre

6
Okt
2005

Bekenntnis

bekenntnis

Ein verwirrter Begriff begegnet einer Formel.
Ich habe dich gesucht, sagt er zu ihr.
Du sieht ja vollkommen angegriffen aus!
Die Meinungen sind über mich hergefallen.

Woher kommst du, dass du so aussiehst?
Ich komme aus der Geisterwissenschaft!
Und jetzt weisst du nicht mehr, was du bist.
Ja, jeder nennt mich mit anderen Namen.
Und was erwartest du arme Worthülse von mir?
Ich möchte dich nur anschauen, deine Klarheit,
deine Strenge und Aufrichtigkeit betrachten.
Ich bin kein Vorbild für Begriffe von Geistern.

Ich möchte nicht länger mehr Begriff bleiben.
Es macht mich völlig niedergeschlagen,
nicht zu wissen, wer ich eigentlich bin.
Ich möchte zur Natur, dorthin, wo du bist.

5
Okt
2005

Ärgernis

aegernis

Ich kann dich nicht durchlassen!

Ich bin ein Begriff, sagt das Wort.

Du hast dafür keinen Ausweis!

Ich bin als allgemein gültig anerkannt.

Das macht nichts. Du hast keinen Pass!

Ich bin doch eindeutig und abstrakt.

Genau das ist es. Dir fehlt das Bild!

Ohne Passbild kannst du alles sein,
sagt das Neuron und schickt ihn zurück!

4
Okt
2005

Vorsatz

vorsaetze

Vorsatz ist der Satz vor einem Satz.
Vorsatz ist noch kein Einsatz.

Dazwischen liegen viele Sätze.
Die Ausrede ist der häufigste Nachsatz.

Vorhaben bedeutet: noch nicht haben.
Vorstellen heißt: sich noch nicht stellen.

Absicht ist keine umgesetzte Einsicht.
Pläne schmieden braucht keine Kraft.

Weich gefasste Sätze sind Stolpersteine,
Ausreden, die für uns im Weg liegen.

Vorsätze pflastern den Weg ins Versagen,
weil wir uns vornehmen, statt anzunehmen.

3
Okt
2005

Lesen

lesen

Lesen bedeutet Übersetzen
von Worten in Bilder,
von Bildern in Erfahrung,
von Erfahrung in Sehen.

Lesen öffnet das innere Auge.
Lesen braucht Zeit.
Besinnung erzeugt inneres Licht.
Inneres Licht schafft Einsicht.

2
Okt
2005

Klang

klang

Der Klang eines Wortes ist gefühltes Sagen.
Der Ton bringt den Sinn in das Wort.

Auf den Klang einer Stimme achten,
bedeutet mehr als nur hören: Zuhören.

Der Klang des geschriebenen Wortes
wird durch die innere Stimme erzeugt.

Lesen komponiert das geschriebene Wort
als neue, tief empfundene Erfahrung.

1
Okt
2005

Wörter und Worte

woerter-worte

Wörter sind Zeichen.
Nicht immer.

Wörter sind Leerzeichen.
Nicht immer.

Wörter sind Laute.
Immer.

Worte schenken Bilder.
Immer.

Worte sind Aussagen.
Immer.

Worte helfen.
Nicht immer.

30
Sep
2005

Prüfung

pruefung

Sind Sie aufgeregt?
Ich bin sehr aufgeregt!
Das brauchen Sie nicht.
Woher wissen Sie das?

Sind Sie nicht vorbereitet?
Ich bin gut vorbereitet!
Dann kann Ihnen nichts passieren.
Woher nehmen Sie diese Sicherheit?

Sind Sie sehr unsicher?
Ich weiss ja nicht, was kommt!
Alle Fragen sind einfach.
Können Sie das wirklich?

29
Sep
2005

Nichts gesagt ist nicht nicht gesagt

nichts-gesagt

Was sagtest du?
Ich sagte das so.
Nein, so war es nicht.
Das war anders gesagt.
Ich benutzte die selben Worte.
Wörtlich genau so?
Das sagte ich.

Was sagtest du?
Das sagte ich doch eben.
Ich hörte etwas Anderes.
Hast du dich nicht verhört?
Nein, ich weiss es genau.
Was weisst du genau?
Das, was du sagtest.
Was fragst du dann?

28
Sep
2005

Häuser

haeuser

Haus ohne Leben, sage ich.
Haus zu leben, sagen sie.
Ich will nicht hinein, sage ich.
Du musst pünktlich sein, sagen sie.

Häuser wie Bienenstöcke ohne Honig,
Tag für Tag schwärmen Menschen.
Teilen sich die Arbeit ohne Wert,
Rackern sich ab, verschwendete Kraft.

Arbeiten ohne Sinn, sage ich.
Arbeit für den Erfolg, sagen sie.
Ich will das nicht, sage ich.
Du musst es, sagen sie.

Häuser wie Blumen ohne Blüten.
Täglich holen sie das Gleiche.
Menschen flüchten, ferne Träume,
Ertragen die Schwere der Leere.

Leben ohne Sinn, sage ich.
Karriere, sagen sie.
Ich will Höhe nicht, sage ich.
Du brauchst dünne Luft, sagen sie.

Häuser wie Schatten ohne Licht.
Tag für Tag untergehende Seelen.
Mobbing aus Rache,
Tote Seelen.

Existenz ohne Sein, sagt der Gott.
Das machen alle, sage ich.
Du hast Leben nicht erfahren, sagt er.
Ich hab es versucht, sage ich.

Häuser ohne Leben, sage ich.
Du hast das Haus gefunden, sagen sie.
Ich will da nicht hinein, sage ich.
Du musst pünktlich sein, sagt der Tod.

27
Sep
2005

Sprache der Wissenschaft

sprache-der-wissenschaft

Wer etwas wissenschaftlich mitteilt, teilt Tatsachen mit. Eine wissenschaftliche Aussage ist richtig, aber nicht wahr. Das klingt befremdlich. Natürlich besteht jeder Wissenschaftler auf dem Wahrheitsgehalt seiner Aussage. Damit die Wissenschaften Wahrheit für sich beanspruchen können, bestimmen sie gewisse Bereiche, in denen ihre Aussagen gültig sind. Der Kompromiss besteht also darin zu erklären, dass wissenschaftliche Aussagen relativ wahr sind, und zwar wahr innerhalb des Systems, auf dem sie beruhen.

Jetzt wird vielleicht deutlicher, warum sich die Sprache der Wissenschaft sehr oft durch Unverständlichkeit hervortut. Man muss in dem Bereich zu Hause sein, in dem diese Sprache gesprochen wird. Kennt man sich in einem wissenschaftlichen Gebiet nicht aus, dann klingt die Sprache der Wissenschaft wie eine Fremdsprache. Man muss dann die Sprache einer Wissenschaft wie eine Fremdsprache erst erlernen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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