Unilogo

10
Feb
2007

Fall:

rohstoff

X sitzt am Schreibtisch. X will einen Text verfassen. X mangelt es an Gedanken, die unterwegs zur Sprache sind. X sieht keine Möglichkeiten der Versprachlichung.

Alternative:

X kann entweder abwarten oder zufällig ein interessantes Wort wählen und um dieses Wort herum das schreiben, was gerade einfällt. Im zweiten Fall entsteht sprachlicher Rohstoff, der sich auf einen Gedankengang hin gleichsam wie Ton modellieren lässt.
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9
Feb
2007

Nicht einfach

vergangenheit-zukunft

Das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lässt sich symbolisch zunächst so erfassen: Vergangenheit | Zukunft. Die Gegenwart ist gleichsam die Zeitgrenze zwischen Vergangenheit und Zukunft. Was das Seiende angeht, so lässt sich Zukunft als das Hinzufügen (+) und Vergangenheit als das Wegnehmen (-) beschreiben. Es existiert keine Zukunft mehr, sobald das Hinzufügen eingestellt wird. Das Einstellen der Zukunft ist die absolute Seinsgrenze des Werdenden. An dieser Grenze fällt es aus der Wirklichkeit in die Möglichkeit zurück. Durch diesen Rückfall ändert sich nichts, da jede Wirklichkeit immer schon als Möglichkeit vorhanden und verfügbar ist.
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8
Feb
2007

Absoluter Anfang

absoluter-anfang

Der bedingungslose (absolute) Anfang entsteht durch Zufall. Vor dem absoluten Anfang existiert nichts, das diesen hervorbringen könnte.

Vor dem absoluten Anfang existiert der Zufall. Was für das eine System Nichts bedeutet, das ist für ein anderes Sytem Etwas. Zufall ist das Zusammenspiel von für das System S' verborgenen Prozessen des Systems 'S.

Zufälle sind Repräsentanten parallel exstierender Systeme. Ereignisse, die sich nachträglich innerhalb eines Systems erklären lassen, werden "Los" oder "unechter Zufall" genannt. "Lose" oder "unechte Zufälle" lassen sich im Gegensatz zu "(echten) Zufällen" mit "Wahrscheinlichkeit" angeben.
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7
Feb
2007

Die Enstehung eines Gedankens

gedanke-entsteht

Ein Gedanke, der sich mitteilen möchte, braucht Zuwendung. Etwas ist da, hat einen Eindruck zurückgelassen. Ein Gefühl von etwas Entstehendem ist körperlich spürbar. Erste Bilder zeigen sich, noch unscharf, ohne wörtliche Fassung. Die Bilder bewegen sich schnell. Etwas bewegt sie, damit sie sich klarer zeigen können. Eine entspannte Betrachtung einerseits und die auswählende Konzentration auf den sich andeutenden Inhalt andererseits wechseln in rascher Folge. Einzelne Worte sind plötzlich da. Sie bringen ihre Bilder mit. Worte verbinden sich. Es sind noch keine Sätze. Eine letzte Anstrengung ordnet Vorhandenes und ergänzt noch Fehlendes. Der Gedanke ist angekommen.
(urs)

6
Feb
2007

Zu Eigen machen

zu-eigen-machen

Die Erde umkreist die Sonne und dreht sich dabei um sich selbst. Wir legen eine Strecke von A nach B zurück. Wahrnehmungsinhalte wechseln und beeinflussen das Bewusstsein. Erlebtes wird mit Hilfe von bereits Erfahrenem gedeutet. Das Selbstbild verändert sich ineins. Ein Früher wird dem Heute gegenüber gestellt. Vergleiche schaffen augenblicksbezogene Markierungen. Gefühle zeigen die Bekömmlichkeit dieser Orientierungen an. Sie bestätigen die Art der Fortbewegung oder veranlassen Korrekturen.
(urs)

5
Feb
2007

Gedehnte Zeit

gedehnte-zeit

Wer etwas sehr Ungewöhnliches erlebt, kann nachträglich feststellen, wie sehr sich das Zeitgefühl veränderte. Während des Geschehens werden die verstreichenden Zeiteinheiten nicht wahrgenommen. Das Bewusstsein ist vollständig beanprucht. Aufmerksamkeit und Konzentration wechseln in rascher Folge. Das Gefühl begleitet das Geschehen. "Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging!", sagen wir. Werden dagegen die Erlebnisse betrachtet, dann ist die Beurteilung vielleicht umgekehrt: "Was ich alles erlebt habe (...in so kurzer Zeit)!"

Der Wechsel von gleichmäßigen Bewegungen innerhalb des Vertrauten und einem raschen 'Stakkato' von Ungewöhnlichem gibt dem Gehirn Nahrung. Die durch Dynamik gedehnte Zeit verlängert nicht nur die erlebte Zeit sondern das Leben selbst.
(urs)

4
Feb
2007

Axiomatik III

Etwas im Verhältnis zu sich selbst

§ 6.a Etwas zeichnet sich durch allgemeine Eigenschaften aus.
§ 6.b Etwas zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus.

§ 7.a Etwas ist Form (Wesen).
§ 7.b Etwas ist Gestalt.

§ 8.a Etwas verhält sich.
§ 8.b Etwas verhält sich nicht.

§ 9.a Etwas wird durch seine Umgebung beeinflusst.
§ 9.b Etwas wird durch seine Umgebung nicht beeinflusst.

§ 10.a Etwas verursacht Etwas.
§ 10.b Etwas wird durch Etwas gesteuert oder geregelt.

§ 11.a Etwas verbraucht Ressourcen (Kraft, Energie).
§ 11.b Etwas erzeugt Ressourcen (Kraft, Energie).

§ 12.a Etwas ist Grund für Etwas.
§ 12.b Etwas ist Mittel zum Zweck.

§ 13.a Etwas ist Bedingung der Möglichkeit für Etwas.
§ 13.b Etwas ist Bedingung der Unmöglichkeit für Etwas.

§ 14.a Etwas braucht Raum.
§ 14.b Etwas braucht Zeit.
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3
Feb
2007

Axiomatik II

Etwas im Verhältnis zu Etwas

§ 1.a Etwas geht Etwas voraus.
§ 1.b Etwas folgt auf Etwas.

§ 2.a Jedes Ganze besteht aus Teilen.
§ 2.b Etwas ist Teil von Etwas.

§ 3.a Etwas ist Etwas gleich.
§ 3.b Etwas ist Etwas ungleich.
Ungleiches kann ähnlich, verschieden oder entgegengesetzt sein.

§ 4.a Etwas kann mit Etwas verbunden sein.
§ 4.b Etwas kann mit Etwas unverbunden sein.

§ 5.a Etwas kann Etwas beschleunigen.
§ 5.b Etwas kann Etwas verlangsamen.
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2
Feb
2007

Axiomatik I

Der bedingungslose (absolute) Anfang eines Systems entsteht durch Zufall. Vor diesem Anfang existiert zwar nur das Nichts, aber was für das eine System das Nichts bedeutet, das bedeutet für das andere System das Etwas.

"Jedes System ist Teil eines anderern Systems."

Wenn sich ein System innerhalb eines Systems entwickelt, muss es die Umgebung seiner Entwicklung nicht in jedem Fall kennen. Verborgene Grenzen können das System als solches grenzenlos erscheinen lassen.

Es existieren Systeme übergreifende Sätze. Diese Sätze heißen Axiome. Axiome sind unabhängig von jedem System und infolgedessen sich selbst erklärend. Axiome bedürfen deshalb keines Beweises.
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1
Feb
2007

Unterstützung

unterstuetzung2

Der Körper merkt sich alles. Ein kleiner Kratzer, ein besonders schönes Erlebnis - alles hinterlässt einen Abdruck. Auffällige Ereignissen bleiben eine Weile bewusst und können mühelos aus dem Gedächtnis wieder abgerufen werden. Die Wirkungen von Gewohnheiten fallen nicht direkt auf. Störungen sind meistens der Anlass für eine Selbstbeobachtung. Wer sein Verhalten ändern möchte, braucht die Unterstützung seines Körpers. Freundliche Angebote können ihn dazu bewegen, ungewohnte Abläufe anzunehmen und so nach und nach vertrautes, nicht mehr angemessenes Verhalten in den Hintergrund zu verlagern.
(urs)

31
Jan
2007

Gelungene Gespräche (2)

gelungene-gesspraeche2

Der Austausch von Gedanken dient der Mitteilung von Gefühlen. Ein gutes Gespräch lebt von der sich einstellenden harmonischen Schwingung, die wir als gutes Gefühl erleben. Ist es dann nicht naheliegend, sich unmittelbar über Gefühle auszutauschen?

Gefühle brauchen ein Medium, durch das sie getragen werden. Das sind die Inhalte, die einen Menschen bewegen und die sein Handeln bestimmen. Ein gemeinsames Projekt, das leidenschaftlich betrieben wird, ist die beste Voraussetzung für gelungene Gespräche.
(urs)

30
Jan
2007

Gelungene Gespräche

gelungene-gespraeche

Menschen, die miteinander sprechen, wollen verstanden werden. Eine wichtige Voraussetzung dazu ist das gemeinsame Interesse am Inhalt. Aufmerksamkeit ist ein Anzeichen dafür. Die Vernunft prüft die aufgenommenen Gedanken auf Klarheit. Ungenaue Formulierungen können durch Fragen trennscharf werden. Die erfolgreiche gemeinsame Entwicklung des Gedankenganges führt allein nicht zum Eindruck, Verstehen hergestellt zu haben. Es ist das Gefühl, das darüber entscheidet, ob ein solcher Austausch geglückt ist.
(urs)

29
Jan
2007

Gedanken unterwegs (2)

gedanken-im-fluss2

Wer einem Menschen zuhört oder einen Text liest, möchte verstehen. Er nimmt aufmerksam wahr und konzentriert sich auf den Gedankengang. Er macht sich das Aufgenommene zu eigen, indem er seine Gedanken damit verbindet. Die zumeist unbewusst mit wahrgenommene Körpersprache und Stimmung entscheiden über das Ausmass der Offenheit.
(urs)

28
Jan
2007

Gedanken unterwegs

gedanken-im-fluss

Die Gedanken eines Menschen können wir in der Regel nicht unmittelbar erfassen. Wer spricht oder schreibt, wählt aus. Er konzentriert sich auf das, was er zum Ausdruck bringen möchte. Inhalte, die zugleich bewusst sind, müssen im Hintergrund gehalten werden. Sie sind jedoch mit verantwortlich für die Entstehung der mitgeteilten Gedanken. Die Körpersprache vermittelt einen Eindruck von der Befindlichkeit und der Einstellung eines Menschens. Texte geben die Stimmung des Schreibenden wieder.
(urs)
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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