Unilogo

8
Sep
2010

Kunst ist wie Löwenzahn



Das Gehirn entwickelt während der Kindheit alle für das spätere Leben erforderlichen Strategien. Durch Versuch und Irrtum findet es heraus, welche Verhaltensweisen sich als erfolgreich erweisen und welche nicht. Alle erfolgreichen Verhaltensweisen sind immer noch vorhanden und stehen Ihnen zur Verfügung. Viele davon nutzen Sie unbewusst. Aber auch nicht wenige der erfolgreichen Verhaltensweisen liegen brach.
Kunst ist das Spiel des Gehirns, mit der es wie der Löwenzahn Betonwände vor den Tiefen der Seele sprengt.

Vorbild

Wenn Dir jemand Deinen Weg versperrt,
behauptet: „Du bist auf diesem Pfad verkehrt!"
Dann bleibe wie ein Löwenzahn ganz unverzagt
und tue, was dieser Ratgeber selbst niemals wagt!


Mittels Fantasie gelangen Sie in jene Zeit zurück, in welcher Ihr Gehirn damit beschäftigt war, erfolgreiche Verhaltensweisen zu entwickeln. Machen Sie also eine Zeitreise zurück in Ihre Kindheit, indem Sie Situationen und Ereignisse wieder bildhaft lebendig werden lassen. Das hat übrigens mit Meditation nichts zu tun. Es handelt sich um eine einfache natürliche Gedächtnisübung. Das Gehirn vergisst nichts. Wir vermögen oft nur nicht, uns auf geeignete Weise zu erinnern.

Übung: Unbewusstes Bilder-Leben wird zum bewussten Bild-Erleben.

Vergegenwärtigen Sie jenes Haus, in welchem Sie kurz vor Beginn Ihrer Grundschulzeit aufgewachsen sind. Zeichnen Sie einen Grundriss des Hauses oder der Wohnung. Versuchen Sie sich bildhaft vorzustellen, wie die einzelnen Räume aussahen. Es macht gar nichts, wenn Sie im Augenblick nicht alles klar oder auch gar nicht erkennen können. Wenn Sie alle Übungen dieses Buches durchgeführt haben, werden sich solche "Erinnerungslücken" zu Ihrer großen Überraschung ganz natürlich geschlossen haben. Zurück zur Übung. Sie sind dabei, sich im Alter zwischen fünf und sechs Jahren jene Wohnräume zu vergegenwärtigen, in welchen Sie sich als Kind aufgehalten und gespielt haben. Welche Personen in welchen Situationen begegnen Ihnen während dieser Übung?

7
Sep
2010

Was wir nicht alles mitbekommen



Bewusstsein ist nur ein sehr geringer Teil von dem, was im Gehirn geschieht oder unterbewusst längst an Entscheidungen vorbereitet worden ist.

Was ist der Unterschied zwischen "Unbewusstsein" und "Unterbewusstsein"? Unbewusst geschieht, was ohne unser Hinzutun ausgefiltert wird. So beachten wir gewöhnlich alles das nicht, was nichts mit unserer augenblicklichen Beschäftigung zu tun hat, zum Beispiel Geräusche oder Stimmen um uns herum. Unterbewusst geschieht, was ohne unsere unmittelbare Einflussnahme an Verarbeitung von Informationen geschieht, zum Beispiel das Entwickeln von Einfällen bzw. Ideen, Wünsche und Bedürfnisse, die wir haben.

Bewusst werden ungewöhnliche, auffällige oder störende Ereignisse in meiner Umgebung oder außergewöhnliche, aufdringliche oder unerledigte Dinge aus meinem Gedächtnis, damit ich entsprechend reagieren kann.

Die Erfahrung solchen Bewusstwerdens erleben wir als "Ich". Unsere gefühlsmäßige Stellungnahme empfinden wir als SelbstBewusstsein.

Die Ich-Erfahrung vermittelt uns den Eindruck von unmittelbarer Selbstbestimmung. Aber das Empfinden, Bewusstgewordenes steuern zu können, täuscht. Wir Menschen sind geschichtliche Lebewesen. Wir bestimmen unser Ich über unsere eigene Lebensgeschichte. Bewusst wird immer nur ein Teil dieser Geschichte. Diese Geschichte ist eine Lern- und Erfahrungsgeschichte. Aus diesem Grund können wir bewusstgewordenes Verhalten gewöhnlich auch nicht spontan ändern. Alles was wir gelernt haben, das müssen wir erst einmal wieder verlernen.

Als kleiner Ausschnitt unserer Lebensgeschichte gewährt uns das Bewusstsein nur jeweils sehr begrenzt Veränderungsmöglichkeiten. Wir haben bisweilen den Eindruck, etwas zu verdrängen. Das ist dann das, was uns das Unterbewusstsein aus bestimmten Gründen vorenthält.
Es ist schon sehr erstaunlich, dass uns die Natur in einem lebenswichtigen Bereich mit einem sehr schlechten Rückkopplungssystem ausgestattet hat. So werden Prozesse, die für uns sogar lebensgefährlich werden können, überhaupt nicht bewusst wie z.B. zu hoher Blutdruck, lebensbedrohliche Gefäßverengungen oder auch Diabetes. Dieser Darstellung werden Menschen widersprechen, die sich beispielsweise mit Techniken körperlichen Trainings wie Yoga, Tai Chi oder Zazen beschäftigen. Sie werden sagen, dass man die Fähigkeit der körperlichen Rückkopplung sehr wohl durch Sensibilisierung erwerben kann. Das widerlegt nicht die Tatsche, dass das Vermögen, körperlich zu empfinden von Natur aus schlecht ausgebildet ist. Nun ist aber auch die Wechselwirkung zwischen körperlichen und geistigen Prozessen seit alters her hinlänglich bekannt wie das der lateinische Spruch „Mens sana in corpore sano“ (Gesunder Geist in einem gesunden Körper) zum Ausdruck bringt. Letztlich läuft das auf eine Entscheidung hinaus. Man muss schon bereit sein, sehr viel Zeit in das körperliche Training zu investieren, denn mit Joggen oder Nordic Walking ist es nicht getan. Und das Philosophieren während des Radfahrens erlaubt wiederum die Begrenztheit des Kurzzeitgedächtnisses nicht, denn was helfen die besten Gedanken, wenn sie in Vergessenheit geraten?

6
Sep
2010

Fragen sind die Fenster des Bewusstseins



Um Perspektiven des Wahrnehmens und Aspekte des Denkens möglichst trennscharf einstellen zu können, verfügt unser Bewusstsein über besondere Fähigkeiten. Das lässt sich am ehesten mit einer Kamera oder mit einem Mikroskop vergleichen. Wir können Gegenstände mit Hilfe geeigneter Fragen
aus großer Ferne oder Nähe abbilden. Im einzelnen vermag das Bewusstsein folgende Einstellungen vorzunehmen, wobei die Übergänge fließend sind:

entfernen bzw. verkleinern (1),
annähern bzw. vergrößern (2),
Unschärfe bzw. angleichen (3),
Schärfe bzw. unterscheiden (4),
Weite bzw. hinzufügen (5),
Enge bzw. weglassen (6),
Situation oder Ereignis bzw. verdichten (7)
und
Geschehen bzw. auflösen (8).

Schauen wir uns diese Fähigkeiten einmal genauer an: Ferne (1): ein Wohnhaus aus der Vogelperspektive, Nähe (2): Vorderansicht eines Wohnhauses, Unschärfe (3): irgendein Gebäude, Schärfe (4): mein Elternhaus, Weite (5): Umgebung meines Elternhauses, Enge (6): Eingang meines Elternhauses, Ereignis oder Situation (7): mein Elternhaus mit Baugerüst, Geschehen (8): mein Elternhaus wird gerade renoviert (Film).

Wir haben uns diese Fähigkeiten unseres Bewusstseins am Beispiel von erinnerten Wahrnehmungen angesehen. Können Sie das auf einen Gedankengang übertragen, beispielsweise auf das Planen eines Vorhabens bzw. Projekts?

Ferne (1): Verfassen eines Beitrags, Nähe (2): Gedanken zur Leserschaft, Unschärfe (3): noch vage Überlegungen zum Thema, Schärfe (4): Titel des Beitrags, Weite (5): vorhandene Literatur zum Thema, Enge (6): eigene Gedanken, (7): Gliederung, Geschehen (8): Planen und Festlegen der einzelnen Schritte.

Übung: Machen Sie sich die beschriebenen Fähigkeiten des Bewusstseins an einem eigenen Beispiel klar. Das kann ein Projekt, die Vorbereitung eines Festes, eine Reise oder schlichtweg Ihr Berufsalltag sein.

5
Sep
2010

Gastbeitrag von Olaf Probst



Personifizieren Sie das Rechteck?

Ich habe hier ein aus Pappe gebasteltes Modell aus drei Rechtecken im Goldenen-Schnitt-Verhältnis, die sich rechtwinklig dreidimensional schneiden. Und weißt du, was herauskommt, wenn man die Eckpunkte der Rechtecke miteinander verbindet? Ein Ikosaeder! Ist das nicht der Hammer? Ich finde das so schön - das möchte ich nicht mit menschlichen Abgründen verquicken.

Das Rechteck ist ein Begriff, den ich auf keinen Fall personifizieren möchte. Die Schönheit, die ein solches Gebilde in sich birgt, ist so vollkommen rein und kristallklar. Es birgt keine Abgründe, weil es nichts verbirgt, was zu entdecken irgend eine Art von Schmerz oder Traurigkeit hervorrufen könnte. Das gerade ist das Erholsame für mich an der Versenkung in diese reinste Form der Ideen. Eine Art Askese. Ein Eintauchen in eine Welt des Hintergründigen ohne Oberfläche. Die Wesen dieser Welt zu personifizieren hat in meinen Augen etwas von einem Anstrich mit Nitrolack.

4
Sep
2010

Einspruch



Zugegeben, die letzte Aufgabe setzt „Begabung“ voraus, damit Sie diese überhaupt verstehen und damit etwas anfangen können. Gemeint war eine Kurzgeschichte, in der das Rechteck sich persönlich vorstellt. Das könnte natürlich auch ein Gedicht sein.


Einspruch

Ich finde es schon ein starkes Stück:
Quadrate halten mich für zu dick!
Ich hab' nicht vier mal die gleiche Seite,
zwei davon gingen in die Breite.
Ich bin nicht dick, sondern nur breit
und kann wachsen sehr sehr weit,
als Band werde ich zum Längen- und Breitengrad,
umspanne die ganze Erde wie ein riesiges Rad!

Selbstverständlich lässt sich das besser machen und künstlerischer gestalten. Das sollte hier auch nur ein Entwurf einer Idee sein, offen für jede Verbesserung.


Eine einfache Intelligenzprüfung

Begriffe sind wiederholbare Verhaltensmuster oder Handlungsentwürfe. Alltägliche Begriffe dulden Abweichungen oder Abwandlungen. Wissenschaftliche oder handwerkliche Begriffe dagegen beinhalten strenge gleichbleibende Ablaufvorschriften. Im Gegensatz zu Alltagsbegriffen wirken Wissenschaftsbegriffe auf den ersten 'Blick' recht starr.
Im Begreifen steckt das Greifen. Der Begriff ist aber erst dann und nur dann echt, wenn er den praktischen Zugriff auf etwas ermöglicht.

Der Begriff ist wesentlich praktischer Natur. Er dient dem Experiment, der Organisation, der Konstruktion oder auch Berechnung von Gegenständen oder Ereignissen und erlaubt damit Diagnosen und Prognosen.

Das Definieren, das Herstellen von Begriffen also, ist die linkshemisphärische Art zu gestalten. Es ist die Zuspitzung linkshemisphärischer Leistung.
Im beruflichen Alltag benötigen wir Definitionen, um Sicherheit in den unterschiedlichen Verkehrsnetzen zu gewährleisten, um komplizierte Operationen, Tests oder Simulationen durchzuführen oder technische Geräte zu bauen.
Der Begriff ist die zugespitzte Gestalt der Information, d.i. die allgemeine Form eines Vorgehens, eine Formel also.

Die allgemeine Vorstellung einer Handlung, beispielsweise das Konstruieren eines Kreises ist aber wiederum zugleich auch ein Bild, folglich eine rechtshemisphärische Angelegenheit. Sobald die linke Hemisphäre zur Höchstform aufläuft, tut sie sich mit der rechten zusammen.

Sie haben hier die Gelegenheit, Ihre Intelligenz zu prüfen. Nennen Sie einfach aus Ihrem beruflichen Bereich zwölf Begriffe. Denken Sie dabei aber bitte daran, dass sich das, was Ihre Begriffe beinhalten, sehen lassen können oder mathematisch nachweisbar sein muss. Begriffe, die das nicht leisten, heißen Schlagwörter. Sogenannte Unterhaltungswissenschaftler, die sich in den sogenannten allgemeinen Erziehungswissenschaften, aber auch in der Philosophie besonders häufig tummeln, spielen mit 'Wort-Blümchen'.


Welt

Eingesperrt im selbst gebauten Haus,
niemand kann aus seiner Haut heraus.
Aber kommt doch jemand hinaus gerannt,
weil Ärger in ihm die Wut entbrannt,
dann ist er keineswegs von sich befreit,
sondern eingeschlossen in Einsamkeit.
Das Ich bleibt im Selbst eingesperrt,
durch Ungeduld und Gedanken verzerrt.
Gedanklich vergebliches Gebaren
bei der Suche nach vermeintlich Wahren.
Allein unermüdliches Fragen öffnet Dein Haus
und lässt Dich schließlich doch aus Dir heraus!

3
Sep
2010

Ich habe nur meine Welt



Welt, das ist immer das Gesamt der Vorstellungen, in welchen der einzelne Mensch bei sich selbst zu Hause ist. Religion, Philosophie, Kunst und Wissenschaft sind Wege, die aus der individuellen subjektiven Sicht von dem, was uns umgibt, herausführen. Der Weg, der hier gewählt worden ist, ist der philosophische wissenschaftliche Weg.Das ist der zureichende Grund für das Training des Bewusstseins als trennscharfe Organisation der Bildung von Begriffen.

Das Ergreifen von Welt hängt vom Begreifen ab, also von der Anzahl verfügbarer Begriffe. Begriffe sind Informationen, die im Bewusstsein eine klare Vorstellung über den Ablauf von Handlungen erzeugen und unser bewusstes Verhalten regeln.

Ein Begriff ist erst dann und nur dann vollständig, wenn er unser Bewusstsein ganzheitlich anspricht. Was bedeutet das?

Ein Begriff regelt 1. unser Wahrnehmen, d.h. er beinhaltet das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Er macht uns achtsam für bestimmte Ereignisse oder Situationen. Unser Gehirn reagiert auf die Vergegenwärtigung eines Begriffs und spiegelt diese Reaktion in unserem Bewusstsein als Stimmung. Weil Begriffe Orientierungswert für das Gehirn haben, verbessert sich unsere Stimmung um so mehr, je klarer der Begriff ist, den wir gerade vergegenwärtigen. Schlecht gestimmte Menschen sind sehr oft begriffsstutzig oder gar begriffslos.

Ein Begriff regelt 2. unser Betrachten, d.h. er beeinflusst die Dauer unserer Auseinandersetzung mit einem Wahrnehmungs- bzw. Bewusstseinsinhalt. Er sagt uns, wie intensiv wir uns auf Ereignisse oder Situationen einlassen sollen. Das Gehirn reagiert auf diesen begrifflich geregelten Hinweis, indem es uns Gelassenheit schenkt und eine angemessene Nähe zulässt oder einen hilfreichen Abstand bestimmt. Gestresste Menschen haben sehr oft das Gefühl für den Augenblick (= Gelassenheit) verloren.

Ein Begriff regelt 3. unser Beobachten, d.h. er lässt uns offen werden für das Entdecken von Zusammenhängen. Das Gehirn reagiert darauf emotional, fördert also das Suchen nach entsprechenden Eigenschaften, indem es neugierig macht. Neugier ist die Kraft des Suchens. Menschen, die nicht schöpferisch tätig sind, fehlen Begriffe.

Ein Begriff regelt 4. unser Begreifen, d.h. er lässt uns spüren und aufspüren, was sich, in dem, was wir gerade vergegenwärtigen, Neues zeigt. Begreifen und das Entdecken von Neuem ist ein und dasselbe. Ein Begriff zeigt das, was er beinhaltet, immer wieder anders. Weil das schöpferische Gehirn Wiederholungen meidet, zeigt es uns auch längst Erkanntes immer wieder unter einer neuen Perspektive und unter einem anderen Aspekt. Das Gehirn belohnt das Begreifen, indem es neben der Stimmung auch die Einstellung zu einem Ereignis oder einer Situation sehr positiv bestimmt. Negative Einstellungen zeugen von fehlenden Begriffen.

Ein Begriff regelt 5. unser Tun, d.h. er bewegt uns dazu, das anders Wahrgenommene, das unterschiedlich Betrachtete, das abweichend Beobachtete und das neu Begriffene auch auszuprobieren, indem es in die Tat umgesetzt wird. Das Gehirn spiegelt diesen Tatendrang gefühlsmäßig im Bewusstsein wieder. Engagierte Menschen sind reich an Begriffen.

Der schöpferisch spielende Mensch weiß damit sehr wohl etwas anzufangen. Blitzartig, spontan spielt sein Gehirn mit dem Begriff „Rechteck“, indem es beispielsweise das geometrische Konstruieren oder das künstlerische Gestalten eines Rechtecks ganz anschaulich wie in einem Kurzfilm ins Bewusstsein projiziert. Das Ich kann sich im Kopfkino auch eine Art Trickfilm anschauen. Da gestaltet sich ein Raum, in dem sich das Rechteck bewegt und die wenigen Eigenschaften besonders in Szene setzt, wie z.B. seine Diagonalen. Damit zeigt sich aber das Gehirn nicht zufrieden. Zum Begreifen gehört nicht nur der Kopf (Geist) und Herz (Gefühl), sondern auch die Hand (Initiative). Bei wem das in den Zusammenhang mit Bild-er-leben gesetzte Rechteck schöpferisches Handeln in Gang setzt, der ergreift auch die Initiative. Das Rechteck könnte so beispielsweise der Anlass zu einem Gedicht, zu einer Kurzgeschichte, zu einer Skizze oder zu sonst irgendeinem schöpferischen Tun gewesen sein. Die Initiative selbst muss gar nicht mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang zum Anlass stehen. Naheliegend war jedoch dies: die Initiative zu ergreifen und über das "Innenleben des Rechtecks" zu berichten. Allein schon diese Initiative beweist, das man sich auf den Umgang mit Begriffen versteht. Und hier gilt die Tat, nicht der Vorsatz.

Aufgabe: Personifizieren Sie das Rechteck und beschreiben Sie dessen Charakter!

2
Sep
2010

Tatsachen und Spielsachen


Gefühle empfinden, das initiiert das Bilderleben. Grundsätzlich inszenieren Begriffe im Bewusstsein genaue Vorstellungen über den Ablauf von Handlungen. Das Problem ist nur, dass mit Begriffen oft so unsachgemäß umgegangen wird, dass erst gar keine Bilder im Kopf entstehen können.

Der angemessene Umgang mit Begriffen wird in der Regel nicht gelehrt. Die Folge ist, dass das Gehirn Begriffe mit Bezeichnungen bzw. bloßen Benennungen verwechselt und diese dann identifiziert oder allenfalls noch interpretiert, statt sie als Bilderleben lebendig werden zu lassen.

Aufgabe: Jeder kann leicht und schnell prüfen, ob er sich im Umgang mit Begriffen auskennt. Um diesen Test so eindrucksvoll wie möglich durchführen zu können, soll einer der einfachsten Begriffe ausgewählt werden.

Dieser Begriff lautet: Rechteck.

Jeder weiß, was ein Rechteck ist. Sobald beim Lesen des Wortes "Rechteck" die Vorstellung von einer Rechteckfläche entsteht, verarbeitet das Gehirn dieses Wort auf der Grundlage des Wiedererkennens (Identifikation). Das lässt sich leicht daran erkennen, dass das Wort "Rechteck" eine Art Standbild - vergleichbar mit einem Dia - ins Bewusstsein projiziert, aber eben keine Folge von Bildern eines Ablaufes, Momentaufnahmen einer Handlung also.

Sollten Sie jetzt nichts mit dieser Erklärung anzufangen wissen, dann verfügen Sie noch über keine Erfahrungen im Umgang mit Begriffen. Falls Sie das Rechteck in Bewegung gesehen haben, vielleicht, indem dieses seine Größe oder auch Farbe wechselte, haben Sie mit dem projizierten Standbild gespielt, aber eben immer noch keine typisch begriffsbedingte Projektion erfahren.

Der Begriff "Bilderleben" hat eine zweifache Bedeutung:

1. Bild-Erleben, das ist vorwiegend die Arbeit der linken Gehirnhälfte und
2. Bilder-Leben, das ist überwiegend die Arbeit der rechten Gehirnhälfte.

Ein Begriff wird erst dann und nur dann verstanden, wenn es zum Bilderleben kommt. Das Begreifen von Welt hängt von der Anzahl verfügbarer Begriffe ab. Begriffe sind Informationen, die im Bewusstsein eine klare Vorstellung über den Ablauf von Handlungen erzeugen und unser bewusstes Verhalten regeln. „Begriffe sind Tat-Sachen“!
„Kompositionen sind Spiel-Sachen!“

Eine Musikkomposition entsteht aus dem Spiel der Intuition mit Tönen und Tonfolgen oder auch aus dem Zufall, indem der Komponierende Klangbilder versucht und so lange verändert, bis ihm eines davon gefällt. Um aber dieses Klangbild festhalten zu können, bedarf er der Fähigkeit der linken Hemisphäre, welche die Klänge in einem wohlgeordneten Notenbild festzuhalten vermag.

Umgekehrt wird die Komposition künstlerisch nicht dadurch zu Gehör gebracht, dass der Musiker die Notenfolgen auf seinem Instrument zu Gehör bringt. Der künstlerische Ausdruck entsteht erst durch das Spiel mit den Noten auf dem Instrument beispielsweise durch Variation des Anschlags, Geschwindigkeit oder Druck der Tasten oder Saiten. Das trifft auf jede Art von produktiver Tätigkeit zu, gleichgültig, ob ich einen Artikel schreibe oder eine Vorlesung halte. Nicht einmal ein Nachrichten- oder Sachartikel entsteht allein mit Hilfe der linken Hemisphäre.

Der professionelle Schreiber macht sich Gedanken über die Leser und überlegt, welche Art und Weise zu schreiben gerade bei dieser Nachricht oder Sache angebracht ist. Gerade die Artikel von Wissenschaftsjournalisten demonstrieren oft die hohe Kunst, schwierige Dinge ganz einfach zu vermitteln. Dreiplusneun versucht, das Gleichgewicht von Begabung und Intelligenz wieder herzustellen. In der Praxis bedeutet das in der Regel die Schwächung der einseitigen Bevorzugung von Intelligenz. Bei der sogenannten Hochbegabung hat das die Natur immer schon selbst geregelt, also gegen alle Erziehung das Ungleichgewicht zwischen linker und rechter Hemisphäre verhindert. Dreiplusneun überwindet das Ungleichgewicht zwischen „links“ und „rechts“ durch gezieltes Fördern der rechten Hemisphäre, und zwar durch Herausfordern der linken Hemisphäre.

Aufgabe: Erfinden Sie neue Wörter und geben Sie Ihnen Bedeutungen!

1
Sep
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Aufgabe: Kennen Sie Ihre Gefühle und kennen Sie sich selbst dabei? Fühlen Sie überhaupt die eigenen Gefühle und verstehen Sie, was diese Ihnen sagen wollen, z.B. jetzt im Augenblick? Finden Sie Antworten!


Unangenehme Gefühle wie Belästigung, Unbehagen, Missfallen, Verdruss, Verstimmung sind Beispiele für emotionale Anzeigen dafür, dass dem eigenen Streben und Bestreben etwas zuwiderläuft.

Ärgernisse rauben gewöhnlich Ressourcen. Das hat zur Folge, dass der Abstand zu einem Ereignis oder einer Situation verloren geht und die Wahrscheinlichkeit von Fehlverhalten wächst. Aus diesem Grund sollte man aus einer Verstimmung heraus nie einen Entschluss fassen oder eine Entscheidung fällen.

Destruktive Kritik oder Vorwürfe vermindern die Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit. Das Vermögen, klare Gedanken zu fassen, wird blockiert und macht vorschnellen unvorsichtigen Reaktionen Platz.

Um übereilten Verhaltensweisen keine Gelegenheiten zu geben, sollten Ärgernisse im wortwörtlichen Sinn vertagt, also überschlafen werden. Wer sich ärgern lässt, macht sich von anderen abhängig. Befreien Sie sich aus dieser Abhängigkeit auf vernünftige Weise, indem Sie Zeit und damit Abstand gewinnen. Unter Stress können Sie von sich keine vernünftige Reaktion erwarten.

Sie können sich natürlich auch selbst ärgern, indem Sie Missgeschicke und Fehlverhalten hochspielen, statt aus Fehlern zu lernen. Sie können sich einreden, dass es Ihnen an Intelligenz und Begabung fehlt und durch diese Selbstinduktion dafür sorgen, dass Sie sich vorübergehend wirklich blöd verhalten. Dann sehen Sie sich schließlich sogar noch bestätigt.

Am meisten ärgern uns am anderen Menschen unsere eigenen Fehler. Es handelt sich dabei um Mängel, die wir uns nicht eingestehen wollen und deshalb aus unserem Bewusstsein verdrängen, bis sie dann durch andere wieder gegenwärtig werden.
Ärger ist gewöhnlich ein Zeichen mangelnden Abstands. Das Gegenteil von Ärger ist die Auseinandersetzung mit aufgetretenen Fehlern.

Die verschiedenen Bedürfnisse ergeben sich aus dem unterschiedlichen körperlichen, seelischen oder geistigen Bedarf. Die Maslowsche Bedürfnispyramide ordnet Bedürfnisse aufgrund ihrer Dringlichkeit.

Vorrangig werden elementare körperliche Grundbedürfnisse befriedigt. Dazu gehören Atmen, Durst, Hunger, Schlaf, Bewegung, das Bedürfnis nach Sex. Erst wenn diese weitgehend befriedigt sind, melden sich Sicherheitsbedürfnisse, dann die Bedürfnisse nach Beziehungen zu anderen Menschen und erst danach werden nach Maslow die Wertschätzungsbedürfnisse und die Bedürfnisse, sich selbst zu verwirklichen, wach.

Die fünf stufige Bedürfnishierarchie von Maslow berücksichtigt instinktive Bedürfnisse, die allen Lebewesen gemeinsam sind, obgleich sie sich natürlicherweise recht unterschiedlich zeigen. Beim Revierverhalten lassen sich Gemeinsamkeiten am leichtesten feststellen.

Die instinktiven Bedürfnisse spiegeln sich in den vernunftbedingten Bedürfnissen wider. So sprechen wir von Wissensdurst oder vom Hunger nach Herausforderungen. Der Spruch „Wissen ist Macht!“ steht für Grenzziehung und Absicherung. Das politische bzw. berufliche Engagement will gesellschaftliche oder auch wirtschaftliche Verhältnisse verbessern helfen. Und Idealismus dient häufig der Aufrechterhaltung von Werten wie dem der Nächstenliebe durch Hilfsaktionen.

Die Befriedigung geistiger Bedürfnisse vollzieht sich nicht von einem Augenblick zum andern. Wissen muss wie alles in der Natur erst einmal wachsen. Lernkarten durcharbeiten, das bedeutet den erfolgreichen Weg der kleinen Schritte zu gehen!

31
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Arbeitsteilung – „Links vor rechts!“ für Erfahrungen – „Rechts vor links!“ für Ideen


Überlegungen innerhalb der letzten Lernkarte lassen vermuten, dass die linke Hemisphäre vorwiegend das Bewusstwerden regelt und dass die rechte Hemisphäre diese Regelung selbst wieder als Bilderleben zum Vorschein zu bringen vermag. Durch solches Selbstbeobachten wird es möglich, sich das, was in einem selbst geschieht, anzuschauen. Dabei lässt sich durchaus darüber nachdenken, welche Vorteile so etwas eigentlich bringen soll und was sich letztlich damit anfangen lässt. Und schließlich stellt sich auch die Frage, wie zuverlässig die bewusstseinsinternen Beobachtungen und die Schlüsse sind, die daraus gezogen werden. Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen linker und rechter Hemisphäre überhaupt aus?

Die linke und die rechte Hemisphäre teilen sich die Verarbeitung von Information. Die linke Hemisphäre regelt die Aufmerksamkeit, die rechte Hemisphäre dagegen die Konzentration.
Im beruflichen Alltag gilt links vor rechts. Gegenstände, Ereignisse oder Situationen werden linkshemisphärisch identifiziert und rechtshemisphärisch mit Hilfe vorhandener Erfahrungen interpretiert. Handelt es sich dagegen um Fertigkeiten, bedarf es nicht einmal einer Beteiligung der rechten Hemisphäre. Das dient in diesem Fall der beschleunigten Bewältigung von Routineangelegenheiten.
Die ‚Verkehrsregel’ „Links vor rechts!" gilt nicht, wenn keine Erfahrungen vorliegen. Sobald Ungewöhnliches auftritt, leitet die linke Hemisphäre einen Suchvorgang ein, den sie an die rechte Hemisphäre delegiert. Versuchen Sie einmal ein Alphabet Ihrer Fehler, die Sie nur sich selbst eingestehen, zusammenzustellen. Das geht nicht linkshemisphärisch. Sie müssen sich nämlich dazu selbst betrachten. Eine gute Übung übrigens. Wie heißt es doch: „Selbsterkenntnis bzw. Selbstwahrnehmung ist der erste Schritt zur Besserung!“
Sich etwas einfallen lassen können, das ist ein von Natur aus vorhandenes Vermögen. Allerdings wird dieses durch neuronal 'verkehrswidrigen' Unterricht zumindest gehemmt. Beklagen Sie sich über Einfallslosigkeit, sollten Sie üben, Ihre rechte Hemisphäre wieder zu Bildern kommen zu lassen. Gehen Sie zu diesem Zweck unmittelbar vor dem Einschlafen vorstellungsmäßig Ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Je genauer sich die Innenbilder dabei entwickeln, um so erfolgreicher verläuft das Reaktivieren des bildnerischen Potentials der rechten Hirnhälfte.

Aufgabe: Sie können auch über Tage oder gar Wochen zuschauen, wie Ihr fantastisches Wunschhaus gebaut wird. Sie können sich ja alles aussuchen, was Sie sich wünschen. Das Grundstück kann sich auch in einem Fantasieland befinden. Diese Übung hat durchaus meditativen Charakter und zeigt vergleichbar beruhigende Wirkungen.

30
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Ablenkung

Es gibt vermeidbare und unvermeidbare Ablenkungen. Es gibt Ablenkungen, die zur Unterbrechung führen wie das Annehmen eines Telefonats oder das Gespräch mit einem Kollegen oder einer Kollegin. Vor allem Unterbrechungen - und seinen sie noch so kurz - verbrauchen sehr viele Ressourcen, weil sich Aufmerksamkeit und Konzentration erst wieder aufbauen müssen. Der Reibungsverlust aber bleibt, weil Aufmerksamkeits- und Konzentrationsgrad von Mal zu Mal abnehmen. Störungen zulassen, heißt Dinge nicht wirklich tun wollen! Ich werde weniger durch meine Umgebung als durch mich selbst gestört. Selbst-Störungen sind schlechte Stimmung, negative Einstellung, unerledigte Aufgaben, Termindruck oder Bedürfnisse, die nicht mit der augenblicklichen Beschäftigung zu tun haben.

Aufgabe: Legen Sie Ihre anstehenden Aufgaben fest und diskutieren Sie anschließend nie, ob sie nicht doch ein anderes Mal erledigt werden könnten. Sie sorgen sonst nur dafür, dass Ihnen das Gehirn Ressourcen verweigert, bevor Sie diese vergeuden können.
Wer sich leicht ablenken lässt, ist nicht sonderlich stabil. Er zeigt sich wenig in der Lage, angesichts von Störungen das innere Gleichgewicht zu erhalten.
Ablenkungen sind Zeit- und Ressourcenfresser. Sie können Ihre geistige, seelische Stabilität erhöhen, indem sie Ihren Tagesablauf morgens etwa ein, zwei Minuten vorstellungsmäßig durchspielen.

Das Gehirn stellt sich darauf ein, indem es die anstehenden Aufgaben in einer Art Warteschleife bereithält und Ihnen hilft, diese auch tatsächlich aufzulösen. „Morgen, morgen nur nicht heute!“, sagen alle instabilen und faulen Leute. Der Grad der Ablenkbarkeit entspricht dem Grad innerer Unausgewogenheit.

29
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Wenn Sie sich selbst beobachten während Sie auf Auffälliges in Ihrer Umgebung achten, dann fällt Ihnen vielleicht auf, welches die Gründe für Ihre Auswahl sind, d.h., Sie erfahren etwas über den Ablauf des Auswählens. Wenn Sie solche Erfahrungen zu machen in der Lage sind, dann verfügen Sie über die erforderliche Empfindlichkeit, um Selbstbeobachtungen erfolgreich durchführen zu können.

So können Sie während der Durchführung der letzten Aufgabe wahrscheinlich feststellen, dass Sie irgendwie das Gefühl haben, sich in den Vorgang des Beobachtens einzumischen. So haben Sie beispielsweise das Gefühl, bevor Sie wahrnehmen, auf das, was Sie wahrnehmen werden, auf nicht so klar auszumachende Weise Einfluss zu nehmen. Sie haben das Gefühl, vorweg bestimmen zu wollen, was auffällig sein soll. Das, was Sie hier vielleicht noch sehr unbestimmt empfinden, ist tatsächlich eine Einmischung, die alle unsere Wahrnehmungen bestimmt. Diese „Einmischung“ beruht auf der unwillkürlichen Reaktion der Identifikation. Die neuronale Funktion Identifikation bewirkt, dass, sobald wahrgenommen zugleich auch Gleiches erinnert wird. Sobald ich auf einem KFZ-Kennzeichen „FL“ lese, weiß ich, dass „FL“ für die Stadt „Flensburg“ steht.

Warum legen wir so viel Wert auf diese Empfindung der inneren 'Einmischung'? Es ist wichtig, dass Sie so etwas spüren! Das zeigt, dass Ihre Sensibilität der Selbstwahrnehmung (innere Vigilanz) hoch genug ist, um dieser Schulung des Bewusstseins weiterhin erfolgreich folgen zu können. Andererseits ist es auch schwierig, solche feinnervigen Empfindungen mit für Sie gut geeigneten Worten so genau zu beschreiben, dass Sie sofort erkennen, was damit gemeint ist.

28
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Aufgabe: Fragen Sie sich, ob Sie in der Lage sind, bei sich zu beobachten, ob Sie sich im Gleichgewicht befinden! Woran erkennen Sie das überhaupt? Nennen Sie einige Merkmale!

Kalibrieren
...bedeutet u.a.: Sich durch genaues Beobachten auf die Physiologie und Reaktion seines Gegenübers einstellen, um festzustellen, welche äußeren Reaktionen welches innere Erleben widerspiegeln. Und hier bedeutet dieser Vorgang: das Verändern des eigenen Verhaltens aufgrund beobachteter Verhaltensmerkmale. Beispiel: es gibt Anzeichen von Nervosität oder Niedergeschlagenheit, die als Zeichen für Überarbeitung auftreten. Zufolge dieser Anzeichen wird sofort eine längere Pause eingelegt. Schwierig wird dieser Ausgleich dann, wenn die berufliche Tätigkeit keine längere Pause zulässt, weil der laufende Prozess sich gar nicht unterbrechen lässt, z.B. im medizinischen Operations- und Pflegedienst, Führen eines öffentlichen Verkehrsmittels oder das Durchführen von Unterricht. Während eines laufenden Prozesses für Ausgleich sorgen, das bedarf der Kunst der unauffälligen Erholung durch geschickte Entspannungsübungen oder Blitzaufladungen durch meditative Techniken. Eine beliebte Methode von Lehrern, sich während des Unterrichtens zu entlasten, ist das Einstreuen von Experimenten oder Aufgaben.

Die wesentliche Bedeutung des Kalibrierens meint aber das Angleichen der Trennschärfe des Denkens an das Niveau der Intelligenz durch Trainieren der elementaren Ordnungsfunktionen:

Die Natur ordnet durch
Zuordnen (vergleichen) und Einordnen (Gleiches, Ähnliches, Unterschiedliches, Gegensätzliches)
Überordnen (Formen, Gestalten) und Unterordnen (Eigenschaften, Merkmale)
Vorordnen (Aktionsmöglichkeiten) und Nachordnungen (Reaktionsmöglichkeiten)
Anordnen (Folge von einzelnen Schritten (Algorithmus)) und Beiordnen (Alternativen, sich zu verhalten)

Aufgabe: Ordnen Sie sich, indem Sie achtfach ordnen ! Führen Sie diese Kalibrierung am Beispiel der Jahreszeit „Sommer“ durch!

27
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte



(Fortsetzung von gestern)


Das Gehirn erfasst demnach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das sind die neurologischen Zeiten des Gehirns, durch welche das Zeitempfinden erheblich beeinflusst wird. Über je mehr Zukunft das natürliche System verfügt, um so dichter wird das Zeitempfinden, wobei die Zukunft der Gegenwart natürlich von der Vergangenheit abhängt. Vergangenheit fördert gleichsam das Erzeugen von Zukunft, und die Gegenwart fordert die Vergangenheit heraus.

Um die neurologische nicht empirische Richtung des Zeitpfeils ausrichten zu können, bedarf das natürliche System eines tiefgreifenden Beweggrundes. Der Zeitpfeil lässt sich als Vektor begreifen, der im existentiellen Motiv seinen Ausgangspunkt hat. Die Richtung dieses Vektors wird durch die Suchbewegung des natürlichen Systems vorgegeben. Solche Bewegungen werden als Fragen versprachlicht und dadurch auch bewusst. Die Komplexion des dadurch maßgeblich bestimmten neuronalen Netzes oder die Weite des Bewusstseins wird durch den Betrag bzw. Energie des Vektors bestimmt.

Während des Bewusstwerdens, das wir als Bilderleben erfahren, können wir das neuronale Geschehen durch Kalibrierung des Bewusstseins günstig beeinflussen.

26
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte



Wiederholung nebst Erweiterungen


Warum lernen wir überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Dass wir überhaupt lernen, verdanken wir einer Eigenschaft unseres Gehirns. Vom menschlichen Gehirn kennen wir bislang vor allem drei Eigenschaften. Unser Gehirn ist von Natur aus vorsichtig, konservativ und neugierig. Alle drei Eigenschaften sind auf das ökonomische Prinzip zurückzuführen: "Minimaler Aufwand – maximale Wirkung" oder "So wenig wie möglich und gerade so viel wie unbedingt nötig!" "Vor-Sicht", die erstgenannte Eigenschaft wird vor allem durch das Grundbedürfnis nach Schutz bzw. Sicherheit gesteuert. (Grundsätzlich wird das Gehirn natürlicherweise durch alle unsere Triebe und Grundbedürfnissen gesteuert. Das Gebot der Selbsterhaltung ist das 1. Gebot der Natur!)

Das Wort "Vor-Sicht" besagt, dass unser Gehirn über die Gabe der Antizipation verfügt, also über die Fähigkeit, etwas vorweg sehen, um sich vorsehen zu können. Die Vorsicht ist das durchgängige Motiv, überhaupt zu lernen: "Etwas immer besser zu machen, um immer sicherer sein zu können!"
Um das leisten zu können, muss das Gehirn vor allem in der Lage sein zu vergleichen, also Gleiches zu erfassen und Ähnliches, Unterschiedliches oder gar Gegensätzliches davon abheben zu können.
Das geschieht vorwiegend im Bewusstsein. Bewusstsein, das ist ein momentaner Verbund besonders erhöht aktiver Nervenzellen zu einem besonderen Netz zu einem gerade interessanten oder gar spannenden Thema.

Grundsätzlich sind ständig die gesamten Nervenzellen des Gehirns aktiv. Jede Nervenzelle (Neuron) ist ein eigenständiges Informationsverarbeitungssystem, das zugleich über die Tätigkeit aller anderen 100 Milliarden Nervenzellen vollständig informiert ist. Jedes Neuron ist ständig mit 1000 anderen Neuronen über 100 Billionen Synapsen verbunden und kann von diesen in höchstens vier schritten Schritten erreicht werden: Wahrnehmen = Gleichschalten des Identischen, Betrachten = Gleichschalten des Gleichen, Beobachten = Gleichschalten des Ähnlichen, Begreifen = Zusammenschalten zu einem definierten Netz.

Aus ökonomischen Gründen werden allein jene 1000 Nervenzellen zusammengeschaltet, welche die Verkürzung oder Vereinfachung eines Ablaufs in Aussicht stellen, d.h. aus (gespeicherten) Erfahrungen die kürzesten bzw. einfachsten Wege anbieten.
Das lässt sich nur dann und erst dann verstehen, wenn man bedenkt, dass das Gehirn alles dreifach erfasst, und zwar als Vergangenheit bzw. Gewesenes, als Gegenwart bzw. Seiendes, als Zukünftiges bzw. Werdendes.

Forsetzung und Ende dieser Lernkarte morgen

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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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