Unilogo

20
Dez
2011

Der Naturcode

 
naturcode

Der Naturcode beruht auf organisatorischen Grund­regeln der Natur. Diese Regeln sind Bestandteil jener Information, welche das Überführen von Energie in Materie ermöglicht und umgekehrt die Rückführung der Materie in Energie. Materie gelangt vorübergehend als informierte Energie zum Vorschein. Information ist das Substrat jeglicher Substanz. Sie ist gleichsam Sein, das alles Seiende in sich vereint. Die Ur-Information ist sowohl der Physik als auch der Metaphysik zugänglich. Sie ist gleichsam Theorie der Praxis von Energie. Insofern lässt sie sich sowohl denken als auch berechnen und messen. Das Unterrichten der Energie durch Information lässt sich in entsprechender Materie nachweisen, und zwar aufgrund des Verhaltens ihrer Elementarteilchen.[1] Unter den kleinsten Elementarteilchen bewegt sich der Zwitter[2], mit griechischem Namen Hermaphroditos, auf der Grenze zwischen Sein und Nichts oder zwischen Metaphysik und Physik. Insofern ist dieses kleinste Elementarteilchen das einzige dem Denken zugängliche Teilchen, denn es ist in gleicher Weise geistig wie materiell und kann deshalb metaphysisch wie physikalisch erforscht werden. Hoch wahrscheinlich ist Hermaphroditos, kurz: Herm(s), das, ‘was die Welt im Innersten zusammenhält’.[3]

Herms sind Platzhalter in der Sphäre möglicher Möglichkeiten. Als solche bilden sie das Substrat aller Substanzen und beinhalten Formen, um wirkliche Möglichkeiten zu gestalten. Diese Gestaltung folgt jenen Vorschriften, welche der Ur-Information zugrunde liegen. Danach geht etwas als Grund etwas als Ursache voraus, und etwas als Ursache folgt auf etwas als Grund, wobei Grund und Zweck hinter Ursache und Wirkung allen Berechnungen verborgen bleiben und deshalb auch nicht messbar sind. Die Kohärenz der Herms sorgt für eine Vernetzung aller Teilchen zu einem Ganzen, wobei jedes Ganze jederzeit wiederum ein Teilchen sein kann. Angesichts einer kohärenten Vernetzung können Teilchen verschiedener Bereiche nur daran erkannt werden, ob sie identisch, gleich, ähnlich, unteschiedlich oder entgegengesetzt sind. Je nach Nichtigkeitsgrad sind Herms des Nichts aneinander gebunden oder voneinander gelöst, und sie beschleunigen oder verlangsamen sich, und sie fügen sich in ein Ganzes ein oder entfernen sich daraus. Der Makro- und Mikrokosmos folgen derselben Information und die Entstehung der Universen folgt den selben Gesetzen wie die Entstehung neuronaler Welten. Die Geburt der Vernunft ergibt sich aus der Spiegelung des Makrokosmos im Mikrokosmos. Diese grandiose Reflexion ermöglicht der Vernunft, die kosmischen Erscheinungen zu schauen und deren Gesetzmäßigkeiten für sich zu nutzen.

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[1] Bausteine der Materie
[2] ερμαφρόδιτ|ος <-η, -ο> [ɛrmaˈfrɔðitɔs] ADJ
[3] aus Goethe’s Faust I
 

19
Dez
2011

Entweder Oder

 
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Eines der wenigen Bildungsgesetze der Natur ist die Alternative, deren Entweder Oder sich in der Regel in der Gleichzeitigkeit verbirgt. So vollzieht sich Werden so­wohl als Entstehen als auch als Vergehen. Sobald ein Wesen geboren ist, ist es auch schon alt genug, um zu sterben. In jedem Anfang beginnt bereits das Ende.

Alles entsteht aus dem Streit des Gegensätzlichen. Exi­stieren vollzieht sich als ständiges Entscheiden für oder gegen eine Entwicklung. Jeder Moment ist ein Zwiespalt zwischen Vergangenheit und Zukunft ohne Aussicht auf Gegenwart. Der Augenblick des Jetzt existiert als Idee. Das Aufgehen im Augenblick bleibt Utopie.

Auch das Moment entkommt nicht der Unentschiedenheit der Perspektive oder des Aspekts. Jede Wirkung verweist auf ihr Ursache, die wiederum nach ihrem Grund verlangt. Und umgekehrt fordert jede Ursache ihre Wirkung heraus, weil deren Grund ihren Zweck verfolgt.

Alles ist Einem verflochten. Alles ist eines. Jedes Teil ist Teil eines Ganzen und zugleich selbst wiederum ein Ganzes, das Teile enthält. Und jeder Vorgang ist auch wiederum Rückgang. Das Verdichten kehrt sich in Auf­lösen um und das Hinzufügen in Wegnehmen.

Jede Wirklichkeit bejaht eine Möglichkeit und verneint zugleich eine andere. Auch die Vernunft ist in sich wiedersprüchlich angelegt. Bevorzugt sie Gedanken, so vernachlässigt sie jene, welche auch möglich gewesen wären.

Die Natur selbst ist durch die Information der Energie aus dem Streit zwischen Geist und Materie geboren, und sie hinterlässt Dunkle Materie als Spur dieses Dramas. Hinter dem Schwarzen Licht und jenseits der Dunklen Materie verbirgt sich unsichtbar ursprüngliche Information, die Anfänge jeglicher Enden.

Auch der in einem Wesen sich wiederholende Anfang der Vernunft geschieht als spielerisches Entwirren gegebener Möglichkeiten nach angeborenen allgemei­nen Regeln der Natur und unter besonderen Einflüs­sen jeweiliger Umgebungen.

Trotz individueller Vielfalt sind alle Entwicklungen in etw­a vergleichbar.[1] Das verweist auf vorgegebene physische bzw. sensomotorische Grundmuster, welche die Entwicklungen vergleichbar organisieren.

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[1] Meilensteine: Monat 1 bis 6
 

18
Dez
2011

Wiege der Vernunft

 
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Die Wiege der Vernunft liegt in der angeborenen neuronalen selbstorganisatorischen Bildungsfähigkeit des Gehirns. Die naturgegebenen Fähigkeiten des neugeborenen Wesens liegen darin, aus den Spielen der Sinnesreizungen und sich dadurch wiederholenden neuronalen Erregungen für sich einen Sinn zu gestalten. Sinn bedeutet zuerst, über ein Muster verfügen, nach dem sich Verhalten koordinieren lässt. Es muss schnell ein Bewegungsablauf gefunden werden, der aus der vorgefundenen vollkommenen Hilflosigkeit befreit. Bewegungs- und Mitteilungsdrang sorgen durch natürliche unwillkürliche Verlautbarungen für erste Hilfen, um quälende Grundbedürfnisse zu befriedigen. Das natürliche neuronale Bildungsvermögen beinhaltet das emotionale Bewerten von Vergleichen und das Festhalten günstigen Vorgehens. Gleichzeitig finden natürliche Gestik und Mimik ihren Ausdruck, und motorische Fähigkeiten nehmen zu. Lernen, sich zu drehen, zugreifen, schließlich auch zu krabbeln und sich aufzurichten befreit zunehmend mehr aus der Fesselung des Unvermögens, sich auszudrücken und mitzuteilen.

Die Entwicklung vollzieht sich rasant. Innerhalb eines Jahres wird aus einem hilflosen Neugeborenen ein neugieriges, aufgewecktes Wesen. Die im Wechselspiel zwischen Genen und Umwelteinflüssen entwickelte neuronale Architektur des Gehirns bietet der Vernunft längst ein weiterhin ausbaubares und erweiterbares Haus. Bereits in der Embryonalphase produzierte das wachsende Gehirn etwa 15 Millionen Zellen pro Stunde. Schon 10 bis 12 Wochen nach der Zeugung beginnen die Nervenzellen mit geordneten, zielgerichteten Aktivitäten. Schalt- und Regelkreise werden angelegt und Verbindungen vielfach mehrfach hergestellt.

Mit dem Entstehen interaktiver kommunikativer Netze werden die Bedingungen für die Möglichkeit der Vernunft geschaffen. Bereits bei der Geburt verfügt das Gehirn über etwa 100 Milliarden Nervenzellen, die noch klein und kaum vernetzt sind. Kurz nach der Geburt werden Verbindungen[1] geknüpft. Die entstehenden groben Muster werden nach und nach verfeinert. Allerdings werden mehr Verbindungen hergestellt, als das Gehirn jemals gebrauchen kann. In der Folge werden dann Verbindungen, die nur selten oder nie benutzt werden, wieder aussortiert. Aber je mehr Stimulationen das Gehirn erfährt, um so mehr Verbindungen bleiben erhalten. Viele Erfahrungen ermöglichen viele neuronale Möglichkeiten. Und je mehr Neuronen untereinander verbunden werden, um so höher wird die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Jedoch kann die Vernunft erst von jenem Augenblick zum Vorschein gelangen, von welchem ab Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden können.[2] Gleichzeitig mit dieser Fähigkeit entwickelt sich das Vermögen, sich in die Rolle und die Gefühle anderer hinein­zuversetzen. Antworten auf Geräusche, in Gesichter starren, Geräusche machen wie gurgeln und krähen, lächeln, lachen und Bewegungen verfolgen sind Vorgänge[3], die sich als Bilderleben aktiv und passiv einprägen. Lautbilder sind z.B. aktiv wie selbsterzeugte Geräusche oder das Lachen. Da eingeprägtes Bilderleben und Vergegenwärtigen von Bilderleben durch Vergleichen Übereinstimmungen und Unterschiede zum Vorschein bringen, enstehen Bilderspiele und besondere Bild-Erlebnisse.

Die Fähigkeit aufgrund verfügbarer Bilder Vorstellungen in Form von Erinnerungsbildern zu erzeugen, führt allmählich zum Geschick, sich auch zukünftige Bilder vorzustellen, auch wenn es sich dabei zunächst nur um vergangene Bilderlebnisse handelt, die nunmehr besser als die gegenwärtigen scheinen. Die Vernunft wird gleichsam als Antizipation der Zukunft aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit gezeugt. Eine der ersten Nutzanwendungen der Vernunft besteht in der Bestellung einer in der Zukunft gesehenen Befriedigung eines Grundbedürfnisses. So erscheint die Venus vor 25000 oder 30000 Jahren als ins Werk gesetzte Prospektive einer wesentlich zum Leben gehörenden Erfahrung. Die Venus von der Hohe Fels und die Venus von Willendorf sind die ersten Zeugen aus der Kindheit der Vernunft.

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[1] Synapsen
[2] Das geschieht im Alter zwischen drei und vier Jahren (infantile Amnesie)
[3] innerhalb der ersten beiden Monate
 

17
Dez
2011

Anfang ist der Beginn von Endlichkeit

 
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In den Anfängen ihres Werdens erscheint Vernunft als unmittelbar reagierendes Moment des sinnlich Erfah­renen. Natürliches Erleben unaufhörlichen Schwunds zwingt instinktiv in die Notwendigkeit, sich festzuhalten. Aus gerade verfügbarem Material entstehen spontan urtümliche Formen. Völlig ungefiltert gestaltet augenblickliches Formen unverbildet Anschaubares erfahrenen Glücks oder Unglücks. Erinnern findet sich in Skizzen auf Wänden oder in unmittelbar nachgebildeten Formen. Das Entschwindende bleibt und lässt wildem Fühlen Zeit, sich zu bezähmen. Umgebende, bleibende Formen und Gestalten schaffen die Vertrautheit und Geborgenheit eines Zuhauses. Die Rückkehr in geformtes, gestaltetes Erleben schafft Vergleiche zwischen unterschiedlich erfahrenen Zeiten. Leichteres gestern als Schwereres heute bringt abends das Fragen ins Spiel. Durch Vergleichen gewinnt die unberührte Vernunft allmählich einschätzbarere Möglichkeiten des Verhaltens. Aber naives, unbedachtes Beobachten stellt auch zufällig Zusammenhänge her, die eigentlich gar nicht existieren. Der Glaube wird geboren, das Unglück fehlerhaften Verhaltens lässt sich delegieren und befreit vom durchaus noch gefühlten selbstverschuldeten Tod des anderen während der Jagd. Nicht mehr taugliche Jäger versuchen ihren eigenen Vorteil an der Beute zu gewinnen, indem sie geträumte Ahnungen gegen Teilnahme am Eingebrachten anbieten.

Von den Anfängen der Vernunft ist nichts überliefert. Die frühe Kunst zeugt von großen gestalterischen Fähigkeiten der mit Vernunft ausgestatteten Tiere. Sie sehen zwar wie Menschen aus, sind aber dennoch Wesen ohne bereits entwickelte Vernunft. Diese frühen Menschen zeigen ein gestalterisches Vermögen vor aller Vernunft, technisches Geschick wie manche Vögel bei ihrem komplizierten Nestbau und Spielfreude wie alle Lebe­wesen. Aber anders als die übrigen Lebewesen, entwickeln sie aus ihrer Begabung zu vergleichen Vernunft als die Fähigkeit, Beobachtungen behalten, vergleichen und damit optimieren zu können.

Aus den Erfindungen sich selbst zugesprochener Fähigkeiten werden aus Gebrechlichen höher Angesehene, die, um verehrt zu bleiben, Geschichten erfinden. So enstehen erste Gläubige, welche die Fantasie als Macht der Vernunft bezeugen, sich etwas Vorteilhaftes zu verschaffen, ohne dass es existieren muss. Überzeugende Fantasie verschafft Gutgläubigen erste eingebildete Welten und lässt sich bald für ihre erfolgreich inszenierte Seelsorge entlohnen.
 

16
Dez
2011

Vor 25000 Jahren

 
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Jedes Bild ist ein Gedankenspiegel, in dem die Vernunft sich im Denken, also Bilderleben versucht. Bildung erscheint zuerst als Geburtsstätte der Vernunft. Gedanken bilden sich ursprünglich in Bildern ab. Die Sprache der Bilder ist die Ursprache der Vernunft. Die Vernunft muss ihre Gedanken ‘sehen’, um sie verstehen zu können. Jahrtausende später vermag sie dann Worte für ihre Bildnisse zu finden.

So offenbart sich die Vernunft[1] des vernunftbegabten Lebewesens vor ca. 25000 Jahren als künstlerische Form in Gestalt der Venus von Willendorf. Ein wichtiger Moment des Bilderlebens wird in dieser Figur[2] als Bild-Erleben künstlerisch ins Werk gesetzt.

Das frühgeschichtliche Bildnis der Vernunft wird maßgeblich bestimmt durch Erfahrungen lebewesenhafter Ereignise wie das Zeugen und Gebä­ren. Das Begreifen vollzieht sich noch als Kunsthandwerk. Der Begriff entsteht, indem die künstlerisch geschickte Hand zum Werkzeug greift und ergriffenes Matrial formt, bis es als Bildnis seiner Gedanken begreifbar und als Gedankenspiegel anschaulich wird.

So werden wesentliche Merkmale der Fortpflanzung symbolisch ins Werk gesetzt. Die Venus vom Hohle Fels hat ein ausladendes Becken, welches das Bild-Erleben “Fruchtbarkeit und Fortplanzung” initiiert. Die gewaltigen, gleich tiefen wie breiten Brüste, die unter den Schultern hervorragen, verheißen “Nah­rung”. Die Statuette hat keinen Kopf. Die Figur hat kurze Arme mit sorgfältig geschnitzten Händen und klar erkennbaren Fingern, die auf dem oberen Teil des Bauches unterhalb der Brüste ruhen. Die Venus ist von kurzer und gebeugter Statur mit einer Taille, die leicht schmaler ist als die ungefähr gleich breiten Schultern und die breiten Hüften. Die Beine der Venus sind kurz und spitz. Das Gesäß und die Genitalien sind genauer wiedergeben. Der Spalt zwischen beiden Gesäßhälften ist tief und setzt sich ohne Unterbrechung bis zum Vorderteil der Figur fort, wo die Scham[3] zwischen den geöffneten Beinen sichtbar ist.

Die frühgeschichtliche, naturverbundene Vernunft bildet Bilder-Leben in Nachahmungen natürlicher Gegebenheiten und Formen ab. Während dieser Frühphase nimmt die Vernunft vor allem gefühlsmäßig wahr. Positive Gefühle werden erzeugt durch Übereinstimmungen von sinnlich erfahrenen Formen mit angeborenen Urmustern, Trieben und Grundbedüfnissen.

Die Grundausstattung der Vernunft ist bei allen Lebewesen gleich. Ungebändigte, wilde Urkäfte des Lösens und Bindens, des Gebens und Nehmens toben sich hemmungslos im kleinsten Teil wie im größten Ganzen aus. Radikale Urkräfte kennen keine Grenzen und treiben alles über seine Extreme hinaus. Einheiten von Gegensätzen implodieren und kämpfen in sich gegen sich mit vollem Risiko der Selbstzerstörung. Naturgewalten kämpfen, bis Glücksfälle entscheiden.

Eigenschaften binden sich noch nicht zu Wesen. Steigerungen verlieren sich in sich selbst. Mehr wird zunehmend weniger, um sich dann in ein Weniger, das zunehmend mehr wird, umzukehren, weil es nicht mehr weniger zu werden vermochte. Das Weniger, das nicht weiter mehr zu werden vermag, löst sich auf und das Mehr, das nun wiederum weniger wird, vervielfacht sich, bis eine Dichte erreicht wird, die das Vereinfachen des Vielfachen betreibt.

Durch Überreizung der möglichen Wirklichkeiten wird das Nichts, aus dem Nichtigen der möglichen und wirklichen Möglichkeiten hervorgegangen, überdehnt und die Einheit von Energie und Materie inplodiert zu Sein, um nun das gesamte Geschehen auch materiell zu wiederholen.

Auf diese Art und Weise versammelt sich das Vielerlei zu Einem und Eigenschaften vereinen sich im Seienden. Mehrfach vielfache Pozesse spiegeln sich in Wiederholungen des Gleichen und gebären so Wahrnehmen, Betrachten, Fühlen, Verstehen des Seins. Aus der Vereinigung dieser Spiegelungen wird die Vernunft gezeugt, ausgestattet mit jenen Urtrieben, welche sie allererst ermöglichten.[4]

Sich Versagen und Entsagen sind zwar unfreiwillig, aber ein Mittel der Natur, um zu überleben. Der Verstand nimmt der Vernunft alle Lust, sich zu vergnügen, schläfert sie ein, um aus deren Neugier eine Schlafende Knospe zu gestalten. Bei Bäumen sitzen Schlafende Knospen unter der Rinde und sind kaum oder gar nicht erkennbar. Dort bleiben sie über Jahre lebensfähig bis sie sich zur Wiederherstellung verlorener Äste, Zweige oder auch des kompletten Stammes öffnen.

Die Klausur solcher Abkapselung nutzt die Vernunft, gleichsam im Spiel mit sich selbst ihre Möglichkeiten zu entfalten. Diese sensibelste Innenkehr im später nur vage erahnbaren Paradies des Lichts höchster Energie gräbt sich in eine tiefe Sehnsucht, die noch sehr viel später in den wunderbarsten Mythen durchscheinen wird. In dieser frühzeitlichen Einsiedelei kehrt die Vernunft an die Quelle ihrer ursprünglichen Kräfte zurück, um das Erwachen im Verstand zu erwarten. Diese Möglichkeit wird aus einer ihr nicht gerade wohlgesinnten Wirklichkeit voller Not hereinbrechen. Strategien des Widerstehens entwickeln sich zuerst. Die Schale eisiger Kälte schützt naturverschenkte Herzens­wärme. In größter Not lehrt die Natur noch geheime Künste zu überleben. Wer aus der Wüste Wasser trinkt, kennt die verborgenen Wege des Offenbarens von Wahrheit, ohne darauf zu warten, dass sich ein Dornbusch entzünden muss, um die Stimme eines Gottes anzudeuten. Der schmalste Pfad der Not führt immer an neuen Abgründen entlang zwischen Wahrheit und Lüge, Wahn und Sinn.

Die Vernunft erfährt unüberschreitbare Grenzen. Ihre Bescheidenheit wird sie vor der Überheblichkeit eines machtgeilen Unverstandes beschützen. In geschützter Geborgenheit einer Schlafenden Knospe keimt schöp­fere Fantasie, aus der nach dem Aufbruch Bilderleben sprießt. Aus Bilderleben werden sich Vorstellungen einer machbaren Welt entwickeln.

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[1] Wir können sehen, hören, riechen, schmecken, tasten und fühlen. Das Fühlen zählen wir gewöhnlich nicht zu unseren Sinnen, obgleich es keinen Augenblick gibt, in dem wir nicht fühlen. Wie wir nicht nicht hören können, so könen wir auch nicht nicht fühlen.

Wir kennen Auge, Nase, Nerv, Ohr und Zunge als Sinnesorgane und vergessen dabei den Mandelkern, die Amygdala. Die Agmydala ist ein Kerngebiet des Gehirns und ist Teil des limbischen Systems. Sie spürt feinste Spuren des Werdens auf.

Die Aktivität der Amygdala ist die früheste Erscheinungsform der Vernunft.

[2] Abbildungen der Funde Die Geburt der Ur-Venus

[3] Vulva

[4] zwischen 4,51 und 4,44 Milliarden Jahre Dauer (Alter der Erde)
 

15
Dez
2011

Mysterium

 
mysterium

Als Geheimnis ist das Mysterium[1] etwas, das uns den Mund verschließt[2], sobald wir es auszusprechen versuchen. Es ist nicht aussprechbar, weil nicht erklärbar. Eines der größten Geheimnisse verbirgt jenes Wort, welches uns den Weg weist und unsere Existenz ins Dasein ruft.

Für jedes verrnunftbegabte Wesen existiert in der Welt ein besonderes Wort. Folgt es dem Ruf seines Wortes, gelangt es endlich in sich selbst an. Das Wort wird zum Mittelpunkt seines Lebens. Das vernunftbegabte Wesen hat den Schlüssel zu seiner Mitte gefunden und findet so zwischen Wagen und Versagen sein Zuhause.

Die Berufung durch sein Wort verschenkt dem vernunftbegabten Wesen Kräfte für den unermüdlichen Mut zum Risiko.

Das Wort vermittelt ihm den Sinn des Lebens und bewegt es, nach vorn zu blicken und vorwärts zu gehen.

Am Anfang eines Lebens steht das besondere Wort. Ist dieses Wort “Gott”, dann führt das zu einem Leben im Glauben. Das Wort am Anfang kann auch nur ein Ton sein, der ein Leben der Kunst der Musik widmet. Das Wort kann auch zu einem besonderen Bild gehören und sich ein Leben in der Dichtung oder Malerei vorfinden lassen.

In der Regel erscheint das Schlüsselwort der eigenen Existenz symbolisch als Stichwort, das für ein Geschehen, eine Geschichte, ein Ereignis, eine wichtige Situation oder einen be­eindruckenden Spruch steht.

Als Schlüsselwort einer Existenz lässt sich das besondere Wort niemals erzwingen. Manches Mal wird es trotz intensiver Suche nicht gefunden und einem Leben fehlt dann die eigentliche Mitte.

Als Befreiung eines Wesens zu sich selbst kommt der Erziehung diese existentielle Aufgabe zu. Erziehung vollzieht diese Selbstbefreiung im wesentlichen als Hilfe zu Selbsthilfe.

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[1] griechisch μυστήριον mysterion, Geheimnis
[2] muein, myein, Mund verschließen
 

14
Dez
2011

Aufbruch

 
aufbruch

Der Weg, ein Engpass, der steil hinab in die Tiefe des Verborgenen hinabführt, erscheint vielen zu geheimnisvoll und viel zu unheimlich. Obgleich sie das Geheimnisvolle, weil schwer Durchschaubare fesselt, versuchen sie es trotz der Faszination zu meiden. Sie tun es als mystisch, zu gespenstisch ab. Um einer Versuchung zu entgehen, einen Abstieg dennoch zu wagen, reden sie sich ein, dass es ohnehin gar nicht vorhanden oder nur traumhaft ist. Sie übergehen die rätselhaften Signale aus der Tiefe.

Manches Mal gönnt sich die Natur eine Ausnahme und stattet ein vernunftbegabtes Wesen mit der Gabe aus, diesen Weg in die Tiefe der eigenen Seele zu wagen, um vielleicht anderen erzählen zu können, dass sich dieses Wagnis lohnt.

Natürlich muss die Natur das Wesen für diesen Weg vorbereiten. Zur Ausstattung gehört eine spielerische Fantasie, eine rauhe, freudlose Umgebung und die Beitschaft zu träumen.
 

13
Dez
2011

Neuschöpfung

 


Manche werden von ihren inneren Kräften gedrängt, ohne ihr besonderes eigenes Wort entdeckt zu haben. Weil sie es entweder nicht finden oder auch sich nicht für ein inneres Wort entscheiden können, versuchen sie, selbst für sich ein geeignetes Wort zu schaffen. Einige solcher Worte wie das “Sein”, “Wesen” oder “Begriff” waren sogar Entdeckungen, welche die gesamte Abendländische Philosophie über zweieinhalb Jahrtausende ganz entscheidend geprägt haben. Ein solches selbst geschaffenes Wort ist ein solch seltener Glücksfall, dass jeglicher Versuch von Anfang an aussichtslos erscheint.

Aber für sich ein bereits existierendes Wort neu zu entdecken, beinhaltet zugleich auch den Grund für neue, weil eigene Gedanken. Jeder große Denker denkt nur einen großen Gedanken, dessen vielfache Auslegungen sich spiralförmig aus einem einzigen Wort als dessen Urgrund entwickeln. Und manche Denker versuchen dem Sog des eigenen Wortes zu entkommen, weil sie nach einem neuen Weg suchen. Aber was immer sie auch unternehmen, letztendlich erhalten sie nur Färbungen des einen selben Gedankens. Aus diesem Grund haben auch künstlerisch Schaffende ihr eigenes, einziges Thema in allen jeweils möglichen Variationen. Die Stabilität eines Kerngedankens bergründet sich daraus, dass er als Kerngedanke einen Knotenpunkt aller kreativen Netzverbindungen darstellt und von daher alle schöpferischen Vorgänge auf sich konzentriert. Aussichten auf eine wirkliche Neuschöpfung als Zweitknoten ergeben sich nur aus radikalem Umgebungs- und Fachwechsel.

Gedicht
Ein Wort

von Annegret Kronenberg

Ein Wort liegt
zwischen uns.
Ein Wort verbindet uns.
Ein Wort trägt uns.
Liebe.

 

12
Dez
2011

Naturschnitt

 


Beschneidung bzw. Erziehung erscheint bei allen Lebewesen unverzichtbar. Deswegen nennen Philosophen das vernunftbegabte Lebewesen auch als auf Erziehung angewiesenes Lebewesen. Ein Lebewesen, das nicht erzogen würde, würde zwangsläufig verwildern und verkommen. Aber wider allen Anscheins wird das vernunftbegabte Wesen nicht in die Notwendigkeit hinein geboren. Dennoch ist es auf Erziehung angewiesen. Aber es ist nicht Erziehung als Unterdrückung, sondern vielmehr Erziehung als Hilfe zur Selbsthilfe gemeint. Denn unter den Arten und Weisen des Zurechtschneidens existiert auch der Naturschnitt, der auf den ersten Blick sehr dem Pflegeschnitt ähnelt. Erziehung als Naturschnitt bedeutet aber die Befreiung des Indivi­duums zu seiner ihm ureigenen naturgegebenen Individualität. Naturbeschneidung dient der Selbstbefreiung, Pflegebschneidung dagegen nur dem Bewahren des Vorhandenen. Erweist sich ein kleines Wesen als künstlerisch begabt, dann besteht die Pflege darin, diese Begabung behutsam zu fördern. Zeigte sich jedoch noch keinerlei Begabung, dann besteht die Selbstbefreiung darin, mögliche künstlerische Begabungen durch geeignete, beeindruckende Vorbilder anzuregen, zu wecken. Der Naturschnitt besteht demnach vor allem darin, geeignete, anreizende Umgebungen zu schaffen, und zwar erst durch Spielwelten und dann durch Lernwelten.
 

11
Dez
2011

Pflegeschnitt

 


Unter Pflegeschnitt wird das Erhalten sich günstig entwickelnder neuronalen Netze verstanden, wobei für diese Entwicklung ungünstige Verhaltensweisen gehemmt werden. Zu diesem Zweck eignen sich weniger tradierte konservative Strategien, sondern eher alle Maßnahmen, die aufzeigen, dass letztlich nichts auf Dauer erfolgreich sein kann, was nicht dem ökonomischen Prinzip folgt. Die wichtigste Maßnahme des Pflegeschnitts ist das möglichst freiwillige, unermüdliche Üben.
 

10
Dez
2011

Formschnitt

 


Unter Formschnitt wird die pädagogische Kunst einer missverstandenen Erziehung verstanden, Individuen durch besondere Schnitttechniken in eine angepasste Form zu bringen. Hilfsmittel hierfür sind vor allem Notengebungen. Hinter Noten verbirgt sich oft indirekte Belohnung oder Bestrafung. Der Formschnitt lässt sich besonders leicht durch sogenanntes lehrerzenriertes Unterrichten erreichen, wobei der Leh­rende agiert und der Lernende nur reagiert.

Natürlicherweise sollte der Formschnitt nur dort vorgenommen werden, wo er zur Förderung der Intelligenz oder der Begabung wirklich angebracht ist. Dazu eignen sich Fächer wie Philosophie und Mathematik nebst Naturwissenschaften sehr viel besser als pädagogische Methoden.
 

9
Dez
2011

Schnittmuster

 


Schnittmuster sind Vorlagen, nach denen Erziehung das Verhalten eines werdenden vernunftbegabten Wesens zuschneidet. Diese Muster werden gewöhnlich von anderen übernommen oder beruhen auf eigenen Vorstellungen. Sinn und Zweck ist es, die Entwicklung des Verhaltens zu steuern. Dahinter steckt die mehr oder weniger mechanistische Vorstellung von der Seele als Stoff, den man für das herzustellende Gesellschaftsstück zuschneidet. Schließlich soll es ein ani­nimal rationale[1] werden, das sich voller Stolz vorzeigen lässt. Der Weg, auf dem das erreicht werden soll, ist gewöhnlich die Dressur, also das systematische Einüben wünschenswerter Verhaltensweisen, und zwar durch unnachgiebiges Wiederholen des immer Glei­chen. Im Verlauf eines Lebens wird die Steuerung der Entwicklung des Verhaltens wiederholt an Seelenschneider[2] delegiert. Die Werkstätten, in denen das semiprofessionell geschieht, werden Schulen genannt. In den Schulen unterscheiden Seelenschneider in der Erziehung zwischen Formschnitt, Pflegeschnitt und Rückschnitt von neuronalen Netzen.

Der Grundschnitt erfolgt durch Unterricht, der die jungen vernunftbegabten Wesen zunächst von ihrer vertrauten Spielwelt unter dem Vorwand abschneidet, ihnen nunmehr Einlass in die Welt der Erwachsenen zu gewähren.

Tatsächlich erfahren die Kleinen, was sie bereits von Zuhause her kennen. Nicht mehr die Spielfreude, sondern der Stundenplan regelt den Tag. Ab sofort dürfen sie nicht mehr aufstehen, wenn sie ausgeschlafen sind, sondern rechtzeitig vor Beginn der ersten Schulstunde. Das kennen sie bereits, denn Erwachsene müssen das auch, wenn sie rechtzeitig zur Arbeit kommen wollen. In der Spielwelt bedeutet rechtzeitig, dass man etwas geschafft haben muss, bevor einem jemand anderer zuvorkommt. Wer sich zum Beispiel nicht rechtzeitig versteckt hat, wird sofort entdeckt und verliert. Aber die Erwachsenen reden lieber statt von rechtzeitig von pünktlich. Die Schule konditioniert fristgerechtes Verhalten mit akustischen Signalen. Die schrille Schulglocke wurde durch den sanfteren Schulgong abgelöst, der nun zum geordneten Betreten des Unterrichtsraumes aufruft. Die Sitzordnung verstärkt die Notwendigkeit einer ordentlichen Verteilung. Alles hat seinen Platz, um im Unterricht schnell ausgemacht werden zu können. “Ordnung muss sein!” ist eines der ersten Grundprinzipien in der Schule. Und deshalb sind auch die Unterrichtsstunden zeitgetaktet. Zehn Minuten für die Widerholung, zehn für die neue Information, zehn für die Erarbeitung, zehn für Übungen und Konrollen und fünf Minuten für die Hausaufgaben; macht zusammen 45 Minuten, das ergibt eine Schulstunde.

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[1]Animal rationale ist eine lateinische Übersetzung des griechischen "zoon logikon" oder "zoon logon echon"
[2] sogenannte Pädagogen
 

8
Dez
2011

Fantasie[1]

 


Die Fantasie ist das hohe schöpferische Vermögen des Gehirns erträgliche oder sogar beglückende existentielle Ideen zu entwickeln, die oftmals über kaum auszuhaltendes Dasein hinweg helfen. Die Fantasie kann dabei im Gegensatz zu Vernunft und Verstand frei mit Möglichkeiten spielen und an die Stelle der Antizipation die Vision setzen.

Visionen enstehen, indem die Fantasie im Wahrnehmen, Betrachten und Beobachten erstrebens­­werte Möglichkeiten bzw. Wirklichkeiten von Morgen sieht. Fantasie zu bejahen, das ist oft eine Frage des Mutes. Je nach Mut wächst oder schrumpft das Leben. Jedes Neue erschreckt. Wer nicht zu seiner Fantasie steht, stiehlt seinen Möglichkeiten ihren Spielraum und verliert die Utopie und damit die Wirklichkeit von Morgen. Die Fantasie lebendig zu erhalten, hilft der Vernunft, den Verstand zu entwickeln, um erfolgreich Mög­lichkeiten in Wirklichkeit zu überführen. Jeder ist so jung wie seine Begeisterung. Ohne begeisternde Gefühle bewegt sich in neuronalen Netzen nichts. Ganz im Gegenteil, sie verkümmern sogar. Die Gefühle wiederum ernähren sich aus Visionen, welche die Fantasie verschenkt.

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[1] φαντασία phantasía – „Erscheinung“, „Vorstellung“, „Traumgesicht“
 

7
Dez
2011

Gestaltgebende Form

 


Es ist nichts so, wie es aussieht. Das Zusammenspiel der Farben und Formen in einem Bild nimmt erst durch Fantasien des Betrachtens Gestalt an. Inhalt des Betrachtens sind nicht die künstlerisch ins Werk gesetzten Formen, sondern das, was sich aus diesem Spiel der Formen während der Betrachtung gestaltet. Die gegenüber Vernunft und Verstand viel zu gering geachtete Fantasie ist die eigentliche Vermittlerin zwischen Außen- und Innenwelt. Sie entscheidet über das Aussehen unserer Existenz. Sie schneidet das Sein für uns zurecht. Diesen Zuschnitt, den wir als Dasein erfahren, ist nur eine aus Möglichkeiten ausgeschnittene Wirklichkeit.

Die Vernunft erscheint als neuronaler Fluss von Bildern, der an der Quelle der Seele entspringt. Die Fantasie kann sehen wie der Verstand in diesen Fluss steigt und aus dem Werden für sich Sein schöpft. In diesem Moment wandelt sich diese Entnahme aus dem Bilderleben durch Bewusstwerden zu einem Bild-Erlebnis für den Verstand, der darin seine eigene Inzenierung betrachtet, beobachtet und als Verhalten begreift.

Der Verstand fühlt sich dabei keineswegs unbeachtet. Richtet er sich nämlich nach dem Schnittmuster der Außenwelt, folgt er also nicht der anerzogenen Vorlage, dann weist ihn das schlechte Gewissen zurecht. Die Ver­nunft wundert sich zwar zunächst über diese Abhängigkeit des Verstandes, sieht aber schließlich ein, dass er eben nur das wiederholen kann, was er draußen erfahren hat. Deshalb muss er sein Verhalten nach den gelernten Vorlagen ausrichten. So bemitleidet die Vernunft den Verstand, weil er nicht so frei ist wie sie selbst. So muss er sich im Gegensatz zu ihr von Anfang musterhaft be­stimmen. Während die Vernunft die Freiheit sucht, sieht sich der Verstand nach Vorbildern um. Der Konflikt zwischen Vernunft und Verstand ist also gleichsam vorgesehen bzw. vorprogrammiert.
 
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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