Unilogo

11
Apr
2012

Metaphysik <<=>> Kybernetik

Metaphysik befasst sich als ein Bereich der Philosophie mit den Grundlagen der Natur allen Seins. Die Ontologie erforscht als zentraler Bereich die Kategorien des Seins und deren Wechselwirkungen.Ein anderer wichtiger Bereich der Metaphysik ist die Kybernetik, das Studium der Gesamtheit aller Phänomene. Dementsprechend untersucht die Kybernetik interdisziplinär die Struktur von Regelsystemen, eng verbunden mit der Informations-, Steuerungs- und Systemtheorie.
Helmar Frank, ein deutscher Mathematiker und Pädagoge gehört zu den ersten Wissenschaftlern, die mathematische Methoden auf das Lernen und in der Psychologie anwenden.

Die Komponenten der entsprechenden Systemtheorie beruhen auf den Kategorien des Aristoteles und auf den Dimensionen des pädagogischen Raumes von Helmar Frank.


Metaphysics is a branch of philosophy concerned with explaining the fundamental nature of being.A central branch of metaphysics is ontology, the investigation into the basic categories of being and how they relate to each other. Another central branch of metaphysics is cybernetics, the study of the totality of all phenomena.

Cybernetics is also the interdisciplinary study of the structure of regulatory systems. Cybernetics is closely related to information theory, control theory and systems theory.

The components of the suitable cybernetic system theory are based on the categories of Aristotelis and on the dimensions of the educational space of Helmar Frank.


NB:

Norbert Wiener wrote a book called "Cybernetics" in 1948. His sub-title was "control and communication in the animal and machine". Wiener's sub-title also states that both animals
(biological systems) and machines (non-biological or "artificial" systems) can operate according to cybernetic principles.
Helmar G. Frank, a German mathematician and pedagogist was among the first scientists to apply mathematical methods in teaching and psychology.(Kybernetische Grundlagen der Pädagogik, 2 Bd. 1969)

10
Apr
2012

Nichts <<=>> Zufall ==> Sein




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Der bedingungslose (absolute) Anfang eines Systems aus dem allumfassenden allgegenwärtigen Chaos des Ur-Einen entsteht durch Zufall. Weil dies nicht sinnlich vernehmbar ist, wird es das Nichts genannt.

Das Nichts wird wesentlich geprägt durch das Spiel möglicher Möglichkeiten, die durch zufälliges Zuordnen in wirkliche Möglichkeiten übergehen,um sich einordnend zu möglichen Wirklichkeiten zu formieren. Diese Formation scheint schließlich als Information der Wirklichkeit hervor.

9
Apr
2012

System (1)


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Sobald sich das Ur-Eine entwickelt, erscheint es als geordnetes Gebilde bzw. System (von griechisch σύστημα (zu einer Gesamtheit von Elementen Gebundenes, die so aufeinander bezogen bzw. miteinander verbunden sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie als eine ursachen-, wirkungs-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können.

Während der Systementwicklung organisieren sich Strukturen optimierend, wobei sowohl Systematisierung als auch Strukturierung von der aktuell bzw. situativ modifizierenden Information geregelt werden. Während der Soll-Ist-Vergleich logisch gesteuert wird, erfolgt die Veränderung aufgrund modifizierter Strukturierung methodisch.


Regelungsstruktur


Hinter der schematisch vereinfachte Darstellung der regelnden Information des Ur-Einen verbirgt sich deren kategorienbedingte Kompliziertheit. Das Bewusstwerden organisiert sich zwar analog, aber sprachlich bleibt das gewöhnlich unberücksichtigt. Ursprünglich komplexe Gedanken werden unter Umständen so stark vereinfacht, dass sie erfahrenes Bilderleben verfälschen.

Empirisch wird inzwischen sogar bezweifelt, ob sich das durch Erziehung und Bildung eingeengte Bewusstsein überhaupt in der Lage zeigt, angesichts des verbliebenen Fassungsvermögens des Kurzzeitgedächtnisses alle erforderliche Perspektiven bzw. Aspekte zu erfassen.

So zeigt sich das Bewusstsein außerstande folgende künstlerische Linienführung angemessen sprachlich wiederzugeben:


Scho-nheit


Die Kunst sagt uns mehr, als wir aussprechen können.Analog zur Kunst verhält es sich bei der Mathematik. Wer erfasst folgende Formel wirklich?

E=mc²

8
Apr
2012

Urgrund

 

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© urs


Der alte Einsiedler erzählt den jungen Suchenden, dass Weisheit jener Weg sei, das von Natur aus gegebene Urwissen in sich durch inneres Schauen zu entdecken. Der griechische Name für dieses innerlich vorgestellte Urbild ist εἶδος (eidos) bzw. ἰδέα (idea) = Vorstellung, Urbild).


Der Anfang von allem zeigt sich in der Kontemplation als Einheit (gr. τò ἕν: to hen) von Information und Energie. Außer diesem Einen existiert nichts. Als Bedingung der Möglichkeit zu ordnen besteht Information:

aus der Initiation von Gleichheit durch Zu-und Einordnen, aus der Initiation von Entwicklung durch Vor- und Nachordnung, aus der Initiation von Hierarchien durch Über- und Unterordnung und aus der Initiation von Strukturen und Systemen durch An- und Beiordnung.


Als Bedingung der Möglichkeit zu formen und zu gestalten besteht Energie:
aus der Initiation von werden und vergehen, und zwar:
faktisch: essentiell, modal,
instrumental: konditional, quantitativ,
qualitativ: kausal, final,
situativ: temporal, lokal./1/


Indem Energie informiert wird, entsteht Materie. Welten entstehen, weil sich Energie achtfach formt und zwölffach gestaltet und so materiell erscheint. Allerdings sind nicht alle Arten und Weisen von Materie, selbst durch die empfindlichsten Messinstrumente nicht, unmittelbar sinnlich vernehmbar.


Der alte Heilige bemerkt sehr ernst: Es existiert also ganz offensichtlich eine materielle Welt, die für uns nicht mehr wahrnehmbar ist. Und er vermutet diese Welt als das eigentliche Jenseits, ohne Anspruch, auf physische Formen gänzlich verzichten zu müssen. Und ihm ist noch die Ergänzung wichtig, dass dieses Jenseits wegen seines physischen Gehalts einem Schöpfer keinen Raum gewährt.




/1/ Eigenschaften (Welche?), Merkmale (Was?), Arten und Weisen (Wie?)

Mittel (Womit?), Voraussetzungen (Wobei?), Maße (Wie viel?)

Werte (Sinn (Weshalb?), Zweck (Wofür?)), Ursachen (Warum?), Wirkungen (Wozu?)

Momente: Orte (Wo?), Zeiten (Wann?)
 

7
Apr
2012

Gebrochene Vernunft

 

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Eines Tages suchte ein Erzieher den alten Einsiedler in seiner ärmlichen Höhle auf. Er wollte nämlich von ihm erfahren, warum sich Menschen so egozentrisch verhalten, dass sie für den Erfolg ihres Egos selbst vor Kriegen nicht zurückschrecken und als einzige Tiere ihre eigenen Lebensräume vernichten.

Der alte Seher aber antwortet dem Erzieher, dass dies daran liegt, dass er ihn fragt. Weil der Erzieher ihn aber nicht versteht, versucht ihm der Seher zu erklären, dass Erziehen nichts anderes bedeutet als die Entfremdung des Menschen von sich selbst:

"Die religiöse Erziehung entreisst dem kleinen Kind seine Seele, um sie auf dem Altar der Unterwerfung unter einen allmächtigen Gott zu opfern!"
"Gott aber ist die Liebe, und lehnt deshalb solche Selbst-Veräußerung der Seele ab!"

"Die künstlerische Erziehung verliert sich in der Technik der Selbst-Ausstellung statt das Ich sich im Spiel des ins Werk Setzens von Wahrheit verlieren zu lassen. Das Ich soll seine Bilder zeigen, nicht das Selbst ausstellen!"
"Über Bilder, in denen man das Selbst merkt, ist man verstimmt. Eine verstimmte Seele nimmt die Harmonie (Stimmung) der Schönheit nicht wahr!"

"Die philosophische Erziehung schneidet die Seele aus dem kleinen Wesen, indem sie diese zum Allgemeinen des Begreifens vom Besonderen des Glaubens abstrahiert, 'Abstraktion' ist der Name für die Selbst-Beschneidung des Menschen!"
"Der Weg zur Natur aber führt nicht durch kultivierte Abstraktionen, sondern durch wild gewachsene Konkretionen des Lebens!"

"Die wissenschaftliche Erziehung spezifiziert sich auf tragische Weise und zerbricht die Vernunft in spezielle Disziplinen. Durch diese tragische Disziplinierung verrät sie die Konzentration auf die Natur als das Eine in allem!"

Und der alte Einsiedler fasst alles in einem Gleichnis zusammen: "Im Alten Testament wird das Turmbau-Vorhaben als Versuch der Menschheit gewertet, Gott gleichzukommen. Wegen dieser Selbstüberhebung straft Gott die Völker, die zuvor eine gemeinsame Sprache hatten, mit Sprachverwirrung und zerstreut sie als Sprachen der Religion, der Kunst, der Philosophie und Wissenschaften über die ganze Erde!"

==>> Urgrund

 

6
Apr
2012

Der blinde Seher

 

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In der verborgenen Höhle in der Nähe der Quelle unseres größten Flusses lebt seit Jahren ein Einsiedler, den die frommen Leute in der Umgebung den blinden Seher nennen. Seine den Sinnenreizen verschlossenen Augen lassen ihn auf besondere Art und Weise Innenbilder wahrnehmen. Das Besondere des als Einsiedler lebenden blinden Sehers besteht in seiner dreifachen Begabung des Schauens innerer Bilder durch die Seele, durch den Verstand und durch die Vernunft.

Mit der Seele schaut er die gefühlten, intuitiven Bilder der Fantasie, in denen er vor allem Utopien wahrnimmt. Mit dem Verstand schaut er die Ideen natürlicher Phänomene und die Ideale des Handelns. Mit der Vernunft schließlich schaut er die Theorien und Modelle natürlichen Verwirklichens von Utopien, Ideen, Idealen,Theorien und von Modellen.

Diese hohe Begabung des blinden Sehers führt dazu, dass er von vielen theologisch, philosophisch, künstlerisch oder wissenschaftlich Interessierten aufgesucht wird.

==>> Gebrochene Vernunft

 

5
Apr
2012

Anonyme Offenbarung

 

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Aus der vollkommenen Übereinstimmung von Ich und Selbst erwächst die geheime (anonyme) Offenbarung der Natur. Das, was davon vernommen werden kann, gelangt durch die innere Stimme zum Vorschein. Dieses Vorscheinen geschieht durch das Gestalten einer Geschichte. Die Harmonie von Ich und Selbst erscheint in Bildern schöpferischer Augenblicke. In günstigen Fällen lassen sie sich in Zeichnungen, Gemälden, Kompositionen oder kleinen Texten festhalten. Es handelt sich um sensible Punkte der eigenen Lebenslinie.

==>> Der Einsiedler

 

4
Apr
2012

Offenbarung

 

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Offenbarung ist eine natürlich Gabe der Natur. Die Natur offenbart sich als Schöpfung, sobald Ich und Selbst kongruent sind. Durch das vollkommene Gleichgewicht von Seele und Verstand und dessen Bewahrung durch die Vernunft wird Weisheit neben Tapferkeit, Gerechtigkeit und Besonnenheit zur Quelle seherischer Kraft. Im höchst seltenen Fall einer besonderen Ausnahme versammelt sich diese Kraft in einem Wesen, dem sich Wahrheit offenbart.

Offenbarung meint das Erschließen bzw. Eröffnen von etwas Verborgenem. In der Religion bedeutet Offenbarung (gr. apokálypsis) das Offenlegen des Wesens der Schöpfung Gottes. Offenbarungen lassen sich als Worte der Seele selbstverständlich nicht in Lehrsätzen als Wissen vermitteln, sondern allein durch den Glauben erschließen.

Sobald sich Ich und Selbst vereinigen, geben sie das innere Wissen der Natur frei. Von da an vermag das Wesen das zu schauen, was es begehrt. Dieses Schauen (gr. idein) verhilft ihm über alle Behinderungen durch Körper oder Verstand hinweg. Sätze der Offenbarung sind ganz persönlich gemeint. Sie bedürfen erst der Übersetzung, wenn sie von anderen erfasst werden können sollen.

==>> Anonyme Offenbarung

 

3
Apr
2012

Nachfolge

 

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Als Folge von etwas hängt die Wirkung einer Nachfolge vom Vorausgegangen ab. Existieren bedeutet für das Ich dem Selbst nachzufolgen. Als durch Erziehung und Bildung gegebene Vorgabe vermittelt sich das Selbst vorrangig durch die innere Stimme.

Lebendig Leben bedeutet, Ich und Selbst in Übereinstimmung zu bringen. Der Erfolg dieses Selbstwerdens gelangt vor allem durch das Altern zum Vorschein. Der ursprüngliche Name für diesen Vorschein ist Weisheit.

Im Alter verkürzen sich Vergangenheit und Zukunft zunehmend beschleunigt auf die Gegenwart hin. Das Leben im Augenblick gewinnt ebenso an Bedeutung wie das Loslassen belastender Projektierungen. Das im Selbst angekommene Ich gewinnt an Kraft für den schöpferischen Augenblick (Kairós), und Weisheit bedeutet, diesen nicht nur zu erkennen, sondern auch zu nutzen.

==>> Offenbarung

 

2
Apr
2012

Innere Stimme

 

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Die innere Stimme ist für in Introspektion Erfahrene die Sprache der Seele. Gewöhnlich gelangt die innere Stimme als Antworten auf das Fragen des Ichs zum Vorschein. Jede Frage des Ichs kann während der Introspektion beantwortet werden. Wenn das Ich tief in sich geht, dann findest es zweifellos die Antwort. Doch wenn das Ich eine Antwort erhält, muss es herausfinden, ob sie von der Seele, vom Verstand oder von der Vernunft kommt. Wenn sie vom Herzen oder von der Seele kommt, dann wird das Ich ein Gefühl der Erleichterung, ein Gefühl des Friedens erhalten. Es werden keine widersprüchlichen Gedanken mehr kommen und der Antwort widersprechen. Aber wenn die Antwort nicht von Herzen oder von der Seele kommt, dann wird zunächst der Verstand zum Vorschein kommen und der Botschaft, die das Ich erhalten hat, widersprechen.

Botschaften, die vom Verstand kommen, tragen keine Gewissheit in sich. In diesem Augenblick sagt der Verstand etwas, im nächsten Augenblick sagt er etwas anderes. Aber das Herz gibt immer dieselbe Botschaft. Wenn das Ich am Morgen meditiert, gibt es dem Ich eine Botschaft. Wenn es am Abend meditiert, wird es vom Herzen dieselbe Botschaft erhalten.

Wenn das Ich die innere Botschaft erhält, etwas zu unternehmen, z.B. jemanden zu besuchen wird es einfach gehen und diesen Besuch machen. Doch wenn die Botschaft von seinem Verstand kommt, dann werden viele Fragen auftauchen, bevor es sich zu diesem Besuch aufrafft. Fällt aber der Besuch nicht erwartungsgemäß aus, dann: „Nein, ich habe doch nicht das Richtige getan. Ich habe eine falsche Botschaft erhalten."

Wenn die Botschaft jedoch von der Seele kommt, wird das Ich völlig überzeugt sein und Erfolg wie Misserfolg mit derselben Zufriedenheit hinnehmen.

Im Gegensatz zu den Stimmen von Seele und Verstand neigt die Stimme der Vernunft zum inneren Dialog. Der innere Monolog ist eine Form, einen eigenen Gedankengang zu organisieren. Der innere Monolog bezieht sich gewöhnlich auf eine vorgestellte Person oder eingebildete Figur. Ebenso ist es möglich, dass sich das Ich mit sich selbst unterhält. Es ist nicht selten, dass es sich bei der eingebildeten Figur um einen sogenannten inneren Ratgeber handelt, mit dem das Ich einen inneren Dialog führt. Es kann sogar sein, dass es sich um eine Art geistigen Helfer handelt, der dem Ich Empfehlungen oder Ratschläge erteilt.

Der innere Dialog als Disput im Kopf einer Figur ist eine Sonderform des inneren Monologs, der sich durch folgende Momente entwickelt:

1

Für den inneren Monolog muss man sich klarmachen, was von einem erwartet wird. Meistens wird erwartet, dass das Ich sich in Situation und Person einer Figur einfühlt und sich so wie sie ausdrückt.

2

Für den inneren Monolog wird eine Ausgangssituation gegeben, die sehr wichtig ist, denn auf sie wird den ganzen Text über eingegangen. Es gibt also einige Fragen, die man für sich beantworten sollte.

Die Ausgangssituation ist meist ein Zitat aus dem vorgängigen Text. Wichtig hierbei ist, dass man den Text bis dorthin gelesen hat oder weiß, was bis dahin mit der betreffenden Figur passiert.

3

Meistens wird dann eine fiktive Situation erfunden, z.B. dass die Figur in dieser Textstelle einen Tagebucheintrag schreibt oder über die Situation nachdenkt. Die Frage, die man sich hierbei zuerst stellen sollte, ist: "Wie würde ich reagieren?"

4

Dabei sollte man in Betracht ziehen, was bisher geschehen ist und welche Konsequenzen die verschiedenen Möglichkeiten zum Agieren hätten.

5

Nachdem diese Möglichkeiten klar geworden sind, versetzt man sich in die geforderte Person hinein. Was wissen wir über diese Person? Ist sie besonders temperamentvoll, religiös, schüchtern...? Welche Charakteristik ist besonders bei ihr ausgeprägt, was macht sie aus?

6

Jetzt versuchen wir unsere eigene Reaktion dem anzupassen, was diese Person an unserer Stelle tun würde.

7

Jetzt, nachdem wir wissen, wie die Person auf die Situation reagieren würde, machen wir uns klar, was sie denken würde. Was wäre ihr innerer Konflikt, was würde diese Person beschäftigen? Die Antwort darauf vergegenwärtigt sich als innerer Dialog.

8

Versuchen Sie nicht der Person verstandesmäßig Reaktion und Gedanken aufzuzwingen, sondern fühlen Sie sich seelisch in sie hinein, um zu sagen, was diese Person sagen würde.

9

Es darf nicht vergessen werden, dass der innere Monolog nicht gegliedert ist, niemand denkt wie in einer Erörterung. Gedanken fliegen durcheinander und stoßen sich gegenseitig an, ein Gedanke führt zum anderen. Der innere Monolog läuft wesentlich spielerisch ab.

==>> Nachfolge

 

1
Apr
2012

Innerer Zuspruch

 

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© urs


Wenn, wenn, wenn! Ja, wenn die vielen Wenns und Abers nicht wären, dann würde erfolgreiches Verhalten nicht so oft gehemmt oder gar blockiert. Diese ständig stichelnden Störenfriede aus der mentalen Wahrnehmung zu verbannen, das ist gar nicht so leicht. Zu dieser Gruppe der bohrenden Dauerprobleme zählen vor allem die geistigen und seelischen Bedenkenträger, der nicht wollende Wille, das 'ewig schlechte Gewissen' und der 'innere Schweinehund'.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist leider schwach! Warum, verflixt noch mal, ist es so schwer, gute sportliche Vorsätze in die Tat umzusetzen und einfach zu machen?
Der nicht wollende Wille erzählt, wie so etwas abläuft: "Heute habe ich mir fest vorgenommen, endlich mal wieder Sport zu betreiben. Die Runde steht, die Stöcke liegen schon im Auto, die Schuhe stehen bereits vor der Tür. Doch plötzlich meldet er sich... mein alter Bekannter: mein innerer Schweinehund. Er hält mir vor, wie kalt und nass es doch draußen ist und wie schön gemütlich dagegen das warme Wohnzimmer wäre. Und überhaupt — morgen ist doch auch noch ein Tag. Schon sind alle guten Vorsätze im Nu vergessen!"

Der Schweinehund ist schon ein lästiger und hartnäckiger Begleiter, und es hilft nur ein Mittel: ihn überlisten! Aber das ist leichter gesagt als getan, denn der nörgelnde Kumpan kommt doch oft recht gelegen. Er ist so mächtig, weil wir Menschen einfach dazu neigen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.

Aber wer den inneren Schweinehund nur beschimpft, wird ihn ebenso wenig los wie derjenige, der ihm allzu oft nachgibt. Vielleicht ist es besser, diesen unliebsamen Begleiter als Freund zu gewinnen und ihn behutsam umzuerziehen.

Das mit Abstand beliebteste Argument des inneren Schweinehunds ist "Keine Zeit!". Tatsächlich stehlen viele Zeitdiebe tagsüber fast zwei Drittel an Zeit. Das können sie völlig unbemerkt tun, weil sie die Bestohlenen in Tagträume versetzen. Eine Prioritätenliste mit realistischer Zielsetzung schafft hier Abhilfe. Die Konzentration auf die Dringlichkeit ist in der Regel erfolgreicher als die Beachtung der Dauer mittels eines Zeitplans.

Ein weiteres gewichtiges Argument des inneren Schweinehunds ist "Keine Lust!" oder "Zu langweilig!" Gegen dieses Argument ist nur mit Hilfe anderer anzukommen. Verabredungen treffen und Termine vereinbaren, die sich schwer absagen lassen. Die Umerziehung des inneren Schweinehunds fällt leichter, wenn sie ihm (sich) Belohnungen versprechen.

Eine weitere unterstützende Maßnahme besteht im sogenannten positiven Denken. Es ist wesentlich hilfreicher, sich regelmäßig angenehme Ereignisse des Tages vorzustellen statt unangenehme. Wer die inneren Dämonen loswerden will, sollte loslassen, was sich nicht ändern lässt. "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist!" Den Kampf gegen sich beenden, denn Kämpfen bedeutet, Kraft und Zeit in aggressiver Weise in einen Konflikt zu investieren, von dem man nicht sicher wissen kann, ob er sich zu den eigenen Gunsten lösen lässt. Doch wenn der Ausgang ohnehin ungewiss ist – wozu dann überhaupt kämpfen? Warum nicht lieber Zuversicht und Vertrauen walten lassen, und damit gute “Schwingungen” in das eigene Leben einladen? Jedenfalls hat sich schon sehr oft gezeigt, dass der Sanftmütige, der seine Kämpfe allesamt beendet hat, plötzlich mit den schönsten Siegen belohnt wird.

Annehmen und lieben, was ist. Unzufriedenheit scheint eine allgegenwärtige Untugend zu sein. Fast scheint es, als könne man es den Menschen niemals recht machen. Tatsächlich geht es uns aber deutlich besser als es das ständige zur Schau getragene Jammern glauben machen will. Das sollte man sich jeden Tag vor Augen halten. Wenn man das Geschenk der eigenen Existenz täglich neu feiert, kommt der innere Frieden fast von selbst. Also "Ja" sagen und Frieden mit sich selbst schließen! Weder "So war es!" noch "So wird es sein!" sondern "So ist es!" und damit den inneren Zuspruch des Augenblicks annehmen.
 

31
Mrz
2012

Suchen

 

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© urs


Suchen geschieht entweder intuitiv oder vernünftig. Die vernünftige Suche oder Forschung wird durch eine klare, eindeutige Vorgabe geleitet, was gefunden bzw. herausgefunden werden soll. Aufgrund dieser Vorlage können Strategien entwickelt werden, wie Schritt für Schritt vorzugehen ist. Die Vorgabe für eine systematische Suche kann auch aus einem Beweggrund in Gestalt eines Wunsches oder einer Sehnsucht bestehen. Die wichtigste Aufgabe besteht dann darin, das Wunschbild in ein konkretes Handlungsmodell zu überführen und zügig, schrittweise umzusetzen.


Im Gegensatz zur vernünftigen Suche geschieht die intuitive Suche eher zufällig, weil vor allem gefühlsmäßig. Die Schwierigkeit bei der intuitiven Suche besteht darin, dass die Vorgabe oft so vage ausfällt, dass daraus keine konkreten Maßnahmen zu handeln abgeleitet werden können. Intuitive Suchen bilden deshalb häufig eher nur Vorsätze, bei denen es dann auch meistens bleibt. Ein Vorsatz aber ist keine Vorgabe mehr. Der Vorsatz, sich aus gesundheitlichen Gründen mehr zu bewegen, hat kaum Initiationswirkung, dagegen initiiert die Vorgabe, das täglich zu einer festgelegten Zeit auch zu tun, schon eher eine konsequente Umsetzung.


Noch besser als vorformulierte Vorgaben ist die Eigeninitiative, die gleich spontan in Angriff nimmt, was getan werden soll. Im Gegensatz zu Vorsätzen oder Vorgaben ergeben sich vor allem Eigeninitiativen eher aus Ideen der Fantasie seelischen Bedürfnissen entsprechend. Anders als Fragen entwickelt sich intuitives Suchen eher aus Stimmungen oder Einstellungen heraus. Ein Lehrer, dem es an einer positiven Einstellung Schülern gegenüber mangelt, kann von sich keine unterrichtlichen Ideen erwarten.


Wer sich also auf einer schöpferischen Suche befindet, tut vor allem gut daran, sich keine Fragen zu stellen. Wenn er nämlich, positiv eingestellt, eine Stimmung aufsucht, indem er eine für sich günstige Atmosphäre schafft, darf er erwarten, von der inneren Stimme gesagt oder von inneren Bildern gezeigt zu bekommen, was zu tun ist.

==>> Innere Zusage

 

30
Mrz
2012

Schlüssel

 

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Als gebräuchlichster Schlüssel zu den Türen nach innen gilt die Meditation. Aber diese Form tiefer Selbstbetrachtung setzt viel intuitive Erfahrung voraus. Diese Form der Selbstaufklärung lässt sich folglich leider kaum durch Information vermitteln. Aber die Schlüsselinformation stellt natürlich auch keine bloße Bedienungsanleitung dar. Information, derer man sich einfach zu bedienen braucht, kann niemals menschengerechte Information sein und gehört umgehend in den Papierkorb.


Echte Information zeichnet sich durch unmittelbare praktische Verwendbarkeit aus, setzt demnach Bewusstwerden in Gang, das Wesentliches erfahren lässt. Das Mittel zu diesem Zweck sind geeignete Fragen.

Fragen übernehmen die Aufgabe, gezielt zu suchen. Allerdings will das gezielte, also trennscharfe Fragen auch erst einmal gelernt sein.


Folgende Fragen können bei einem Blick auf sich selbst erst einmal helfen:
Wie würden Sie sich selbst für jemanden beschreiben, der Sie nicht kennt?
Was sind Ihre besonderen Stärken?
Was sind Ihre größten Erfolge gewesen?
Worauf sind Sie in Ihrem Leben richtig stolz und warum?
Welche verschiedenen Rollen haben Sie im Moment in Ihrem Leben inne? Welche mögen Sie, welche nicht so sehr?
Die drei Dinge, die sie am allerliebsten machen sind…
Die berühmten drei Wünsche an die Fee – welches sind Ihre?
Was möchten Sie, was man später einmal über Sie und Ihr Leben sagen soll?
Dass dies noch nicht die entscheidenden, wesentlichen Fragen sein können, zeigt, dass sie alle nach außen und noch nicht nach innen gerichtet sind.

Es lohnt sich deshalb der Versuch zwecks Übung eines nach innen gerichteten Fragens einmal zu versuchen, mit den folgenden Fragefürwörtern richtig umzugehen:

fragen1e

Fragen2-e



==>> Suchen

 

29
Mrz
2012

Selbsterkenntnis

 

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Gewöhnlich hat das Ich große Schwierigkeiten, das Selbst zu erkennen.
Meistens nämlich wird das Vorhaben, sich selbst zu erkennen, ausgerechnet durch jene neuronalen Initiatoren blockiert, welche diesen Wunsch wecken. Deshalb lässt sich wohl feststellen, dass viele, die den Wunsch nach Selbsterkenntnis in sich verspüren, gerade dadurch erfahren, dass ihnen das Erfüllen dieses Wunsches aus eigenen Kräften nicht gewährt werden kann.

Niemand kann sich selbst ins Gesicht sehen. Wenn er das dennoch will, dann braucht er das Hilfsmittel eines Spiegels. Auch Selbsterkenntnis ist ohne Hilfe von außen nicht möglich. Aber um das Erkennen seiner selbst zu erlangen, bedarf es in der Regel keines Psychologen. Der Wunsch nach Selbsterkenntnis ist nämlich kein Syndrom einer seelischen Erkrankung, sondern allenfalls eine frühzeitige Ermahnung, nicht länger gegen sich selbst zu handeln. Diese Mahnung aber lässt noch Hilfe in Form von Information zu.

Diese Information wird in diesem Abschnitt "Selbsterkenntnis" vermittelt.
 
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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