Unilogo

22
Okt
2013

 

 

Wahrheit




Geheimnisse offenbaren sich nicht mit Leichtigkeit.

Nur ein angestrengt geschärfter Geist

wagt sich in die Dunkelheiten des Unwissens.



Allein die Disziplin gefühlter Logik

bewahrt vor Abgründen der Gefühle,

durch Triebe und Bedürfnisse erregt.



Suchanfrage durch Sprache,

weckt Neugier,

schickt auf den Weg.



Sinnesreize geben Wesentliches in Auftrag,

die Fantasie sucht taugliche Vorstellungen,

Einbildungskräfte sind gefragt.



Einberufung des Konsortiums "Ich".

Reize,

Triebe,

Bedürfnisse,

die Konsorten des Unbewussten.

Fantasien des Zufalls,

Spiele der Gefühle,

Erfahrungen der Seele,

die Konsorten des Vorbewussten.

Bilderleben der Träume und Tagträume,

Bilder-Leben der Vernunft Lust,

Bild-Erleben des Verstandes,

des Konsorten des Bewusstseins.

die Konorten des Bewusstwerdens.

Werte und Normen,

Regeln und Gesetze,

Gebote und Verbote,

die Konsorten des Gewissens.



Jeweils spontan gegenwärtige neuronale Konsortien

regeln der Augenblicke Existenzen.

Kairós, der günstige Augenblick,

vom Zufall zugespielt.

Ruf aus der Tiefe des Unbewussten,

Vorbewusste Bewegung des schöpferischen Geistes:

Berufung.



Eine bsondere Idee,

die danach dürstet,

geboren zu werden,

um erscheinen zu können.

 

21
Okt
2013

 

 

Urtext




Urschriftlich gefasste Formen im Sprachspiel des Vorbewussten.

Vorformen der Gedanken versuchen gefühlte Erfahrungen zur Sprache zu bringen.

Die unbewusst geführte Hand versammelt Buchstaben um Buchstaben Worte zu Texten.

Ansprüche diktieren aus Quellen der Triebe oder Bedürfnisse,

ohne sich zu verraten.

Krankhaft übersteigerte Minderwertigkeit wechselt sich voller Stolz kleinmachend

in behauptete göttliche Eingebungen.

So stürzen Visionen voller Täuschungen ganze Völker ins Unglück.



Das Buch der Bücher ist voller Geschichten machthungriger Heiliger,

Texte beanspruchen sich als Zeichen der Macht,

in Ohnmacht sich verkehrend, wenn sie nicht gelesen oder verstanden werden.

Texte sind Duftmarken vernunftbegabter Lebewesen.

Reviermarken ihres Willens zur Macht

oder auch Zeichen der Ohnmacht.

 



Vom Ursprung und den Wirkungen


Das Ursprüngliche folgt durch gefühlte Erfahrungen
vor dem Bewusstwerden im Spiel mit der Sprache
den noch angedeuteten Formen von Gedanken, die sich darstellen wollen.
Wie in einem geheimen Diktat finden Worte nach und nach
den Weg zu ihrer Erfassung als Abbildung in einem Text.

Was wie ein natürliches Fliessen begann, wird jedoch fremd bestimmt:
Das Ich kennt sich nicht oder es interessiert sich nicht.
Es sind die nach Herrschaft strebenden Triebe,
die auch die Bedürfnisse anfachen.
Sie verbergen sich wohl dosiert hinter den Worten
indem sie unter dem Joch des minderen Werts
oder dem Triumph des Stolzes sich wechselseitig anmachen.

So verbergen sich auch in bedeutenden Schriften, hochgeschätzten
Kulturgrundlagen, der Wille zur Macht und die Ohnmacht, sich selbst zu ertragen,
in all der als minderwertig erfahrenen Selbstinszenierung.
Des Menschen Wille ist seine Bestimmung; zur Vernunft begabt,
entraubt er sich der möglichen Fülle,
indem er sich zufrieden gibt mit vordergründigem Hintersinn.

 
(urs)

20
Okt
2013

Bewusstwerden

 

Bewusstwerden




Bewusstwerden wird durch Vorbewusstes initiiert,

durch Un- oder Unterbewusstes gefühlt geregelt,

gewissenhaft geprüft,

limbisch geformt,

bevor der Verstand logisch gestaltet.



Die Fantasie bringt Bewusstwerden zur Anschauung von Bildern.

Bilderleben scheint als Vorstellungen hervor.

Bilder-Leben fantastischer Spiele,

spontanes Bild-Erleben der Vernunft.



Behutsam tropfen Worte ins Bewusstwerden,

Texte sammeln sich aus Erfahrungen,

erzählen in Träumen Geschichten,

die tagsüber in Lichtbildern des Bewusstseins erscheinen.

 



Sehen des Bewusstwerdens


Das Bewusstwerden selbst entstehen zu sehen,
ist eine besondere Gabe,
die die Vorgänge des Werdens auseinanderhält
und unterscheidet - je nach Licht und Intensität -
zwischen Initiierung, Wechselwirkung, Folge und Erleben.

Gewordenes jeweils das Nächste erklimmt -
das Ziel ist das bewusste Sehen,
das sich in behutsam herbei gezogenen Worten niederschlägt,
die ihr Vermögen zu sprechen kennen aus Träumen
und Erfahrungen mit der eigenen Vernunft des Bilderlebens,
die die Fantasie begleitet hat in ihrer Kunst,
der Sprache der Bilder zu entnehmen, was als Bewusstsein
in die Erscheinung tritt.

 
(urs)

19
Okt
2013

Vorbewusstsein

 

Vorbewusstsein




unterschätzte Vorgeschichte vorgeburtlicher Existenz,

werdende Vernunft im wachsenden Embryo.

Nachkriegszeit voller Entbehrungen,

verzweifelte Abtreibungsversuche einer überforderten, schwächlichen Frau.

Schreckgespenstische Vorstellung von Muttersein.

Kläglich laienhafte, medizinisch naive Abwehrmechanik.

Stricknadeln sind kein geeignetes medizinisches Besteck.



"Hurra, ich überlebte trotzdem!", ist nicht der erste Schrei,

wäre wohl auch angesichts der Not im Hals stecken geblieben.

Weder reichen die Lebensmittel, noch trösten die Sirenen,

und Fluchten in Luftschutzkeller helfen wenig.

Überleben, ein Glücksfall nach missglückter Geburt?

Eine Missgeburt in den Augen der unglücklichen Mutter

auf der Suche nach Ausfluchten.

Der kriegsblinde Mann betrogen,

das Wenige zum Vergnügen verschleudert,

die Kinder samt Haushalt verwahrlost,

bis erschrockene Nachbarn helfen.



Das Kind igelt sich ein.

Sich zu schützen hat es früh gelernt.

Keine Mutfrage, sondern natürliche Abwehr.

Nichts kann es in die Schule zwingen,

der weise Grunschulrektor wirbt mit dynamischer Arbeiszeit,

Unterrichtszwang nur auf freiwilliger Basis.

Damals eine vollkommen überraschende Idee.

Erfolgreicher Deal "Leistung gegen Fleißzettel".

Mit erkaufter Freistellung rettet sich das Kind,

fortan problemloser, regelmäßiger Schulbesuch.



Natürlichres Geschenk neuronaler Selbstorganisation,

umgeben mit liebenswerter Ausstrahlung,

weckt Mitleid in sensiblen Bezugspersonen.

Die Natur schützt selten auf diese Weise

vor der Welt des Fressens und Gefressenwerdens.

Dankbarkeit gegen Unbekannt.

Frühe Suche, um zu ermitteln.

Steckbrieflich biblisch gesuchter Gott..

Ein langer Weg durch das Chaos des Nichts tut sich auf..

 



Lebenswelten


Die Welt die in die Erscheinung tritt,
ist die im Sehen gestaltete Welt
als Behausung des Ich.

Innen und außen, drinnen und draußen,
zu Hinsichten gestaltete Unterscheidungen,
die unmittelbar Deutungen auslösen.

Jeder lebt und existiert in seiner von ihm
gestalteten Welt - wie Embryonen, die
bewegt werden und antworten darauf

so dass sie sich als etwas anderes erleben,
innen, da drin und das spürbare andere,
das umgekehrt, von wo anders, anstößt.

Menschen berühren einander; sie spüren
die Welt des anderen und wie er sich
darin eingerichtet hat.

Welten überlagern sich,
sie müssen begrenzt werden,
um das Leben selbst wahrzunehmen,

das, wie eine weitere Welt, der Natur
angehörend, jede der Welten auflöst,
um erneut, parallel, andere entstehen zu lassen.

 
(urs)

18
Okt
2013

Zwischenwelt

 

Zwischenwelt

Bewusstwerden

Strom zwischen bewusst und unbewusst,

Zweistromland im Augenblick des Hin und Her.

Welt der Fantasie, gemalt in Eindrücken, Erinnerungen, Erfahrungen.



Weite, die der Verstand vergeblich erorbert,

um Wirklichkeit zu gestalten.

Sein inmitten des Werdens,

Existenz als Vorschein der Fantasie.

Ein langer Weg durch Unerforschtes.

Abenteuer ohne Wiederkehr.



Widerstand gegen alle Bedenken,

Triebe erregen Bedürfnisse,

die Gefühle bedrängen,

sich zu einer Intuition zu verbünden.

Eine Idee gelangt zum Vorschein.

 



Gefährten


an Grenzen werdet ihr mich,
die Zwischenwelt erkennen
ein Blick, ein Gegenüber, zwei Welten


in die Form gegossen,
die der Fantasie als Partitur gilt


sie darf nichts wissen von der Qual
der Unverrückbarkeit


alles wird ihr zu dem Fall dass etwas
wachsen will, vornüber strebt


sich niemals fest in eine Ecke fügt
solange alles offen bleibt


sie hält sich frei für die Begegnung
des Dunklen mit dem hellen Spiegelbild
 
(urs)

17
Okt
2013

Licht

 

Licht

Sieg über das Dunkel. Vorahnungen drängen aus der Nacht.
Sehen ohne zu sehen. Hören ohne zu hören.
Im Schweigen findet sich Sprache.

Worte, die in Frage kämen, finden sich nicht.
Erscheinungen können sich so nicht binden.
Die Fantasie versucht sich in Bildern.

Während stiller Betrachtungen melden sich Gedanken,
schlüpfen unter das Gewand der Vernunft,
weben aus intuitiven Sätzen ihre Geschichte.

 



 


Behausungen

Orte nirgendwo
da

meine Seele drängt mich
hin zur wartenden Natur

gefunden werden kann ich nicht
niemand kennt die Pfade

nur in diesem anderen Gesicht
spricht das was ich Licht jetzt nenne

Namen
kennt kennt das nicht
 
(urs)

16
Okt
2013

Verborgen

 

Verborgen

Anonyme Zulassung wegen der heiklen Mission,
durch Triebe und Bedürfnisse des Un-Wesens.
Reine Form noch ohne Gestalt.

Empfinden, das sprachlose Fragen der Intuition,
sucht vorsichtig tastend nach einer Vorstellung.
Aber der Geist zeigt sich nicht.

Die Seele spürt die Idee des Auftrags,
ohne Wege der Ausführung zu erahnen.
In ihrer Not wendet sie sich an die Fantasie.

 



verstehen

aus schweren Gedanken
die Tiefen befreien

sie sprechen
indem sie verweisen
auf die gespürte Verbindung
mit dem Geheimnisvollen
das die Kraft in sich birgt
zu wachsen

wenn der Abend beginnt
die Nacht einzuweisen
sind sie da

die Gestalten
die jede für sich auf ihre
Antwort wartet

die nur aus der Tiefe
zu ihnen gelangt

abgeschirmt als verstehen
der wortlosen Art
 
(urs)

15
Okt
2013

Zulassung

 
Zulassung

Worte verwirklichen Gedanken,
durch Erfahrungen befangen,
von Gefühlen gefangen.

Und das Wort ist bildlich geworden
und hat in der Wahrheit gewohnt,
bevor es das Ich an sich riss.

Glück ist das nicht, auf das Erwünschte gestaucht,
fast atemlos, beinahe nichts mehr sagend.
Aber das Ich gefällt sich damit.
 



Zulassung

Wenn es dem Ich passt, dann hält es sich an die Worte, um auf sich aufmerksam zu machen.

Doch darum geht es ganz und gar nicht. Da sind die Gedanken, die sich verwirklichen wollen. In ihnen ist der Funke der Wahrheit, der aus der ursprünglichen Begegnung kommt. Worte sollen sie weitergeben. Doch die Erfahrungen mit ihnen machen schon befangen und die Gefühlen melden ihre Vormachtstellung an. Das liegt an dem Ich, das die bildlich gewordenen Worte schnell an sich reißen kann.

So entzieht sich das Glück dem selbstbezogenen Zugriff. Alles ist enger geworden. Doch das Ich betrachtet sich zufrieden.
 
(urs)

14
Okt
2013

Prüfung

 
Prüfung

Annäherung von Formen vor allem Gestalten.
Alleinige Sicherheit durch Gefühle
während ihrer intuitiven Ankündigung.

Vorsicht während des Bewusstwerdens,
Antizipationen der Möglichkeiten
Vorgefühle des Schöpferischen.

Farben mögliche Trübungen der Möglichkeiten,
gesättigt durch wirkliche Möglichkeiten
in verschleierten möglichen Wirklichkeiten.

 


Nachbesinnung

Prüfung

Die inneren Wahrnehmungen drängen zur Gestalt.
Formen haben sich als erstes genähert.
Die gefühlte Annäherung an das von der Intuition
Angekündigte ist das einzige Mass, die allein
mögliche Sicherheit.

Etwas mahnt zur Umsicht während des Übergangs
zur Bewusstwerdung. Die im voraus gesehenen
Möglichkeiten sind es, die Zurückhaltung anmahnen
denn die Vorgefühle des sich nähernden Schöpferischen
drängen zu ihrer Verwirklichung.

Aus den sich nähernden Möglichkeiten verstärken
sich die wirklichen Möglichkeiten, lassen die
möglichen Wirklichkeiten noch verschleiert.
 
(urs)

13
Okt
2013

Annäherung

 

Annäherung

In der Tiefe des Unbewussten
schlummert eine Idee.
In sanfter Intuition,
die Andeutung eines Gedankens.

Empfindungen suchen nach Spuren,
Gefühle in flackernden Bildern
der Wirklichkeit misstrauend.

Dem Auftrag aus der Tiefe kaum glaubend
tun sich Fragen auf, statt spontan anzunehmen.
Wer flüstert so etwas zu?
Soll ich mich trauen, so etwas anzunehmen?

Worte tasten sich vorsichtig ins Bewusstwerden,
Umrisse eines Gedankens auf dem Weg zur Verständigung.
Vor seiner Ankunft im Bewusstsein
Noch ohne Eitelkeit einer Versprachlichung.

 


Nachbesinnung

Annäherung

Vor der sprachlich gebundenen Ablösung kündigt sich etwas an.
Im Unbewussten steigt aus der Tiefe des Unsichtbaren,
von der Intuition angenommen, ein in sich Bewegtes auf.

Resonanz - Empfindungen breiten sich aus,
spüren nach dem sie ansprechenden Entgegen.
Gefühle leuchten auf. Doch sie trauen sich nicht,
sich zu trauen. Die Wirklichkeit sieht anders aus als ihre Bilder.

Nur Fragen können darauf Antwort geben.
Wenn der Auftrag aus der Tiefe stimmt - wem kann ich glauben?
Wer spricht auf diese Weise zu mir? Wie verlässlich ist das?

Bisher geschah alles ungesagt. Die ersten Worte greifen
die erspürten Bestimmungen zu sich auf
und tragen sie behutsam in die sprechbare Nähe der Bewusstwerdung.
Es geht um Mitteilung, Verständigung.
Das zeigt sich besonders vor dem vielleicht eitlen Versuch
der Versprachlichung.
 
(urs)

12
Okt
2013

Utopia

Ein Ort, von dem bis jetzt niemand weiß, ob er überhaupt existiert.

Es ist der Raum, in dem sich schöpferische Gedanken formen. Aus allen Richtungen der Erfahrungen finden sie sich, um gemeinsam ihr Bild mutig zu gestalten. Risiken in Kauf nehmend gestalten sie ihre Vorstellungen und lassen Wegloses weit zurück. Das Licht der Einsicht erlischt, bevor noch das Ganze erfasst worden ist. Fast verloren leuchtet er aus der Ferne auf, um schöpferisch aufzuerstehen.






Wagnis

denken - die Seiten aufschlagen
rechts links mittig nach vorn
nach nichts

tatsächlich kommen Bilder an
betörend sagt jeder der ihnen
zusehen kann
andere pflegen ihr Unbehagen

es riskieren - das Unvorstellbare
in die Mitte heben

es hat kein Gewicht keine
Grenzziehung

kein Mass kann
es sicher machen
nicht einmal für
das Alphabet
der Hieroglyphen

weit weg ist
das Weglose

wortlos heraus gerückt
aus Für und Wider

die Positive dreht sich noch
bis auch
ihre Achse aufgelöst ist

Drachentöter zücken
ihre geheimste Waffe
der lebensgroße Spiegel

geblendet von der scharfen Auflösung
erlischt das allerletzte Licht

das Dunkle
das Gegenüber
ist licht
aus sich zu sich

(urs)

11
Okt
2013

Glaubwürdigkeit

Das Geheimnis der Natur offenbart sich allein dem Glauben. Wer Wissenschaften nicht durch den Vorhof der Intuition betritt, versteht nicht, was sich ihm zeigt. Unter genialen Wissenschaftlern hat sich längst herumgesprochen, dass Wissenschaft unter der Optik der Kunst gesehen werden muss, die Kunst aber unter der Optik des Lebens.

 Der Atem des Geistes braucht die unvoreingenommene Reinheit einer freien Seele, wenn er nicht an dem ersticken will, was er schafft. Tatsächlich leidet er oft unter dem schlechten Textgeruch, sobald Neunmalkluge ihren Mund aufmachen. Kaum jemand will verstehen, wie empfindlich Sprache ist. Texte brauchen viel Zeit und Geduld, um gute Gedanken tragen und übertragen zu können.

 Die Wege seiner Insel verlaufen durch viele Gedankenfelder, die er im Verlauf seines Lebens anbaute. Nun hat er neues Land erworben, da er weiterhin gute Früchte ernten will. Und ein wenig stolz ist er auf den Kräutergarten mit seinen vorwiegend wilden Heilpflanzen.

 Es sind Tagträume, die zu solchen Bildern verführen. Jetzt aber ist es Zeit, Ablenkungen Einhalt zu gebieten, um sich erneut Wesentlichem zuzuwenden. Er möchte die Einladung nicht versäumen, die ihm die Intuition geschenkt hat. Sinn und Zweck dieser Einladung ist die längst überfällige Auseinandersetzung mit der Utopie.

 


Nachbesinnung

Glaubwürdigkeit

Das Geheimnis der Natur - es lässt sich nur erfahren, denn es offenbart sich allein dem Glauben. Dass da ein Geheimnis ist, erfährt nur, wer sich auf die Intuition einlässt - ohne wenn und aber. Sich der Wissenschaft nähern, ohne der Intuition zu folgen, vernebelt Erkenntnis zu nicht Verstehen. Geniale Wissenschaftler erfahren das. Wissenschaft muss unter der Optik der Kunst, Kunst unter der des Lebens betrachtet werden. Nur eine unvoreingenommene reine Seele gibt dem Geist den zum atmen lebensnotwendigen Raum. Wie quälend ist es zu erleben, wie ein übler Textgeruch sich ausbreitet, wenn eitle Überschlaue die Sprache leichtfertig strapazieren. Wie empfindlich die Sprache ist, das kann nur erahnen, wer sich Tag für Tag mit ihr ausspricht. Das verlangt Geduld und Disziplin und immer wieder die Erneuerung des Zuspruchs des Erfahrenen. Der Verstand des Geistes hat Zeit seines Lebens viele Gedankenfelder angelegt, die die Wege seiner Insel gestalten. Nun beginnt etwas Neues. Er hat neues Land erworben. Er will weiterhin erfahren, wie gute Früchte wachsen. Sein Kräutergarten kommt ihm in den Sinn mit den vielen wilden Heilpflanzen. Schön ist das. Er ist sogar etwas stolz auf diese Entwicklung. Allerdings sind dies Tagträume, geeignet ein wenig spazieren zu gehen und nachzuschauen, ob nicht etwas freundlich grüßt. Er ermahnt sich, zurückzukehren zu der Einladung, die ihm von der Intuition überbracht wurde. Das Wesentliche fordert ihn zurück. Er versteht. Sinn und Zweck dieser Einladung ist die Auseinandersetzung mit der Utopie, die er bisher schuldig geblieben ist.
 
(urs)

10
Okt
2013

Morgendämmerung

Hoffnung scheint auf und erhellt die Oase. Inmitten der Wüste spendet eine verborgene Quelle Trost. "Verlasse die Wege!" flüstert es zärtlich. Die lange Wanderung durch die Wüste deutet Verstehen des Leidens an Überkommenen an. Überall zerstreute geistige Skelette zeichnen die Endlichkeit von Schemata: Überholte Leitgedanken für lebende Tote.

 Noch wartet dort drüben für kurze Zeit das Leben. Es gilt, sich zu beeilen, um noch in der rechten Zeit anzukommen. Die Ausrüstung bleibt zurück. Das Gepäck der Gewohnheiten darf nicht weiterhin belasten.
 Der Aufbruch soll erfolgen, noch bevor die Sonne das Licht des neuen Tages vollendet. 

Glaube in die Hoffnung auf die Erfüllung gefühlter Utopie beflügelt den Weggang. Angeführt durch die Intuition erscheint nach dem ersten Schritt nicht sogleich ein Weg. 
Ein Augenblick ist nur der Möglichkeit nach die Zukunft des nächsten Moments. Befreiung von den Fesseln der Zeit durch Loslassen übel gelaunter Planungen ermöglichen erst dem Geschick des Zufalls das Sagen. Er empfindet eine Art Bestimmung in sich. Es ist die Bestimmung, die aus der Begebenheit augenblicklicher Vergegenwärtigung kommt, bevor ihm die innere Stimme unbemerkt seinen Text diktiert. Das geschieht ohne Anspruch auf allgemeine Anerkennung, wohl wissend, dass sich die Wissenschaft der Wahrheit entzieht. Wahrheit, zu der er sich unterwegs glaubt, offenbart sich allein durch gefühlte Erfahrung. 
Also sucht er in der Sprache keine Worte, sondern versucht, die zarten Andeutungen wortlosen Geflüsters der Gefühle zu verstehen. 

Mögen andere das für wirres flatterhaftes Geraune halten, was die Seele dem Geist flüstert, ihm offenbart sich in diesem Klang die harmonisch schöne Komposition der Natur.
 


Nachbesinnung

Morgendämmerung

Hoffnung schenkt ein besonderes Licht. In der Wüste zeigt sich eine verborgene Oase, die Trost spendet. Es ist mehr als Trost. Es zeigt sich eine Wende. "Verlasse die Wege!" Die Wege sind ausgetreten, ohne Inspiration - sie existieren nur noch als Wege, als Hinweis, wo es langgeht, wenn nichts anderes leitet. Sie sind skelettiert, sie lassen nur noch die Überreste von lebendigen Gestalten erahnen. Das Leiden an der zähen Macht des bloß Überkommenen, des bereits Toten, verschafft sich Gehör und zeigt die überscharfen Bilder des durch Gewohnheit Verdrängten. Es sind die überholten Leitgedanken, an die sich die lebenden Toten klammern. Weg! Diese Wege verlassen! Die Hoffnung hat darauf gezeigt: Abwarten ist nicht mehr möglich, die Zeit drängt - da ist noch das Leben, es kann eingeholt werden - die Gewohnheiten müssen weg. Sie sind es, die alles verstellen. Die Ausrüstung muss deshalb zurückbleiben. Nur so kann dem durch die Hoffnung geschenkten Bild geantwortet werden. Der Aufbruch zu Neuem soll bereits vor Anbruch des Tages geschehen. Es ist die Intuition, die den ersten Schritt setzt. Der Glaube in die Hoffnung auf Erfüllung der Utopie macht mutig. Doch auf den ersten Schritt folgt keineswegs der zweite unmittelbar; die Entscheidung für das Loslassen von den Fesseln der Zeit und den Diktaten übernommener Erwartungen schafft erst die Möglichkeit, dem Zufall, so wie er den Augenblick prägen kann, als Geschick zu erkennen. Denn es ist ihm geglückt. Er spürt in sich diese besondere Art der Bestimmung: ihm fällt zu, was der Augenblick als gänzlich offene Anwesenheit von sich her zum Vorschein bringt. Er lässt los und die innere Stimme der Intuition beginnt, ihm die zugesagten Worte zu flüstern. Die Wahrheit erspürter Erfahrung ist es, die ihm den Text diktiert. Es ist ihm einerlei, was andere davon halten werden, denn der Anspruch auf allgemeine Anerkennung wurde bedeutungslos. Die Wissenschaft selbst ist es, die sich der Wahrheit entzieht. Die Wahrheit, die sich ihm zeigt, passt nicht in Worte hinein. Sie zeigt sich allein als gefühlte Erfahrung, als erahnte Andeutung geflüsterter Gefühlsschwingungen. Was die Seele dem Geist so mitteilt, offenbart sich im harmonischen Klang der inneren Natur.
 
(urs)

9
Okt
2013

Halbdunkel

In der dunklen neuronalen Welt beginnt es zu dämmern. Der erste Schein des bläulichen Lichts zeigt sich in der Finsternis des Dagewesenen. Die Dämmerung vertreibt die Nacht des spielenden Chaos neuronaler Verwirrungen. Träume verflüchtigen sich bedeutungslos ins Unbewusste, während sich die Sterne der Nacht im Morgengrauen verbergen.



Zwischen frühen Vogelstimmen deuten sich sanfte Töne leiser Innenklänge an. Zaghafte Gefühle malen Bilder in sanften Farben. Allmählich formen sich Gedanken, aus denen sich erste Worte gestalten.



Der Tag deutet sanfte Spuren an, um den Weg zu markieren. Intuitionen offenbaren sich ihm jenseits ichhaftiger Ansprüche als wahre Begriffe. Unbekannte Wegmarken scheinen das Ende ständig wachsender Wüsten anzudeuten.
 



Nachbesinnung

Halbdunkel

Das Licht lässt Anwesendes sichtbar werden. In der Welt der Neuronen ereignen sich Begegnungen in einem Raum, der zugleich entsteht und sich verändert. In der Dämmerung lässt das bläuliche Licht die dunklen Gebilde des Dagewesenen aufscheinen. Die Dämmerung lässt in der Finsternis das Chaos des ungelenkten Spiels zurück und die Träume verlieren sich wieder in deutungsloser Beliebigkeit des Unbewussten.

Es ist die Zeit des Übergangs zu den sichtbaren Innenbildern. Klänge aus dem Inneren gelangen in das intuitive Hören. Eine behutsame Annäherung des aus dem Dunklen kommenden nicht ortbaren sich Befindens in die sich lichtenden spürbaren ersten Antworten. Zarte Gefühle begleiten die ersten Gedanken, die sich zu Worten hin bewegen.

Der Tag deutet sich an, zurückgenommen noch, aufspürend Verweise auf die sich andeutenden Wege. Das Ichhafte hat sich zurückgezogen. Wahre Begriffe offenbaren sich, von der Intuition mit unbekannten Markern versehen, die als Wegmarken anzudeuten scheinen, dass die Zeit wachsender Wüsten sich ihrem Ende zuneigt.
 
(urs)
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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