Unilogo

8
Okt
2013

Dürre

Abwesende Emotionen künden von innerer Trockenheit. Seelische Regungen bleiben aus. Trägheit hindert eh' schon schwach geistige Anregungen aus dem Unbewussten. So beherrscht Leere das Bewusstwerden, bis sich eine Emotion aus dem Widerstand heraus mutig nach vorn wagt. Sie fordert das Beenden des Stillstandes. Diese Aufforderung wirkt wie ein Stein, der in ruhiges Wasser geworfen wird. Die emotionale Störung breitet als neuronale "Störung" Energien wellenförmig aus. Impulsiv inszenieren sich neuronale schöpferische Spiele. Es gestalten sich Bilder, in denen sich neue Ideen darstellen. Durch Zufall fallen einander neuronale Verbindungen zu, die spontan einen helfenden Einfall gebären.
Solche neuronalen Ereignisse spiegeln sich in uns als Bewusstsein. Durch Selbstbeobachtung können wir sie betrachten und auch beobachten, um sie zu begreifen.
Auch "Dürre" stellt eine solche introspektive Spiegelung dar.

7
Okt
2013

Formung des Begreifens

Das Bilden neuronaler Beziehungsgefüge erleben wir als Begreifen. Als Ergebnisse neuer neuronaler Verknüpfungen erfahren wir Begriffe. Diese neuronalen Vorgaben ermöglichen uns sicheres Auftreten und verlässliches Handeln. Begriffe sind Formen des Schöpferischen. Der Künstler begreift, indem er Intuitionen thematisiert. Themen sind die Begriffe des Künstlers.

Neuronale Netze befinden sich wie alles in der Natur in ständiger Veränderung. Weil alles ständig im Fluss ist, schützen sich neuronale Beziehungsgefüge durch feste Marken. Die Fähigkeit, Begriffe zu bilden, ist eine natürliche Begabung.
Dank der natürlichen Fähigkeit der Selbstorganisation vermag das Gehirn bereits vorgeburtlich, effektive Verhaltensmuster zu entwickeln. Geburt bedeutet dann die radikale Reorganisation dieser Struktur, die sich nach und nach aufgrund äußerer Einflüsse durch die Umgebung modifiziert. Solche Modifikationen werden zugleich verlautbart. Laute tun kund, was neuronal geschieht. Umgekehrt vermögen Laute oder Lautverbindungen neuronale Prozesse in Gang zu setzen. Die Lautsprache erzählt von neuronalen Geschehnissen im Gehirn. Schriftsprache vermag diese Geschichten zu konservieren. Schriftsprache ist insofern das erste Medium vernunftbegabter Lebewesen.

6
Okt
2013

Alternative Begriffsbildung

Begriffe lassen sich nicht nur durch Verallgemeinerung bzw. Abstraktion gewinnen, sondern auch durch Beobachtung und Strukturieren der beobachteten Zusammenhänge.

Diese Alternative soll am Beispiel der Erziehung erklärt werden:

Der erste Schritt besteht in der Antwort auf die Frage, worin Erziehung eigentlich besteht. Um diese Frage beantworten zu können, muss man Erziehung beobachten, z.B. die Erziehung eines Kindes. Wenn sich ein Kind das Schreiben von Buchstaben aneignen soll, dann muss es lernen, dass ein Buchstabe eine bestimmte Gestalt hat, die in eine bestimmte Form bzw. Norm gebracht bzw. geschrieben werden muss.
 

 

oder vereinfachte Ausgangsschrift (BRD 1972)
 
 

Erziehen besteht also hier aus dem Einüben von Formen und Gestalten und Vorschriften, wie diese auf den Hilfslinien zu setzen sind. Die nachgeschriebenen Buchtaben zeigen, ob sie wiederholt werden müssen.
 
 
Erziehung: Schreibschrift lernen lassen
Verhalten: Buchstaben schreiben
Regel: an die Vorlage bzw. Vorgabe halten
Gebote: Strichführung
 
Die abgebildete Erziehungsstruktur wird Regelkreis genannt. Dieser aus dem Einzelfall gewonnene Begriff erfasst alle erzieherischen Fälle. Entsprechend lässt sich eine allgemeine Bestimmung wie "Verhalten" als Anpassen an vorgegebene Verhältnisse strukturieren:
 
 

5
Okt
2013

Objektivierung

Wahrnehmen objektivieren bedeutet, Wahrnehmunginhalte so zu verallgemeinern, dass möglichst viele Subjekte zustimmen können. Ein Begriff ist demnach eine gemeinsam verabredete Sicht auf etwas. So ist die Sicht auf das Lebewesen "Mensch", ihn als vernunftbegabtes Lebewesen zu betrachten, um es von allen anderen Lebewesen zu unterscheiden.


Nach Aristoteles ist Sokrates der erste gewesen, der nicht nur danach fragte, woraus etwas geworden ist, sondern danach, was es ist (τί ἐστι). Ziel des sokratischen Fragens war eine allgemein gültige, unbezweifelbare Definition (ὁρισμός), die er in Gesprächen mit seinen Gesprächspartnern entdecken wollte. Dabei gibt sich Sokrates nicht mit einzelnen Fällen oder Beispielen einer Sache zufrieden. So fragt er nicht nach Beispielen gerechten Handelns, sondern möchte wissen, was die Gerechtigkeit selbst ist. Er forderte seine Gesprächspartner auf, das Allgemeine (καθόλου, wörtlich: hinsichtlich des Ganzen) aus dem Einzelnen (ἕκαστον) herauszuarbeiten. Das ist das, was bei aller Mannigfaltigkeit der Einzelfälle immer identisch bleibt.

(vgl. Chr. Axelos: Allgemeines, Besonderes, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie 1, S. 164 f.; ebenso: Gernot Böhme: Platons theoretische Philosophie, Metzler Verlag, 2000 (Lizenzausgabe der WBG S. 116))

„Zweierlei ist es, was man mit Recht dem Sokrates zuschreiben kann: die Induktionsbeweise und die allgemeinen Definitionen; dies beides nämlich geht auf das Prinzip der Wissenschaft. Sokrates setzte das Allgemeine und die Begriffsbestimmungen nicht als abgetrennte, selbständige Wesen; die Anhänger der Ideenlehre aber trennten es ab und nannten dieses Ideen der Dinge."

(Aristoteles: Metaphysik, 1078b, übersetzt von Hermann Bonitz)

Aristoteles nennt das Allgemeine, das vielem Besonderen zukommt, das Wesen (οὐσια) einer Sache. Er nennt den Begriff auch oft "λόγος und ὅρος", um die Notwendigkeit der sauberen Ab- oder Eingrenzung in Bezug auf das vielerlei Einzelne aufzuzeigen. Daher rührt auch der lateinische Ausdruck für Begriff "definitiv" (Abgrenzung).

SUMMA: Ein Begriff (Definition) umfasst zwei Teile. Der erste ordnet den Begriff in eine Gruppe von Begriffen ein (Der Mensch ist ein Lebewesen). Der zweite Teil ordnet dem Begriff das zu, was ihn in der Gruppe besonders (wesentlich) auszeichnet (Vernunft).

4
Okt
2013

Zwielicht

Zweifel existiert in der Unentschiedenheit. Nach langer Wanderung durch Argwohn, Bedenken und Misstrauen eröffnen sich Ahnungen. Mutmaßungen entströmen dem Unbewussten. Sind es Eingebungen unbekannter Kräfte?
Sprachloses Staunen

Fremdartige Ströme durchdringen verhärtete Verformungen. Natürliche Kräfte kämpfen sich durch Missbildungen neuronaler Felder.
Suchende Bewegungen verlieren sich in aussichtslosen Utopien. Ströme gestalten helfende Bilder, deren Geheimnisse sich in der Kunst zwischen Religion und Philosophie verbergen.

3
Okt
2013

Vergegenwärtigung

Vergegenwärtigung bedeutet Bewusstwerden entweder durch Aufmerken oder durch Konzentrieren.
 

 

Sobald wir aufmerken, weil wir etwas Auffälliges oder Aufdringliches wahrnehmen, könzentrieren wir uns auf unsere Erfahrungen und versuchen diesen das aktuell Wahrgenommene anzugleichen. Sinn und Zweck dieser erfahrungsbezogenen Aufmerksamkeit ist es, möglichst schnell ein brauchbares Verhaltensmuster zu haben, um angemessen reagieren zu können. Bewährt sich diese Handlungsvorlage nicht, versuchen wir sie den neuen Gegebenheiten und Erfordernissen anzupassen.

Gewohnheit ist eine neuronale, vielfach bewährte und deshalb schwer veränderbare Verhaltensschleife. Wir sehen die Dinge weniger wie sie sind, sondern vielmehr so wie wir sie gewohnt sind.

Sobald wir aufmerken, also sinnlich wahrnehmen, mischen sich Erinnerungen an unsere Erfahrungen ein, d.h., wir konzentrieren uns auch zugleich. Dadurch werden unsere Wahrnehmungen individuell umgestaltet. Vereinfacht gesagt: Aufgrund unserer Geschichte können wir etwas nur geschichtlich bedingt subjektiv wahrnehmen.

Wenn wir das nicht wollen, müssen wir Vergegenwärtigungen gleichsam entsubjektivieren bzw. objektivieren.

2
Okt
2013

Kurzsichtig

Ein Begriff wird nicht begriffen, wenn er allein wissenschaftlich betrachtet wird. Man darf nicht so tun, als sei das Bewusstwerden ein Vorgang, bei dem sich Perspektive oder Aspekt der Betrachtung beliebig steuern lässt. Auch das wissenschaftliche Begreifen schließt zum Beispiel Gefühle nicht aus. Begreifen vollzieht sich niemals wertfrei und auch nicht unabhängig von der jeweiligen körperlichen Verfassung.

So lässt sich für Sie leicht überprüfen, ob Sie diesen Text hinreichend konzentriert lesen. Dies ist der Fall, wenn während der Lektüre der Unterschied zwischen "Perspektive der Betrachtung" und "Aspekt der Betrachtung" klar vergegenwärtigt worden ist. Eine solche Betrachtung ergänzt nämlich den Satz:


"Man darf nicht so tun, als sei das Bewusstwerden ein Vorgang, bei dem sich Perspektive oder Aspekt der Betrachtung beliebig steuern lässt"

etwa so:

"Man darf nicht so tun, als sei das Bewusstwerden ein Vorgang, bei dem sich "Aufmerksamkeit" oder "Konzentration" beliebig steuern lassen".

Ist diese oder eine vergleichbare "Einblendung" nicht erfolgt, dann erfolgt die Lektüre des Textes nicht konzentriert genug.

1
Okt
2013

Begriffe begreifen

Warum sollen wir Begriffe eigens begreifen, wenn uns doch der Umgang damit gänzlich vertraut erscheint? Gewöhnlich nutzen oder benutzen wir doch Begriffe, ohne uns darüber Gedanken zu machen, was dieser Umgang mit den Formen des Denkens bedeutet.
Aber was uns so selbstverständlich erscheint, verunsichert uns, sobald jemand auf den Gedanken kommt, sich erklären zu lassen, was "Begriff" genau bedeutet. Selbst in Prüfungen an Universitäten werden Kandidaten bisweilen gebeten, einen Begriff zu definieren. Nun bedeutet aber "definieren", etwas als Begriff zu formulieren. Das aber ist gar nicht gemeint. Warum denn nicht einfach darum bitten, das Zustandekommen eines Begriffs zu erklären? Vielleicht kommt sich jemand überlegen vor, wenn er sich gestelzt auszudrücken vermag?
Andererseits werfen wir mit Begriffen um uns, ohne genau zu wissen, was sie bedeuten. Häufige Begriffe dieser Art sind beispielsweise "Bildung", "Pädagogik", "Politik", "Philosophie" usf. Wir haben uns allzu sehr daran gewöhnt, mit Leerstellen umzugehen. Die Sprache des Ungefähren hat sich eingebürgert. Wir begnügen uns, vage Inhalte auszutauschen.
Da aber Worte neuronale Adressen darstellen, gelingt es dem Gehirn mit zunehmenden Alter weniger, mit vagen Adressierungen umzugehen und es verliert den Kontakt mit den mit Worten verbundenen Situationen oder Ereignissen. Für diese Art von Kontaktlosigkeit hat sich der Name "Demenz" eingebürgert. "demens" ist lateinisch und bedeutet "ohne Geist".
Ein geistloser Umgang mit der Sprache führt eines Tages zur geistlosen Vergegenwärtigung von Wahrnehmungen.

30
Sep
2013

Ungläubige Frömmigkeit

Der Protestantin Aesthe Logkat ist klar geworden, dass sich wahre Frömmigkeit jenseits von Glauben und Wissen und vor allem durch praktisches Loslassen vollzieht. Dennoch ist für sie nicht leicht nachzuvollziehen, dass Gott für den Mystiker dann existiert, wenn er ihn vollkommen unwesentlich und sprachlos schauend erfährt. Aesthe ist froh ob ihrer Drogenerfahrung während ihres Studiums. Diese Erfahrung schützt sie jetzt davor, verwirrt zu sein.
Aber sie versteht, dass Religiosität nichts mit Glauben zu tun hat, dass das Nichtsdenken des Mystikers und das Loslassen des Buddhisten ein und dasselbe sind. Zunehmend weniger begreift sie, warum Religion einer Verwaltung namens Kirche bedarf.

29
Sep
2013

Kontemplation

Aesthe: "Was genau verstehst Du unter Kontemplation?"
Angelus: "Das Wort "Kontemplation" ist eine Ableitung vom lateinischen Verb "contemplari" „anschauen“, „betrachten“ und bedeutet also Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung. Kontemplation ist ein mystischer Weg, der durch ein kontemplatives Leben oder Handeln zu einem besonderen Empfindungszustand führt, eine Art von Bewusstseinserweiterung. Eine kontemplative Haltung ist von Ruhe und sanfter Aufmerksamkeit bestimmt. Eigentlich gleicht sie der buddhistischen Einsichtsmeditation."
Aesthe: "Was bedeutet da Einsicht?"
Angelus: "Vipassanā bezeichnet in pali „Einsicht“, also im Buddhismus die „Einsicht“ in die drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit bzw. Nichtgenügen und Nicht-Selbst. Der Übungsweg zur Entfaltung dieser Einsicht wird „Einsichtsmeditation“ oder „Vipassana-Praxis“ genannt. Vipassana-Praxis ist ein Weg, um das durch Nichtsehen und Verblendung verursachte Leiden zu überwinden bzw. im Leben die Befreiung des Nirwana zu erlangen."
Aesthe: "Kannst Du mir "Nirwana" erklären?"
Angelus: "Nirwana ist ein buddhistischer Schlüsselbegriff, der den Austritt aus dem Samsara, dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten durch Erwachen bezeichnet. Das Wort bedeutet „Erlöschen“, wörtlich „erfassen“ im Sinne von verstehen, „verwehen“, folglich im Sinne des Endes aller mit falschen persönlichen Vorstellungen vom Dasein verbundenen Faktoren, wie Ich-Sucht, Gier, Anhaften."
Aesthe möchte gern wissen, was nun ein Mönch eines beschaulichen Ordens mit einem buddhistischen Mönch gemeinsam hat. Angelus erklärt ihr, dass das, was die Buddhisten Nirwana bzw. Zustand des höchsten Glücks nennen, der ekstatischen Versunkenheit in die vollkommen bedeutungsfreie Anschauung des Lichts gleichkommt. Im Zustand des vollkommenen Loslassens erscheint alles durch sich selbst klar. Namen spielen dann keine Rolle mehr, denn sie sind ganz und gar bedeutungslos geworden!
Aesthe spürt nun intuitiv, worin der eigentliche Reiz eines so strengen kontemplativen Ordens besteht. Sie würde das zwar durchaus reizen, aber sie würde ein solches entbehrungsreiches Leben überhaupt nicht aushalten. Nur das, was ihr besonders wichtig erschien, hat sie verstanden. Es geht also vor allem darum, auf dem Weg zu bleiben. Mönchsein besteht weniger aus Glauben, sondern vielmehr aus Suchen. Es ist ein Weg zum Licht, auf dem sich asketisches Leben verschwendet.

28
Sep
2013

Gewusst wie

Kurze Zeit nach Abgabe ihres Abschlussberichts erhält Aesthe Logkat einen Anruf ihres Vorgesetzten, der von ihr wissen will, was er nun dem Kardinal mitteilen soll. "Sagen Sie ihm, dass er sich selbst in seinem Dom vergewissern soll. Es ist nichts geschehen!" Der Vorgesetzte bedankt sich, nicht ohne sich darüber zu ärgern, dass ihm selbst nicht diese Konsequenz einfiel.
Aesthe betrachtet zwar den Vorgang als erledigt, aber sie ist keineswegs zufrieden mit der Eulenspiegelei. Also beschließt sie, am Wochenende nach Heimbach zu fahren, um noch einmal mit Angelus zu sprechen.

"Eine Religion ohne Gott ist den meisten Menschen unverständlich. Du hast Chodron richtig verstanden. Tatsächlich ist der Buddhismus jedoch eine Lehre, die ohne Gott auskommt. Er ist daher atheistisch, bezieht sich also auf keinen Gott, ist also gottfrei." Aesthe fragt, ob dann die in der buddhistischen Mythologie erscheinenden “Götter” oder “Gottheiten” nicht wirklich existent, sondern lediglich Sinnbilder oder Metaphern bestimmter Bewusstseinszustände sind. Angelus fügt hinzu, dass Buddha keine Göttlichkeit beanspruchte. "Buddha ist kein Erlöser, kein Heiland, kein Gesandter Gottes und kein Prophet. Er betrachtete sich als einen gewöhnlichen Menschen, der seine Einsichten lehrend verkündet. Der Buddhismus kennt keinen Glauben, sondern allein die eigene Einsichtsfähigkeit." Nun kommt Aesthe zu dem Punkt, der sie ganz besonders interessiert. "Wenn ich Dich letztes Mal richtig verstanden habe, verstehst auch Du Gott als eine Art Bewusstseinszustand." Angelus versucht, Aesthe das zu erklären: "Als Mitglied eines kontemplativen oder beschaulichen Ordens gehe ich von einer persönlichen Gotteserfahrung aus. Ich nehme natürlich an, dass es selbstverständlich möglich ist, Gott zu begegnen, falls er existiert. Wir Mönche wissen weder, noch glauben wir, sondern wir vertrauen auf die ganz persönliche Erfahrung aufgrund tiefer Meditation oder Kontemplation!"

27
Sep
2013

Fehlschluss

Aesthe Logkat ist froh, diesen denkbar merkwürdigen Fall abschließen zu können. Sie betitelt ihr abschließendes Protokoll dann auch dementsprechend mit "Fehlschluss".
Und Aesthe Logkat bemerkt auch noch vorweg nicht ohne leichte Verärgerung:
"Fehlschlüsse entstehen, wenn man die logischen Regeln nicht beachtet. Das führt dann wie im Fall vorliegender Vermisstenanzeige zu sachlichen Fehlern. Trugschlüsse sind nämlich bewusst konstruierte Fehlschlüsse, um das Bewusstsein zu täuschen und zu verwirren. Mit ihnen werden dann auch Ideologien begründet und alles Mögliche gerechtfertigt, was nicht vor der Vernunft bestehen kann. Man muss ihre logischen Formen kennen, um nicht auf sie hereinzufallen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Missverständnis, das auf einem Proton Pseudos beruht. Beim Proton Pseudos wird in einem Schluss eine fehlerhafte erste Prämisse vorausgesetzt. Die Novizen gingen von der Voraussetzung der behaupteten Gegenwart Gottes aus. Und sie wollten lediglich zeigen, dass sich in der praktischen Konsequenz nichts ändert, wenn die aufgestellte Behauptung in ihr Gegenteil verkehrt wird. Für den auf sinnliches Vernehmen angewiesenen Menschen ist es gleich gültig, ob ein sinnlich nicht vernehmbares Wesen anwest oder nicht."

26
Sep
2013

Der Edle Achtfache Pfad

Der Edle Achtfache Pfad erfüllt sich durch:

1. rechte Einsicht/Anschauung, um zur Erkenntnis zu gelangen,
2. rechte Gesinnung/Absicht des Denkens
3. rechte Rede
4. rechte(s) Handeln/Tat
5. rechter Lebenserwerb/-unterhalt
6. rechte(s) Streben/Üben/ Anstrengung
7. rechte Achtsamkeit/Bewusstheit
8. rechte Sammlung/Konzentration (Versenkung)

25
Sep
2013

Hohe Schule der ersten Lüge

Chodron fühlt intuitiv, dass das, was er ausführt für Aesthe erklärungsbedürftig bleibt. Also setzt er fort, dass Wahrheiten nicht einfach geglaubt werden dürfen, sondern sich logisch offenbaren.
Ich zeige Ihnen das am Beispiel der Vier edlen Wahrheiten:
1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
2. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
4. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.
Die logische Offenbarung der Vier Edlen Wahrheiten entbirgt sich durch Glauben, der sich praktisch durch Loslassen vollzieht.
Aesthe fragt nach:"Sie meinen also, wenn etwas als wirklich vom Menschen bestimmt wird, dann verwirklicht es sich auch durch sein Verhalten?" Chodron bestätigt, dass er das Phänomen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung meint. Aber Aesthe möchte ganz sicher gehen: "Wenn Menschen die Anwesenheit Gottes definieren, dann verhalten sie sich auch dementsprechend?" Chodron bestätigt das: "So ist es!" Aesthe wird jetzt klar, dass die Novizen des buddhistischen Lehrers nichts Anderes zeigen wollten.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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