Unilogo

3
Dez
2013

Introspektion

Introspektion meint eigentlich das Betrachten, Beschreiben und Analysieren des eigenen Erlebens. Dieses nach innen gerichtete Schauen kann zur Selbsterkenntnis führen. Die Selbstwahrnehmung fördert die eigene Bewusstseinsbildung und verhilft zu Selbstbewusstsein.

In der Philosophie bedeutet Introspektion das Schauen des eigenen Denkens, das sich während des Bewusstwerdens sprachlich organisiert. Reflexion des Denkens geschieht immer zugleich auch als Reflexion der das Denken stiftenden Sprache

2
Dez
2013

Gewissen

Gewissen ist der Name für das Wissen aufgrund meiner Erfahrungen. Im Gegensatz zum Verstand ist das Wissen der Vernunft praktisch, also subjektiv wahr und nicht (nur) theoretisch, also allgemein richtig.
Die Gewissensbildung beruht auf Glauben.

Gewissen ist die Summe aller meiner Erfahrungen.

1
Dez
2013

Vernunft

Das Denken in Gefühlen ist das, was die Vernunft auszeichnet. Die Nachteile des Verstandes erkennend, haben die frühen philosophischen Denker des Abendlandes den Menschen nicht als verstandbegabtes, sondern als vernunftbegabtes Lebewesen bestimmt.

30
Nov
2013

Vorsicht vor bildlosen Wörtern

Wörter ohne Bilder sind gefühllos. Aber der Verstand braucht Gefühle, um gesund denken zu können. Der gesunde Verstand denkt in Bildern und nicht etwa in Begriffen wie der knöcherne Geist gewisser Philosophen es annimmt.

Das Denken in Gefühlen ist das, was die Vernunft auszeichnet. Die Nachteile des Verstandes erkennend, haben die frühen philosophischen Denker des Abendlandes den Menschen nicht als verstandbegabtes, sondern als vernunftbegabtes Lebewesen bestimmt. Sie konnten damals noch nicht erkennen, dass auch Tiere über Vernunft verfügen. Heutzutage erscheint also „Vernunft“ nicht mehr als das, was Mensch und Tier unterscheidet. Es bedarf dieser Unterscheidung auch gar nicht mehr.

Wie genau macht nun den Unterschied zwischen Vernunft und Verstand aus? Die Bilder der Vernunft stellen nur dar, was sich fühlen bzw. sinnlich konkret erfahren lässt. Die Bilder des Verstandes stellen dagegen nur dar, was sich allein geistig abstrakt wahrnehmen lässt.
Eine Zeitlang wurde dieser Unterschied sogar auf die Hirnhemisphären übertragen, indem der rechten Seite des Gehirns die Vernunft und der linken Seite der Verstand zugeordnet wurde.

Was für den Verstand die Logik, das ist für die Vernunft das Gewissen (korrigiert aufgrund des Kommentars zu heute).
Der Verstand entwickelt sich vor allem durch Bildung und Erziehung, die Vernunft aber entwickelt sich aufgrund von Bedürfnissen und Erfahrungen.
Vernunft und Verstand machen die beiden Kräfte der Seele aus, die uns nur allzu oft in ihrer Widersprüchlichkeit zu schaffen machen.

Die Vernunft rät „Mach `mal Pause!“, aber der Verstand widerspricht: “Ich muss fertig werden!“ Manchmal löst sich ein solcher Widerspruch durch die Stimme des Körpers auf.
Bei einem ausgeglichenen Menschen befinden sich Vernunft und Verstand im Gleichgewicht. Gelassenheit ist der Vorschein der Einheit von Vernunft und Verstand.

Summa:
K1 Was zeichnet die Vernunft aus?
K2 Was zeichnet den Verstand aus?
K3 Wann entsteht Gelassenheit?

29
Nov
2013

Gefühle oder Wörter denken

Gefühle denken in offenen Bildern, Wörter in abgeschlossenen Identifikationen.
Was ist der Unterschied? Entsteht eine Vorstellung durch ein gefühltes Bild, dann handelt es sich um eine affektive oder emotionale Situation. Beispiel einer gemalten affektiven Situation:
„Gespenstisch hebt zum Tagentfachen
Der Baum sich schwarz im Frühlicht ab.
Er scheint die Landschaft zu bewachen,
Sein Astwerk dient als Hirtenstab.“

(aus: Baum im Morgengrauen, Gedicht von Ingo Baumgartner)

Und ein Beispiel einer gedachten Situation:

„Als Baum wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine holzige Pflanze verstanden, die aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden, hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone besteht“. (Quelle Wikipedia)

Im Gegensatz zum Gefühl kommt der Geist bzw. der Verstand ohne Bilder aus, weil er etwas benennt, indem er es abstrakt und nicht konkret beschreibt.

Die Sprache erlaubt dem Verstand das ‚Analysieren‘ der Gefühle, indem er während des Bewusstwerdens für Abstand vom Konkreten sorgt. Diese Rolle der Sprache versetzt ihn zugleich auch in die Lage, das Bewusstwerden zu regeln oder zu steuern.

Summa:

K1 Was bedeutet Wort im Gegensatz zum Bild?
K2: Was ist der Unterschied zwischen „Baum“ als Gefühl und „Baum“ als Ausdruck des Verstandes?
K3: Was ist die Rolle der Sprache?

28
Nov
2013

Was ist ein Gedanke?

Ein Gedanke ist eine Vorstellung bzw. ein inneres Bild. Ein einzelner Gedanke wird durch ein einzelnes Wort aktiviert.
Beispiel „Baum“. Was denken Sie jetzt? Das Bild, das Sie jetzt von Ihrem Baum vor sich sehen, ist Ihr Gedanke zu „Baum“.
Jedes Wort ist eine neuronale Adresse zu einer im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erfahrung.
Sie denken, sobald Sie bei Ihrer Vorstellung von Baum verweilen. Vielleicht gibt es Ihren Baum wirklich oder er ist ein von Ihrer Fantasie ‚ausgemalter‘ Baum, weil sie das Wort „Baum“ an das Lied Ihrer Kindheit „Am Brunnen vor dem Tore“ erinnert. Für die Qualität eines Gedankens spielt es keine Rolle, ob es sich um eine tatsächliche Erfahrung oder um ein Fantasiegebilde handelt.
Es gibt eine besondere Tageszeit für Bilder der Fantasie, nämlich der Tagtraum und der Nachttraum. Träume sind jene Zeiten, in welchen das Gehirn von sich aus mit Bildern Ihrer Bedürfnisse oder Erfahrungen spielt. Ein Künstler oder ein Philosoph ist wie jeder schöpferisch arbeitende Mensch auf diese neuronalen Spiele seines Gehirns angewiesen. Wenn jemand sagt, dass ihm nichts einfällt, dann befindet sich sein Gehirn gerade nicht in Spiellaune.
Summa:
K1 Was ist ein Gedanke?
K2 Was ist ein Wort?
K3 Was ist ein Traum?

27
Nov
2013

Jeder Mensch denkt so natürlich wie er atmet.


Introspektion bedeutet Selbstbeobachtung und bezeichnet die Betrachtung, Beobachtung, Beschreibung und Analyse des eigenen Erlebens und Verhaltens. Hier geht es vor allem um das Beobachten eigenen Denkens.
Hierzu ein einfaches Beispiel. Stellen Sie sich ein Quadrat vor! Sobald Sie dieses Bild vor Augen haben, denken Sie auch, denn das sich „Etwas-Bestimmtes-klar-Vorstellen“ ist die einfachste Form zu denken. Um aber dieses Vorstellen beobachten zu können, bedarf es einer Frage.
Erfahren Sie das an sich selbst, wenn ich Sie jetzt frage „Welche Farbe hat Ihr Quadrat?“.
Jetzt sind Sie vielleicht überrascht, dass Ihr Quadrat eventuell gar keine Farbe hat. Sie können jetzt entweder darüber nachdenken, warum Ihr Quadrat keine Farbe hat oder darüber, warum Sie gerade Ihre Farbe gewählt haben.
Während der Zeit, in der Sie dieser Frage nachgehen, beobachten Sie sich selbst.
Fragen sind das beste Mittel zum Zweck der Introspektion (Selbstbeobachtung).
Wenn Sie meinen, dass Sie bereits über gute Erfahrungen im Denken verfügen, dann wage ich Ihnen die Frage zu stellen:
„Warum ist das Fragen wichtig, um Selbstbeobachtung in Gang zu setzen?“
Antwort: „Übersetzt man das Wort “Frage“ in die entsprechende neuronale Vokabel, dann bedeutet das “eine neuronale Suchstrategie aktivieren“ oder Perspektive bzw. Aspekt des Bewusstwerdens“ (Kategorie).
Summa: Das größte Problem des denkenden Menschen ist sein Gedächtnis. Überprüfen Sie bitte deshalb zur Kontrolle, ob sie folgende Fragen beantworten können:
K1: Was bedeutet Denken?
K2: Wann denke ich?
K3: Was bedeutet „Frage“?

26
Nov
2013

Das Subjekt begegnet seinem Objekt

Wenn ein Substantiv sich selbst reflektieren will, dann braucht es einen Satz, in dem es entweder als Subjekt und Objekt vorkommt oder durch Umkehrung des Satzes in die Rolle der Funktion eines Satzteils wechselt.

Subjekt und Objekt: Tier tötet Tier. Philosoph kritisiert Philosoph. Feuer entfacht Feuer.

Subjekt oder Objekt: Holzfäller schlägt Baum. —> Baum erschlägt Holzfäller., Kind imitiert Erwachsenen. —> Erwachsener imitiert Kind. Sender machen Programme,—> Programme machen Sender.

Die Selbstbegegnung eines Substantivs kommt einer mikrostrukturellen Selbst-Beobachtung gleich. Das Substantiv muss sich ziemlich gut kennen, um sich als Subjekt zugleich als Objekt erkennen können. Es bedarf also hinreichender neuronaler Erfahrung. Als Subjekt wird ein Substantiv zum neuronalen Operator. Als solcher muss es mit genügend Möglichkeiten zu operieren vertraut sein. Zudem braucht es einen guten „Blick“ für alle in Frage kommenden Substantive. Substantive, die vom Fach sind, werden sich in der Regel nach Substantiven des gleichen Fachs umsehen. So bleibt das Substantiv „Quadrat“ dort, wo es zu Hause ist, nämlich in der Geometrie und wird sich allenfalls nach einem Substantiv umsehen, das zu ihm passt, z. B. „Würfel“, denn dessen Oberfläche bilden sechs Quadrate. Das Substantiv „Quadrat“ gehört zu jenen Substantiven, die unter Einbildung leiden, denn die Bilder, die sie repräsentieren, existieren allein im Denken wirklich. Es gibt nämlich keine sinnlich vernehmbaren Quadrate.

Hat das Subjekt ein Objekt gefunden, dann braucht es noch ein geeignetes Verb, durch das sich die beiden verbinden. Quadrate formen einen Würfel, sobald sie sich zu je sechs zu je einer Oberfläche zusammenfügen. Sobald ein Satz besteht, kann jeder seiner Teile eine Verbindung zu anderen Wörtern herstellen. Auf diese Weise kann ein Wort zum Initiator eines Textes werden.

25
Nov
2013

Erziehung eines Substantivs

Die vorgeburtliche neuronale Organisation des Gehirns beruht auf natürlicher Veranlagung der neuronalen Struktur. Dank der natürlichen Fähigkeit der Selbstorganisation vermag das Gehirn sprachlich effektive Verhaltensmuster zu entwickeln.

Geburt bedeutet dann die radikale Reorganisation dieser Struktur, die sich nach und nach aufgrund äußerer Einflüsse durch die Umgebung modifiziert. Eines der ersten durch Lernen erworbenen Grundmuster lässt sich durch die Funktion Verhalten = Reaktion auf einen äußeren (Reiz) und/oder internen (Impuls) als Aktion bestimmen.

An der Verlautbarung einer solchen Reaktion durch Schreien, muss die Bezugsperson intuitiv den Grund dafür erschließen. Spracherwerb ermöglicht nach und nach die Konkretisierung der Verlautbarungen.

Die neuronale Grundstruktur bildet dann auch die Grundstruktur eines einfachen Satzes, wobei das Subjekt den Verhaltensregler, das Prädikat die Verhaltensregelung und das Objekt den Grund des Verhaltens nennt.

„OP —> OD = OT“, z.B. „Bauer“ —> „Frau“ = „suchen“.
„OP(Subjekt) —> OD(Objekt) = OT(Prädikat)“

Das Bilden von Sätzen ermöglicht das Fassen von Gedanken, die einfache Bilder vor allem sensitiv reflektieren. So wird "Die Mutter wechselt die Windeln." nicht einfach abgespeichert, sondern zugleich auch gefühlsmäßig vermerkt.

Als Kunst neuronale Verbindungen zu ordnen ist die Neurologik gleichsam angeboren. So wird durch die Duplizität von Zu- und Einordnung Vergleichen ermöglicht, durch die Duplizität von Vor- und Nachordnung das Algorithmieren, durch die Duplizität von Über- und Unterordnung das Hierarchisieren und durch die Duplizität von An- und Beiordnung das Systematisieren und Strukturieren.

In diesem neurologischen Geschenk der Natur liegt der zureichende Grund für jenes innere Gespür Platons, welches dieser Philosoph "idein" nennt und dem er vertraut, wenn er von Wiedererinnern spricht. In diesem Licht der Intuition erkennt Platon den geheimen Weg der Philosophie zur Wahrheit. Diese Quelle ist für ihn zugleich die Bedingung der Möglichkeit aller Bildung und schöpferischer Erziehung. Das ist auch der wesentliche Grund, warum wir bei der Organisation unseres Lernens auf die Vernunft unserer Natur vertrauen. Sie ist die wahre Leiterin unseres Lernzentrums.

Sie lehrt das Wort auch als bestimmte Wortart zu fungieren und Funktionen zu übernehmen wie das Substantiv die Funktion eines Subjekts oder Objekts oder das Verb die Funktion eines Prädikats.

24
Nov
2013

Wie Substantive Kontakt halten

Unabhängig von ihrer Gruppenzugehörigkeit zeigt sich in einem Text die Kontaktfreudigkeit eines Substantivs durch seine unmittelbaren oder mittelbaren Wiederholungen z.B. zu Synonyma bzw. zu Wörtern gleicher Bedeutung. Je mehr Sätze zwischen solchen Wiederholungen liegen, um so kontaktärmer sind Substantive.

Wird der Abstand gar zu groß, dann verlieren sich Kontakte und Beziehungen geraten in Vergessenheit. Und je mehr Kontakte ein Substantiv pflegt, um so mehr gewinnt es in einem neuronalen Netz an Bedeutung. Allerdings sollte das nicht dazu führen, dass die meisten Gedanken nur noch um ein Wort kreisen.

Das Wort „Substantiv“ genießt zur Zeit in diesem Text seine hervorgehobene Bedeutung. Wann einmal kann ein Substantiv schon so viel von sich erzählen? Dabei erzählt es bislang noch nichts über seine Erziehung oder über seine bevorzugte Berufswahl.

23
Nov
2013

Substantive sind ungern allein

Ein Substantiv ist ein Wort, das Belebtes, Unbelebtes oder Ideen beim Namen nennt. Das Nomen ist in Texten die meist benutzte Wortart. Es nennt Ereignisse oder Situationen ebenso wie Konkreta oder Abstrakta, Komplexe, Klassen oder Gruppen und Besonderes ebenso wie Gemeinsames.

Um nicht allein sein zu müssen, tun sich Substantiv gern mit anderen Substantiven und Verben zusammen, um miteinander spielend Sätze zu bilden. Dabei übernehmen sie verschiedene Rollen.

Das suchende Substantiv fungiert im neuronalen Netz als Operator (OP), das gesuchte Substantiv ‚spielt‘ Operand (OD) und das Verb repräsentiert die Operation (OT):

„OP —> OD = OT“, z.B. „Bauer“ —> „Frau“ = „suchen“.

Substantive repräsentieren Neuronen samt ihrer Erfahrungen bzw. Inhalte. Indem sie sich mit anderen Neuronen austauschen, übertragen sie Information.

22
Nov
2013

Ein Substantiv dichtet

Ein Substantiv spielt gern mit dem Zufall. Zu diesem Zweck sucht es ein Stichwort auf, da die Absicht zu dichten limbisch spontan wünschenswert erscheint. Gefühle und Empfindungen bereiten also das Spiel vor.

Der Autor sitzt spät nachts allein an einem kleinen Tisch auf dem eine rote Keramiktasse mit abgestandenen Kaffee steht. Die Großstadt draußen kommt allmählich zur Ruhe, denn der Straßenlärm ebbt endlich ab. Die ersten Anzeichen früher Dämmerung zeigen sich bereits am Horizont.

Spontan taucht das Wort „Neonuntergang“ auf und wird zur augenblicklichen Situation als passend empfunden. Also fängt dieses Wunschsubstantiv mit ebenso überraschend auftauchenden Wörtern an zu spielen, um sich mit ihnen zu einem Gedicht zusammen zu tun.
 

Neonuntergang

Bläue in altmodischen Scheibengardinen.

Altbaugehäuse hinter Rauhfaser.

Zerstörtes Uhrwerk in Ebenholz.
Verkümmerte Pflanzen auf dem Fensterbrett.

Rest von starkem Kaffee in ziegelroter Keramiktasse.

Staubteilchen auf milchig brauner Brühe.
Zerknüllte Notizen. Papierknäuel auf dem
Holzfußboden.

Es werden dichterische Versuche, die fallen gelassen worden sind. „Neountergang“ wird zur Metapher für das Misslingen eines zaghaften dichterischen Versuchs, eine Widerspiegelung affektiver neuronaler Schwingungen.

Vielleicht versucht ihm sein Unterbewusstsein dadurch mitzuteilen, sich besser doch nicht auf’s Dichten einzulassen.

Das ‚Gedicht‘ lässt sich auch in Ein-Wort-Sätzen ausdrücken:
 

Neonuntergang

Dämmerung.

Altbaugehäuse.

Mansardenzimmer.

Getränkereste.

Notizen.

Papierknäuel.
Leere.

Es ist die Befindlichkeit der Situation, die Gefühle diese Folge von Substantiven bilden lässt. Streifzug eines Blicks in der Frühe des neuen Tages durch einen Raum, ein eingefangener Augenblick zu Beginn des Studiums. Die eigentlich diesen Text beherrschenden Substantive, „Raum“ und „Zeit“, aber treten nicht persönlich in Erscheinung, obgleich sie das Schaffen der Fantasie steuern.

Das initiierende Zufallswort „Neonuntergang“ erzeugt zwar die Anfangsschwingung, Kategorien wie „Raum“ und „Zeit“ aber verstärken und weiten sie aus. Aber diese Kategorien hindern gleichsam das Wort „Neontergang“ auch daran zu dichten.

21
Nov
2013

Karriere eine Substantivs

Als Substantiv kann ich natürlich auch Karriere machen. Substantive, welche die Karriereleiter aufsteigen wollen, müssen sich entweder einer Verallgemeinerung unterziehen oder Beziehungen nutzen. Ein Substantiv, das sich verallgemeinern lässt, wird zu einem Begriff, der eine Menge von Konkreta unter sich hat.

Zu den mächtigsten Wörtern im neuronalen Netz gehören die Kategorien. Nur wer zu ihnen gute Beziehungen unterhält, bekommt auch erfolgreiche, komplexe Aufträge. Aber davon später.

Ein Substantiv kann sich wie gesagt entweder als Wort oder als Begriff zeigen.

Als Wort nennt es sinnlich Vernehmbares, und als Begriff verweist es auf etwas allein Denkbares. Als Wort erinnert „Baum“ z.B. an eine Linde. Als Begriff macht „Baum“ z.B. die Wuchsform einer Pflanze wie „Wurzel, Stamm, Äste, Zweige, Äste, Zweige, Blätter, Blüten. Früchte“ oder die "Struktur einer Datenbank" bewusst.

Es hängt vor allem vom Bewusstwerden ab, ob sich ein Wort oder ein Begriff im Bewusstsein als bewegtes oder nicht bewegtes Bild entwickelt.

Schöpferisches Bewusstwerden lässt den Baum in der Regel in Bewegung erscheinen. Und außerdem erscheint der Baum im Rahmen eines Ereignisses. So vergegenwärtigt das Wort „Linde“ beispielsweise das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ und vielleicht eine Situation, in der ich dieses Lied als Kind gesungen habe. Oder der Begriff „Baum“ spielt eine Rolle bei einer Datenbank, die programmiert werden soll.

Welche Karriere ein Substantiv macht, das hängt vor allem vom Milieu ab, in dem es sich entwickelt. Ein ärmliches Milieu, in dem wenig Begriffe vorhanden sind, oder ein vereinsamtes Milieu, in dem kaum Konkreta vorhanden sind, sind nicht gerade ein Nährboden für schöpferische Ideen. Der Grund hierfür ergibt sich aus der Notwendigkeit einer gewissen Anzahl erforderlicher Spielgefährten, denn schöpferische Kräfte sind natürliche Folgen neuronaler Spiele.

20
Nov
2013

Was uns ein Substantiv erzählt

„Als Hauptwort muss ich mich als Mitglied einer Gruppe von Konkreta oder Abstrakta behaupten. Je nach Gruppenzugehörigkeit zeigt mein Passbild entweder eine „Tanne“ oder die „Struktur einer Datenbank“. Ich gehöre also entweder der Familie der Kieferngewächse oder der Graphentheorie an.

Je nach Zugehörigkeit fallen dann natürlich auch meine Erzählungen aus. So kann eine „Pinie“ kaum etwas über Baumstrukturen erzählen. Umgekehrt vermag eine „Datenstruktur“ wie beispielsweise ein „Out-Tree“ wenig über Kieferngewächse zu berichten.

Die meisten Substantive besitzen keine besonderen Passbilder, weil sie auch keine Wörter von besonderer, sondern nur von gewöhnlicher Bedeutung sind. Die Passbilder gewöhnlicher Substantive oder Konkreta zeigen in der Regel alltägliche Erfahrungen.

Als „Weihnachtstanne“ berichte ich selbstverständlich nichts über Kieferngewächse, sondern erzähle von „Weihnachten“. Ich gebe meinen neuronalen Auftrag als „Tanne“ bzw. „Weihnachtstanne“ an das Substantiv „Weihnachten“ weiter. Erreicht dieser Impuls ein künstlerisches Bewusstsein, dann würde eine „Weihnachtstanne“ dem Autor wahrscheinlich spontan eine „Weihnachtsgeschichte“ erzählen.

Um nicht vom Weg abzukommen und bei mir als „Substantiv“ zu bleiben, muss ich betonen, dass ich nicht nur mit anderen Substantiven gute Beziehungen pflege, sondern auch mit meinen Verwandten und jenen Wörtern, die mich ganz besonders durch Beigaben bzw. Hinzufügungen unterstützen. Dazu zählen vor allem Paarung mit anderen Substantiven bzw. Wortzusammensetzungen, Adjektive oder Beiwörter, die bestimmte meiner Eigenschaften hervorheben. Deshalb heißen sie auch Eigenschaftswörter."
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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