"Schlafende Augen", das ist ein Begriff aus der Biologie. Knospen, die sich nicht entwickeln, nennt man Schlafende Augen oder Ruhende Knospen.
Schlafende Augen sind viele Jahre nicht aktiv und nur als kleine Höcker an den Trieben erkennbar. Sie stellen gewissermaßen eine Art "Unfallversicherung" der Pflanzen dar, denn sie werden etwa nach Verletzungen aktiv und ermöglichen der Pflanze das Überleben nach katastrophalen Ereignissen wie einem Blitzschlag oder starken Veränderungen der Umweltbedingungen. Das Vorhandensein zahlreicher dieser Schlafenden Augen bedingt außerdem, dass sich manche Sträucher oder Bäume, aber auch z.B. Rosen gut zurechtschneiden oder zu Hecken formen lassen.
Beim Menschen sind die Schlafenden Augen die Augen des Geistes. Sie öffnen sich zumeist erst, wenn widrige Umstände oder gar Notsituationen uns an die Grenzen unserer Existenz treiben. Bei großem Leid oder Katastrophen wachsen Menschen oft über sich hinaus und mobilisieren ungeahnte Kräfte.
Bei vielen Menschen sind die Inneren Augen nicht geschlossen, sondern weit geöffnet. Und im Traum öffnen sich die Schlafenden Augen bei fast allen Menschen, um das Innere Sehen zu bewahren.
Was das geistige Auge entbirgt, das offenbart sich als Wahrheit. Diese Offenbarung wird durch die innere Stimme zur Sprache gebracht.
Ihre Worte bilden sich auf Grund körperlicher Befindlichkeiten, seelischer Empfindungen und geistiger Anschauungen.
Zusätzlich beeinflusst werden Wortbildungen durch gegenwärtige Stimmungen und vergegenwärtigte Einstellungen.
Durch das Triple von Körper, Seele und Geist wird das Innenleben eines Individuums subjektiv konstituiert.
Das, was die innere Stimme als Wahrheit offenbart, zeitigt sich als persönliche Vision eines Vorhabens.
wfschmid - 5. September, 10:31