Alles befindet sich in ständiger Veränderung.
Wiederholung des immer Gleichen erscheint
nur oberflächlich Wahrnehmenden so;
sie lassen Arbeitstage zu Alltagen verkommen.
In der Natür wiederholt sich nichts,
unser Gehirn wiederholt nichts.
Was uns als Bewusstsein erscheint,
sind Momente neuronaler Spiele des Gehirns.
Du kannst nicht zweimal in den Fluss steigen,
sagt Heraklit angesichts ständigen Wechsels.
Du kannst nicht zweimal den selben Gedanken haben.
Deshalb zeigt sich jeder Gedanke dir nur einmal.
Wenn du ihn nicht sogleich beim Wort nimmst,
wenn du ihn nicht sofort sprachlich fasst,
wenn du ihm nicht spontan ein Bild schenkst,
wendet er sich ab und ist für immer entschwunden.
Wenn du deinen Gedanken anbietest, gibt du ihn frei,
damit andere ihre Gedanken daraus gestalten.
Ein guter Text liefert Material zum Nachdenken
und kommt nicht mit Ansprüchen des Vorgefertigten.