Unilogo

3
Nov
2005

Naiv gefragt

naiv-gefragt

Du hast in verschiedenen Häusern des Lernens gelebt.
Gelebt? Nicht eigentlich!

Also gut, Lernen hat nichts mit dem Leben zu tun.
Ja, nicht eigentlich!

Wie geht das, Lernen, ohne zu erleben?
Das geht nicht!

Dann sind Schulen keine Häuser des Lernens?
Nicht wirklich.

2
Nov
2005

Schmutzige Wäsche

schmutzige-waesche

Umweltverschmutzung sagt den meisten etwas, Innenweltverschmutzung sagt den meisten nichts. Beiden Arten der Verschmutzung ist gemeinsam, dass sie sehr unauffällig vor sich gehen und erst auffallen, wenn sie einen gewissen Grenzwert überschreiten.

Der kritische Wert der Verschmutzung der Innenwelt wird erreicht, wenn das Gehirn beginnt, bestimmte Funktionen einzuschränken oder gar nicht mehr verfügbar zu halten.

Die Verschmutzung der Innenwelt beginnt mit der Einschränkung des Bewusstseins. Bewusstsein ist das, was das Gehirn momentan aktiviert, was es uns also vergegenwärtigen lässt. Das kann nur so viel sein, dass wir gerade unseren Pflichten nachkommen können oder so viel, dass wir neben all unseren Pflichten auch noch schöpferisch tätig sein können.

1
Nov
2005

Der Zweikampf

zweikampf

Lernen ist der Widerstand der Natur,
der Kampf des Lebens gegen die Gewohnheit.

Schule verwechselt Lernen mit Nachmachen.
Lernende sind keine Imitation der Lehrenden:
Vorsprechen - Nachsprechen,
Vorgeben - Wiedergeben,
Vormachen - Nachmachen:
Akte der Dressur.

Lernende sind:
keine Papageien;
keine Diktiergeräte,
keine Roboter.

Lehrende sind:
keine Dompteure,
keine Animateure,
keine Programmierer.

31
Okt
2005

Änderungen

aenderungen

Erfolgreiche Änderungen des Verhaltens hängen davon ab, ob das Gehirn davon überzeugt ist.

Das Gehirn akzeptiert grundsätzlich nur jene Änderungen des Verhaltens, welche Verbesserungen versprechen.

Vorhaben müssen folgenden Grundsätzen genügen:
  1. Das Gehirn ist von Natur aus allem gegenüber träge, was keinen spielerischen Charakter hat.
  2. Das Gehirn arbeitet nach dem ökonomischen Grundsatz: Möglichst geringer Aufwand mit möglichst großem Erfolg (Weniger ist mehr!).
  3. Verbesserungen müssen Bedürfnisse besser befriedigen.
  4. Grundsätzlich verstoßen Veränderungen gegen die Macht der Gewohnheit
.
Wenn also etwas unbedingt verändert werden soll, dann muss dies Erleichterung versprechen.

Die Bereitschaft, Verhalten zu verändern, setzt einen sehr überzeugenden Beweggrund voraus.

30
Okt
2005

Zweites Erstes

zweites-erstes

Der zweite Ton zeigt, ob der erste stimmt.
Das zweite Wort zeigt erst den Satz.
Der zweite Punkt verhilft erst zur Linie.
Der zweite Anlauf beweist erst die Kraft

Ohne zwei Momente gibt es keine Einheit,
ohne Gegensätze existiert kein Wechsel.
Sonne und Mond teilen sich den Tag,
Hoch- und Tiefpunkte bilden Lebenslinien.

In der Liebe ist Zweites und Erstes gleich.
Spiele gewinnt nicht der Erste, sondern jeder.
Die Wirklichkeit ist durchgespielte Möglichkeit.
Jede Aussage ist die zweite, das Erste ist das Ungesagte.

29
Okt
2005

Geheimnis des Erfolgs

geheimnis-des-erfolgs

Groß werden, klein bleiben
ohne gestohlene Momente.

Statt Gewohnheit, Leben
ohne gestohlene Träume.

Spontan bleiben, selbstlos werden
ohne gestohlenes Fühlen.

Nicht werten, sondern achten
ohne gestohlene Ideale.

Statt Schubladen, wahr nehmen
ohne gestohlene Vorbilder.

Groß werden, klein bleiben
ohne gestohlene Seele.

28
Okt
2005

Probe aufs Exempel

probe-aufs-exempel

Kein Text ist durch sich selbst gut.
Worte werden durch andere geboren.

Texte sind nur so gut wie sie andere ansprechen.
Sätze werden Aussagen durch Lesen, nicht durch Schreiben.

27
Okt
2005

Das Gehirn tut nur, was es liebt

gehirn

Durch die Gefühle teilt uns das Gehirn mit,
was uns gut tut und was nicht:

Wahrnehmungen erzeugen Stimmungen,
Erinnerungen vergegenwärtigen Einstellungen,
Betrachtungen gestalten Atmosphäre,
Beobachtungen wecken durch Neugier, Lust auf Neues,
Verstehen gewährt Gelassenheit
und Handeln ist die engagierte Probe aufs Exempel.

Das Gehirn braucht Emotionen, um sich zu aktivieren.
Die Grundbedürfnisse schaffen die Motive:

Hunger auf helfende Worte,
Durst auf neue Gedanken,
Bewegung durch andere Bilder,
Schutz durch gegenseitiges Verstehen,
Liebe zu allen Wesen.

26
Okt
2005

Alles fließt

alles-fliesst2

Alles befindet sich in ständiger Veränderung.
Wiederholung des immer Gleichen erscheint
nur oberflächlich Wahrnehmenden so;
sie lassen Arbeitstage zu Alltagen verkommen.

In der Natür wiederholt sich nichts,
unser Gehirn wiederholt nichts.
Was uns als Bewusstsein erscheint,
sind Momente neuronaler Spiele des Gehirns.

Du kannst nicht zweimal in den Fluss steigen,
sagt Heraklit angesichts ständigen Wechsels.
Du kannst nicht zweimal den selben Gedanken haben.
Deshalb zeigt sich jeder Gedanke dir nur einmal.

Wenn du ihn nicht sogleich beim Wort nimmst,
wenn du ihn nicht sofort sprachlich fasst,
wenn du ihm nicht spontan ein Bild schenkst,
wendet er sich ab und ist für immer entschwunden.

Wenn du deinen Gedanken anbietest, gibt du ihn frei,
damit andere ihre Gedanken daraus gestalten.
Ein guter Text liefert Material zum Nachdenken
und kommt nicht mit Ansprüchen des Vorgefertigten.

25
Okt
2005

Alles fließt

alles-fliesst

Im Augenblick gibt es kein Zuhause.

Augenblick, die Zeit zwischen zwei Schritten:
entweder hinauf oder hinab, vorwärts oder rückwärts.

Jede Religion lebt von einer großen Lüge:
eine dieser Lügen ist die Lüge vom Augenblick.

Sein ist nicht der Gegensatz zum Werden,
sondern dessen Wesen.

24
Okt
2005

Fassen

fassen

Wahrnehmen oder sich öffnen:
Wahrnehmen fordert Offenheit

Betrachten oder werten
Betrachten sucht Sinn

Beobachten oder ordnen
Beobachten fragt Zusammenhang

Begreifen oder sehen
Begreifen bestimmt Sichtweite

Entstehen - Vergehen
Hinzufügen - wegnehmen:
Ordnen - durcheinanderbringen
Angleichen - unterscheiden
Binden - lösen

23
Okt
2005

Ordnen

ordnen

zu- und einordnen: beziehen

unter- und überordnen: stufen

vor- und nachordnen: reihen

an- und beiordnen: gruppieren

22
Okt
2005

Einfallslos

einfallslos

Mir fällt nichts ein!
Möchtest du das?

Ja, ich warte darauf!
Dann tue das.

Wie ist das gemeint?
Einfälle zögern nicht!
Sie kommen spontan
oder überhaupt nicht!

Warum warte ich dann?
Das weiß ich doch nicht!

Ich habe keine Einfälle!
Dann braucht du nicht zu warten!

Hast du denn Einfälle?
Ich warte nicht!

Also hast du welche?
Nein, nicht die deinigen!

Und wie machst du das?
Ich mache gar nichts!

Und wie kommst zu Einfällen?
Welche Frage! Ich habe sie!

21
Okt
2005

Körperliche Deformation

koerperliche-deformation

Die Wiederholung der immer gleichen Information
führt zur Angleichung der Bewusstseinsorganisation.
Bei einem Kind mit viel zu hohem Fernsehkonsum
wird das Wahrnehmungsfeld eingeschränkt
Die Mitte des Wahrnehmungsfeldes wird erfasst
und die Randbereiche werden vernachlässigt.
Durch dieses Einengen des Gesichtsfeldes
verliert das Kind die Seitenorientierung.

Kinder ohne Seitenorientierung, mit Tunnelblick also;
können nicht mehr problemlos rückwärts gehen.
Diese Kinder sind durch Fernsehen darauf konditioniert;
dass alles in der Mitte des Wahrnehmungsfelds passiert.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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