alles hinterläßt spuren. sichtbares ist anlass - ausgang für eine innere spurensuche oder material für gestaltungen. wenn ich nichts sehen kann, schaffe ich mir gesichte. eine ständige bewegung, die nur unterbrochen scheint durch den schlaf. das bewusstsein hat keinen unmittelbaren zugang mehr.
gestaltend begreife ich meine welt. ist mir dieser zugang versperrt, verliere ich die ausrichtung. meine hände sind leer. entspannung, wenn es gelingt, fundstücke neu zusammen zu fügen. lerne ich etwas? verändere ich mich dabei? ein fort-kommen mit halb geschlossenen augen, das spuren hinterläßt. es verändert.
24. November 2005
jene tage
siehst du auch das gesicht in dem foto zum 23. november? die knollige nase, licht auf der wange, daneben das ohr, schön strukturiert. das geschlossene auge wurde liebevoll zugedeckt. die stirn beansprucht aufmerksamkeit - die doppellinie, der übergang zur schädeldecke ein auffälliger winkel. doch der oberkiefer? was ist mit ihm geschehen?
ich sehe, was ich hinein sehe. ich suche bedeutung. ganz offensichtlich lasse ich mich anregen. das kinderspiel mit der tapete oder dem gemaserten steinboden. im vertrauten, alltäglichen bisher nicht gesehenes entdecken. mosaik-steinchen, die zusammen spielen, für mich etwas inszenieren, wenn ich es nur zulasse, dieses spiel.
(urs)