Unilogo

22
Dez
2009

Pädagogik als Pseudologik



Als Pseudologik verfügt Pädagogogik über keine eigene Methode, sondern hat diese von anderen Wissenschaften übernommen. Aufgrund übernommener wissenschaftlicher Verfahren wähnt sie, selbst Wissenschaft zu sein.

Um es noch einmal deutlich zu machen. Jeder kann auf seine Uhr schauen und einem anderen die Uhrzeit mitteilen. Der Pädagoge aber sagt, dass es sich hier um eine Informationsvermittlung handelt, bei der ich mir erst einmal Gedanken über den Empfänger meiner Mitteilung machen muss. Ist er Nord- oder Süddeutscher? Im ersten Fall hat er Schwierigkeiten die Mitteilung "viertel vier!" zu verstehen. Hört er gut oder schlecht? Im zweiten Fall muss ich vor allem laut und deutlich sprechen. Ist es ein heiterer oder ernster Mensch? Im zweiten Fall darf ich nicht zu sehr dabei lächeln, sonst nimmt er an, dass ich ihm die falsche Zeit sage. Vor allem muss ich überprüfen, ob er meine Mitteilung tatsächlich verstanden hat. Zu diesem Zweck erkundige ich mich dann bei ihm noch einmal nach der Uhrzeit.

Fazit: 1. Phase: Uhrzeit ablesen, 2. Phase: Uhrzeit in eine angemessene Sprache übersetzen, 3. Phase: Mitteilung antizipieren, damit sie dann richtig ankommt. 4. Phase: Mitteilung machen und nachfragen, ob sie verstanden worden ist.

Pädagogik wird sehr oft mit Didaktik (= Sachlogik) oder mit natürlichem Erklärungsgeschick verwechselt. Wenn jemand gut erklärt, sagt man häufig nicht: "Er hat gut erklärt", sondern: "Das war pädagogisch gut!". Es gibt eine Fülle solcher Verwechslungen.
Pädagogik bürokratisiert alles, was mit Menschen zu tun hat, und Pseudologik managt Klatsch und Tratsch.

21
Dez
2009

Pädagogik als Deontologik



Als Deontologik (griech. deon: das Erforderliche, die Pflicht) stellt Pädagogik Normen, Werte, Regeln und Gesetze, Verbote und Gebote auf, welche sie sich zuvor bei Theologie, Philosophie, Soziologie und Psychologie entlehnt hat.

Alle Maßregelungen im Unterricht sind entlehnter Art. Die Gebote Gottes sind vernünftige gesellschaftliche Regelmechanismen des Menschen.

20
Dez
2009

Pädagogik als Paralogik



Als Paralogik fördert die Pädagogik Fehlschlüsse.
Im Gegensatz zu den Fachdidaktiken erzeugen Pädagogen in der Regel Unsinn, sobald sie schreiben. Ich habe das studiert, weil es mich faszinierte, dass solche Textattrappen dann auch wirklich diskutiert werden. Und ich muss zugeben, dass ich sehr oft und viel zu lange selbst darauf 'reingefallen bin.

Andererseits darf ich natürlich nicht vergessen, dass Pädagogik eine Gestensprache ist, eine bestimmte Form, sich mimisch zu verlautbaren.

Eine typisch paralogistische Erklärung ist folgende: Unterricht besteht aus folgenden Phasen: Motivation, Information, Übung, Aufgaben. Nach diesem 'Phasen-Modell' lernen Studierende wie Referendare ihren Unterricht zu planen, obgleich dieses Modell falsch ist, weil 1. Motivation in jeder Phase eine Rolle spielen muss, 2. sich Lehren und Lernen an der Sache und nicht an didaktischer Bürokratie orientiert, 3. Sicherheit vorgegaukelt wird, die nie eingelöst wird. Das Faszinierendste an diesem Modell ist, dass es eine Unterrichtswirklichkeit schafft, von der man glaubt, dass sie tatsächlich so ist. Es braucht eine Zeit, bis man dahinterkommt, dass man einer Täuschung aufsaß.

19
Dez
2009

Pädagogik als Tautologik



Als Logik ist Pädagogik Tautologik, nämlich ein System der Wiederholung des Gleichen, des noch einmal Erklärens dessen, was schon längst klar ist. Dieser Irrtum ist uns so vertraut, daß er uns nicht einmal mehr bewusst wird. Eine unnötige Wiederholung geschieht, wenn von der Fachdidaktik her bereits alles klar ist und der Pädagoge dann noch einmal erklärt, wie das im Unterricht umgesetzt wird. Wer wirklich erklären kann, wie man vom Hauptbahnhof zum Stadtzentrum gelangt, braucht nicht mehr zu planen, wie er das einem anderen vermittelt, weil er das natürlicherweise immer schon weiß.
In der Lehrerausbildung wird nicht erkannt, dass das Vermitteln von Information eine natürliche Fähigkeit ist.

18
Dez
2009

Täuschung



Gewöhnlich nehmen wir an, dass die Dinge so sind wie wir annehmen. So nehmen wir an, dass wir unvoreingenommen an alles herangehen, mit dem wir zu tun haben. Wir bemerken nicht, dass wir uns in unserem eigenen Film befinden und diesen so intensiv erleben, dass wir ihn sogar für unsere Wirklichkeit halten. Uns fällt nicht auf, dass wir das, was wir erfahren, vorweg für uns inszenieren. Jeder von uns lebt in seiner eigenen Welt. Und weil das so ist, gibt es zwischen uns Gemeinsamkeiten, über die wir uns sogar auszutauschen vermögen. Da wir uns wechselseitig über unser Weltverständnis verständigen können, entsteht sogar der Eindruck, dass wir an einer gemeinsamen Welt teilhaben.

Wenn sich aber alle täuschen, dann fällt es nicht mehr auf, wenn sich jeder täuscht. Wenn alle glauben, dann glauben alle das, an das geglaubt wird, so selbstverständlich, dass es für selbstverständlich existierend gehalten wird. Solange wir uns in dem Schein, den wir Welt nennen, zurechtfinden, zeigt sich kein Grund, gegen diese Art von Selbstverständlichkeit etwas zu unternehmen. Wer, der meint auf dem rechten Weg zu sein, lässt sich schon sagen, dass er sich irrt. Ein Glaube, der besonders stark gefühlsmäßig gefestigt ist, zeigt sich besonders widerstandsfähig gegen Argumente, die ihn gefährden. Zudem stellt sich die Frage, wie es möglich sein sollte, einer durchgängigen Täuschung zu entkommen, wenn man grundsätzlich nur Erfahrungen darin gesammelt hat. Wird dann der Ausweg nicht selbst zu einem scheinbaren Ausweg, also zur Täuschung?

17
Dez
2009

Triebhaftigkeit


Das Lebewesen Mensch zeichnet sich von Natur durch körperliche, seelische und geistige Triebe aus. Die körperlichen Triebe zeigen sich in den Grundbedürfnissen wie Nahrung aufnehmen, Existenz sichern, Erfolg haben, Macht und Ansehen gewinnen. Die seelischen Bedürfnisse zeigen sich in Stimmungen, und Einstellungen, Engagement oder Trägheit, Mut oder Furcht, Liebe oder Hass. Die geistigen Triebe gelangen durch Forschen bzw. Suchen und Fragen, oder Schaffen zum Vorschein.

Können sich diese Triebe nicht durchsetzen, schlagen sie in Aggressionen um, wobei die Schuld in der Regel von sich selbst weggeschoben wird.

16
Dez
2009

warten, worauf ?



was erwartet wird wurde schon weg
gelegt

aufgeschichtet auf den Stapel der

Erinnerung

an das Warten in

Gegenwart, weg gelegt

15
Dez
2009

Im Fluss sein



Im Fluss sein bedeutet vollkommen gelassen sein. Die voll-kommene Gelassenheit der inneren Ruhe wird durch Los-lassen erreicht. Loslassen vollzieht sich als Betrachten, Beobachten und Begreifen der Einflüsse von Trieben, Grundbedürfnissen, Wünschen oder Träumen während ei-nes gleichsam unbeteiligten Geschehen-Lassens.

Man möchte beispielsweise ein bestimmtes Markenprodukt unbedingt haben. Man betrachtet in sich die Wirksamkeit dieses Begehrens, beobachtet, wie einem dieser sehnliche Wunsch ständig beschäftigt und spielt Argumente Pro und Contra geduldig durch, indem man sie mit Ausdauer ständig erneut miteinander vergleicht.

Solange man dabei nicht anfängt, unter dem Mangel des noch nicht Besitzens zu leiden und diese Mangelerscheinung durchaus interessant findet, statt depressiv zu werden, befindet man sich trotz der starken emotionalen Strömung immer noch im Fluss einer zunehmend beschleunigten Beruhigung. Es kommt nicht auf die Stärke der emotionalen Strömung an, sondern vielmehr darauf, dass diese im Fluss der Zeit nachlässt und zur vollkommenen Beruhigung führt.

14
Dez
2009

"Just in time"



just-in-time

Die Duplizität von Vernunft und Verstand verführt im Alltag zur Alternative etwa in der Art "Ich mach das entweder jetzt oder nachher!"

Das Argment des Verstandes: es macht keinen Sinn, und es gibt auch keinen Grund, ein Vorhaben zu verschieben.
Ein Vorhaben, über das nicht sofort entschieden wird, wirkt wie ein Stolperstein. Für einen erneuten Anlauf benötigt man nur zusätzliche Ressourcen. Sofort erledigen ist besser als erst notieren.

Das Aufstellen von Alternativen ergibt sich aus dem Defekt der Duplizität von Verstand und Vernunft. Dieser schizoide Schub ist eine Folge des Verlustes des Werdens in der Zeit.

13
Dez
2009

gedanken glut


unverbunden
so
lange
die bilder

haushalten mit

tropfen im sekunden
takt

tiefer blicken
bildlos

bleiben
ausharren

glühend
schweigen


12
Dez
2009

Duplizität



Duplizität ist gleichsam das diametral entgegengesetzte Komplement zu "Dilemma".

Historisch vollzieht sich die Duplizität als Auflösung des Dilemma in der Einheit von Vernunft und Verstand.

Erst in der Vereinigung von Vernunft und Verstand kann das Bewusstwerden selbst zum Gegenstand werden und Möglichkeiten eröffnen, wie andere Wege der Erfahrung von Welten möglich werden.

Exkursionen in Bereiche außerhalb des seinsbedingten Aufenthalts beginnen möglicherweise, sobald zu denken angefangen wird.

Es handelt sich um Exkursionen, die in Gedanken vor sich gehen und deshalb von gewöhnlichen empirischen Bedingungen unabhängig sind. Einer der häufigsten Anlässe für solche Gedankengänge ist ein Besuch beim inneren Arzt. Der Weg zu diesem inneren Arzt ist von jeher mehr oder weniger bekannt.

Das Wissen um die Selbstheilungskräfte ist uns von Natur aus gegeben. Solche Arztbesuche laufen unterschiedlich ab. Der Ablauf hängt davon ab, ob man den inneren Arzt aufsucht, um sich selbst oder um andere zu heilen.

Die Heilung erfolgt in der Regel mit Hilfe des Bilderlebens. Die Krankheit wird in Form von inneren Bildern bewusst und mit Hilfe einer besonderen Konzentration auf sie behandelt. Durch diese Konzentration wird die krankmachende Störung durch Vorstellung verstärkt. Diese Verstärkung tritt auf, indem Vernunft und Verstand voneinander distanziert werden und der Verstand auf Grund dieses Abstandes auf die vorhandene, durch die Vernunft verursachte Störung, wirken kann.

Durch die Distanzierung des Verstandes von der Vernunft kann die von Natur aus vorgegebene, von sich her intakte ideale körperliche Struktur auf die gestörte Teilstruktur wirken und eine Adaption der empirischen Struktur an die ideale Struktur bewirken und damit heilend wirken.

Wegen des Zusammenspiels körperlicher, seelischer und geistiger Energien ist es natürlich nicht ausreichend, wenn allein die geistige Energie mit Hilfe der Vorstellung reaktiviert wird. Es muss schon dieses Zusammenspiel auf ideale Art und Weise wieder hergestellt werden.

Das menschliche Dilemma

11
Dez
2009

Filter des Verstandes



filter-verstand

10
Dez
2009

Filter der Vernunft



filter-vernunft

9
Dez
2009

Dilemma oder Duplizität



vernunft-verstand

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Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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