Unilogo

5
Feb
2010

Was ich alles machen muss

Hallo, ich bin das Gehirn von Klaus und ich habe eine ganze Menge zu tun. Also, wenn ihr ein bisschen Zeit habt, dann kann ich das ja mal schildern. Bei mir läuft sehr viel ab, von dem Klaus nicht die Bohne mitbekommt, aber vieles hilft ihm, Dinge zu verstehen und sich zurechtzufinden. Nehmen wir mal folgendes Beispiel,.....ah, da, das ist ja ein perfekter Zufall, da kommt eine Person herein, die ich wahrnehme.
Ich identifiziere sie als eine weibliche Person, genauer als Nadine - dafür brauche ich nicht lange, nur so etwa 1:16 Sekunde. Ja, da staunt ihr, was? Oh, jetzt betrachtet sich der Klaus das Mädchen, so etwa 3 Sekunden brauche ich dafür bloß. Und das heißt für mich schon "sich Zeit nehmen", und dann prüfe ich immer wieder, ob der vorhandene Aspekt aufrecht erhalten soll. Man könnte auch sagen, dass das Betrachten für mich wie Interpretieren ist. Jetzt beobachtet Klaus das Mädchen und ich werde mal wieder so richtig wach. Denn jetzt heiflt es für mich: Zusammenhänge herstellen von dem, was beobachtet wird. Der nächste Schritt ist nun, das Beobachtete auf den Punkt zu bringen, nämlich das alles zu begreifen und die Situation zu definieren.
Doch es geht gleich weiter, denn ich muss schöpferisch aktiv werden. Klaus hat da so eine Zukunftsvision von ihm und diesem Mädchen! Ja, was sagt man dazu, er hat sie doch noch nicht mal angesprochen und da träumt er schon von ihr. Ich kann es euch ja auch verraten, was er träumt. Er stellt sich zum Beispiel gerade vor, mit ihr beim Sonnenuntergang am Strand zu sitzen.
Wie romantisch! Also, wenn er so weiterträumt und jeden Tag an sie denkt, dann wird er wohl mal seinen Vorsatz befolgen und sie ansprechen, denn so kann das ja nicht weitergehen. Mal sehen, wann er aktiv wird! Ich danke euch erst mal fürs Zuhören und macht's gut.

Cora Krause

4
Feb
2010

Berta und Anton


Während die Mittagssonne heiß auf ihren Bauch scheint, träumt die dicke Kuh Berta von einem riesengroflen Eis! Als sie es gerade vor ihren Augen sieht und Appetit bekommt, wird sie unsanft aus ihren Träumen gerissen. Anton, der galante Hengst vom Bauernhof nebenan ruft zu ihr hin¸ber: "Berta, wach auf! Ich muss dir etwas erzählen. Ich habe heute Vormittag den Bauernsohn belauscht, als er mit zwei Freunden Hausaufgaben gemacht hat." Berta fragt: "Na und? Was ist an Hausaufgaben schon besonders?" Anton erwidert: "Ja du hast Recht, meistens rechnet oder schreibt man in der Schule nur. Aber heute haben sie erzählt, dass sie einen Versuch gemacht haben." "Erzähl' schon weiter", ruft Berta ungeduldig.

Anton fängt an, die ganze Geschichte zu erzählen: "Hans, der Sohn vom Bauern, hatte heute eine Schulstunde, in der erklärt wurde, wie man ein Ereignis in seinem Kopf verarbeitet. Z.B., wenn man eine neue Kuh kennen lernt oder noch lieber eine wunderschöne Stute."
"Ja, ja du alter Schlawiner", antwortet Berta. Sie wollte aber mehr erfahren und bat Anton ihr zu erzählen, wie so ein Vorgang im Kopf abläuft. Anton begann erneut zu erzählen: "Nehmen wir einmal an, ich begegne einer Stute. Im ersten Moment nehme ich sie erst einmal wahr. Diese erste Begegnung nannte Hans "Identifikation"!" "Was ist Identifikation?" fragte Berta. Anton fing an zu erklären: "Du nimmst die Gestalt wahr und benennst bzw. bezeichnest sie. Wenn ich die Stute identifiziert habe, bin ich aufmerksam geworden und habe wahrgenommen. Nun wäre es gut, wenn ich den Namen der Stute erfahren könnte, das sogenannte Wort", führte Anton weiter aus. Berta wird immer neugieriger und unterbricht Anton: "Was passiert dann, magst du die Stute?" "Wenn du mich nicht andauernd unterbrechen würdest, könnte ich fortfahren", sagt Anton und erzählt weiter. "Nun habe ich die Stute wahrgenommen und spüre, was ich empfinde. Ich entscheide mich in meinem Kopf, ob die Stute positiv oder negativ in meinem Gedächtnis bleibt. Dieser Vorgang dauert gerade 'mal drei Sekunden und entscheidet, ob mir die Stute gefällt oder auch nicht."

"Wie nennt man dieses Verhalten?", fragt Berta neugierig. "Du steckst die Person in eine 'Schublade' und sprichst von Interpretieren und Einordnen", antwortet Anton. "Mir fällt noch ein, die Konzentration wäre fast vergessen worden. Die Konzentration signalisiert mir, ob die Stute positive oder negative Eigenschaften hat. Das Bild vom ersten Augenblick bleibt nun für eine ganze Weile haften", erzählt Anton seine Geschichte zu Ende. Berta sitzt mit großen Augen und offenem Maul auf der Wiese und stellt erstaunt fest: "Anton, das alles entscheidet mein Gehirn. Hans lernt viele interessante Sachen in der Schule, aber die Geschichte ist einmalig. Nun würde mich aber interessieren, ob das alles so klappen würde. Lass` uns doch ein bisschen spazieren gehen - ich würde gerne andere Kühe kennen lernen, um diesen Versuch 'auszutesten'."

Anton freut sich und macht sich mit Berta auf den Weg.

Kristina Kunstmann

3
Feb
2010

Wie es im Bewusstsein zugeht

Das Bewusstsein ist die Prüfstelle für alle Prozesse, die in uns ablaufen. Alle drei Sekunden (= Augenblick) wechselt es die Perspektive sinnlicher Wahrnehmung und den Aspekt geistiger Wahrnehmung.

Folgende Prozesse bestimmen jeden Augenblick der Bewusstseinsorganisation:

Wahrnehmen zwecks Identifikation (löst Lernen durch Imitation aus)

Betrachten zwecks Interpretation (löst Lernen durch Versuch und Irrtum aus)

Beobachten zwecks Aufmerksamkeit und Konzentration auf bestimmte Eigenschaften des Wahrgenommenen (Erhöhung der Vigilanz zum Zweck des Lernens durch Begriffsbildung)

Vergleichen des Wahrgenommenen mit vorhandenen Erfahrungen zwecks Ableitung einer Verhaltensänderung (löst Lernen durch Strukturieren und Systematisieren aus)

Erzeugen von Vorstellungen, um die gewonnenen Ergebnisse in Handeln umzusetzen (Synchronisation von linker und rechter Hemisphäre bzw. Auslösen des Selbstlernens durch schöpferisches Verhalten oder Spielen).

Alle Prozesse laufen zugleich ab; jeder kann zeitweise dominant sein.

Kathrin Kirchner

2
Feb
2010

Überblick über die nächsten Tage


Die folgenden Beiträge erscheinen im Begriffskalender unter dem Titel:

Kopfkino - Wie sich Gedanken organisieren -

Inhalt
1. Wie es im Bewusstsein zugeht 2.2.(Tag.Monat)
Kathrin Kirchner
1.1 Berta und Anton 3.2
Kristina Kunstmann
1.2 Was ich alles machen muss..... 4.2
Cora Krause

2. Die Fehler der Lernenden werden von den Lehrenden gemacht 5.2
Jeannette Kemlein
Kristin Matthies
Sarah Marx
2.1 "1+1 = 3" 8
2.2 Zwei Spechte 6.2
Stephan Sauer
2.3 Der Bruch, oder wie man in einer Freundschaft gerecht teilt! 7.2
Sabrina Anders

3. Links - Rechts 8.2.
Sarah Marx
3.1 Was ist ein Bruch? 9.2
Bente Christensen
3.2 Das Kaninchen und der Fuchs 10.2.
Ann-Kristin Hokamp

4. Natürliches Verhalten 11.2
Jeannette Kemlein
Sarah Marx
4.1 Gewissen 12.2
Anneli Lemke
4.2 Was soll ich tun? 13.2.
Mario Selck

5. Intelligenz und Begabung 14.2.
Friederike Dutzmann
Katharina Lorenzen
Sabine Pitzner
5.1 Nicht beliebig 15.2
Natalie Kappus
5.2 Der goldene Fisch 16.2
Merle Holthaus

6. Über die Zeit ab 17.2.
Wolfgang F. Schmid
6.1 Die Zeit trifft den Stress 18.2.
6.2 Die Zeit trifft Berta 19.2
6.3 Die Zeit trifft einen Uhrmacher 20.2.
6.4 Die Zeit trifft die Uhr 21.2.
6.5 Die Zeit trifft einen Kommissar 22.2.
6.6 Die Zeit trifft einen ihrer Brüder 23.2
6.7 Die Zeit begegnet der Kunst 24.2.
6.8 Die Zeit begegnet der Leistung 25.2.
6.9 Die Zeit trifft Sciurus und Willibald 26.2.
6.10 Die Zeit unterhält sich mit einem Zeitsponsor 27.2.
6.11 Die Zeit vor Gericht 28.2.
6.12 Die Zeit vor Gericht 1.3.
6.13 Die Zeit trifft den Misserfolg 2.3.
6.14 Die Zeit begegnet einem Workaholic 3.3
6.15 Die Zeit begegnet zwei Extremistinnen 4.3.
6.16 Die Zeit begegnet dem Zufall 5.3.
6.17 Die Zeit besucht die Wahrheit 6.3.
6.18 Die Zeit besucht eine Modenschau 7.3.
6.19 Die Zeit trifft Oma Merle 8.3
6.20 Die Zeit ermahnt die Erfahrung 9.3.
6.21 Die Zeit trifft einen Journalisten 10.3.
6.22 Die Zeit besucht ihre Geschwister 11.3.
6.23 Die Zeit besucht ihre Geschwister 12.3
6.24 Die Zeit besucht ihre Geschwister 13.3
6.25 Die Zeit trifft die Pause 14.3
6.26 Die Zeit trifft den Rhythmus 15.3
6.27 Die innere Uhr 16.3.
6.28 Die innere Uhr 17.3.
6.29 Schlafende Augen - Die Zeit im Gespräch mit der Kultur 18.3.
6.30 Die Zeit trifft das nächste Jahrtausend 19.3.

7. Eine linke Lösung 20.3.
7.1 Das Johanniswürmchen 21.3.
Swantje Lentfer 22.3.
7.2 Die Nachtigall und der Pfau 23.3
Swantje Lentfer

8. Lesen - Betrachten - Erkennen 24.3
8.1 Brombeere mit Bewohner 25.3
Renate Bekebrok
8.2 Charly 26.3
Birthe Martens
8.3 Der kleine Hase Simon 27.3
Katrin Schönebein
8.4 Zoomgeschichte 28.3
Meike Janel
8.5 Katzenzoom 29.3
Tobias Kleiber
8.6 Schon 30.3.
Bente Christensen
8.7 Kennen Sie das Gefühl? 31.3.
Janina Boucsein, Janine Evers
8.8 Die kleine Biene und die große Blume 1.4.
Nina Gerke
8.9 Weizen 2.4
Thomas Reimers
8.10 Oh Eiscreme 3.4
Wiebke Rönnau 4.4.
8.11 Tapete 5.4.
Nicole Alsdorff
8.12 Frau Torten 6.4
Jens-Uwe Walter
8.13 Der Baum 7.4.
Nadine Groteguth
8.14 Sand am Strand 8.4.
Nicola Henke
8.15 Chaos 9.4
Synje Otzen, Lisbeth Littmark
8.16 Maisfeld 10.4.
Gabriele Hansen
8.17 Rose im Morgentau 11.4.
Uta Thun
8.18 Die Im Kopf Bilder 12.4.
Kathrin Levold
8.19 Filmaufnahmen 13.4
Wiebke Rönnau
8.20 Selbstaufnahme 14.4
Roland Biewald
8.21 Aktion Traummann 15.4
Anke Doberschütz, Bente Christensen
8.22 Ich bin Kurt - 2005 geboren! 16.4
Tobias Kleiber, Meike Janel
8.23 Christoph und Meik 17.4
Anneli Lemke
8.24 Fritzchen und sein Gewissen 18.4
Sabrina Anders
8.25 Was soll ich tun? 19.4
Natalie Kappus
8.26 Der goldene Fisch 20.4.
Merle Holthaus
8.27 Hexenpudding 21.4.
Wiebke Rönnau
8.28 Schlechtes Gewissen 22.4
Inga-Britt Koep
8.29 Tage, an denen ich einfach liege 23.4.
Moritz Wessels
8.30 Let`s have a party 24.4.
Cora Krause
8.31 Watt mutt datt mutt nich... 25.4.
Nicola Henke
8.32 Lisa 26.4.
Merle Holthaus
8.33 Die lästige Fliege 27.4
Angela Spiwok
8.34 NBS 28.4
Annika Schmidt
8.35 Wenn das Gewissen träumt 29.4
Stephanie Wolf
8.36 Hanna 30.4
Sibylle Schmidt-Durdaut
8.37 Was ist 1/2? 30.4.
B. Budde
8.38 Alltag im Gehirn 1.5
Joanna Klima, Daniela Rösner
8.39 Torben 2.5.
Tobias Kleiber
8.40 Frühling 3.5
Marion Albrecht
8.41 Der Stein 4.5
Nadine Prochnau
8.42 Das schwarze Schaf 5.5
Inga Frühlingsdorf
8.43 Das Fest der Tiere 6.5
Mario Selck
8.44 Nacht 7.5
Geelke Hartmann

1
Feb
2010

Konferenz der Tiere

... nach einer Idee von Erich Kästner


Konferenz der Tiere

Fassung Niebüll

Die Schule der Zukunft
- Vortrag -
Niebüll, den 5. Juni 1997

Das Wort "Landfrauenverein" habe ich zum ersten Mal im Alter von etwa fünf Jahren von meiner Oma in Korbach gehört. Ich wollte wissen, warum Tante Emma nicht zu ihrem Geburtstag kommt. Meine Oma sagte mir unvorsichtigerweise: "Wolfgang, das verstehst Du noch nicht!" Also drängelte ich. Und weil ich sie so mit meinen Fragen plagte, gab sie schließlich nach. Meine Oma erzählte mir daraufhin, dass Tante Emma eine Busfahrt mache. Das müsse sie, weil sie diese für den Landfrauenverein selbst organisiert habe. Dann wollte ich natürlich wissen, was ein Landfrauenverein ist, und meine Oma erklärte mir, dass das Bäuerinnen seien, die sich für andere einsetzen, damit es ihnen besser geht. "Bist Du auch eine Landfrau?", wollte ich von meiner Oma wissen. "Ja!" sagte sie.

"Seit ihrem Bestehen konzentrieren sich die Landfrauenverbände des Deutschen Landfrauenverbandes erfolgreich auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft und Frauen auf dem Lande. Es ist zu beobachten, dass Landfrauenverbände bei der Gestaltung der ländlichen Regionen eine bedeutende Rolle einnehmen: Immer wieder gehen vielfältige Impulse zugunsten der Entwicklung des ländlichen Raumes aus der Landfrauenbewegung hervor." (Walburga Kuck, Beitrag im Internet)

Das macht auch verständlich, warum dann ein Vortrag ausgerechnet mit dem Titel "Die Schule der Zukunft" als Festvortrag zum 50jährigen Jubiläum des Bezirkslandfrauenvereins Südtondern gewünscht worden ist.

Um dem festlichen Rahmen dieses Jubiläums wenigstens einigermaßen gerecht werden zu können, habe ich ein gestalterisches Mittel gewählt, welches "tröges" Wissenschaftliches doch sehr viel erträglicher macht. Die Idee kam mir, als mir Erich Kästners "Konferenz der Tiere" (1949) einfiel.

Ich möchte Ihnen also die Gedanken über die Schule der Zukunft auf humorvolle Weise vortragen. Das geht ohne Schwierigkeiten, weil sich uns die Schule der Zukunft in einem sehr günstigen Licht zeigt. Vielleicht ist es auch so, dass wir gegenwärtig vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, also vor lauter Kritik an der Schule, die Schule selbst dabei übersehen. Am 7. Mai fand in Kiel eine Veranstaltung statt, die ebenfalls das Motto "Schule der Zukunft" hatte. Auf den Einladungskarten war dem Titel "Schule der Zukunft" noch ein Untertitel hinzugefügt worden.

Dieser Untertitel lautet "Von der 'Belehrungsschule' zum 'Haus des Lernens'". Aber: Schule ist schon immer ein Haus des Lernens gewesen. Und wo etwas gelernt werden soll, muss dieses nun erst einmal gelehrt werden. Auch der Titel meines Vortrages lautet: "Die Schule der Zukunft". Wenn ich diesem Vortrag einen Untertitel geben sollte, dann müsste dieser lauten: "Das Ziel des Lehrens ist nicht Lernen, sondern Leben".

Dieser Untertitel ist eine Anlehnung an den Ausspruch des römischen Philosophen Marcus Tullius Cicero (*106, +43) "Du lernst nicht für die Schule, sondern für das Leben!" Wie das geschieht, das versucht mein Vortrag in humorvollen Bildern zu zeigen. Und denken wir dabei daran: Wie das Morgen das Gestern von Heute ist, so ist auch die SCHULE DER ZUKUNFT die SCHULE VON HEUTE, denn nicht Modelle machen Schule, sondern Menschen, die das umzusetzen versuchen, was sie an guten Ideen und Erfahrungen haben...

Nun denn, auf zur Konferenz der Tiere....

In der Einladung zur Konferenz der Tiere (kurz KdT) heißt es:

Top 1 Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung

Top 2 Bericht der Vorsitzenden

Top 3 Über die Schule der Zukunft

Top 4 Verschiedenes

Ich beginne gleich mit Top 3:




Über die

SCHULE DER ZUKUNFT.

Die Vorsitzende der KdT, eine alte weise Eule aus Viöl: "Liebe Anwesende, ich habe die heutige Konferenz aufgrund eines Antrages einberufen, den verschiedene Stadtvögel über den Ältestenrat an die KdT gestellt haben. Dieser Antrag hat folgenden Wortlaut:


'An den Ältestenrat der Konferenz der Tiere des Landes Schleswig-Holstein

Antrag auf Einberufung einer Konferenz zum Thema:
"Über die Schulen der Zukunft der Menschen".

Begründung:
In den ersten warmen Frühlingstagen, an denen wir Vögel den Wohnkästen der Menschen näherkommen als sonst, haben wir viele kleine Menschen darüber klagen hören, dass manche Schulen schrecklich seien. Weil allen Lebewesen - außer den Menschen - Lernen Spaß macht, haben wir die Klagerufe der Kleinen natürlich nicht verstehen können.

Aus diesem Grund haben wir verschiedene Schulen besucht und den Unterricht durch die Schulfensterscheiben hindurch beobachtet. Nicht allen ist eine unauffällige Beobachtung gelungen.

Ein Pechvogel ist sogar vor lauter Schreck in einen Lernraum hinein geflogen, hat sich auf den Landkartenständer gesetzt und musste dann den ganzen Zorn der Referendarin über sich ergehen lassen, die mitten in einer Prüfungslehrprobe steckte. "Verdammtes Mistvieh, mach, dass Du wegkommst, Du hast hier nichts zu suchen. Du störst nur meinen Unterricht. Raus mit Dir!"

Ja leider wurden in dieser Prüfungslehrprobe zwar die Vögel behandelt, aber eben nicht der Eichelhäher, sondern die Drossel.

Nun... ...wir haben die kleinen Menschen verstehen gelernt. Stellt Euch vor: im Unterricht dürfen sie sich in einigen Schulen nicht von der Stelle rühren, keine Nusskerne aufknacken und trotz der stickigen Luft keine Flüssigkeit zu sich nehmen.

Wenn sie ein Zeichen bekommen, dürfen sie Pieps sagen, aber längere Beiträge scheinen unerwünscht zu sein.

Kein Tier würde so lange auf andere einreden, wie das jener große Mensch tut, welcher sich vor die kleinen hinstellt. Die Gesichter der kleinen sehen wirklich gelangweilt bis genervt aus.

Wir möchten, dass sich das ändert und Unterricht so wird wie an den vielen schönen, freundlichen Schulen, die wir natürlich auch gesehen haben.


In Vertretung aller Vögel

Möwe Elfriede, Meereskundlerin, Sperling Jens Uwe, Pausenbrotkrümelchemiker, Krähe Emma, Kunstherapeutin

Die Vorsitzende wartet ein wenig und fährt dann fort:
Ich habe heute zu dieser Konferenz eingeladen, damit wir überlegen, wie die Schule der Zukunft bei den Menschen aussehen könnte und wie wir dabei helfen könnten.

Es sind so viele Beiträge aus allen Landesteilen, aber auch aus anderen Ländern eingegangen, dass der Ätestenrat sich mit einer Auswahl schwer tat.

Aber wir haben einen Weg gefunden, den wohl alle annehmen können. Diese Methode ist für die Menschen geeignet, die sich ja vor allen Lebewesen dadurch auszeichnen, dass sie an schlechtem Gedächtnis leiden. So können sie Vorsätze und Versprechungen fast spontan vergessen. Und oft können sie sich an andere Menschen ausgerechnet dann nicht erinnern, wenn es denen schlecht geht.

Weil also die Menschen so oft unter schlechtem Gedächtnis leiden, haben wir die Beiträge nach dem ABC der Tiere gesammelt. Die erste, die hier also vortragen wird, das ist eine Amsel aus Schafflund. Die Amsel stolziert zum Rednerpult, öffnet ihren leuchtend gelben Schnabel und beginnt: "Tix, tix... ...duk, duk, duk... Ich bin etwas aufgeregt:

A wie Anschauungsmaterial. Die Schule der Zukunft wird es aufgrund multimedialer Entwicklungen und Internetverbindungen zu anderen Schulen sehr viel leichter haben als heute, sich für die Schule geeignetes Anschauungsmaterial zu besorgen. Schon heute tauschen viele Schulen auf diese Weise Lehrmittel untereinander aus. Auch in Schleswig-Holstein gibt es eigene Netze hierfür.

Die Schule der Zukunft wird zwar in jeder Klasse einen Multimedia-Bildschirm neben der Tafel haben, aber Lernen wird in der Schule - im Gegensatz von Zuhause -nicht am Computer stattfinden.

Wir können den Dingen nur wirklich begegnen, wenn wir uns gemeinsam mit ihnen auseinandersetzen. Ihr Menschen seid wie alle Lebewesen auf die Gruppe, auf die Gemeinschaft angewiesen. Wir brauchen einander, um Dinge durchsetzen zu können. Was ist schon eine einzelne Landfrau. Aber ein Landfrauenverein, das ist schon eine politische Kraft.

Nun noch einmal zu meinem Schlüsselwort, das natürlich wie mein Nachname mit A anfängt - Übrigens mein Vorname ist "Berta".

Also:

Das Wort Anschauung bedeutet eigentlich, sich eine eigene Meinung von den Dingen bilden, indem man sie sich selbst ansieht und sich ausführlich damit auseinandersetzt. Also: Anschauung durch persönliche Auseinandersetzung. Tschüss!"

"Zit... ....zit.... ....ziwlitt...." meldet sich die Bachstelze aus Holnis. "zititip" ich bin für Bücher zuständig. Auch in der Schule der Zukunft werden die Kinder viel lesen, aber es wird mehr und schönere Bücher geben als heute!"
..."Wrrr¸t.... ....zizizizizjezja!" ruft ein Buchfink dazwischen. "Ja, ja Du hast recht!" antwortet die Bachstelze. "B wie Bildung. Durch Bücher können wir uns besser bilden als durch alle anderen Medien, weil sich Euer Gehirn seine Bilder selbst aussuchen oder machen muss, wenn es etwas behalten soll.
Wenn Ihr wollt, noch ein Tip: Kinder, die Tiere lieben - es müssen ja nicht unbedingt Amseln sein - haben noch den Kontakt zur Natur. Und wisst Ihr wie Ihr Euere Kinder ganz toll bilden könnt?...
Erzählt Euren Kleinen viele Märchen und schaut mit ihnen viele Bilderbücher an.

Als Fordern durch Fördern schöpferischer Kräfte wird die Bildung die Schule der Zukunft entscheidend prägen!"

"Och!" seufzt das Chamäleon. "Och...C wie Charakter" setzt es etwas mühsam fort. "Ausgerechnet ich, wo doch Ihr Menschen mir nachsagt, dass ich oft meine Überzeugungen wechsle!" Aber lasst Euch von einer kleinen Echse sagen, dass sie nur ihre Hautfarbe bei Gefahr rasch ändert und nicht etwa ihren Charakter.

Aber C steht auch für Chaos, für die Auflösung aller Ordnung. Das Schöpferische braucht dieses Durcheinander, um mit Möglichkeiten spielen zu können. Charakter entsteht, indem sich aus Chaos Ordnungen gestalten... ...och!...

Die Schule der Zukunft hat die schöneren Hausaufgaben, weil die Kinder und Jugendlichen, wann immer sie in der Lage dazu sind, Unterricht mit vorbereiten können. Dazu können sie sich Infos und Materialien aus dem Internet oder Intranet der Schleswig-Holsteinischen Schulen besorgen. Leistungsstärkere Kinder, werden schwächeren im Kleingruppenunterricht helfen. Unterricht in der Schule der Zukunft wird noch mehr das reformpädagogische Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe betonen...."

"Kja... ....kiak!" ruft die Dohle kurz und laut. "Kjierr" fügt sie schnarrend hinzu. Dann schwätzt sie etwas leise mit knackenden und miauenden Tönen.
"Giau-gü... ich fordere mehr Demokratie...
...giau-gü... ich bin gegen die Gaußsche Dämonie... Dat....dat... ...data... Daten... ...auf Datenautobahnen muss Schule misslingen,
weil Modems zwar digital rauschen, aber nicht analog menschlich klingen,
giau-gü... ...gü fordere ich von der Administratie,
weniger Direktiven und für die Schulen der Zukunft mehr Eigen-Initiativen... ...giau-gü!"

Eichhörnchen: "Sammeln... ...Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not! Leb nicht von der Hand in den Mund, sondern bereite Dich längerfristig auf Deinen Unterricht vor. Zum Unterricht gehören mehr als Bücher und Bildung." E für Erziehung. Ich kenne da einen guten Spruch:
"Gut Erziehen, bilden und informieren,
mag guten Unterricht zwar garantieren,
aber wäre die Erziehung nicht dabei,
dann wär`s aus mit allen drei!"

"Rräh, rrä!" protestiert ein Eichelhäher. "Hiiihä, woher willst Du das denn wissen?" Das Eichhörnchen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärt dem Eichelhäher, der unruhig hin und her hüpft: "Jeder Lehrer erzieht die Kinder durch die Art und Weise, wie er sie informiert: ruhig, gelassen, klar, diszipliniert eben! Erziehung ist das 'Gewusst wie' der Bildung. In der Schule der Zukunft werden Kinder und Jugendliche mehr zur Selbständigkeit und Selbstverantwortung dadurch erzogen, dass sie eben das Lernen auch mit Hilfe ihres Lehrers durch eigenes Lehren lernen!"

Rosaflamingo (!) aus der Camargue: "F für Freude. Freude... Das gilt für die Schule zu allen Zeiten. Sieh' auch 'mal durch eine rosa Brille! Gib an schweren Tagen Deine Hoffnung nicht auf und sei guten Mutes! Ohne Zuversicht kannst Du im schwierigen Geschäft des Unterrichtens nicht erfolgreich sein. Macht gerade den Kindern Mut, die benachteiligt sind."

Gimpel (Dompfaff) "G für Gelassenheit: Achte auf Deine Gedanken, denn sie sind der Anfang Deiner Taten... ...djü...wüp... Ein reicher Mensch ist der, der weiss, dass er genug hat... ...Friss unangenehme Dinge nicht in Dich hinein, sondern spuck sie aus, damit sie Dich nicht vergiften und aggressiv machen. In der Schule der Zukunft werden die Lehrer und Lehrerinnen offener miteinander umgehen und ihre unterrichtlichen Probleme auch miteinander besprechen und lösen können.... büt... ...büt... Habt Geduld mit Euch, denkt öfters daran: 'Aller guten Dinge sind drei: Täuschung, Sehnsucht, Analyse!'. Nur der Mittelmässige ist ständig in Bestform. Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden. Denn: Erfahrung heißt gar nichts: man kann eine Sache auch 35 Jahre schlecht machen... djü... wüp

Hase mit Mohrrübe: "Ich bin kein Angsthase. Zeigt Zivilcourage und habt vor allem Humor! Lachen verwandelt das Ego in Energie. Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch Fahrgestelle zum Landen. Denn: wie hoch du auch fliegst, immer wirst Du zur Erde fallen. Laß Dir in der Schule den Weg zeigen, aber gehen mußt du ihn schon selbst. Und noch ein Tip gegen Überanstrengung: "Um ein böses Gesicht zu machen, musst du 65 Muskeln anstrengen, um zu lächeln brauchst du nur 10!... Tschüüß!"

Igel vor dem Bildschirm eines PCs: "Ich bin für Internet und überhaupt für die neue Technik, weil man sich da ganz leicht Information beschaffen kann."

Eine alte Kröte war eingeschlafen, und sie hat sich beim Aufruf ihres Buchstabens so erschrocken, dass sie ihren Beitrag ganz vergessen hat. Das will sie aber nicht zugeben und gibt sich deshalb aggresssiv und ruft arrogant:

"Verehrteste Eule, erklären Sie uns doch bitte 'mal, was Sie überhaupt unter Erziehung verstehen!" "Anpassung natürlich, Anpassung!" mischt sich das Chamäleon ein, und es setzt fort: "so wie sich unser Organismus an die jeweiligen Umweltbedingungen anpasst, so stellt sich auch das Verhalten des Lebewesens Mensch auf seine Umgebung ein. Um diese Einstellung der kleinen kümmern sich die großen Menschen, damit sie möglichst störungsfrei verläuft."

"Ich habe keine Diskussion eröffnet!" ermahnt die Eule die beiden und fährt dann fort: "Wenn Sie Ihren Beitrag vergessen haben, brauchen Sie uns ja nicht anzumachen!"

Die Vorsitzende bittet nun die Kunsttherapeutin, für die Kröte einzuspringen.

Die Krähe erhebt sich und stolziert nach vorn, indem sie elegant eine kleine Öllache auf dem Boden des Hinterhofes, in dem sie tagen, umgeht. Emma beginnt: "Lernen braucht Konzentration. Unser Gehirn braucht die Stille wie der Körper das Wasser, wenn es erfolgreich arbeiten soll. Aber das Gedächtnis der Menschen ist fast wie wir Tiere selbst. Es ist spielerisch, fresslustig, humorvoll und dann und wann... ...wenn nicht sogar häufiger... etwas faul. Also merkt es sich alle Dinge ganz leicht, die folgende Eigenschaften haben: spannend, leicht verdaulich, gut verwendbar. In der Schule der Zukunft werden lernhygienische Maßnahmen wie Gedächtnis- und Hirntraining mehr gepflegt werden und zum Alltag gehören.

"Tschrl... ...tschriüp... ....Lasst Euch von einer kleinen Feldlerche sagen: dass ihr Euch auf Euere Augen nicht verlassen könnt, wenn Eure Vorstellungen unscharf sind. Und auch in der Schule sieht man - wie es im Kleinen Prinzen heißt - nur mit dem Herzen gut. "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!"
Ihr könnt nämlich viel reden und tun, aber wenn Ihr das ohne Liebe macht, sind alle Eure Gedanken und Werke nichts!." ...sagts und ist verschwunden.

Möwe: "Reden ist Silber, Handeln ist Gold. Wir lernen nur durch Bilder! Begreifen hat mit Zugreifen zu tun. Also redet nicht, sondern zeigt den Kindern, was Ihr meint!" Lernen geht nur miteinander und nicht gegeneinander! "Schule machen, nicht zerreden", das ist mein Satz für Euch.

Nachtigall: "tjuck, hü...hü...hü...hü... ,
das geht anders, vergesst das nie!
Reden ist Silber, Singen ist Gold,
seht zu, dass Ihr Eurer Seele genug zollt.
"Tjuck, hü...hü...hü...hü... ,
das geht anders, vergesst das nie!
Euer Vorbild sei vor allem die Natur,
Eure Bibliothek seien vornehmlich Wald und Flur!"

Die Schule der Zukunft wird wegen des Überhangs an Technik sehr viel mehr naturverbunden sein. Das Wort "Heimat" wird angesichts globaler Vernetzung und virtueller Reisen per Internet wieder an Bedeutung gewinnen. Natur wird sehr viel größer geschrieben werden als Technik, obgleich sich die technische Entwicklung weiterhin beschleunigen wird, und zwar in Richtung der verstärkten Nutzung natürlicher Energien wie Wind und Sonne.

Der nächste Beitrag kommt von einem Vogel, der nur unter seinem Künstlernamen auftreten will. Die Eule stellt ihn als "Oriolus" vor und fügt hinzu, dass ihn die Franzosen Loriot d'Europe nennen. Der Pirol "Oriolus" aus Niebüll spricht ein längst vergessenes Platt:
"Grewüh... didualiu, düdlio...
krüü, grewüh, düdliau... ordo!"
Die Eule übersetzt: "Ordnung ist das halbe Leben, Unordnung ist die andere Hälfte!"
Und weil man Oriolus in Deutschland Pirol nennt und weil er aus Niebüll kommt, darf er unter P noch einmal etwas sagen.
"Grewüh.. ...didualiu, düdlio
krüü, grewüh repeti(ti)o,
didualiu, dü..da.. düdlia,
düdliau phantasia!"
Die Eule übersetzt: Übung ist der Vater aller Lernenden, aber die Phantasie ist deren Mutter.

Jetzt wird ein sehr schöner Glasbehälter vor das Vortragspult gefahren. Die Eule stellt sich neben das riesengrofle Gefäß auf einen kleinen Schemel und erklärt, dass sich die Qualle nur zeichensprachlich äußern könne, sie aber als Vorsitzende der Konferenz der Tiere die Zeichensprache der Quallen gelernt habe.
Die Qualle zieht sich einige Male rhythmisch zusammen um sich dann wieder elegant zu entfalten, und die Eule übersetzt: "Qualität statt Quantität!... ...Im Unterricht ist weniger mehr!"
Alle klatschen so heftig Beifall, dass sich dessen Vibrationen auf das Gefäß der Qualle übertragen, die sich mit einer schnellen heftigen Bewegung herzlich dafür bedankt.

Laut kündigt sich die nächste Referentin aus Tarp an: "Krr... krah... kräh... wärr... ...wärr..." Es scheint ein wenig so, als habe sie sich über etwas geärgert. Eine Rabenkrähe stolziert nach vorn und läßt sich dabei etwas zuviel Zeit. Nachdem sie ihr Gefieder etwas zurechtgeputzt hat, beginnt sie endlich:"Ruhe und Ordnung braucht alles Lernen, also Beschaulichkeit und Gelassenheit, die aus der Umsicht kommen. Mir hat `mal ein guter Lehrer gesagt: "Als Lehrer musst Du ein so dickes Fell haben, dass du ohne Rückgrat stehen kannst!"

Der Specht, genauer ein Buntspecht erklärt: "Steter Tropfen höhlt den Stein oder wie wir Spechte sagen: Steter Schnabel höhlt den Stamm. Und genau das gilt nicht für Euren Unterricht. Je öfter Du nämlich wiederholen musst, desto schlechter hast Du gelehrt. Jetzt zieht er einen kleinen Spickzettel unter seinem linken Flügel hervor und liest: Gestalte Deinen Unterricht phantasievoll bunt, sinnenfreundlich, dann hast Du dieses Problem nicht!"
"Und wo bleibt Dein Schlüsselwort, also das Wort mit S, lieber Herr Specht?" will die Vorsitzende wissen. "Achso, ja, mhm, mein Schlüssel zu einem guten Unterricht... tja, trrrrr... Ja, ich hab's: Keine Sprünge!"

Eine Taube flattert nach vorn, sagt nichts, sondern hält nur ein Transparent hoch, auf dem mit weißen großen Buchstaben auf blauem Untergrund zu lesen ist: Toleranz.

Jetzt gehen mit sehr langsamen Schritten ein uralter Storch und ein wahrscheinlich ebenso alter Schwan zum Rednerpult. Sie stützen sich gegenseitig. Sie erklären: "Umsicht... ...Du hast einen Hals, damit Du Deinen Kopf bewegen kannst. Schau' nicht stur nur in eine Richtung, sondern sieh Dich um. Sturheit erzeugt nur Genickstarre und macht Kopfschmerzen!"
Einige Kongressteilnehmer maulen jetzt, weil der Buchstabe "S" schon längst an der Reihe war, und Störche und Schwäne unter "U" nichts zu suchen hätten.
"Doch, doch!" korrigiert sie die Eule: "Nein, sie vertreten den Uhu, der von starker Migräne geplagt wird! Entschuldigt, das hätte ich sagen müssen."

Zur allgemeinen Überraschung kommt jetzt ein Vierfleck angeflogen, eine Libelle, die so heißt, weil sie pro Flügelpaar vier große Flecken trägt. Auch diese Libelle zeigt nur ein Transparent, auf dem zu lesen ist: "Vier Phasen hat natürliches Lernen: "wahrnehmen - beobachten - begreifen - anwenden".

Den Schluss bildet ein Waldkauz, von dem gemunkelt wird, dass er seit einiger Zeit mit der Vorsitzenden der KdT eng befreundet sei. "Mein Schlüsselwort lautet Wahrheit. Sei wahr in Deinem Unterricht! Körpersprache lügt nicht... Deine Einstellung, deine Haltung, deine Wertschätzung Kindern gegenüber teilst Du körpersprachlich mit. Verstell Dich also nicht, damit sie Dich nicht ablehnen und aggressiv werden!"
Die Vorsitzende bedankt sich bei allen Referenten und Referentinnen und fasst zusammen:

Nachtrag

Die Schule der Zukunft

Wenn der große griechische Arzt heute einen Operationssaal beträte, wüßte er nicht, wo er sich befindet. Wenn aber der große griechische Lehrer und Philosoph Sokrates heute - also zweieinhalbtausend Jahre später - einen Klassenraum beträte, käme ihm alles sehr vertraut vor.

Lebewesenhaftiges Lernen und damit auch menschliches Lernen vollzieht sich zu allen Zeiten, bei allen Völkern und wahrscheinlich nicht nur auf der Erde, sondern überall, wo es Wesen gibt, gleich und das in vier Phasen: 1. Wir müssen sehen, was ist. 2. Wir müssen beobachten, um es zu verstehen. 3. Wir müssen damit umgehen, um es zu versten. Und wir müssen 4. üben, damit wir es nicht wieder vergessen.

Das Ergebnis unserer Konferenz zeigt, dass Schule der Zukunft natürlicherweise kinderfreundlicher werden wird, weil die Lehrer und Lehrerinnen lernen werden, unterrichtliche Aufgaben zu delegieren, also lernen, Verantwortung abzugeben, um mehr Freiräume für Hilfestellungen zu haben. Und die Eltern werden durch ihre Kinder wieder lernen, mehr Vertrauen in die Arbeit der Schule zu setzen, und sie werden sich verstärkt gemeinsam mit den Schulen gegen bildungspolitische Willkür wenden!"

Die Vorsitzende bedankt sich bei allen herzlich für die Aufmerksamkeit, schließt die Konferenz und ich meinen Vortrag.

31
Jan
2010

Innenohr


Ulrike Schmid
Marie ist unterwegs in ihren Erfahrungen. Sie beschreibt diese Erfahrungen, um sie festzuhalten. So kann sie sie ansehen und versuchen, sich darin zu entdecken. Sie hört genau hin, was ihr die Intuition erzählt. Sie will hinter das Geheimnis kommen, das sie sich selbst ist. Für sie ist der Weg der Kunst eine Offenbarung. Verborgene Gedanken wagen sich ans Licht und haben den Mut, sich in den Texten zu zeigen.

Innenohr ist ein Roman, der mit den inneren Augen gelesen wird und eine Geschichte erzählt, die nur in der Tiefe des Inneren hörbar und verstehbar ist. Unversehens entdeckt man während des Lesens, dass es die eigenen Gedanken sind, die man wahr nimmt.

innenohr
Innenohr

29
Jan
2010

Je leichter um so schwerer

Die vorwiegende Kunst des Lehrens und Lernens beginnt bei der Vereinfachung.

Ich wiederhole diesen Satz noch einmal: "Die Kunst des Lehrens und Lernens beginnt bei der Vereinfachung der Vermittlung und Aneignung." Ich könnte jetzt noch ebenso unnötig hinzufügen: "Also brauche ich Techniken der Vermittlung und der Aneignung!" Beim ersten Satz ergänzt das Gehirn alles in Gedanken. Bei den nachfolgenden Sätzen wird ihm alles vorgetragen. Unser Gehirn vernachlässigt aber Sätze, zu denen es keine eigenen Gedanken beitragen kann. Es behält sie letztlich nicht.
Für das Gehirn gilt der Spruch "In der Kürze liegt die Würze!"
Und warum hält sich unser Geirn nicht selbst daran und formuliert Sätze, die wir anschließend kürzen müssen?
Antwort: Es hat diese 'Umstandskrämerei' gelernt! (Übrigens meistens nicht in der Schule!)
LEICHT IST SCHWER! Überlegen Sie doch heute einmal, was Sie alles vereinfachen können!
Die Kunst des Vereinfachens besteht
1. im Zusammenfassen und/oder
2. im Auflösen und/oder
3. im Einschränken und/oder
4. im Vermehren.
Bilden Sie vier Beispiele des Vereinfachens!

...



totzeit3
Totzeit, Henn-Verlag Wuppertal-Ratingen 1968

basic instinct



basic_instinct1

Bei Amazon Antiquariat (s. Link in Linkliste rechts)

28
Jan
2010

27
Jan
2010

Wegmarke

Noch kreisen meine Gedanken um das neue Projekt. Und dazu noch einige Gedanken. Letztlich habe ich mich die letzten Jahre mit der Organisation des menschlichen Bewusstseins beschäftigt. Dadurch stellte sich für mich immer klarer und somit auch sehr viel deutlicher heraus, dass wir die Fähigkeiten und die damit verbundenen Angebote unseres Gehirns viel zu wenig nutzen. So existiert trotz aller philosophischen Anstrengungen keine Systematik für den Umgang mit diesen Fähigkeiten. Ich verwende hierfür den Begriff "Neurologik", um die Sache auf den Punkt zu bringen, und ich meine damit die Systemik der neuronalen Prozesse. Das Gehirn bietet uns per Introspektion an, sich das Zusammenwirken der neuronalen Prozesse anzuschauen, zu beobachten und zu begreifen, damit es für die eigene Existenz nutzbar wird. In diese Richtung konzentrieren sich meine Gedanken, und sie werden sich auch innerhalb eines solchen Konnexes versprachlichen....

25
Jan
2010

24
Jan
2010

Vernunft und Verstand = Interesse


Die Vernunft unterliegt den Gesetzen des Algorithmus. Das bedeutet, dass alle Aspekte der Betrachtung (Kategorien) nacheinander vergegenwärtigt werden müssen. Der Verstand aber kann alle Aspekte zugleich vergegenwärtigen.
Filter der Vernunft sind Triebe, Stimmungen und Gefühle. Die Vernunft entsscheidet eher nach 'Geschmack', während sich der Verstand eher an der Einstellung zu etwas orientiert.
Das Wesen der Vernunft ist die Abfolge. Aber das Wesen des Verstandes ist die Gleichzeitigkeit!
Filter des Verstandes sind Natur, Instinkt und Intuition. Verstand und Vernunft lassen sich zwar unterscheiden, aber nicht voneinander trennen. An dem, was wir Interesse nennen, sind beide geistigen Kräfte beteiligt. Trotz aller Gemeinsamkeiten ist es wichtig, sich die Unterschiede zu vergegenwärtigen, um beide Fähigkeiten hinreichend nutzen zu können. Vernunft und Verstand haben nach und nach zu der Gewohnheit verführt, sie verschiedenen Hirnhemisphären zuzuordnen. Aber in Wahheit existiert in unserem Gehirn diese saubere Trennung nicht.
Die Vernunft erkennt konkret. Der Verstand erkennt allgemein. Die Vernunft braucht die Erfahrung. Der Verstand braucht das Sein.
Der Unterschied zwischen Vernunft und Verstand schafft gleichsam zwei Welten: die Welt der Möglichkeiten (Theorie) und die Welt der verwirklichten Möglichkeiten oder die Wirklichkeit (Praxis).
Unter neuronalem Aspekt nutzt die Vernunft eher einen neuronalen Verbund während der Verstand eher ein neuronales Netz nutzt. Man kann vielleicht auch sagen: Die Vernunft arbeitet kompliziert. Der Verstand dagegen arbeitet komplex. Und somit ist klar, dass efolgreiche Komplexe nicht ohne komplizierte Verbindungen bestehen können.

23
Jan
2010

Wir sterben nur in einer Richtung


epubli_sterben    Wolfgang F. Schmid
Welche Möglichkeiten exitieren, um die Frage nach dem Sterben schlüssig zu beantworten?

Den Satz "Sobald Du geboren bist, bist Du auch alt genug, um zu sterben" habe ich zum ersten Mal in einem Vortrag von Jean-Paul Sartre in Bonn während meiner Studienzeit gehört. Dieser Satz faszinierte mich, weil er die Anwesenheit der Möglichkeit des Sterbens auf den Punkt bringt...

Wir sterben nur in einer Richtung



22
Jan
2010

Geistig jung...

.. ist man so lange wie man vorwärts geht, weil man durch eine Frage angetrieben wird. Der lateinische Ausdruck für eine bewegende Frage ist Emotion.

21
Jan
2010

Haltung

Es gibt Menschen, die kriechen, weil sie zu bequem zu gehen sind. So hinterlassen sie nichts als Schleimspuren, auf denen jene mit aufrechtem Gang ausrutschen sollen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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