Unilogo

6
Okt
2010

N.N. (2)




Als Kladdentext auf dem vergilbten Umschlag lese ich: Das Original wurde durch Zufall in einer Höhle gefunden. Diese Höhle fiel Mönchen auf, weil zwei weiße Vögel den Höhleneingang bewachten. Zunächst mutmaßten sie, dass es sich um ein Nest handeln müsse. Aber niemals konnten sie Anzeichen von Nest- oder gar Brutpflege beobachten. Also kletterten die Mönche voller Neugier zu dieser Höhle hinauf und entdeckten das Original dieser Schrift. Sie fertigten eine Handschrift davon, die sie dem Abt zur Gründung des Klosters Citeaux im Jahr 1098 als Geschenk überreichten. Diese Schrift wurde von den Zisterziensern die Jahrhunderte hindurch immer wieder kopiert und in ihren Klöstern verbreitet.

P. Raphael OCist, Novizenmeister

Ich bin neugierig auf den Inhalt des Buches. Ich brauche jetzt einen guten Platz, an dem mich niemand stört und ich in Ruhe lesen kann. Diesen Platz finde ich in der Klosterkirche. Ich betrete die karg ausgestattete Kirche und setze mich auf eine Bank. Ich halte das Buch in Händen und beginne zu lesen.


(Fortsetzung folgt)


5
Okt
2010

N.N. (1)




Es besteht bis heute kein Wissen darüber, wer diese Schrift, die ich hier abschreibe, usprünglich verfasst und hinterlassen hat. Erwiesen ist nur, dass sie Jahrtausende vor der Bibel entstanden ist. Trappisten haben diese alte Schrift etwa vor vierhundert Jahren gedruckt und vertreiben sie auch seit dieser Zeit. Ich habe eines der letzten Exemplare. Das sehr wertvolle und doch recht unscheinbare Exemplar ist mir in der kleinen Klosterbücherei der Abtei aufgefallen. Dort befand es sich völlig unauffällig zwischen alten Reclam Heften.

Nicht nur der Titel "N.N." macht mich neugierig, sondern vor allem auch der für mich unerschwingliche Preis. Ich frage an der Kasse nach, ob es sich um einen Irrtum handle. Aber der Mönch dort erklärt mir mit leiser Stimme freundlich lächelnd, dass dieses kleine Buch unbezahlbar sei. "Deshalb befindet es sich ja schon seit vielen vielen Jahren im Regal!"

Ich bedanke mich und während ich das Buch zurücktrage, kommt mir eine Eingebung. Ich gehe mit dem Buch zur Kasse zurück und bitte den Mönch, mir dieses kleine Buch als Geschenk für mich zu verpacken. Der Mönch versteht und nickt zustimmend während er das Buch für mich in Geschenkpapier einpackt, segnet und mir überreicht.

Die Leute in der Warteschlange beobachten diesen Vorgang hoch erstaunt mit offenem Mund. Niemand sagt etwas. Trotz meiner Freude über das Geschenk wird mir das nun peinlich. Als ich weggehen will, hält mich ein Kunde auf mit den Worten "Warten Sie!" und drückt mir einen Fünf-Euro-Schein in die Hand. Völlig überrascht und total verlegen greife ich unwillkürlich nach dem Schein und verlasse fast fluchtartig den kleinen Buchladen des Trappistenklosters.


(Fortsetzung folgt)


4
Okt
2010

Franz von Assisi



franziskus1


3
Okt
2010

Einigkeit, Recht, Freiheit



'Mal ganz kurz
es ist schnurz,
wie das Volk denkt,
nur das Kapital lenkt!

Macht doch, was Ihr wollt,
nur dem Kapital zollt.
Was sollen Träume,
wir fällen die Bäume
und werfen Milliarden raus!

Ihr müsst es uns schon gönnen,
wir schröpfen, was wir können.
Was sollen wir den Armen geben,
wir müssen doch leben.

Ihr werdet Euch nicht entsinnen
und wir werden im März gewinnen!

2
Okt
2010

Un-Wahrheit



Wenn Menschen heuchelnd lügen
und andere zwecks eigner Vorteile betrügen,
dann meinen sie, sich Recht zu geben,
denn sie sind ja allen anderen überlegen.

Besserwisser sind nicht ehrlich,
deshalb sind sie so gefährlich.
Frömmler mit Wahnvorstellung betrügen,
indem sie andere predigend belügen.

Lehren bedeutet in der Regel die Ichsucht mehren,
denn man will den anderen ständig mit sich selbst belehren.
Der Ehrliche sollte es niemals wagen,
den anderen die Wahrheit zu sagen.

Denn die Wahrheit verbirgt sich,
und meine ist schon gar nichts für Dich!
Jeder, der die Wahrheit erkannt,
hat sich immer schon verrannt.

1
Okt
2010

Bewusstsein



Im Bewusstsein treffen sich zumeist
die Seele und der Geist
mit ihrem Fühlen und Denken
um Verhalten gemeinsam zu lenken.

Mit Identifikation fängt Bewusstwerden an
das Neue sucht sich mit Altem seine Bahn.
Wenn aber alte Erfahrungen nichts Neues erhalten
müssen sie samt Gehirn veralten.

Aber dies gibt nirgendwo mehr Halt
und der Mensch wird viel zu schnell alt
und der Tod wird sich zu bald ankünden,
wenn neue Inhalte verschwinden.

Das Gehirn wird allein dann satt,
wenn es viele Fragen hat,
um lange jung zu bleiben,
muss es sich an Neuem reiben.

Denn Bewusstsein existiert nur dann,
wenn es sich immer wieder Neues ersann.
Denn erst lange zuvor der Geist schweigt,
bevor sich sein Körper zurück zu Erde neigt.

30
Sep
2010

Signale



Auffällige Reize von draußen,
stürmen nach drinnen und sausen
als Signale die neuronalen Bahnen,
auf denen Innenreize entgegenkamen.

Diese nun von Erfahrungen künden
und sich mit Außenreizen verbinden.
So wird das Fremde jetzt vertraut,
und als bekannt im Gedächtnis verstaut.

Dieser Vorgang heißt Identifikation,
Wiedererkennung als Lohn.

29
Sep
2010

Lassen



Nichts erfassen.
Alles lassen.
Nicht lieben oder hassen!

Lass Dein Sein sein.
Sei in Dir daheim.
Gedanken sind nur wunschlos rein!

Ohne alles loszulassen,
bekommst Du gar nichts zu fassen
und das Selbst wird Dein Ich verprassen.

28
Sep
2010

Gedicht



Wie viel Gewicht
hat ein Gedicht?
Ein Gedanke in gefühlter Form,
unwägbar, denn es fehlt die Norm!

Siehst Du es denn nicht
das innere Licht?
Augen sind die Fenster der Seelen
Sieh hinein, ohne Dich davon zu stehlen!

27
Sep
2010

Kosmetik



Deine Gesichtszüge
sprechen ohne Lüge.
Es sind Worte Deines Lebens,
Symbole Deines Strebens.

Du kannst das nicht verstecken,
Kosmetik kann das nicht verdecken.
Anti-Aging-Cremes sind Lügen,
um sich und andere zu betrügen.

26
Sep
2010

Schlag auf Schlag



Ein Schlaganfall trifft Dich hart,
aber nun erst einmal wart'.
Bevor die ersten Folgen verwehen,
die ersten Freunde gehen.

Du darfst sie nicht hassen,
wenn sie Dich wortlos verlassen.
Da wird von niemanden gehetzt,
denn Du bist ja behindert jetzt.

Da schwören sie jeden Eid.
Das ist doch eine Kleinigkeit,
wenn sie auf Deine Emails nicht reagieren
und alle Mitteilungen von Dir negieren.

Vergiss nicht, Sie sind in arger Not,
denn sie schlagen die eigene Seele tot!

25
Sep
2010

licht-zeichen


schatten-und-licht

    am morgen
stottern
    und aufbrechen
wegen
    des wiederscheins
wegen
    der seele


(galerie-urs)

24
Sep
2010

Reizlos



Horch was kommt von draußen rein?
Wird wohl ein Außenreiz sein!
Ohne auch nur irgendein Entgelt
will er hinein in die neuronale Welt.

Der Reiz weiß nicht, was Neuronen erwarten
und beginnt ahnungslos seine Reise zu starten.
Vorurteile kommen ihm entgegen
und stören ihn auf seinen Wegen.

Bevor er sich auch nur rühren kann,
die Erfahrung (s)eine Geschicht ersann.
Der Außenreiz verliert die Balance,
er hatte niemals eine Chance.

Wen die Nervenzellen nicht wollen,
dem sie keine Aufmerksamkeit zollen.
Und das Signal geht unter im Gewühl,
ohne auch nur zu erregen das kleinste Gefühl!

23
Sep
2010

Herbst



Der Sommer ist zerronnen
der Herbst hat begonnen
Vorbei der schöne Sonnenschein,
die Welt stellt sich auf Winter ein.
Das Leben zieht sich nach innen zurück,
die Natur stirbt ab Stück für Stück.
Jedoch ist das nur der Schein,
der verbirgt das wiederkehrende Sein.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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