Unilogo

30
Jul
2013

Eine Quelle in der Tiefe des Sees

Eine Quelle in der Tiefe des Unbewussten sprudelt geheimnisvoll Schöpferisches hervor, das sich im Überfluss des Sinnlichen auflöst, bevor es sich sammeln konnte. Wie eine Oase in der Wüste des Lebens lässt sie den Durstenden auf Erquickung hoffen. Der Geist braucht das Labsal der Seele, um wirken zu können.
Viele sind lange Jahre durch Wüsten unterwegs. Scheinbar vergeblich irren sie in der Öde des Ergebnislosen umher, nach der versiegten Quelle innerer Kraft suchend.

29
Jul
2013

In die Tiefe des Hintergrunds

Am Horizont des Daseins dämmert bereits Sein.
Am Ende des langen Weges zeigt sich bereits die Silhouette des Endes. Der Glaube hofft, dort einen Durchgang zu finden. Gefühle, trotz allem unvorbereitet zu sein, drohen die Gedanken zu lähmen. "Niemand ist vorbereitet, der das Glück des Augenblicks nicht kennt!" flüstert es. Aber ein Unglück wird nicht kleiner, wenn man es mit anderen teilt.
Kurz vor dem Ende wird das Gefühl bedrängender, dass irgendwo ein Geheimnis existiert. Trotz der vollkommenen Unbestimmtheit dieser Zusage empfindet er so etwas wie Vertrauen, dass eintreffen wird, was er im Augenblick ahnt. Er ist zu unerfahren, um herausfinden zu können, wohin das führt.
"Du hast Dein Geheimnis immer noch nicht gelüftet!" Seine Intuition verrät ihm, dass kein Durchlass für jene gewährt wird, welche aufgegebene Wahrheiten nicht entbergen. Verlängerung wegen Vernachlässigung, weil die Natur nach Vollendung strebt.

28
Jul
2013

Nichts sehen, nichts hören, nichts tun

Um das überhaupt schaffen zu können, muss man über introspektive Erfahrungen verfügen.
Wahrnehmen wird dann zum Wahr Nehmen, aus Betrachten wird Mustern, Beobachten wird zum Analysieren und Begreifen wird zum Nachvollziehen. Zwei Beispiele: Eine farbige Fläche wird gesehen und als Gestalt wahr genommen, die Farbe als angenehm empfunden, es folgt das Vergleichen mit anderen Farbmöglichkeiten parallel zu Überlegungen für den Grund der Auffälligkeit der Farbfläche und schließlich das Erinnern an die Spielzeugkiste der frühen Kindheit. Oder aber diese Fläche wird gesehen, als Quadrat wahr genommen, es folgt vorstellungsmäßiges Konstruieren dieser geometrischen Figur und Definieren ihrer Form als Formel. Sobald diese beiden Folgen durch Selbstbeobachtung nachvollzogen und unterschieden werden können, ist das Umschalten von äußerer auf innere Wahrnehmung gelungen.

r. n. 17

27
Jul
2013

Entzünden des inneren Lichts

Das innere Licht entzündet sich, sobald es gelingt, einen der beiden folgenden Gedanken als Bilderleben zu schauen.

Satz des Wissens

Ich weiss etwas dann, wenn ich über dessen Grund und Zweck in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung verfüge, und zwar nach Art/Weise und Umstand der auffälligen Eigenschaften seines Wesens unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes in Raum und Zeit seines Vorscheins.

Satz des Glaubens

Energie = Information

r. n. 16

26
Jul
2013

Dem Licht entgegen

Um das innere Licht entdecken zu können, muss das natürlicherweise sinnenbezogene Denken nach innen ausgerichtet werden. Diese Ausrichtung geschieht, sobald die Prinzipien des Verstandes oder die vier Duplizitäten des Ordnens gedacht werden. Aber schon das Vergegenwärtigen dieser Prinzipien oder dieser Duplizitäten würde ausreichen, um das Denken nach innen auszurichten. Es existieren gleichsam Biografien eigener Gedanken. Jeder eigene künstlerische oder philosophische Gedanke entwickelt sich im tiefen Innern der Seele, bevor er als künstlerische oder wissenschaftliche Idee geboren und bewusst wird. Ein Gedanke wird vom Spiel der Liebe gezeugt, von möglichen Möglichkeiten geformt, um als wirkliche Möglichkeit gestaltet zu werden. Wenn ein zweijähriges Kind eine gehörte Melodie auf einem Klavier nachspielt, dann entdeckt es für sich die wirklichen Möglichkeiten des Instruments, von sich aus. Die Natur demonstriert an genialen Ausnahmebegabungen wie die des blinden Pianisten Nobuyuki Tsujii, was aus dem Spiel der Seele werden kann. Wenn Begabung nicht aus der Not, sondern aus dem Glück der Geborgenheit geboren wird, gelangt sie zwar etwas später, aber nicht weniger eindrucksvoll zum Vorschein. Unter widrigen oder auch nur ungünstigen Umständen kann sie sogar fast ein ganzes Leben verborgen bleiben und erst im Alter hervorscheinen. Als schöpferisches Spiel der Seele aber ist Begabung keine Ausnahme, sondern allen Menschen zu eigen. Ohne Begabung kann man beispielsweise den Begriffskalender gar nicht regelmäßig lesen. Gewöhnlich ist Begabung gleichsam die frühe Kindheit des Gedankens, bevor dieser wirkliche Möglichkeiten intelligent zu möglichen Wirklichkeiten einer Idee werden lässt und in der Verwirklichung erwachsen sein lässt. Ein Gedanke, der sich nicht durch die Tat ausweist, verkommt zum Hirngespinst. Aber es existieren auch tätige Gedanken, deren Tun im Schauen des inneren Lichts aufgeht. Dieses Tun wird gewöhnlich Meditation oder noch besser Kontemplation genannt. Kontemplative Orden wie die Trappisten sind also keine untätigen Orden, auch wenn es nach außen hin so erscheint. Es existieren einige wenige Gedanken, die in der Lage sind, das innere Licht gleichsam zu entzünden.

r. n. 15

25
Jul
2013

Leidenschaft

Liebe zum Wesen des Wissens wird durch reines Denken einer stark verspielten Natur eines vernunftbegabten Lebewesens entflammt. Dieses Liebe strahlt durch das aus, was Sokrates und Platon das innere Licht oder die Sonne der höchsten Idee nennen. Das innere Licht wird weder durch den Verstand noch durch die Vernunft geboren, sondern allein von der Seele. Die Leidenschaft des wesentlichen Wissens wird also aus der Glut der Ekstase als Passion des limbischen Systems gezeugt. Durch die Seele wird der Enthusiasmus für die Wissenschaft des Wesentlichen als emotionaler, existentieller Beweggrund geboren.

r. n. 14

24
Jul
2013

Verpflichtung

"Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!" Unter Gleichgesinnten ist man solidarisch und hält zusammen. Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe wird gesellschaftlich durch Berufe ausgewiesen und diese wiederum durch Uniformen und/ oder Titel. Je höher der Rang um so rücksichtsvoller und vorsichtiger begegnet man einander. Das starke Gefühl der Verbundenheit wird durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und Toleranz ausgedrückt. Verstärkt wird diese Verbundenheit noch durch Parteien, Verbände und Gesellschaften. Das Ausbrechen aus einer solchen sozialen oder politischen Verflechtung gilt als Netzbeschmutzung oder gar als Verrat. Alltagspolitik ist der für jeden sichtbare, tägliche Ausdruck netzgebundenen Verhaltens. Solche, durchaus lebewesenhaften Verflechtungen werden häufig vorschnell als Verfilzung missgedeutet. Je höher jemand im Rang steigt um so mehr setzt er sich der Gefahr einer Netzabhängigkeit aus. Er muss über eine starke Persönlichkeit verfügen, um ständig aufgrund natürlich gewachsener Verflechtung und gegen Verstrickung zu unterscheiden und widerstehend entscheiden zu können. Aber natürlich gewachsene Netze enthalten auch in ungewöhnlicher Verdichtung kritische Netzpunkte, über welche das gesamte Netz im günstigen Fall unter Wahrung netzeigener Regeln und Gesetze geregelt wird. Für das Netz der Wissenschaft hat Aristoteles vor gut zwei Jahrtausenden einen solchen wesentlichen und heute noch gültigen Punkt geschaffen. Das, was diese Keimzelle des Netzes der Wissenschaft vor allem ausmacht, ist die persönliche Verpflichtung dem Wesen des Wissens gegenüber.

r. n. 13

23
Jul
2013

Heilung

Die Kunst der Heilung und Selbstheilung liegt in der Kraft der Antizipation von Gesundheit. Antizipation ist die vorstellungsmäßige Vorwegnahme einer zukünftigen Situation, also Umsetzung eines möglichen Bildes von Krankheit in ein wirkliches Bild von Gesundheit. Weil das Gehirn körperliche Vorgänge gemäß der Vorstellung steuert, die es von diesen Vorgängen hat, ist es sehr wichtig, sich eine klare Vorstellung von dem erstrebenswerten Gesundheitszustand zu verschaffen. Damit das Gehirn die Gesundung überhaupt einzuleiten vermag, bedarf es der Anregung durch das limbische System, also eines starken Glaubens. Fremd- wie Selbstheilung hängen unabdingbar von Vertrauen in den Erfolg ab.

r. n. 12

22
Jul
2013

Gewissheit des Glaubens

Glauben ist eine besondere Spielart des Denkens. Als Duplizität von Bilder-Leben der Vernunft und Bild-Erleben des Verstandes wird Denken sowohl von Intuition als auch Logik bestimmt. Die Stärke des Glaubens hängt vor allem von der Fantasie ab. Als Vorstellungskraft spielt die Fantasie mit Möglichkeiten, die der Verstand nicht nutzen will oder kann. Die Gewissheit starken Glaubens wird sprachlich durch die innere Stimme und bildlich durch Visionen vermittelt. Ausgelöst wird Glauben durch das Empfinden von Mangel. Die Sehnsucht, solchen Mangel aufzulösen, wird häufig durch gewisse Übungen zu stillen versucht.

r. n. 11

21
Jul
2013

Gewissheit des Nichtwissens

Was geschieht, wenn man Feuer auf Wasser gießt? Dasselbe wie wenn der Verstand die Liebe erklärt. Wissen vermag Gefühlen keine Gewissheit zu geben. Die Gewissheit von Gefühlen beruht auf Glauben wie die Gewissheit von Wissen auf Beweisen beruht. Glauben versetzt Berge. Glauben beginnt dort, wo Wissen endet. Manche Menschen überleben, weil ihr persönlicher Glaube an Heilung stärker ist als das objektive Wissen der Medizin. Die Gewissheit des Glaubens wird wie die Gewissheit des Wissens vom Denken erzeugt. Aber das Denken des Glaubens ist nicht das Denken des Wissens. Das Denken des Glaubens ist das Erkennen der Seele oder die Intuition. Das Denken des Wissens ist das Denkens des Geistes oder die Logik.

r. n. 10

20
Jul
2013

Bescheidenheit

Die Sicherheit einer mathematischen Definition lässt sich nicht auf philosophische Bestimmungen übertragen. Wie die Mathematik so hat es die Philosophie zwar ebenfalls mit dem alle Sinne übersteigenden Wesentlichen zu tun, aber eine philosophische Aussage lässt sich nicht durch Berechnung beweisen. Also sucht Aristoteles nach einer streng analogen Genauigkeit. Aristoteles entdeckt die Axiome als von sich her einsichtige Grundsätze, die keines Beweises mehr bedürfen. Das bekannteste Axiom ist wahrscheinlich der Satz der Identität "a = a". Wissen liegt dann vor, wenn ein Satz vollständig durch Axiome abgesichert wird. Wissen trifft allerdings nur innerhalb des Systems zu, auf dessen Grundlage es beruht. Der Inhalt einer mathematischen Aussage beispielsweise trifft nicht auch philosophisch zu. So existiert ein geometrisch definierter Kreis in Wahrheit für die Philosophie nicht. Kreise existieren in Wahrheit nicht wirklich, sondern allein als geometrische Vorstellung.

r. n. 9

19
Jul
2013

Scheinwissen

Angesichts der aufgrund der Prinzipien des Verstandes erforderlichen Weite des Bewusstseins scheint Wissen unerreichbar zu sein. Die ersten Philosophen haben dieses Problem von Anfang an erkannt und auf unterschiedliche Art und Weise zu lösen versucht.
Während Heraklit und Kratylos angesichts der allgegenwärtigen Veränderung der Natur in allem keine Möglichkeit für unveränderliches Wissen sehen, betrachten Sokrates und Platon die Abwendung vom sinnlich Vernehmbaren als Lösung. Sie entdecken das sinnlich nicht vernehmbare Sein als das alles Seiende umfassende Unveränderliche als Bedingung der Möglichkeit von Wissen. Aristoteles, der Schüler Platons, nimmt zwar die Idee vom unveränderlichen Sein auf, folgt aber in der Ausführung dem Ansatz des Thales. Thales gibt sich nicht mehr mit erfahrungsbezogenen Auslegungen von Sinneseindrücken zufrieden. Es genügt ihm nicht, wenn ihm jemand eine geometrische Figur benennen kann. "Nicht nur benennen, sondern auch erkennen!", fordert er. Im Gegensatz zum bloßen Benennen bedeutet Erkennen, Wahrgenommenes zu durchschauen, also zu wissen, weshalb und warum etwas so ist, wie es ist. Thales erkennt, dass Wahrnehmen allein so etwas nicht zu beantworten vermag. Wahrnehmen muss notwendigerweise durch eine Fähigkeit ergänzt werden, die er ermöglicht, Wahrnehmungsinhalte durch Vergleichen so zu ordnen, dass sie Regeln oder gar Gesetze erkennen lassen. Die Suche nach dieser Fähigkeit lässt ihn die Kunst des Vereinfachens erkennen. Schon Zeichnungen von Kindern zeugen von dieser Kunst, indem sie Wahrnehmungsinhalte auf Formen, zumeist Linien oder Striche, reduzieren. Thales entdeckt die Technik der Reduktion auf die wesentliche Form. Der Verlauf der Sonne während eines Tages beschreibt einen Halbkreis, und die Form der Sonne selbst. Erkenntnis setzt voraus, das zu Erkennende aufgrund seiner Eigenschaften eindeutig bestimmen zu können. Wer einen Kreis sieht und sagt, dass er rund sei, bestimmt seine Wahrnehmung nicht eindeutig, denn auch sie Sonne, das Rad oder der Vollmond sind rund. Eine mehrdeutige Bestimmung aber ist keine Erkenntnis. Ein Kreis lässt sich eindeutig bestimmen als geometrische Linie, deren Punkte alle den selben Abstand von einem gegebenen Punkt M haben. M ist der Mittelpunkt des Kreises. Jeder Kreis lässt sich eindeutig bestimmen und konstruieren durch Angabe von M und dem genauen Abstand zwischen M und einem Punkt des Kreises mit dem Radius r = MP. Aristoteles kommt es nun vor allem darauf an, die von Thales geforderte mathematische Sicherheit nicht nur zu erhalten, sondern unter Verwendung der Prinzipien des Verstandes wesentlich zu erweitern.

r. n. 8

18
Jul
2013

Prinzipien des Verstandes

Ich weiss etwas dann, wenn ich über dessen Grund und Zweck (1) in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung (2)verfüge, und zwar nach Art/Weise und Umstand (3) der auffälligen Eigenschaften seines Wesens (4) unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes (5) in Raum und Zeit (6) seines Vorscheins.
Die Prinzipien des Verstandes sind also: Grund und Zweck (1), Ursache und Wirkung (2), Eigenschaften und Wesen (3), Art/Weise und Umstand (4), Mittel und Maß (5), Raum und Zeit (6). Diese natürlichen Prinzipien scheinen wahre Einsicht zumindest schwer erreichbar, wenn nicht gar unerreichbar zu machen. Da aber diese Dimensionierung des Geistes von Natur aus gegeben ist, muss diese den menschlichen Verstand übersteigende Gabe von einem höheren Geist kommen. Der Mensch vermag zwar diese Prinzipien zu erkennen, aber kann sie nicht in eins erfassen, um sie in Einsicht zu überführen. Das übersteigt bei weitem das Fassungsvermögen des menschlichen Bewusstseins.

n. r. 7

17
Jul
2013

Schöpfung

Die Vernunft glaubt an Gott. Der Verstand kann die Existenz Gottes weder verifizieren noch falsifizieren. Aporien dieser Art wecken wie alles Ungelöste Neugier und veranlassen den Verstand nach Auflösungen zu suchen. Die Nichtexistenz eines Schöpfers oder einer Schöpferin widerspricht dem Verstandesgrund bzw. Prinzip, nach dem jede Wirkung ihre Ursache hat. Jedoch müsste die Existenz Gottes allen sechs Prinzipien des Verstandes genügen, um einsichtig sein zu können.

r. n. 6
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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