Unilogo

10
Sep
2013

Spiele der Fantasie

Verstand und Vernunft sind verschiedene Spiele der Fantasie. Fantasie steuert oder regelt Bewusstwerden. Fantasie spiegelt Bewusstwerden als Bilderleben, das wir zwar als "Bewusstsein" erfahren, aber dabei nicht vergegenwärtigen, dass es sich um eine Inszenierung der Fantasie handelt. Solches Vergessen verführt dazu, diese Inszenierung zu verdrängen und das Spiel der Fantasie für Wirklichkeit zu halten. Das Unbewusste aber bewahrt die Erinnerung an diesen schöpferischen Ursprung der Fantasie und deutet diesen religiös. Götterwelten entstehen und breiten sich über unterschiedliche Religionen aus. Widersprüchliche Verhaltensweisen und Streitigkeiten zwischen Gottheiten rufen Menschen auf den Plan, über diese Widersprüche nachzudenken. Das ist die Geburt der Philosophie.

9
Sep
2013

Scheinwelt

Die älteste philosophische Bestimmung des Menschen als "vernunftbegabtes Lebewesen" spielt zwar auf das Denken als besondere Fähigkeit des Menschen an, vernachlässigt dabei aber, dass das Denken ein besonderes Spiel der Fantasie ist.

Fantasie lässt uns träumen, modellieren und konstruieren. Die Fantasie überzieht Wirklichkeit mit dem schönen Schein unserer Vorstellungen. Das Bewusstsein, in einer Scheinwelt zu leben, ist uns aber im Gegensatz zu Buddhisten, längst nicht mehr gegenwärtig.

8
Sep
2013

Tod

Wenn ein Mensch stirbt, dann verlässt die Seele ihr Haus, in dem sie vorübergehend verweilte. Als zurückgelassene Hülle der Seele zerfällt der Körper. Materie 'kehrt' in Energie 'zurück'. Energie aber geht samt innewohnender Information nicht verloren. Energie bleibt gleichsam das neue Zuhause der Seele. Die nunmehr orts- und zeitungebundene Seele vermag an jedem Ort und zu jeder Zeit zu kommunizieren. Ihre sprachlose Verständigung bedarf einer vertrauten Seele, die sie empfängt, weil sie dem neuen Medium rein gefühlter Mitteilung vertraut. Dieser Glaube setzt voraus, dass die empfangende Seele, Vernunft und Verstand vollkommen loszulassen in der Lage ist. Je nach Intensität der Liebe zwischen kommunizierenden Seelen, gelangen gefühlte Schwingungen als innere Stimme zum Ausdruck.

7
Sep
2013

Antwort auf die Frage nach Gott

Das Erscheinungsbild der Physis setzt Initiation voraus.

Diese Initiation ist nicht physischer Natur.

Außerhalb der Physis existiert nur Information.
Information existiert allein metaphysisch bzw. geistig vor aller Physis.

Information bleibt unabhängig von der Vergänglichkeit des Physischen unendlich erhalten.

Durch diese Konstellation gewinnt die Vorstellung Platons vom Körper als Haus der unsterblichen Seele eine neuzeitliche Gestalt.

6
Sep
2013

Frage nach Gott

Die metaphysische Überhöhung physikalischer Eigenschaften ist eine Tatsache, welche die Frage nach der Existenz Gottes nicht ausschließt. Die kategorialen Prinzipien wie das Prinzip von Ursache und Wirkung oder Ursache und Grund widersprechen dieser Tatsache ebenso wie das Axiom von Materie als informierte Energie. Schließlich muss Information überhaupt existieren, wenn Energie Materie entwickeln soll.

Ob uns das schmeckt oder nicht, Information ist die Bedingung der Möglichkeit für das Entstehen von Materie. Information (lat. "informare" Gestalt geben) ist jene Form, welche der Energie Gestalt gibt. Information steht somit allgemein für die Fülle aller Möglichkeiten. Um Information zur Gestaltgebung zu bewegen, bedarf es einer metaphysischen Tätigkeit, da ja Information Bedingung der Möglichkeit der ursprünglichen physischen Aktivität ist.

5
Sep
2013

Die innere Stimme

Die innere Stimme wird entweder durch das Gewissen oder durch den Verstand geweckt. Im Alltag meldet sie sich zu Wort, wenn unser Verhalten gegen eine Norm, eine Regel oder gar gegen ein Gesetz zu verstoßen droht. Durch den Verstand wird sie gewöhnlich durch eine Frage geweckt. Sie berät schöpferische Menschen, was sie schaffen können und diktiert Schriftstellern den Text oder Komponisten, was sie komponieren sollen.

Künstlerisch, aber auch wissenschaftlich schaffende Menschen sind auf die innere Stimme angewiesen.

Als innerer Dialog spiegelt die innere Stimme Reflexionen des Empfindens durch Gefühle. Äußere Reize oder innere Impulse finden dabei ihren sprachlichen Ausdruck oder gestalten sich als Antizipationen oder auch Visionen.

4
Sep
2013

Selbstgespräch

Das Selbstgespräch ist jene Form, in welcher sich das Ich mit seinem Selbst den inneren Dialog gestaltet. Das Ich hört dabei die innere Stimme des Selbst. In der Geschichte der Philosophie wird die innere Stimme zum ersten Mal von Sokrates beschrieben. Sokrates nennt sie ‘daimonion’ und versteht diese innere Erscheinung als Wesen und Wirkung des Göttlichen.

Seiner Auffassung nach wird jedem Menschen von Geburt an ein göttlicher Schutzgeist mit auf den Weg gegeben, der ihn vor Unheil bewahrt. Erst wenn der Mensch diesen Schutzgeist vernachlässigt und damit den Unwillen der Götter erregt, wird das Dämonische in ihm zur Verblendung und Besessenheit.

Das sokratische Daimonion hat eine Stimme und stellt sich, ständig anwesend, schützend vor die ihm Anvertrauten. Das Daimonion berät zwar, aber es trägt nicht zum Erkennen bei. Das Daimonion ist streng getrennt vom Verstand, es sagt das, was der Verstand nicht erkennen kann. Es ist nicht das sittliche Gewissen. Was Sokrates zu tun hat und was nicht, sagt ihm sein Verstand. Das Daimonion bedeutet die Stimme, die ihn warnt, sobald er gegen seine Intuition handelt.

3
Sep
2013

Glaubensstärke

Die Stärke des Glaubens wird durch die Intensität jenes Gefühls bewusst, welches das Vertrauen in etwas wertet. Emotionen zeigen gewöhnlich die Verträglichkeit von sinnlichen und geistigen Vorgängen an. Positive Emotionen sind ein Zeichen seelischer Gesundheit. Emotionen sind mittelbare Reflexionen des Denkens. Der Philosoph und Theologe Augustinus von Hippo sieht in Gefühlen das sich Offenbaren der Wahrheit, die seiner Sicht nach untrennbar mit der Seele verbunden ist. Durch Selbstgespräche, das sind Gespräche der Vernunft mit der Seele vermag sich der Gläubige Wahrheit zu erschließen.

2
Sep
2013

Glauben

Glauben beruht auf Vertrauen, die Erwartung, sich auf etwas verlassen zu können. Niemand zweifelt z.B. die Verlässlichkeit alltäglichen Denkens an. In der Regel trauen sich alle zu, aufgrund ihrer Erfahrungen, Ereignisse und Situationen des Alltags richtig einzuschätzen, zu werten und zu bewerten. Kaum jemand zweifelt an der Fähigkeit seines Denkens, das alle diese Vorgänge koordiniert.

Glauben ist eine besondere Spielart des Denkens.
Glauben bedeutet, eigenem Denken und Wissen zu vertrauen. Glauben ist gefühltes Denken. Wissen bedeutet, glauben, richtig zu erkennen, sich seines Wissens sicher zu sein. Selbstbewusstsein bedeutet für das Ich, sich als Ganzes anzunehmen. Zweifeln ist im Gegensatz zur Kritik eine Form von Ich-Schwäche.

Denken vollzieht sich dreifach zugleich. Denken bedeutetet Wahrnehmen empfinden.
Als Duplizität von Bilder-Leben der Vernunft und Bild-Erleben des Verstandes vollzieht sich Denken sowohl intuitiv als auch logisch.

Die Stärke des Glaubens hängt vor allem von der Fantasie ab. Als Vorstellungskraft spielt die Fantasie mit Möglichkeiten, die der Verstand nicht nutzen will oder kann. Gewissheit starken Glaubens wird sprachlich durch die innere Stimme und bildlich durch Visionen vermittelt.

1
Sep
2013

Zu wissen glauben

Wissen ist ein Glaube an absolutes Denken. Absolutes Denken ist weder Bilderleben noch Denken in Begriffen (reines Denken). Absolutes Denken beruht auf Axiomen. Ein Axiom ist ein Grundsatz einer Theorie, einer Wissenschaft oder eines axiomatischen Systems, der innerhalb dieses Systems nicht begründet oder deduktiv abgeleitet wird. Absolutes Denken ist wie mystisches Denken vom Glauben abhängig.
Das Axiom ist das Dogma der Wissenschaft.

31
Aug
2013

Schonraum

Wissenschaften sind existentielle Schonräume, die vor allem das Grundbedürfnis nach Schutz bzw. Sicherheit befriedigen. Diese Schonräume werden je nach Disziplin unterschiedlich anerkannt und befriedigen somit das Bedürfnis nach Anerkennung sehr verschieden. Manchen genügt allerdings der bloße Anschein eines Wissenschaftlers. Sie setzen sich nicht wirklich ernsthaft mit ihrem Fach auseinander. Stattdessen pflegen sie sich mit dem Applaus der Ahnungslosen zu ihren pseudowissenschaftlichen Vorträgen. Wahre Wissenschaftler dagegen zeichnen sich durch leidenschaftliches intensives Forschen aus.
Einen die Wissenschaften umfassenden Schonraum bilden Philosophie, Kunst oder Religion. Schonräume zeichnen sich vor allem durch Glauben aus, innerhalb dessen das Wissen eine besondere Rolle spielt.

30
Aug
2013

Nachfrage

Wenn Visionen allein aufgrund physischer Signale verursachter Reize durch Spiele zwischen limbischen System und Fantasie entstehen, dann stellt sich tradierten Religionen die Frage, ob diese Erscheinungen rein physischer Natur sind. Die Fantasie ist eine lebenswichtige Funktion des neuronalen Systems. Neben der Antizipation kommt ihr vor allem die Funktion der Lebenserhaltung oder des Überlebenswille zu. Dazu zählen Religionen ebenso wie Metaphysik. Unter diesem Gesichtspunkt erweist sich die Entdeckung des sinnlich nicht vernehmbaren Seins vor allem als limbisch gesteuerte Überlebensfunktion. Tatsächlich beschreibt Platon dies auch als eigentlich maßgeblich bestimmten Beweggrund seines Lehrers Sokrates, nach etwas alles Werden Überdauerndem zu suchen. Diese Suche führt dann auch zur Entdeckung des Begriffs als Bedingung der Möglichkeit von Wissenschaft.

29
Aug
2013

Überhöht

Das vernunftbegabte Lebewesen neigt dazu physikalische Eigenschaften metaphysisch zu überhöhen. Der Mythos gestaltet meteorologische Erscheinungen zu Göttern um. Es ist die griechische Göttin Ge, die gute oder schlechte Ernten verursacht. Es ist Thor, der germanische Gott des Gewitters, der Blitze schleudert und donnert, wenn er grollt. Es ist ein Gott, den Moses im brennenden Dornbusch erblickt, und aus überschärfsten Sinneseindrücken werden noch heutzutage Erscheinungen von Schutzengeln geboren.
Überhöhte Vorstellungen während des Bewusstwerdens kommen durch psychisches Verfremden physikalischer bzw. physischer Prozesse zustande. Wider alle verfügbaren Erfahrungen spielt die Fantasie ver_rückt.

28
Aug
2013

Entstehen

Schwingungen verdichten sich kreisförmig bis zum Punkt oder Schwarzen Loch. Ein physikalischer Ursprung weitet sich durch Schwingungen spiralförmig aus. Durch die Verdichtung verdichtet sich Materie und Energie nimmt zu. Durch Ausweitung spaltet sich Materie, wobei Energie erhalten bleibt. Aufgrund verschiedener Dichten von Materie und Energie hierarchisieren sich Komplexe und erzeugen unterschiedliche energetische und materielle Phänomene.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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