Unilogo

23
Nov
2013

Substantive sind ungern allein

Ein Substantiv ist ein Wort, das Belebtes, Unbelebtes oder Ideen beim Namen nennt. Das Nomen ist in Texten die meist benutzte Wortart. Es nennt Ereignisse oder Situationen ebenso wie Konkreta oder Abstrakta, Komplexe, Klassen oder Gruppen und Besonderes ebenso wie Gemeinsames.

Um nicht allein sein zu müssen, tun sich Substantiv gern mit anderen Substantiven und Verben zusammen, um miteinander spielend Sätze zu bilden. Dabei übernehmen sie verschiedene Rollen.

Das suchende Substantiv fungiert im neuronalen Netz als Operator (OP), das gesuchte Substantiv ‚spielt‘ Operand (OD) und das Verb repräsentiert die Operation (OT):

„OP —> OD = OT“, z.B. „Bauer“ —> „Frau“ = „suchen“.

Substantive repräsentieren Neuronen samt ihrer Erfahrungen bzw. Inhalte. Indem sie sich mit anderen Neuronen austauschen, übertragen sie Information.

22
Nov
2013

Ein Substantiv dichtet

Ein Substantiv spielt gern mit dem Zufall. Zu diesem Zweck sucht es ein Stichwort auf, da die Absicht zu dichten limbisch spontan wünschenswert erscheint. Gefühle und Empfindungen bereiten also das Spiel vor.

Der Autor sitzt spät nachts allein an einem kleinen Tisch auf dem eine rote Keramiktasse mit abgestandenen Kaffee steht. Die Großstadt draußen kommt allmählich zur Ruhe, denn der Straßenlärm ebbt endlich ab. Die ersten Anzeichen früher Dämmerung zeigen sich bereits am Horizont.

Spontan taucht das Wort „Neonuntergang“ auf und wird zur augenblicklichen Situation als passend empfunden. Also fängt dieses Wunschsubstantiv mit ebenso überraschend auftauchenden Wörtern an zu spielen, um sich mit ihnen zu einem Gedicht zusammen zu tun.
 

Neonuntergang

Bläue in altmodischen Scheibengardinen.

Altbaugehäuse hinter Rauhfaser.

Zerstörtes Uhrwerk in Ebenholz.
Verkümmerte Pflanzen auf dem Fensterbrett.

Rest von starkem Kaffee in ziegelroter Keramiktasse.

Staubteilchen auf milchig brauner Brühe.
Zerknüllte Notizen. Papierknäuel auf dem
Holzfußboden.

Es werden dichterische Versuche, die fallen gelassen worden sind. „Neountergang“ wird zur Metapher für das Misslingen eines zaghaften dichterischen Versuchs, eine Widerspiegelung affektiver neuronaler Schwingungen.

Vielleicht versucht ihm sein Unterbewusstsein dadurch mitzuteilen, sich besser doch nicht auf’s Dichten einzulassen.

Das ‚Gedicht‘ lässt sich auch in Ein-Wort-Sätzen ausdrücken:
 

Neonuntergang

Dämmerung.

Altbaugehäuse.

Mansardenzimmer.

Getränkereste.

Notizen.

Papierknäuel.
Leere.

Es ist die Befindlichkeit der Situation, die Gefühle diese Folge von Substantiven bilden lässt. Streifzug eines Blicks in der Frühe des neuen Tages durch einen Raum, ein eingefangener Augenblick zu Beginn des Studiums. Die eigentlich diesen Text beherrschenden Substantive, „Raum“ und „Zeit“, aber treten nicht persönlich in Erscheinung, obgleich sie das Schaffen der Fantasie steuern.

Das initiierende Zufallswort „Neonuntergang“ erzeugt zwar die Anfangsschwingung, Kategorien wie „Raum“ und „Zeit“ aber verstärken und weiten sie aus. Aber diese Kategorien hindern gleichsam das Wort „Neontergang“ auch daran zu dichten.

21
Nov
2013

Karriere eine Substantivs

Als Substantiv kann ich natürlich auch Karriere machen. Substantive, welche die Karriereleiter aufsteigen wollen, müssen sich entweder einer Verallgemeinerung unterziehen oder Beziehungen nutzen. Ein Substantiv, das sich verallgemeinern lässt, wird zu einem Begriff, der eine Menge von Konkreta unter sich hat.

Zu den mächtigsten Wörtern im neuronalen Netz gehören die Kategorien. Nur wer zu ihnen gute Beziehungen unterhält, bekommt auch erfolgreiche, komplexe Aufträge. Aber davon später.

Ein Substantiv kann sich wie gesagt entweder als Wort oder als Begriff zeigen.

Als Wort nennt es sinnlich Vernehmbares, und als Begriff verweist es auf etwas allein Denkbares. Als Wort erinnert „Baum“ z.B. an eine Linde. Als Begriff macht „Baum“ z.B. die Wuchsform einer Pflanze wie „Wurzel, Stamm, Äste, Zweige, Äste, Zweige, Blätter, Blüten. Früchte“ oder die "Struktur einer Datenbank" bewusst.

Es hängt vor allem vom Bewusstwerden ab, ob sich ein Wort oder ein Begriff im Bewusstsein als bewegtes oder nicht bewegtes Bild entwickelt.

Schöpferisches Bewusstwerden lässt den Baum in der Regel in Bewegung erscheinen. Und außerdem erscheint der Baum im Rahmen eines Ereignisses. So vergegenwärtigt das Wort „Linde“ beispielsweise das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ und vielleicht eine Situation, in der ich dieses Lied als Kind gesungen habe. Oder der Begriff „Baum“ spielt eine Rolle bei einer Datenbank, die programmiert werden soll.

Welche Karriere ein Substantiv macht, das hängt vor allem vom Milieu ab, in dem es sich entwickelt. Ein ärmliches Milieu, in dem wenig Begriffe vorhanden sind, oder ein vereinsamtes Milieu, in dem kaum Konkreta vorhanden sind, sind nicht gerade ein Nährboden für schöpferische Ideen. Der Grund hierfür ergibt sich aus der Notwendigkeit einer gewissen Anzahl erforderlicher Spielgefährten, denn schöpferische Kräfte sind natürliche Folgen neuronaler Spiele.

20
Nov
2013

Was uns ein Substantiv erzählt

„Als Hauptwort muss ich mich als Mitglied einer Gruppe von Konkreta oder Abstrakta behaupten. Je nach Gruppenzugehörigkeit zeigt mein Passbild entweder eine „Tanne“ oder die „Struktur einer Datenbank“. Ich gehöre also entweder der Familie der Kieferngewächse oder der Graphentheorie an.

Je nach Zugehörigkeit fallen dann natürlich auch meine Erzählungen aus. So kann eine „Pinie“ kaum etwas über Baumstrukturen erzählen. Umgekehrt vermag eine „Datenstruktur“ wie beispielsweise ein „Out-Tree“ wenig über Kieferngewächse zu berichten.

Die meisten Substantive besitzen keine besonderen Passbilder, weil sie auch keine Wörter von besonderer, sondern nur von gewöhnlicher Bedeutung sind. Die Passbilder gewöhnlicher Substantive oder Konkreta zeigen in der Regel alltägliche Erfahrungen.

Als „Weihnachtstanne“ berichte ich selbstverständlich nichts über Kieferngewächse, sondern erzähle von „Weihnachten“. Ich gebe meinen neuronalen Auftrag als „Tanne“ bzw. „Weihnachtstanne“ an das Substantiv „Weihnachten“ weiter. Erreicht dieser Impuls ein künstlerisches Bewusstsein, dann würde eine „Weihnachtstanne“ dem Autor wahrscheinlich spontan eine „Weihnachtsgeschichte“ erzählen.

Um nicht vom Weg abzukommen und bei mir als „Substantiv“ zu bleiben, muss ich betonen, dass ich nicht nur mit anderen Substantiven gute Beziehungen pflege, sondern auch mit meinen Verwandten und jenen Wörtern, die mich ganz besonders durch Beigaben bzw. Hinzufügungen unterstützen. Dazu zählen vor allem Paarung mit anderen Substantiven bzw. Wortzusammensetzungen, Adjektive oder Beiwörter, die bestimmte meiner Eigenschaften hervorheben. Deshalb heißen sie auch Eigenschaftswörter."

19
Nov
2013

Exkursion nach innen

Eine Reise nach innen lässt sich nicht ohne Plan über den günstigsten Weg durch die neuronale Welt durchführen. Ein Reiseführer existiert unseres Wissens nach nicht. Eine der ersten Fragen ist deshalb, welches Fortbewegungsmittel wir überhaupt benutzen sollen. Und uns muss klar sein, dass es sich nicht einfach um einen Ausflug, sondern um eine Entdeckungsreise handelt. Es ist nicht einfach eine harmlose Wanderung, sondern das Abenteuer einer Forschungsexpedition.

Wem also sollen wir uns anvertrauen: dem Verstand oder der Vernunft? Sofort meldet sich die Intuition erschrocken über diese Alternative. Sie fragt uns, wie wir überhaupt auf den Gedanken kommen können, sich allein dem Verstand anzuvertrauen.

Die Intuition begründet ihren Einwand mit zu starker Vereinfachung durch den Verstand, und sie sieht Schwierigkeiten einer vorschnellen Vereinfachung. Gleichzeitig gesteht sie ein, dass ein solches Unternehmen ohne Beteiligung des Verstandes auch nicht möglich ist.

Die Intuition verweist auf die Introspektion, welche die Sicht auf wichtige neuronale Vorgänge freigibt.

„Du musst nur hinsehen!“ sagt sie der Vernunft. Diese schaut an, was sich intuitiv zeigt. Sie nimmt starke Lichtpunkte wahr, von denen Blitze zu weniger starken Lichtpunkten ausgehen.
Je stärker die Leuchtkraft von etwas, desto unabhängiger oder selbständiger existiert es. Das, was von sich her zu bestehen vermag, weil es etwas besitzt, woraus es zu bestehen vermag, verfügt über Gehalt oder Substanz.

Wörter, die introspektiv im neuronalen Netz Substanz „ausstrahlen“, heißen deshalb Substantive. Substantive oder auch Hauptwörter fungieren im neuronalen Netz als Impulsgeber neuronaler Schwingungen. Grundsätzlich repräsentieren alle Wörter komplexe, gespeicherte neuronale Schwingungen, die als Bewusstsein Bilder erzeugen.

„Baum“ ist ein Substantiv, dass je nach Bewusstseinsgrad nur ein Bild, z.B. das einer Pinie oder ganze Bildergeschichten, z.B. „Urlaub am Mittelmeer“ erzeugt.

Man kann sich solchen wechselwirkenden Schwingungen überlassen und einfach dem durch sie inszenierten Bilderleben zuschauen. Künstler oder Philosophen schreiben einfach auf, was sie da sehen. So ist ein Roman nichts Anderes als ein sprachlich dokumentiertes Schwingungsverhalten des Gehirns.

Die Kunst der Selbstbeobachtung besteht darin, geeignete Schwingungsauslöser zu entdecken, die uns dann in ihren Bildern ihre Geschichten erzählen.

18
Nov
2013

Welt als Wille und sprachlich gestaltete Vorstellung

Welt ist all das, was ist.
Welt ist sowohl das, was die Ontologie Sein nennt, als auch das, was wir persönlich als unsere Wirklichkeit erfahren. In der hinduistischen Religion gilt diese Welt als Maya, als Zustand geistiger Verblendung. Maya ist sowohl die Weltenmutter oder Schöpferin des Universums als auch Göttin der Illusion.

Wer von uns zweifelt nicht gelegentlich daran, ob alles wirklich so ist, wie wir das uns vorstellen. Dieser Zweifel lässt den Menschen nach Gewissheit suchen. Diese Suche lässt ihn vor allem zwei Wege entdecken: den der Philosophie und den der Naturwissenschaften, wobei die Naturwissenschaften aus der Philosophie hervorgegangen sind.

Beiden Wegen ist gemeinsam, dass sie Welt nur insofern zum Vorschein zu bringen vermögen als sich darüber sprechen lässt: in philosophischen Begriffen oder alternativ in naturwissenschaftlichen Formeln.

Sprache ist die geistige Form zur Gestaltung von Welt. Diese Welt entsteht in den neuronalen Netzen des Gehirns.

17
Nov
2013

Alltägliche Begleiterin

Die innere Stimme wird gewöhnlich durch das Gewissen, seltener durch den Verstand geweckt. Im Alltag meldet sie sich zu Wort, wenn unser Verhalten gegen eine Norm, eine Regel oder gar gegen ein Gesetz zu verstoßen droht. Durch den Verstand wird sie gewöhnlich durch eine Frage geweckt. Sie berät schöpferische Menschen, was sie schaffen können und diktiert Schriftstellern den Text oder Komponisten, was sie komponieren sollen.

Künstlerisch, aber auch wissenschaftlich schaffende Menschen sind auf die innere Stimme angewiesen.

Als innerer Dialog spiegelt die innere Stimme Reflexionen des Empfindens durch Gefühle. Äußere Reize oder innere Impulse finden dabei ihren sprachlichen Ausdruck oder gestalten sich als Antizipationen oder auch Visionen.

16
Nov
2013

Gleichnis vom inneren Licht

Wie die Sonne nur am wolkenlosen Himmel Licht spenden kann, so erstrahlt die innere Sonne schöpferischer Energie nur in der Unvoreingenommenheit der Ideen.

Eine bewusst werdende, aber verunsichernde Idee vernebelt die Klarheit daraus sich gestaltender Gedanken. Das so eingetrübte Denken gleicht einem grauen, tristen Novembertag. Niedergeschlagenheit unterdrückter schöpferischer Gedanken breitet sich aus. Aussichten einer frohen Einsicht verfinstern sich.

Eine niedergehaltene Seele bezeugt den Mangel an Einsicht und leidet so unter innerer Finsternis.
Inneres Licht wird allein durch schöpferische Ideen gespendet.
„Die Leuchtkraft inneren Lichts hängt von der Tiefe einer Einsicht ab!“

15
Nov
2013

Tema’s Prophylaxe

 
 

Tema ermahnt sich, sich vom Verstand nicht verführen zu lassen und vom Wesentlichen abzulenken. Das Bewahren des Wesentlichen gelingt allein, indem sich Körper, Geist und Seele harmonisieren.

Das Schauen des Wesentlichen erlebt die Seele als Glück, der Geist als Gelassenheit und der Körper als Ruhe. Wahres Denken beruhigt erst den Geist, besänftigt dann die Seele und befreit den Körper loszulassen. Allein durch die innere Stimme, durch das innere Auge und durch innere Ruhe gelingt es Tema, sich zu offenbaren und den tragenden Beweggrund eines Lebens im Dunkel existentieller Orientierungslosigkeit hervorscheinen zu lassen.

„Kein Gott setzt Eurem Werden ein Ende! Der Gott, den Ihr seit Jahrtausenden imaginiert, befriedigt allein Machtgelüste in sich gekehrter Narzisten. Selbstverliebte hochmütige Männer, die sich nur allzugern im künstlichen Licht der Eitelkeit zeigen, verführen Euch, an sie zu glauben. Ohne sich auszuweisen, arrangieren sie „Frohe Botschaften“ gegen Bezahlung.

In Wahrheit missdeuten sie jene allgegenwärtige, unendliche geistige Kraft, ein zeit- und raumloser universeller Strom, in dem „Jenseits“ und „Diesseits“ nur als Schwingungen eines in sich verdrehten unsterblichen Ringes der Wiederkehr des immer Gleichen erscheinen. Diese ringförmige Erscheinung ist wie eine Möbiusschleife nicht orientiert. Man kann nicht zwischen unten und oben, zwischen innen und außen oder Anfang und Ende unterscheiden!“

Temas Bild offenbart, dass „neue“ Information nur als wiederkehrende „alte“ in vielleicht anderer Deutung erscheint. Verschiedene Religionen sind jeweils unterschiedliche Wendungen unbewusst verspürten Bewegens allgegenwärtiger Urkräfte. Als behauptete Wahrheiten werden sie zu Missdeutungen des Einen.

14
Nov
2013

Die Droge der Heiligen

Nicht wenige Menschen flüchten in eine Droge, um ihrer Welt zu entkommen. Heilige sind gläubige, selbstsuggestive Menschen, welchen diese Flucht wenigsten zeitweise gelingt. Indem sie sich in eine Vorstellung wie „Gott liebt mich und ist bei mir!“ ganz versenken und durch ständiges Wiederholen in diese Gegenwart hineinsteigern, formt ihre Sehnsucht fantasievoll die Gestalt einer Erscheinung wie etwa folgende:

Ein unbestimmtes Gefühl treibt sie bei Tagesanbruch an den Lieblingsplatz ihrer Kindheit. Von Ferne scheint goldenes Licht den dichten Nebel zu durchringen. Sie geht auf dieses Licht zu und erkennt plötzlich die Gestalt eines schweigenden Engels. Diese Erscheinung löst sich auf, und sie kehrt voller Glück nach Hause zurück.

Sogenannte esoterische Engelsbücher sind voller vergleichbarer Geschichten.

13
Nov
2013

Tema’s Einkehr in der Welt

"Welt ist der Schein, mit dem sich menschliche Existenz umgibt!"

Unter "Welt" wird Allheit des Vielen in Einem bzw. die Gesamtheit der Einzelerscheinungen verstanden. Dieses Ganze verstehen wir auch als unsere Wirklichkeit. Aber diese unsere Wirklichkeit ist das, wie Fantasie Wirklichkeit für uns gestaltet. Welt, wie wir sie erleben, besteht allein aus unseren Vorstellungen. So befremdlich es auch klingt, wir leben in einer virtuellen Welt. Im Gegensatz zur künstlichen, grafisch programmierten Welt, ist unsere virtuelle Welt nicht von uns selbst geschaffen, sondern einerseits aus Urbildern und Vorlagen des Unbewussten oder des Unterbewusstseins, andererseits durch sinnliche Einflüsse unserer Umgebung.
Aber wir erleben unsere Welt nicht als virtuell, sondern als echt. Wir merken nicht, dass wir sobald wir wahrnehmen, auch gestalten.

Entgegen diesem existentiellen Empfinden verspüren wir eine Sehnsucht nach Wahrheit. Wir glauben an die Möglichkeit der Offenbarung einer Welt hinter unserer Welt.

"Aus dieser Sehnsucht heraus schuft Ihr Euch Religionen!"

12
Nov
2013

Wachsamkeit

Sobald die Seele ihr Haus bezieht, begegnet ihr der Argwohn des Endlichen. Der Geist verspürt durchaus den Hauch der Behutsamkeit. Unsicherheit breitet sich aus. Er empfindet die Begrenztheit seines grenzenlosen Strebens. Die Endlichkeit seines Denkens drückt ihn wie ein zu enges Korsett.
Trotz aller Überschaubarkeit findet die Seele im Haus des Seins allein Chaos vor. Der Geist empfängt sie vollkommen orientlos und voller Angst.
So drängt die Seele den Geist, endlich das Thema seiner Existenz zu suchen. In Bedrängnis geraten offenbart sich der Geist als Bewegung der Seele. Diese erste Selbst-Erkenntnis schenkt der Seele Wissen und Glauben. Sie erkennt Wissen als Form des Vertrauens. Ohne diesen Glauben verliert sich alles Wissen ins Grenzenlose. Das Selbst bekundet sich der Seele als von ihr gestalteter Geist.

11
Nov
2013

θέμα

Tema ist der Name jener Geheimnisvollen aus der Mitte der Nacht, welche der Finsternis das Licht des Fragens spendet. Suchende folgen ihrem inneren Licht, hoffend ihre wesentliche Einsicht zu entdecken. Viele Wege eröffnen sich, die Entscheidung für den Weg zur Wahrheit zu finden.

Tema, die Lichtgestalt der Fantasie schwebt über existentiellen Essenzen. Aus Ur schafft die Seele die Substanz des Lebens. Sie hütet das Geheimnis des Unerschöpflichen. Aus dem Extrakt des Nichts gewinnt sie die Substanz der Sinngebung. Dieses Elixier durchfließt den Geist. Wie ein Zaubertrank schafft es Fantastisches. Die Fantasie reicht dem Leben diesen Heiltrank und offenbart ihm den Tiefgang geschenkter Begabung.

"Du musst in allem, was Du tust, die Tiefgründigkeit Deiner Intuition bewahren!" So ermahnt die Seele den Geist und reicht ihm das Heilmittel der Vorsicht, damit Grundbedürfnisse nicht in Abgründe von Voreiligkeiten treiben.

10
Nov
2013

Berufung

Oft sind es spießbürgerliche Verklemmungen, Ängstlichkeiten oder ganz einfach Bequemlichkeiten, die der Wahl eines ganz persönlichen Weges entgegen stehen.

Aber einem inneren Ruf nicht zu folgen, das bedeutet oft, die eigene tragische Komödie zu inszenieren, denn Ausreden und Ausflüchte gestalten dann eine Biografie seelischer Trägheit und Mutlosigkeit.

Da die Seele lebenslang ihre gefühlte Aufgabe nicht aufgibt, werden Gründe fälschlicherweise in Erziehung, Schule und Ausbildung gesucht, um fadenscheinig zu erklären, warum man diese Herausforderung beim besten Willen nicht annehmen konnte.

So entgeht man mit selbstlügnerischem Jammern inneren Forderungen und tapst von einer Falle in die nächste.

Es ist aber nie zu früh und selten zu spät, der Mitwirkung bei einer selbstinszenierten Tragödie eine Absage zu erteilen, um sich endlich mit den noch verbliebenen Möglichkeiten auf den Weg zu machen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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