Unilogo

17
Mrz
2016

Egomanie


Ich-Verlust des Selbst
absolut asoziales Sein
unwahres Leben


16
Mrz
2016

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte


Als Bilderleben organisiert Denken Bilder-Leben durch Auswählen geeigneter Bilder möglichst übersichtlich zu gestalten. Da Denken Verhalten bzw. Handeln antizipiert, kommt ihm in erster Linie die Funktion möglichst praktischer Orientierung zu.

Denken ist von Natur aus auf Praxis hin ausgelegt. Das vernunftbegabte Lebewesen ist jedoch durchaus im der Lage, sich gegen diese natürliche Bestimmung zu wenden und unpraktisch zu werden. Solches Abwenden vollzieht sich vor allem durch Hinwenden auf geistig Vernehmbares.

Durch dieses widernatürliches Verhalten versteigt sich Denken zu absurden Annahmen, vor allem religiöser Art. Das zeigt sich u.a. entweder in der Fehldeutung oder Missachtung von Intuitionen.

Intuitionen sind gefühlte Mitteilungen des Unbewussten. Im Gegensatz zu Sinneseindrücken werden Intuitionen ungefiltert bewusst. Problematisch wird es erst, wenn gefühlte Mitteilungen von der Fantasie in Bilder überführt werden.

Da diese Überführungen gewöhnlich nicht verstandesmäßig, sondern spielerisch zufällig erfolgen, entstehen oftmals den Verstand irreführende Bilder, die nicht selten als Visionen gedeutet werden.

Um Fehldeutungen von Intuitionen weniger wahrscheinlich zu machen, sollte überprüft werden, ob Erinnerungen, Triebe oder Bedürfnisse beteiligt sind. In diesen Fällen sollten Visionen verworfen werden.


15
Mrz
2016

Wer nicht glaubt, kann nicht beten


Schwierigkeiten, Visionen zu verstehen, ergeben sich vor allem aus der durch Einstellungen gehemmten Aufnahme transzendentaler Information.

Um Visionen verstehen zu können, bedarf es letztlich unbedingte Offenheit dem gegenüber, was durch sie offenbart wird.

Sobald Verstand Intuition verdrängt, werden Visionen unverständlich. Kurz gesagt: Wer nicht glaubt, kann nicht beten.

Wissen und Glauben sind einander diametral entgegengesetzte, in sich geschlossene Systeme. Verstehen innerhalb eines dieser beiden Systeme setzt die Anwendung einer dem System eigenen Methode.

Man muss sich ganz offensichtlich für eine Seite dieser Alternative entscheiden.


14
Mrz
2016

Visionen


Mehrere Visionen weisen sich als Bilder-Leben durch Verhalten der einzelnen Bild-Erlebnisse aus. Es bilden sich Verhältnisse, die als neuronale Strukturen Hintergrund-Geschehen erzählen.

Hildegard von Bingen deutet dieses Geschehen wie andere Mystiker auch entweder als mittelbares Wirken oder unmittelbare Gegenwart Gottes.

So deutet Franz von Assisi die Natur als Schöpfung bzw. als mittelbare Präsenz des Wirken Gottes. Visionen lassen sich durchaus mathematisch als neuronale Gruppe betrachten betrachten, also als typische mathematisch analoge Struktur:

Um wahr und zugleich richtig zu sein, müssen Visionen folgende Bedingungen erfüllen:

zu <=> ein: Intuition <=> Fantasie (Bilder-Leben)

unter <=> über: Erscheinung <=> Bedeutung (Bild-Erleben)

vor <=> nach: Geist <=> Vorstellung (Schauen)

an <=> bei: jenseitige Macht <=> Botschaft

Vision (von lateinisch visio „Erscheinung, Anblick“) ist im religiösen Sinn ein subjektives bildhaftes Erleben von etwas sinnlich nicht Wahrnehmbaren, das aber dem Erlebenden als real erscheint und von ihm auf die Einwirkung einer jenseitigen Macht zurückgeführt wird.

Als subjektives Erleben ist eine Vision wahr, unabhängig davon, wie viele einer Erscheinung glauben.

In der Regel lassen sich Visionen nicht wissenschaftlich untersuchen und infolgedessen als richtig ausweisen.

Allerdings existieren auch im wissenschaftlichen Bereich, gewöhnlich als Ideen, die Wissenschaftler haben und als Theorien entwickeln.

In der Regel erweisen sich Visionen als Gastspiele des Unbewussten im Bewusstsein.


13
Mrz
2016

Es ist wahr, also existiert es


Es existieren Objekte, die sich allein intuitiv wahrnehmen und erfassen lassen. Für den Mathematiker Gödel sind das beispielsweise mathematische Objekte. Mathematik konstituiert sich als abstraktes Reich der Formen. Obgleich diese Formen nicht sinnlich vernehmbar und somit auch nicht empirisch sind, existieren sie sowohl wahr als auch richtig. Die Wahrheit existiert kraft Offenbarung durch Intuition, und die Richtigkeit beruht auf logischen Beweisen.

Als Bereich a priori ist das mathematische System der Formen Bedingung der Möglichkeit der Gestaltung. In der Wissenschaft wird dieser Bereich a priori „Theorie“ genannt. Letztlich handelt es sich um ein Analogen zur Ideenlehre.

Sowohl mathematische als auch visionäre Phänomene gelangen in Abhängigkeit vom Verstand zum Vorschein. Durch den Verstand werden sie dank Vernunft in Gestaltung überführt.

Mit Hilfe der mathematischen Sprache lassen sich sowohl Objekte a priori als auch Objekte a posteriori beschreiben.
„a2“ kann sowohl theoretisch als auch praktisch ein Quadrat sein. Abstraktionen stellen sich so gleichsam als Kürzel des konkreten dar.

Mathematik und Religion sind unter dem Aspekt des Verstandes einander diametral entgegengesetzt. Aber im Gegensatz zur Religion ist die Akzeptanz von Mathematik in der Regel unvergleichlich höher.

Im Gegensatz zum mathematischen Beweis gilt eben eine Vision für den Verstand als irrelevant. Da sich Visionen nicht verstandesmäßig prüfen lassen, sind sie auf unbedingten Glauben angewiesen.


12
Mrz
2016

(Physik => Metaphysik / Mathematik) => Ektaphysik

Fortwährende Abstraktion ist der Weg vom sinnlich Erfassbaren zum nur geistig Vernehmbaren bis hin zum allein intuitiv Erfahrbaren.

Diesem Weg fortschreitender Abstraktion geht ein zunehmendes außer sich Geraten und in sich Erfahren einher. Dieser Vorgang des Loslassens wird auch als Öffnen des dritten Auges beschrieben.

Wie aber steht es so weit außerhalb des sinnlich vernehmbaren Bereiches mit der Beweiskraft ekstatischer Aussagen?

Da ektaphysische Erfahrungen ausschließlich vom Glauben abzuhängen scheinen, dürften sie zugleich auch einer Beweisführung verschlossen zu bleiben.

Ob es sich tatsächlich so verhält, gilt es zu untersuchen.

Erscheinungen hinter dem Horizont der Metaphysik, ektaphysische Phänomene also, ereignen sich tief subjektiv. Es handelt sich folglich um individuell erfahrene Visionen, deren Inhalte auf das einzelne Individuum beschränkt bleiben.

Werden solche Erfahrungen mitgeteilt, dann kann man ihnen glauben oder nicht. Die Entscheidung über diese Alternative hängt wiederum von der Überzeugungskraft der Mitteilungen ab.

Lässt sich wenigstens das, was mitgeteilt überprüfen? Extremfälle sind die Visionen der Hildegard von Bingen. Wenn diese Nonne in ihren Visionen Gott schaut, dann handelt es sich um subjektive Deutungen ihres hoch sensibilisierten Bilder-Lebens.

Die großartigen mystischen Fantasien dieser Frau sind ebenso unbestritten wie ihre Überzeugungskraft, mit der sie ihre Visionen mitteilt.

Diese Visionen mögen zwar für sie selbst wahr sein, aber ausserhalb solcher Selbst-Erfahrungen sind sie eben nicht richtig.


11
Mrz
2016

Schlüssel für Türen nach innen (Komplexion)?


{[(Eigenschaften => Wesen) => Art und Weise] «-» [(Ursache => Wirkung) => Grund] «-» [(Umstand => Mittel) => Zweck)] «-» [(Zeit => Raum) => Maß)]}

Können Sie diesen ekstatischen (ektaphysischen) Ausdruck lesen?


10
Mrz
2016

Grund => Zweck


Als neuronales Widerspiegeln vollzieht sich Reflektieren sprachlich. Sprache vermittelt zwischen geistigen und sinnlichen Wahrnehmungen bzw. zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit. Wenn eine Aussage wahr ist, bedeutet das in der Regel, dass Gedanken tatsächlich zeigen, was sich sinnlich oder geistig vernehmen lässt.

Im Gegensatz zur Wahrheit verlangt Gewissheit den Beweis der Übereinstimmung zwischen Theorie (Möglichkeit) und Praxis (Wirklichkeit). Kann dieser Beweis nicht empirisch geleistet werden, dann ist er logisch auszuführen.

Wirkliche Sicherheit vermögen logische Beweise dann zu gewährleisten, wenn sie axiomatisch hergeleitet werden können.

Vermutlich drücken Axiome verkürzt aus, was Urbilder in uns (unbewusst) darstellen.

Axiom ist ein Baustein des Fundaments eines Systems. Anders formuliert: Ein Axiom ist ein Satz, der nicht bewiesen werden kann, sondern vielmehr beweislos vorausgesetzt wird. Als Axiom gilt beispielsweise ein unmittelbar einleuchtender Grundsatz. Beispiele für Axiome sind u.a. der Satz von der Identität, der Satz vom Widerspruch oder der Satz vom zureichenden Grund.

Der Satz der Identität besagt, dass ein Gegenstand A genau dann mit einem Gegenstand B identisch ist, wenn sich zwischen A und B kein Unterschied finden lässt. Die Methode, durch die Identität erkannt wird, ist der Vergleich.

Der Satz vom Widerspruch oder Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch besagt, dass zwei einander widersprechende Aussagen nicht zugleich zutreffen können.

Der Satz vom zureichenden Grund (lat. principium rationis sufficientis) fordert, dass jedes Sein oder Erkennen in angemessener Weise auf ein anderes zurückgeführt werden könne und/oder solle.

Der bedingungslose, absolute Anfang eines (neuen) Systems entsteht gewöhnlich intuitiv durch Zufall. Zufall ist ein Ereignis, das sich während des Bewusstwerdens nicht kategorisieren lässt. Ein solches Ereignis geschieht beispielsweise objektiv ohne Ursache. Ein zufälliges Ereignis steht offensichtlich in keinem bekannten bzw. erfahrenen Zusammenhang.

Aber ein Ereignis darf nicht zufällig genannt oder auf einen Zufall zurückgeführt werden, nur weil es als Geschehen nicht erklärt werden kann. So kann etwas, das objektiv existiert, nicht zufällig genannt werden, denn alles, das ist, hat seinen Grund und notwendigerweise seine Ursache.

Die Schöpfung zum Beispiel ist deshalb nicht zufällig, ebenso wenig wie das Gottes-Gen im Gehirn des vernunftbegabten Lebewesens. Aber es ist nicht erlaubt, einen Schöpfer anzunehmen oder einen Gott, der will, dass ihn die Seele existentiell verspürt und diesem Gespür nachforscht. Das vollkommene Loslassen von allem ist der wahrscheinlich einzige Weg, um dieser Leidenschaft des Religiösen nicht zu unterliegen und die Glückseligkeit des Nirwana zu erlangen.

Wenn es Gott gäbe, würde er nicht existieren, da er an der Enge des vernünftigen Bewusstseins scheiterte. Es könnte also für alle ein Leben nach dem Tod geben, aber niemand würde es erfahren bzw. begreifen.

Das einzig wirklich wahre Gebet zu Gott ist das höchst konzentrierte und hoch „aufmerksame" Verzichten auf das Beten.

Wer alles vollkommen loslässt, wird im Erleben des Nichtigen oder Nirwanas Gott schauen, also die Existenz des Nichts als Wesen von allem erfahren, ohne damit eine Welt zu inszenieren.

Das allgegenwärtige Nichts zieht alles Sein, das es hervorbringt, in sich unwiderruflich zur ‚seligen' Ruhe zurück.

Ohne alles loszulassen, offenbart sich die parallele Welt des Nichts einem vernunftbegabten Wesen nicht, obwohl es als Nichts Teil des Seins ist und das Werden alles Seienden in Richtung Nichts zurückzieht.

Seiendes organisiert sich sowohl entstehend als auch vergehend in der eingeengten Betrachtung der Vernunft axiomatisch. Axiome sind unabhängig von jedem System und infolgedessen sich selbst erklärend. Axiome bedürfen also keines Beweises.

Axiómata oder Axiome von Natur aus:

Etwas im Verhältnis zu Etwas

- Etwas geht Etwas voraus.
- Etwas folgt auf Etwas.
- Jedes Ganze besteht aus Teilen.
- Etwas ist Teil von Etwas.
- Etwas ist Etwas gleich.
- Etwas ist Etwas ungleich.

Ungleiches kann ähnlich, verschieden oder entgegengesetzt sein

- Etwas kann mit Etwas verbunden sein.
- Etwas kann mit Etwas unverbunden sein.
- Etwas kann Etwas beschleunigen.
- Etwas kann Etwas verlangsamen.

Etwas steht im Verhältnis zu sich selbst

Etwas zeichnet sich durch allgemeine Eigenschaften aus.

- Etwas zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus.
- Etwas ist Form (Wesen).
- Etwas ist Gestalt.
- Etwas verhält sich.
- Etwas verhält sich nicht.
- Etwas wird durch seine Umgebung beeinflusst.
- Etwas wird durch seine Umgebung nicht beeinflusst.
- Etwas verursacht Etwas.
- Etwas wird durch Etwas gesteuert oder geregelt.
- Etwas verbraucht Ressourcen (Kraft, Energie).
- Etwas erzeugt Ressourcen (Kraft, Energie).
- Etwas ist Grund für Etwas.
- Etwas ist Mittel zum Zweck.
- Etwas ist Bedingung der Möglichkeit für Etwas.
- Etwas ist Bedingung der Unmöglichkeit für Etwas.
- Etwas braucht Raum.
- Etwas braucht Zeit.

Gesetze entwickeln sich aufgrund ausnahmslos immer gleicher Regelungen. Gesetze sind also u.a. entwicklungsgeschichtliche Folgen, die sich niemand ausgedacht hat.
Gesetze sind bewährte Entwicklungs- bzw. Verhaltensmuster, welche die Identität wichtiger Prozesse schützen.

Natürliche Axiome sind natürlich entstandene Schutzmarken erfolgreicher Entwicklungen oder Prinzipien der Natur.

Grund => Zweck repräsentiert beispielsweise die Variablen „a = a“ = Sein => Seiendes. Der Satz der Identität ist der zureichende Grund in Bezug auf eine Seinsbestimmung.


9
Mrz
2016

Umstand <=> [(Eigenschaften «-» Wesen) <=> Art und Weise]

Bedingungen der Möglichkeit von Seiendem entstehen durch Spiel des Zufalls elementarerer Naturkräfte mit sich selbst.

Elementare Naturkräfte des Ursprungs sind:

hinzufügen,
wegnehmen,
lösen,
binden.

Mehrere Kräfte konzentrieren sich in einem Moment als mehrdimensionaler Impuls von Veränderungen, von Verhältnissen innerhalb jenes Ganzen, welches wir Welt oder auch Kosmos nennen. Wegen seiner vielfachen nichtlinearen Auswirkung vermögen wir den Impuls nicht zu denken, denn unser Denken vollzieht sich einfach und linear.

Da zudem unser Kurzeitgedächtnis oder Bewusstsein nur etwa sieben neuronale Vorgänge zugleich zu organisieren vermag, erweist es sich nicht einmal in der Lage, dem selbstgesetzten Anspruch des Wissens zu genügen. (Ganzheitliches) Wissen müsste nämlich den zwölf kategorischen Bewegungen genügen, d.h. ein Phänomen unter allen zwölf Perspektiven bzw. Aspekten bestimmen.

Das würde bedeuten:

Wissen entsteht erst dann, wenn Grund und Zweck in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung geklärt wird, und zwar nach Art/Weise und Umstand der auffälligen Eigenschaften des Wesens unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes in Raum und Zeit seines Vorscheins.

Die zwölf Perspektiven und Aspekte des Bewusstseins (Kategorien) sind:

Grund und Zweck
Ursache und Wirkung
Eigenschaften und Wesen
Art/Weise und Umstand
Mittel und Maß
Raum und Zeit

Diese Perspektiven oder Aspekte können nur nacheinander, also linear wahrgenommen, betrachtet, beobachtet oder begriffen werden, ineins und zugleich gelingt das allein intuitiv.

Intuition aber konstituiert sich durch Überschreiten der Grenzen des Bewusstseins.

Folgender Komplex lässt sich nur intuitiv erfassen und verstehen:

Voraussetzung:

Es existieren a priori:

Grund und Zweck
Ursache und Wirkung
Eigenschaften und Wesen
Art/Weise und Umstand
Mittel und Maß
Raum und Zeit

Behauptung:

Als Ordnen der Kategorien vollzieht sich Kategorisieren a priori durch:

zu- und einordnen <=>,
über- und unterordnen /\,
vor- und nachordnen «-»,
an- und beiordnen ∏

Beweis

[Eigenschaften «-» Wesen] <=> Art und Weise
+ Umstand
= Umstand <=> [(Eigenschaften «-» Wesen) <=> Art und Weise]

Erklärung: Umstand meint Bedingungen der Möglichkeit einer Art und Weise aufgrund der Eigenschaften eines Wesens.

8
Mrz
2016

(Eigenschaften => Wesen) => Art und Weise


Aus technischen Grünen bitte Link benutzen:
(Eigenschaften => Wesen) => Art und Weise

https://www.evernote.com/l/AmFzkr1zPURNfYjmmH0Fp0yg-TesLhdtDyg


7
Mrz
2016

Kausalität: Ursache <> Wirkung


Eine der Subfunktionen (Komponenten) der Funktion von "Zeit => Raum" ist die Wechselwirkung zwischen "Wirkung => Ursache“ (Kausalität).

Diese Komponente des existentiellen Komplexes ermöglicht Rückschlüsse von sinnlich vernehmbaren Erscheinungen auf deren Ursachen. Ein solcher Rückschluss ist aber erst dann und nur dann erlaubt, wenn die Ursachen systemisch aufgezeigt werden können.

"Weil die Strasse nass ist, hat es geregnet!“ ist kein erlaubter Rückschluss, denn er beruht auf keiner systemisch abgesicherten Gesetzmäßigkeit. Es könnte ja auch der Wassersprengwagen gefahren sein.

Dagegen ist der Rückschluss „Weil es draußen vereist ist, liegt die Temperatur unter Null. Dieser Rückschluss ist systemisch abgesichert (Mess-System).

Nun existiert aber für unser Vorhaben noch keine Möglichkeit systemischer Absicherung. Infolgedessen muss dieses nun geschaffen werden.

Um ein relevantes System erzeugen zu können, muss die Rückführung methodisch definiert werden.

Der Weg von Wirkungen zurück auf deren Ursachen führt durch unterschiedliche Seinsgrade wie von Wirklichkeit) in mögliche Wirklichkeit (Modell), wirkliche Möglichkeit (Theorie) und bis hin zur möglichen Möglichkeit (Idee).

Unter dem Aspekt des Bewusstwerdens ist dieser Rückweg ein Weg vom Bewusstsein zum Unbewussten.
Je weiter also ein Phänomen von der Wirklichkeit entfernt ist, desto weniger konkret wird es als Erscheinung. Man könnte das auch so formulieren: Je mehr sich ein Phänomen von sinnlich vernehmbarer Wirklichkeit entfernt, um so mehr vergeistigt es sich.

Solche vergleichbare Veränderung geschieht auch bei Verwirklichungen innerhalb der Wirklichkeit. So hat ein begabtes und intelligentes Kind zunächst alle möglichen Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Während der Schulzeit und aufgrund von Erziehung kristallisieren sich wirkliche Möglichkeiten einer Bildung bzw. Ausbildung heraus. Durch Wahl von Lehre oder Studium wandeln sich wirkliche Möglichkeiten in mögliche Wirklichkeiten, die schließlich durch Berufswahl zur Wirklichkeit des Daseins werden.

Um nun diesen Hin- und Rückweg mit Hilfe des Verstandes angemessen gehen zu können, bedarf es zureichender sprachlicher Regellungen. Der Geist muss sich sprachlich angemessen ausdrücken können, um diese Wege hinreichend reflektieren zu können.

Es sind vor allem Namen bzw. Bezeichnungen, welche Wirklichkeit identifizierend konkret erfassen.

In möglichen Wirklichkeiten übernehmen Definitionen diese Rolle.

Wirkliche Möglichkeiten werden maßgeblich durch Formeln bestimmt.

Und mögliche Möglichkeiten gelangen als Spiel des Unbewussten mit sich selbst zum Vorschein. Dieses Spiel stellt die Quelle aller Ideen dar.


6
Mrz
2016

Raumzeit des Daseins II


Um den Zeitraum objektivieren zu können, müssen Fantasien weitestgehend reduziert werden. Philosophie und vor allem Mathematik wären zwar geeignete Verfahren, aber diese Methoden sind allein am Verstand orientiert und lassen das Intuitive als das Wesentliche eines Subjekts unberücksichtigt.

Als Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaft böte sich zudem die Kybernetik an, aber auch diese Methode vermag die Seele eines vernunftbegabten Lebewesen nicht zu erfassen.

Stellt sich folglich die Frage, welche Zeit-Raum-Überführungsfunktion den Anforderungen der Vernunft als Duplizität gerecht werden könnte.

Nun hat der Philosoph Platon bereits vor etwa zwei Jahrtausenden eine Methode angewandt, die es ihm ermöglichte, Erscheinungen sowohl rational als auch intuitiv zu betrachten. Er nannte das Anwenden dieser Methode „idein“ (ἰδεῖν).

Aber Platon denkt nicht mehr wie sein Lehrer Sokrates in Begriffen, sondern begreift Phänomene in Gleichnissen.

Durch seine Art und Weise zu denken, entdeckt Platon Reflektieren als Bilderleben im zweifachen Sinn als Bilder-Leben und Bild-Erleben. Diese Entdeckung erlaubt ihm, die Fantasie als Helferin des Verstandes zu engagieren und Vernunft als Duplizität von Seele und Verstand zu betrachten.

Auf unsere Problematik übertragen bedeutet das die Auslegung der Zeit-Raum-Funktion als Gleichnis. Platon schildert diese Funktion bereits als Höhlengleichnis.

Höhlengleichnis

Was geschieht in der Höhle, von der Platon spricht?
Hat man sich an die Dunkelheit der nur von einem kleinen Feuer beleuchteten Höhle gewöhnt, dann erkennt man sehr bald, dass dort gegen die Wand hin gefesselte Menschen sitzen, die sich nicht umdrehen können und deshalb nur Schatten an der Höhlenwand sehen.

Es sind die Schatten der Menschen, die hinter dem Rücken der Gefangenen und dem Feuer Gegenstände und Speisen hin- und hertragen. Die Gefangenen aber kennen allein die Schatten dieser Gestalten und halten diese Schatten also für die Gestalten selbst. Deshalb ordnen sie ihnen auch sogar die Stimmen zu, die sie hören. Die Schattenwelt ist die Welt so, wie die Gefangenen sie erleben.

Die Gefangenen halten ihre Erlebniswelt für die Wirklichkeit, denn sie befinden sich von Geburt an in dieser Lage. Und Platon provoziert uns, indem er uns sagt, dass unsere sogenannte reale Welt nichts anderes ist als eine Schattenwelt. Das, was wir wahrnehmen, ist nicht mehr als Abschattung von etwas, was wir selbst nicht wahrzunehmen vermögen, weil wir uns ebenfalls nicht umdrehen, unsere Sichtweise nicht verändern können.

Dabei muss es jedenfalls nicht bleiben. Wir sind nicht dazu verurteilt, unser gesamtes Leben als Gefangene unserer Schattenwelt zu verbringen. Aber Platon macht auch nachdrücklich darauf aufmerksam, dass sich niemand selbst aus seiner miserablen Lage befreien kann. Jeder braucht einen Lehrer, der ihn befreit.

„Erziehung“ ist für Platon der Name für diese Befreiung. In seinem Höhlengleichnis fragt Platon, was geschehen würde, wenn einer der Gefangenen in der Höhle befreit würde. Platon sagt, dass eine solche Befreiung gewaltsam geschehen müsste, weil sich niemand freiwillig von Gewohnheiten trennt, die ihn ein Leben lang bestimmt haben. Und wir alle spüren auch, wie sehr wir uns dagegen wehren, Platon zu glauben, dass alles, mit dem wir zu tun haben nicht mehr ist als Schatten.

Statt uns in unserer Sichtweise zu wenden, halten wir lieber Platons Auffassungen für verdreht. Und einem Verrückten braucht man nicht zu folgen.
Dennoch sollen wir uns nun vorstellen, dass einer der Gefangenen von seinen Fesseln befreit wird. Der so befreite Mensch kann sich jetzt umdrehen und plötzlich klar erkennen, dass das, was er sehen kann, überhaupt nichts mit dem zu tun hat, was er bislang für wahr gehalten hat. Allmählich gewöhnt er sich an seine Freiheit und folglich auch daran, Zusammenhänge erkennen zu können.

So erkennt er die Schatten als Projektionen dieser Gestalten vor dem Feuer. Sie bewachen die Gefangenen, und er erkennt nicht nur die Schatten als Wächter, sondern er nimmt auch einen Weg wahr, der nach oben zum Höhlenausgang führt. Weil er neugierig geworden ist, folgt er diesem Weg vorsichtig nach oben, wohl darauf gefasst, dass die Höhle auch nicht die Welt ist und er jederzeit mit einer weiteren Überraschung rechnen muss.

Als er schließlich zum Ausgang gelangt erfasst ihn ein kaum zu beschreibender Schrecken und er bekommt große Angst, weil er wegen des sehr grellen Lichts, das seine Augen blendet, nichts mehr erkennen kann. Als sich dann seine Augen an das Licht der Sonne gewöhnt haben, erkennt er wiederum ein Feuer. Das ist die Sonne der er nun gewahr wird.

Er kommt zu dem Schluss, dass es sich bei den Dingen, die er nun wahrnehmen kann, wiederum nur um Abschattungen handelt. Deshalb folgert er, dass er erneut einen Weg finden muss, der ihn aus dieser Welt der Schatten hinausführt.

Durch das Gleichnis wird die Zeit-Raum-Funktion als Überführung von rational zugänglichem Werden in intuitiv vernehmbares Sein repräsentiert.

Wird Bilderleben als Duplizität von Formen und Gestalten ausgelegt, dann entspricht das der Zweiheit von Wissenschaft und Kunst bzw. Wissen und Glauben (Intuition).

Modi der Überführungsfunktion „Zeit => Raum“ sind „Werden => Sein“ = „Gestalten => Formen“ = „Seiendes => Idee“ = „Physik => Metaphysik“. Diese Analogien verweisen übereinstimmend vom sinnlich Vernehmbaren auf allein geistig Vernehmbares.


5
Mrz
2016

Raumzeit des Daseins (Existenz)


Was ist die Möglichkeit unserer Wirklichkeit?

Wir wissen, dass nichts wirklich sein kann, was nicht zuvor möglich war!

Möglichkeit schafft demnach Wirklichkeit. Angenommen, dies geschieht streng analog, dann lässt Wirklichkeit Rückschlüsse auf ihre Möglichkeit zu.

Rückschluss ist demnach eine Wegmarke, die den Heimweg in die eigene Herkunft absteckt.

Wird dieses Hinweisschild sorgfältig gelesen, dann zeigt es verschiedene Richtungen an.

Die Richtung "Zeit => Raum“ verweist auf den Weg, den wir während unseres Daseins zurückgelegt haben. Dieser Weg markiert unsere Erfahrungen.

Die Methode, diesem Weg zu folgen, ist die Wiedererinnerung. Allerdings ist die Gefahr, auf einen Irrweg zu geraten, ziemlich groß. Allzu leicht täuschen uns unsere Erinnerungen.

Erinnern wir uns beispielsweise an früheste Ereignisse in unserer Kindheit,
dann ist oftmals nicht sichergestellt, ob wir das, was wir vergegenwärtigen, selbst erlebt haben oder ob es uns erzählt wurde. Bisweilen sind es auch Fotos, die uns in bestimmten Lebenssituationen zeigen.


4
Mrz
2016

Zeit


frisst das Leben auf
reduziert alle Räume
verlieren für immer
<br
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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