Unilogo

15
Jan
2009

Übung macht den Meister

drei_instanzen

Vor einigen Tagen wurde erklärt, dass es in etwa 30 Tage dauert, bis etwas zur Gewohnheit wird. Das Gehirn braucht diese Zeit, um sich an Veränderungen zu gewöhnen und vor allem, um zu erfahren, ob diese auch etwas taugen. Während dieser Zeit versucht es, die Möglichkeit von Änderungen mit allen Mitteln loszuwerden. Maßgeblich dafür sind die drei Grundeigenschaften des Gehirns.

Unser Gehirn ist von Natur aus beharrlich, faul und wählerisch. Alles Neue wird an bereits gemachten Erfahrungen geprüft. Gibt es dazu keine Erkenntnisse, wird das Neuartige in erster Instanz abgelehnt.
Nach dieser Ablehnung erhält das Neue Gelegenheit, nachzuweisen, dass es vorhandene Vorgänge ganz entschieden zu verbessern vermag. Folglich muss etwas vorgetragen werden, das den Alltag durchgreifend erleichtert. Gelingt das nicht, wird das Neue auch in zweiter Instanz abgelehnt.
Jetzt wird es schwierig. Die dritte und letzte Instanz kümmert sich nämlich um das Neue nur noch, wenn es Grundbedürfnisse und/oder Gefühle anspricht.

Beispiel: Jemand schreibt seine Texte seit Jahren mit demselben Textverarbeitungsprogramm. Er ist zufrieden damit. Er wird also kaum dazu neigen, auf ein anderes Programm umzusteigen. Selbst wenn die Konkurrenz ihr ganz offensichtlich gleichwertiges Programm kostenlos anpreist, beharrt der Benutzer auf seinem Programm. Er verspürt keinerlei Lust, neue Erfahrungen in der Anwendung eines anderen Textverarbeitungsprogramms zu machen.
Damit die Konkurrenz eine Chance erhält, in der zweiten Instanz zu gewinnen, muss sie beweisen, dass ihr Programm dem Benutzer sehr viel Zeit spart, beispielsweise, indem sie volle Sicherheit vor Programmabstürzen gewährleistet.
In der dritten Instanz kann ein konkurrierendes Programm jetzt nur noch erfolgreich sein, wenn es das persönliche berufliche Engagement des Benutzers oder dessen Identifikation mit seinem Beruf anspricht, beispielsweise als spezielles Programm für Künstler oder Wissenschaftler.

Unser Gehirn verhält sich nach dem ökonomischen Prinzip: Minimaler Aufwand – maximaler Erfolg.
Das ökonomische Prinzip ist ein natürliches Prinzip. Für das Gehirn bedeutet dies ein Minimum an Ressourcen bei einem Maximum an Leistung.

14
Jan
2009

Eine Perle der Kette unter der Lupe

perle_kette_cluster


Die folgende Übung ist im Grunde eine Zusammenziehung von Ketten- und Clusterbildung. Die Aufgabe besteht darin, dass das Alphabet in einem Satz untergebracht werden soll und somit eine Kette in einem einzigen Cluster entsteht.

Anfangs Beginnt (der) Choral Deutlich Einfach Fabelhaft, Gänzlich Halt Im Klassisch Langsamen Mythisch- Noetischen Ost- Polnischen Quantisiert Rhythmischen Stil. Trotz Unaufwendiger Vertonung (des) Werkes (für) Xylophon und Yamaha-Zupfinstrument.

Man sieht leicht, dass das Training eher darin besteht, diesen Satz erst einmal zu finden als ihn dann auch noch einzuprägen. Die Formulierung des Satzes kann zum Geduldsspiel ausarten, wenn das Gehirn fest an einer einmal gefundenen Idee festhält.

FRAGE: Wofür braucht man das?
ANTWORT: Wenn Sie die Neigung haben, sich etwas zu rigide zu verhalten, lockert Sie diese Übung gleichsam neuronal auf! Das setzt allerdings voraus, dass Sie den Mut haben, diese Übung mehrmals wöchentlich durchzuführen.

13
Jan
2009

Das alphabetische Bilderbuch

alphabet

Machen Sie eine kleine Skizze von etwas mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben des Alphabets. (Hinweis: es muss sehr leicht darstellbar sein!!)

Ast
Blatt
Café (Stühle, Sonnenschirm)
Dampfkessel
Eimer
Fußmatte
Gehstock
Hose
ICE-Fahrschein
Kokusnuss
Lampe
Mond
Nadel (Stecknadel)
Orange
Pflaume
Quadrat
Rotwein
Sonne
Turm
Umleitungschild
VW-Zeichen
Wasserglas
Xylophon-Schlägel
Yahama-Keyboard
Zuckerstück

FRAGE: Was üben Sie mit diesem Bilder-Alphabet?
ANTWORT: Wenn Sie vergesslich sind, gehen Ihnen Zusammenhänge verloren! Das Gehirn bildet aus Algorithmen (Handlungsverlaufsstrukturen) elektrochemische Ketten mit mehr oder weniger großer Dauer. Wenn Sie solche Kettenbildungen trainieren, erhöhen Sie die Fähigkeit des Gehirns, stabilere Ketten zu bilden.

FRAGE: Wofür brauche ich das?
ANTWORT: Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich einzelne Schritte einer Handlung zu merken, dann kommen Sie für das Üben mit dieser Aufgabe in Frage, also wenn Sie zum Beispiel das Haus verlassen und sich nicht mehr erinnern können, ob Sie nun die Fenster geschlossen, die Heizung abgedreht oder das Licht ausgeschaltet haben.

Siehe auch Gedächtnistraining oder Dreiplusneun

Spielregeln des Erfolgs

Dreiplusneun, Lexikon

und Lehren lernen

Lehren Lernen

12
Jan
2009

Einkauf

cluster

Wenn Sie einkaufen, vergegenwärtigen Sie das, was Sie in den einzelnen Geschäften besorgen wollen. In ihrem Gedächtnisbereich bilden sich Cluster (neuronale Zusammenhänge), welche entsprechende Aufgaben regeln und zur anstehenden Zeit bewusstwerden lassen.

FRAGE: Was üben Sie, wenn Sie sich mehrere Geschäfte, in denen Sie jeweils mehre Dinge einkaufen, vergegen-wärtigen?
ANTWORT: Sie trainieren das Clustern, also das Behalten von Zusammenhängen unter einem Stichwort!
FRAGE: Wofür kann ich das gebrauchen?
ANTWORT: Ich kann auf ein Stichwort hin (z.B. in Prüfungen) mehrere Sachverhalte nennen!

11
Jan
2009

Die heimlichen Ablehnungen oder die Schönfärberei unseres Gehirns

schoenfaerberei

Es gibt eine Art Grundeinstellung des Gehirns zu sich selbst. Das ergibt sich aus der jeweils subjektiven Selbst-Einschätzung. Diese Grundeinstellung jedenfalls regelt, was bewusst werden soll und was nicht. Zugleich steuert sie auch das Setzen von Prioritäten für den jeweiligen Tag, die Woche oder andere Zeiträume. Das, was uns bewusst wird, hat mit unserer jeweiligen Grundstimmung zu tun, die wir als unser ureigenes Lebensgefühl erfahren. Und dieses Lebensgefühl stimmt auch unser Immunsystem auf sich ab, verfügt also über den Haushalt unserer Widerstandskräfte. Es ist banal festzustellen, dass eine positive Grundstimmung auch ein hohes Maß an Widerstandskräften erzeugt. Den Nachteil, den man sich bewusst werden lassen muss, ist jedoch der, dass unser Gehirn dann auch dazu neigt, uns nur positive Dinge bewusst werden zu lassen. Und umgekehrt gilt dieses Verhältnis natürlich auch. Bei negativer Grundstimmung können selbstverständlich auch nur negative Dinge besonders bewusst werden.

Weil negative Grundstimmungen gewöhnlich aus mangelnden Ressourcen heraus entstehen, lässt sich dagegen etwas durch Wiederbeschaffung von Ressourcen machen.

Aber wodurch kann das Gehirn Resssourcen zurückgewinnen? Das sind vor allem körperliche Bewegungen (wie Sport), seelische Bewegungen  (wie Entspannung durch Musizieren oder Komponieren mit Noten oder Worten), geistige Bewegungen (fotografische handwerkliche bzw. technische Aktivitäten). Natürlich lässt sich das nicht so stark voneinander trennen, was die Art der Bewegung angeht. Das geschieht hier nur wegen der Deutlichkeit.

Weil das Gehirn auch mit Hilfe einfacher Bewegungen auflädt, ist einfaches Gedächtnistraining auch eine optimale Hilfe, vor allem in Verbindung mit körperlicher Bewegung. Es ist deshalb zweckmäßig, die bereits begonnene Auseinandersetzung mit dem Gedächtnistraining hier systematisch ab morgen fortzusetzen.

10
Jan
2009

Die Zeiten der guten Vorsätze sind vorbei!

verdraengung1

Der Jahreswechsel ist vorbei, und alle guten Vorsätze haben sich wieder im Zeitraum danach verflüchtigt. Und angesichts dieser unliebsamen Wiederholung dieses unangenehmen immer Gleichen interessiert sich auch niemand dafür, warum die eigene Natur so gegen sich selbst arbeitet. Es ist darüber in diesem Begriffskalender schon mehrfach geschrieben worden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass jeder Vorsatz, der zur Selbst-Verbesserung gefasst wird und nicht eingehalten werden kann, 1. kein Vorschlag ist, der für das Selbst tauglich gewesen wäre und 2. auch noch zu jenen gefassten Vorschlägen gehört, welche das Selbst schwächen. Jeder ernsthafte Vorsatz, der nicht eingehalten wird, ist eine ernstzunehmende Selbst-Verletzung. Sicherlich, die Zeit heilt alle Wunden, aber das bedeutet doch nur entweder Gewöhnung oder Vergessen. Angesichts dieses Phänomens lohnt es sich schon, noch einmal auf den Begriff des Gewissens zurückzukommen.

Gestern hieß es, dass sich das Gewissen als neuronales Hypersystem nicht trainieren lässt. Dass das so nicht ganz zutreffen kann, beweisen ja alle Menschen, welche uns das vormachen. Sie beweisen uns aber auch, wie sehr viel Aufwand das bedeutet, wenn sie zu diesem Zweck im Westen ein klösterlich asketisches Leben auf sich nehmen und im Osten sich im zunehmenden Selbst-Verzicht durch Loslassen von allem üben. Menschen dieser Art haben im Verlauf der Geschichte immer wieder die Geheimnisse des Selbst formuliert, ohne dass diese von anderen besonders erfasst und umgesetzt werden.

So gehört zu diesen Geheimnissen beispielsweise die Wahrnehmung, dass das Selbst um so tiefer erfahren wird, je weniger es betrachtet wird. Selbst-Verwirklichung ist nicht eine Angelegenheit des Denkens sondern des Tuns. Alle, die sich zu viel mit sich selbst beschäftigen, bleiben selbst damit auf der Strecke. Fortbewegung funktioniert nicht, indem man über den nächsten Schritt nachdenkt, sondern indem man ihn tut.

Es ist nicht überflüssig, was ich hier schreibe, obgleich das alle selbst wissen. Aber es geht darum, dass man sich das Wissen auch vergegenwärtigt und nach Möglichkeit auch anwendet. Zu diesem Zweck heute ausnahmsweise eine kleine Aufgabe. Machen Sie sich heute einmal darüber Gedanken, wie viele Mechanismen der Verdrängung Ihnen anerzogen worden sind!

9
Jan
2009

Gewissen als neuronale Hyperstruktur

gewissen_als_neuronale_funktion

Das Gewissen erscheint logisch introspektiv als die 'globale' Vorgabe des Gehirns für eine Art Zusammenschau der Regelung vernünftiger, gefühlsmäßiger, sinnlicher Vorgänge.
Wenn wir uns die Struktur des Gewissens noch einmal vergegenwärtigen, dann erscheint sie je nach Härtegrad in Form folgender Duplizitäten von Bindungen:

Regeln und Gesetze,
Gewohnheiten und Normen,
Gebote und Verbote,
Vereinbarungen und Verträge,
Ordnungen und Vorschriften,
allgemeine und persönliche Werte,
Ideale und Ideen.

Es ist unglaublich, was unser Gehirn da leistet, wenn es jeden Augenblick unserer Existenz an all diesen Vorgaben orientiert und sofort Alarm schlägt, wenn unser Verhalten davon abweicht und wir etwas tun, was dagegen zu verstoßen droht. Es gibt offensichtlich drei Wachstumskomponenten des Gewissens:

1. Natur,
2. Kultur,
3. Familie oder andere soziale Gruppen.

Auf Grund der Natur des Menschen wird das Wesen des Gewissens vor allem durch die Grundbedürfnisse beeinflusst.
Die Frage der Priorität natürlicher Entscheidungen lässt sich sehr leicht an der Maslowschen Bedürfnispyramide ablesen (vgl. wikipedia).

Es erscheint nun so, dass Kultur und Familie die Grundbedürfnisse auf Grund von Erziehung erweitert auslegen und in die sozialen Funktionen integrieren. So kann hinter einer sachlichen Auseinandersetzung durchaus der Wunsch stehen, eine Karriere zu machen, also mit den Bedürfnissen nach Schutz oder Macht zu tun haben. Nicht selten wird sachliches Interesse einfach nur geheuchelt, um eine Qualifikation zu erreichen. Diejenigen, welche so etwas tun, bemerken jedoch nicht, dass diese Art von Karrieresspiel ziemlich leicht durchschaubar ist und sie wundern sich dann, dass ihre Förderer plötzlich das Interesse an ihrem Fortkommen verlieren.

Lässt sich nun die neuronale Hyperstruktur "Gewissen" auch durch ein entsprechendes neuronales Training sensibilisieren bzw. verbessern? Im religiösen Bereich wird dies ja durch die tägliche, abendliche Gewissenserforschung versucht. Dieser Versuch findet meistens schon in einem Leben voller Verzicht statt, so dass optimale Bedingungen für Trennschärferegelungen bestehen. Mit anderen Worten, ich sehe zur Zeit keine Möglichkeit zur Optimierung des neuronalen Hypersystems.

8
Jan
2009

Methoden als neuronale Sprachbilder

Vorweg drei Hinweise: Begriff der Mehode und Wissenschaftliche Methode.

Eine Übersicht der verschiedenen Wege findet sich auf 504 Seiten in folgendem Buch, das bei Amazon noch zu haben ist:

basic_instinct


(Sehr lesenswert dazu - von Rahel Rath von Tschirnhaus)


Neuronales Training (Methode I undII)

Da Methoden formulierte neuronale Sprachbilder sind und es sich bei neuronalen Netzen um anwendungsbereite Gedächtnisbereiche handelt, lassen sich diese auch mittels Sprache durch Gedächtnistraining stabilisieren. Das betrifft vor allem die Möglichkeit, Algorithmieren (Formulieren aufeinanderfolgender Schritte einer Handlung) zu optimieren.

Als Beispiel blättern wir einen Jahreskalender in unserer Vorstellung durch und schauen uns auch die einzelnen Bilder in der Vorstellung (Imagination) ganz genau an. Der Jahreskalender besteht aus 12 Bildern, die in jedem Monat von einem Apfelbaum gemacht worden sind:

Januar: Der Baum ist total verschneit.
Februar: Der Baum ist immer noch total verschneit und steht im dichten Nebel.
März: Der Schnee ist endlich geschmolzen: der Baum ist vollkommen kahl.
April: Die ersten kleinen Knospen sind zu sehen.
Mai: Der Apfelbaum steht in voller Blüte.
Juni: Der Apfelbaum hat alle Blätter.
Juli: Wegen der großen Hitze wirken die Blätter ganz schlaff.
August: Es hat heftig gewittert und geregnet und das Blattwerk wirkt wieder sehr frisch.
September: Der Baum trägt Früchte.
Oktober: Die Blätter haben wunderschöne Herbstfarben.
November: Der Baum ist kahl bis auf 11 Blätter.
Dezember: Der Baum ist total vereist.

Dieser Jahreskalender prägt sich sofort ein:
1. Er besteht aus klaren Bildern.
2. Die Abfolge der Bilder ist eindeutig und umkehrbar.
3. Die Bilder sind Momente (Monate) eines Ablaufs (Jahres).

Diese neuronale "Kette" trainiert jene, welche Schwierigkeiten haben, sich Abläufe wie das Bedienen von Geräten zu vergegenwärtigen. Neben der Algorithmierung bereitet vielen auch die Systematisierung Schwierigkeiten. Sie sollen ein Thema gliedern (strukturieren) und wissen nicht recht, wie sie das anstellen sollen.


Eine geeignete Übung, das zu trainieren, ist das Zoomen.

1. Stellen Sie sich zu diesem Zweck eine Stadt von oben aus einem Flieger vor. Sie sehen das Straßennetz der Stadt und die dadurch angeordneten Gebäude bzw. Häuser.
2. Nähern Sie sich einem Ihnen bekannten Stadtviertel und betrachten Sie dessen besondere Bauten.
3. Konzentrieren Sie sich auf eine bestimmte Straße.
4. Gehen Sie diese Straße entlang und betrachten Sie die einzelnen Häuser.
5. Bleiben Sie vor einem bestimmten Haus stehen und schauen Sie sich dessen Fassade in Ruhe an.

Bestimmen Sie für diese Übung folgende neuronale Funktionen:
a) zuordnen
b) einordnen
c) vorordnen
d) nachordnen
e) überordnen
f) unterordnen
g) anordnen
h) beiordnen

Zeichnung von Rahel Rath von Tschirnhaus:

kraefte1

7
Jan
2009

Neuronale Suche nach Spuren

gewissen

"Neuronale Suche nach Spuren" oder "Neuronale Spurensuche"? Worin liegt der Unterschied zwischen beiden Titeln? Ich hatte ursprünglich den Titel "Neuronale Spurensuche" gewählt, dann aber durch den Titel "Neuronale Suche nach Spuren" ersetzt.
Wie unterscheiden sich die beiden Titel inhaltlich so, dass es sich lohnt, den einen gegen den anderen auszutauschen?
Die Aufforderung zu diesem Wechsel kam von innen. Was ist das für ein neuronales Phänomen, das vielleicht manchen so gering erscheint, das sie gar keinen Unterschied mehr erkennen können. Dabei ist dieses Phänomen der Verbesserung allen bekannt von Gesprächen, vom Unterrichten, vom Erzählen oder vom Schreiben eines Briefes oder gar einer Geschichte. Nun jedes Wort transportiert viele Bilder. Und durch mehrere Worte werden diese Bilder zu Momenten eines Geschehens zusammengefügt und sogleich geprüft, ob sie überhaupt passen. Diese Prüfung verläuft während des Bewusstwerdens und kann wahrgenommen und deren Ergebnisse damit auch berücksichtigt werden. "Es kann, muss aber nicht!". Das bedeutet, dass längst nicht alle Notiz von dieser Prüfung nehmen und von daher letztlich gar nicht von Grund auf bemerken, was sie eigentlich tun. Und sofort wird deutlich, wie weit verbreitet diese Missachtung ist. Das geht bisweilen so weit, dass manche selbst die leisen Mahnungen von innen her übergehen und ihre erst nur vage erkannten Fehler fortsetzen, bis sie vielleicht nicht mehr korrigierbar sein. Das Innen, woher diese Mahnungen kommen, nennen wir Gewissen. (Gewissen). Das Gewissen ist ein auf Grund von Erfahrung und Erziehung gewachsenes sehr komplexes neuronales Geflecht, das allen Aktivitäten ihre je eigene Art und Weise vorgibt und somit regelt. Während dieser Regelung werden alle Aktivitäten im Normalfall schon aus Selbstschutz schöngefärbt, also zum eigenen Vorteil hin ausgelegt. (Nietzsche, Gewissen) Die neuronalen Funktionen, mit denen das Gewissen uns in Atem hält, (Aphorismen Gewissen) sind vor allem die Fragen.

Fortsetzung folgt

6
Jan
2009

Dreifach

dreifach

Die Zahl 3 scheint die wichtigste Rolle in der menschlichen Existenz zu spielen. Es beginnt schon damit, das uns der Schöpfer als Dreifaltigkeit erscheint. Die Drei steht für die Urform der Familie mit Vater, Mutter und Kind. Und jedes Jahr feiern wir an Weihnachten die Heilige Familie Josef, Maria und die Geburt ihres Kindes Jesus. Und heute wird im Süden Deutschland das Fest der Heiligen drei Könige gefeiert.

Wir leben in drei Dimensionen, weil unser Gehirn nur über die drei Funktionen der Bewegung verfügt: Zurück, auf der Stelle und Vorwärts, die wir als Raum in Form von Länge, Breite und Höhe ausdeuten. Und die Zeit erscheint uns in Form von Vergangenheit (Erfahren), Gegenwart (Erleben) und Zukunft (Träumen). Deshalb erscheinen uns viele Phänomene im Wesentlichen dreifach:

- Wachsen - Fruchtbarkeit - Vergehen,
- Kindheit - Erwachsensein - Alter,
- Anfang - Mitte - Ende,
- Morgen - Mittag - Abend,
- Tiefpunkt - Nullpunkt - Höhepunkt.

In der griechischen Mythologie teilen sich Zeus, Poseidon und Hades die Herrschaft über Menschen und Götter. Im Hinduismus sind diese Brahma, Vishnu und Shiva, der Schöpfer, der Erhalter, der Zerstörer. In der ägyptischen Mythologie sind es die drei Gottheiten Isis, Osiris und Horus. Drei Prüfungen sind im Märchen zu bestehen. Und die Ordensgelübde bestehen in der Regel aus den drei sogenannten evangelischen Räte: Armut, Keuschheit, Gehorsam. ("evangelische Räte" bezeichnen in den Westkirchen jene Weisungen ("Räte"), die Jesus nicht allen Jüngern gab, sondern nur denen, die er dafür berufen hielt.)

Viele Dinge scheitern, wenn wir nichts von dem Phänomen der Dreiheit wissen. So ist es die neuronale Triade, welche das Bewusstwerden steuert und darüber entscheidet, ob wir erfolgreich üben oder trainieren, nämlich Aufmerksamkeit, Gelassenheit und Konzentration. Wenn wir diese trilogische Steuerung nicht nutzen, tun wir uns beim Denken schwer, denn Denken vollzieht sich entsprechend dreifach als (inneres und äußeres) Sehen, Fühlen und gestaltendes Formen oder Formulieren. Und das geschieht im Zusammenspiel von Unbewusst-, Unterbewewusst- und Bewusstsein. Die Kunst des Lebens besteht u.a. darin, das Dreifache des Erscheinens einfach zu erfahren.

5
Jan
2009

Einfach!

erinnern_lassen

Wegen des in der Vergangenheit allseitig unterschätzten Einflusses des limbischen Systems und der weitaus überschätzten Regelung durch die Vernunft ist noch längst nicht gesagt, dass das beschriebene Training auch tatsächlich erfolgreich ist. Das Gehirn verfügt über gute Strategien, um unerwünschte, sich anbahnende Veränderungen zu verhindern. Die am häufigsten angewandte Strategie ist zu verhindern, dass die Absicht etwas zu verändern überhaupt bewusst wird. Mit anderen Worten: die meisten Vorsätze werden schlichtweg einfach vergessen. Denn Vergessen bedeutet ja, dass im Gedächtnis vorhandene Inhalte aus irgendwelchen Gründen nicht mehr im Bewusstsein auftauchen. Ich denke, dass die Gründe hierfür schon klar sind, denn diese Inhalte gelten als vom limbischen System unerwünschte Besucher im Bewusstsein.
Aber so einfach diese Strategie ist, so einfach lässt sie sich verhindern. Da eine Verhaltensänderung etwa 30 Tage benötigt, bis man sich an sie gewöhnt hat, braucht man sich an den Vorsatz täglich nur einmal durch den elektronischen Kalender (z.B. Google oder Yahoo) daran erinnern zu lassen. So simpel das ist, so gut wirkt das! 

4
Jan
2009

Lernen geht allein mit Gefühl (2)

synchronisieren

Das setzt allerdings voraus, dass Vernunft und Gefühl miteinander synchronisiert (Intuition) sind. Das bedeutet, dass jemand über eine gute Intuition verfügt und vernünftige Entscheidungen gefühlsmäßig fällt. Und umgekehrt wird er gefühlsmäßige Entscheidungen vernünftig treffen. Solche Entscheidungen zeichnen sich also durch große Gelassenheit aus. Diese Harmonie zwischen Großhirn und limbischen System ermöglicht zugleich auch eine störungsfreie Ausführung von Entscheidungen. Diese werden nicht immer wieder erneut in Frage gestellt. Wenn also wichtige Veränderungen des Verhaltens erfolgen sollen, dann bedarf dieses Vorhaben einer Vorbereitung, welche in der Harmonisierung von Gefühl und Vernunft besteht. Diese Vorbereitung kann in einem Training des Trainings bestehen. Das kann z.B. unaufwändiges Putzen sein, das täglich zu einer ganz bestimmten Zeit (Stelle im Tag) kommentarlos (!) ausgeführt wird! Dieses Training kann auf jede der Pflichten bezogen werden, die ohnehin anfallen. Es bedarf etwa 30 Tage bis ein Verhalten zur Gewohnheit (habit) geworden ist und dann auch viel leichter fällt. Erfolgreiche Menschen kennen dieses strategische Vorgehen aufgrund sehr früher Erfahrungen bereits intuitiv.

Fotsetzung folgt

3
Jan
2009

Lernen geht allein mit Gefühl

lernen_mit_gefuehl

Sie wollen etwas verändern, aber Sie können Ihren Vorsatz nicht erfolgreich umsetzen. Der Grund hierfür liegt darin, dass Ihr Vorsatz lediglich ein Bestandteil (Glied) in einer Kette von Gewohnheiten ist. Wenn Sie also einen Vorsatz fassen, bezieht er sich lediglich auf ein Moment des Verhaltens, nicht aber auf die gesamte Verhaltensweise.

Sobald Sie also von Ihrer Gewohnheit (habit) abzuweichen trachten, wird Ihr Entschluss von den Gefühlen des Vertrauten heftig in Frage gestellt. Geben Sie diesen Gefühlen nicht nach, dann verbrauchen Sie zu viel Energie und werden entladen; es entstehen negative Gefühle. Interessant ist, dass dies für den Alltag nicht gilt. Das Wort Alltag steht ja für eine Wiederholung des tagtäglich Gleichen. Merkwürdigerweise vermissen wir diese Gewohnheiten nicht, wenn der Alltag beispielsweise wegen der Ferien ausfällt. Unser Gehirn misst nun aber Gewohnheiten nicht mit zweierlei Maß, sondern kommentiert sie gefühlsmäßig. Die Schwierigkeit, bestimmte Gewohnheiten zu verändern oder gar aufzugeben, ergibt sich daraus, dass sie gefühlsmäßig positiv belegt sind. Der positiven Bewertung des limbischen System lässt sich nicht durch eine negative vernünftige Bewertung des Großhirns beikommen. Die einzige Möglichkeit, das zu tun, besteht darin, ein vernünftiges Argument zu finden, um dieses gefühlsmäßig noch positiver zu bewerten als die besagte Gewohnheit. Wer eine Abhängigkeit aufgeben will, kann nicht damit argumentieren, in Zukunft gesünder leben zu wollen. Für das limbische System ist das schlichtweg kein Argument, weil es das gesündere Leben gefühlsmäßig ja überhaupt noch nicht erfahren hat.

Fortsetzung folgt morgen!

2
Jan
2009

Kleinvieh macht auch Mist

enttaeuschung

Die gegenwärtige Krise hat wie alles auch ihre Geschichte. Sie ist gewachsen aus vielen kleinen Gaunereien, aus der sanften heimlichen Entwertung aller Werte. Nicht mehr der Wert zählt heute, sondern der Preis. Man verdient sich nicht mehr den eigenen Vorteil, sondern ertrickst ihn sich. Vortäuschung falscher Tatsachen, Geschicklichkeit im Umgang mit Schein ist an die Stelle der Anstrengungen des Daseins getreten. Und wohin führt so etwas?
Zur Enttäuschung, also zum Ende der Täuschung, denn jeder erheuchelte Vorteil wendet sich irgendwann in einen überraschenden Nachteil. Dass vor dem echten Erfolg die Anstrengung steht, ist ein unvermeidbares Gesetz des wahren Fortschritts. Auch die radikalste Wende ist eine Kreislinie aus vielen kleinen Punkten.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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