Unilogo

18
Feb
2015

Frustration

Eine Frustration (von lat. frustra = vergeblich bzw. frustratio = „Täuschung einer Erwartung“) ist eine vergebliche Erwartung bzw. Enttäuschung.

?: "Die innere Stimme als bloßes Echo des Ich, das ist schon enttäuschend, nicht wahr?"

!: „So ist es! … Aber die innere Stimme greift auf den gesamten Erfahrungsschatz zurück, auf alle Reaktionsmuster, Einschätzungen und Kenntnisse, die sofort abrufbar sind - ohne dass darüber noch eigens nachgedacht wird."

?: „Was unterscheidet die innere Stimme dann vom Instinkt?"

!: „Der Instinkt, setzt in Extremsituationen automatisch ein Verhaltensprogramm in Gang, die Intuition aber, deren Fürsprecherin die innere Stimme ist, zeigt sich als Kreativität. Sie fällt spontan Urteile, schafft Vorlieben oder trifft augenblicklich Entscheidungen."

?: "Ist Intuition eine Art Begabung?"

!: „Ja, sie wächst mit dem Erfahrungsschatz. Sie wirkt so geheimnisvoll unergründlich: weil wir nicht wissen, dass wir wissen, was wir wissen.

?: Dann führt das mentale Durchspielen aller Möglichkeiten also nicht unbedingt zu besseren Entscheidungen?"

!: "Selbst Albert Einstein wusste: "Wenn man gar nicht gegen die Vernunft sündigt, kommt man zu überhaupt nichts!"
Schließlich ist die Vernunft keineswegs so vernünftig, wie sie zu sein scheint. Emotionen und Erfahrungen entscheiden darüber mit, was auf die Für- und Wider-Listen der Logik gesetzt wird. Wir müssen lernen, zu akzeptieren, dass wir manchmal einfach nicht wissen, warum wir etwas tun!"

17
Feb
2015

Einladung

Innere Dialoge entwickeln sich entweder bewusst oder unbewusst. Unbewusst geschieht das durch Emotionen und/oder Eingebungen, bewusst durch Gewissen oder durch Fragen vor allem.

Innere Dialoge werden vor allem durch die innere Stimme angeregt. Diese Dialoge dürfen nicht mit Selbstgesprächen verwechselt werden. Wenn jemand eine Weile unterwegs ist und sich dann erschrocken fragt „Habe ich überhaupt den Herd abgeschaltet?“, dann wird durch diese Frage kein innerer Dialog in Gang gesetzt. Die Frage ist mit keiner Eingebung oder Intuition verbunden, sondern beruht auf bloßer Erinnerung.

Einen inneren Dialog bewusst herbeiführen bedeutet eine Frage in Hinsicht auf eine von Neugier geleitete Thematik formulieren.

Eine solche Frage könnte sich beispielsweise nach jenem Grund erkundigen, welcher das Phänomen des inneren Auges verantwortet. „?“ steht für mich als fragenden. „!“ steht für die innere Stimme als antwortende.

?: "Was genau ist das innere Auge?"

!: „Das innere Auge ist ein in der Esoterik schon fast bis zur Bewußtlosigkeit malträtiertes Werkzeug! es ist auf keinen Fall das, als was es geschäftstüchtige Esoteriker beschreiben. Deshalb spricht man wohl besser von Introspektion, denn Selbstbeobachtung meint die Fähigkeit des Bewusstseins, sich selbst zu spiegeln, um sich durch diese Spiegelung selbst wahrzunehmen, zu betrachten, zu beobachten und zu begreifen!"

?:“Soll das heißen, das mir die innere Stimme nur das sagen kann, was ich schon immer weiß?"

!: „So ist es!"

16
Feb
2015

Innerer Dialog

"Innerer Dialog“, das ist der Name für jene Form der Kommunikation zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, welche gewöhnlich als eine Art Selbstgespräch empfunden wird.

Das Selbstgespräch ist jene Form, in welcher sich das Ich mit sich selbst einen inneren Dialog gestaltet. Das Ich hört sich selbst dabei als innere Stimme eines vorgestellten Selbst.

Ein innerer Dialog kann sowohl vom Bewusstsein als auch vom Unbewusstsein angeregt werden. Wird das innere Zwiegespräch durch das Un- oder Unterbewusstsein ausgelöst, dann wird das häufig als Stimme des Gewissens empfunden. Die innere Stimme meldet sich nämlich in der Regel dann, wenn etwas als nicht ‚ordentlich‘ geregelt erscheint.

In der Geschichte der Philosophie wird die innere Stimme zum ersten Mal von Sokrates beschrieben. Sokrates nennt sie ‘daimonion’ und versteht diese innere Erscheinung wie später auch Augustinus oder Hildegard von Bingen als Wesen und Wirkung des Göttlichen.

Sokrates’ Auffassung nach wird jedem Menschen von Geburt an ein göttlicher Schutzgeist mit auf den Weg gegeben, der ihn vor Unheil bewahrt. Erst wenn der Mensch diesen Schutzgeist vernachlässigt und damit den Unwillen der Götter erregt, wird das Dämonische in ihm zur Verblendung und Besessenheit.

Das sokratische Daimonion stellt sich, ständig anwesend, schützend vor die ihm Anvertrauten. Das Daimonion berät zwar, aber es trägt nicht zum Erkennen bei. Das Daimonion ist streng getrennt vom Verstand, es sagt das, was der Verstand nicht erkennen kann. Es ist nicht das sittliche Gewissen. Was Sokrates zu tun hat und was nicht, sagt ihm sein Verstand. Das Daimonion bedeutet die Stimme, die ihn warnt, sobald er gegen seine Intuition handelt.

Die innere Stimme gilt je nach Ansicht den einen als Stimme der Seele, anderen als Sprache der Vernunft und wieder anderen als Ausdruck des Gewissens oder als Zuspruch des Geistes oder auch Stimme des Herzens. Mahatma Gandhi nennt die „leise innere Stimme den einzigen Tyrann, den er in dieser Welt anerkennt.“

Die innere Stimme wird gewöhnlich durch das Gewissen, seltener durch den Verstand geweckt. Im Alltag meldet sie sich wie gesagt zu Wort, wenn unser Verhalten gegen eine Norm, eine Regel oder gar gegen ein Gesetz zu verstoßen droht. Durch den Verstand wird sie gewöhnlich durch eine Frage geweckt. Sie berät schöpferische Menschen, was sie schaffen können und diktiert Schriftstellern den Text oder Komponisten, was sie komponieren sollen.

Künstlerisch, aber auch wissenschaftlich schaffende Menschen sind auf die innere Stimme angewiesen.

Als innerer Dialog spiegelt die innere Stimme Reflexionen des Empfindens durch Gefühle. Äußere Reize oder innere Impulse finden dabei ihren sprachlichen Ausdruck oder gestalten sich als Antizipationen oder auch Visionen.

Wird das Daimonion zum Gegenstand der ‚Vermarktung‘, dann erfährt es vielfältige Auslegungen. Das reicht von Engeln bis hin zu inneren Beratern wie der innere Arzt oder der innere Lehrer. Das sind - vor allem im esotherischen Bereich - Versuche, das Phänomen der inneren Stimme für alle bewusst und damit erfahrbar zu machen.

Das Problematische solcher Versuche liegt in der Besetzung der inneren Stimme mit einer bestimmten Rolle. Wird das Daimonion beispielsweise als innerer Arzt ausgestattet und zum inneren Berater für gesundheitliche Angelegenheiten erklärt, dann werden die Möglichkeiten des Daimonion gefiltert. Der Vorteil solcher Filterung liegt darin, dass das Daimonion leichter zur Sprache gelangt. Der ganz entschiedene Nachteil aber ergibt sich aus der Vermischung von intuitiven Mitteilungen mit Argumenten des Verstandes. Dadurch wird die natürliche intuitive Verlautbarung des Daimonion verfälscht und gemindert.

Die Mitteilungen der inneren Stimme in Gestalt eines Engels, eines inneren Arztes oder eines inneren Lehrers werden zu Gags. Das so verfälschte Daimonion veranstaltet narzisstische Gigs, also spontane, verführerische Selbstvergnügungen.

15
Feb
2015

Der Weg ist das Ziel

Das innere Auge vermag Bewusstwerden insgesamt zu schauen, hat also Einblick ins Vorbewusstsein, Bewusstsein und Unbewusstsein. Durch Beobachtung des Bewusstwerdens lassen sich folgende Strecken ausmachen: VORBEWUSSTSEIN: Isolation des Aussenreizes —> Initiation einer entsprechenden Erinnerung —> BEWUSSTSEIN: Identifikation —> Interpretation —> introspektive Supervision —> UNBEWUSSTSEIN: innerer Kommentar <=> Inspiration.

Es ist immer das Gehirn, das Texte produziert. Das geschieht vor allem entweder durch Markieren des Produktionsweges (Gliederung des Textes) oder durch offenes Produzieren, wobei dann der Weg das Ziel ist. Die Produktionsidee wird durch den Verstand gesteuert, während die Vernunft den Weg regelt, der das Ziel ist.

Die beste Strategie, auf einem offenen Weg voranzukommen, ist die Initiation eines inneren Dialogs.

14
Feb
2015

Valentinstag

Wer sensibel ist, dem vermittelt das Wort „Liebe“ keinen rationalen, sondern emotionalen Inhalt. Das Wort „Liebe“ weckt ein Gefühl, das wir ehrlicherweise nicht genau zu beschreiben vermögen.

„Liebe“ ist ein wahres Wort, weil es die Unzulänglichkeit der Sprache offenbart. Wir vermögen nicht auszudrücken, was Liebe in Wahrheit ist. Das Wort „Liebe“ sagt uns, dass sich unsere Sprache hinter Andeutungen zurückzieht, sobald Gefühle angesprochen werden sollen. Nicht einmal, was „Gefühl“ ist, weiss sie zu sagen.

So erschöpft sich der Valentinstag als Tag der Liebenden in hilflosen Andeutungen, die in verlegenen Geschenken dargeboten werden. Aber Blumen retten aus der Verlegenheit des Sprachversagens. Durch die Blumen spricht hilflose Sprachlosigkeit...

Wer also vermag zu sagen, was genau das wirklich bedeutet:


"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Es ist kein anderes Gebot größer denn dieses." (Markus, Kapitel 12)

13
Feb
2015

Was der Rat der inneren Stimme taugt

Platon beobachtet bei seinem Lehrer Sokrates, dass das Reaktivieren dieses Sinns ein Vertiefen des Wahrnehmens derart ermöglicht, dass metaphysische Ereignisse hervorscheinen. So erfährt Sokrates das Idein so, als ob ihn ein Schutzgeist begleitet. Aber dieser Schutzgeist begleitet ihn nicht nur, sondern berät ihn auch in heiklen Situationen.

In der Tat wird in der Geschichte der Philosophie das Phänomen der inneren Stimme zum ersten Mal von Sokrates beschrieben. Sokrates nennt sie ‘daimonion’. Das bedeutet Wesen und Wirkung des Göttlichen.
Nach Sokrates Auffassung wird jedem Menschen von Geburt an ein göttlicher Schutzgeist mit auf den Weg gegeben, der ihn vor Unheil bewahrt. Das erinnert an Schutzengel, deren Fest jedes Jahr am 2. Oktober gefeiert wird. Dieses christliche Fest erinnert an das Wirken der Schutzengel, welche die Menschen wie die „Dämonen“ des Sokrates in ihrem Leben begleiten und vor Schaden bewahren.

Erst wenn der Mensch diesen Schutzgeist vernachlässigt und damit den Unwillen der Götter erregt, wird das Dämonische in ihm zur Verblendung und Besessenheit.
Das sokratische Daimonion hat eine Stimme und stellt sich schützend vor die ihm Anvertrauten. Für Sokrates ist das ein klar erkennbares Faktum. Es ist so selbst-verständlich anwesend, dass dies nicht erst diskutiert zu werden braucht. Das Daimonion berät zwar, aber es trägt nicht zum Erkennen bei. Das Daimonion ist streng getrennt vom Verstand, es sagt das, was der Verstand nicht erkennen kann. Es ist nicht das sittliche Gewissen. Was Sokrates zu tun hat und was nicht, sagt ihm sein Verstand. Das Daimonion bedeutet die Stimme, die ihn warnt, sobald er gegen seine Intuition handelt.
Innere Wahrnehmungen, die sich übersinnlich gestalten und wirkliches Anwesen von hilfreichen Wesen spüren und empfinden lassen, gelten nicht als Fantasmata (eine Art Wahnvorstellungen), sondern als wirklich existierend.

Der griechische Schriftsteller Plutarch (45-120) hat das sokratische Daimonion ausführlich erörtert. Hinweise auf die Existenz eines Daimonion finden sich auch in den Schriften der römischen Autoren Seneca (4-55 n. Chr.) und Marc Aurel (121-180 n. Chr.).

Augustinus deutet das Daimonion als Gewissen und legt die innere Stimme als Stimme Gottes aus. Thomas von Aquin deutet es sogar als Erkenntnisorgan der praktischen Vernunft.

“Die innere Stimme gilt je nach Ansicht den einen als Stimme der Seele, anderen als Sprache der Vernunft und wieder anderen als Ausdruck des Gewissens oder als Zuspruch des Geistes oder auch Stimme des Herzens. Mahatma Gandhi nennt die leise innere Stimme den einzigen Tyrann, den er in dieser Welt anerkennt.“ (Ausgewählte Texte, Richard Attenborough (Hrsg.))
„Du hast deine Kindheit vergessen, aus den Tiefen deiner Seele wirbt sie um dich. Sie wird dich so lange leiden machen, bis du sie erhörst.“
(Ausgewählte Texte, Richard Attenborough (Hrsg.)
Und Friedrich Nietzsche sagt zur inneren Stimme:
“Es geht geisterhaft zu, jeder Augenblick des Lebens will uns etwas sagen, aber wir wollen diese Geisterstimme nicht hören. Wir fürchten uns, wenn wir allein und stille sind, daß uns etwas in das Ohr geraunt werde, und so hassen wir die Stille und betäuben uns durch Geselligkeit.”
Friedrich Nietzsche, Werke I - Unzeitgemäße Betrachtungen)
“In dem Augenblick aber, wo uns alles verloren scheint, erreicht uns zuweilen die Stimme, die uns retten kann; man hat an alle Pforten geklopft, die auf gar nichts führen, vor der einzigen aber, durch die man eintreten kann, und die man vergeblich hundert Jahre lang hätte suchen können, steht man, ohne es zu wissen, und sie tut sich auf."
(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bde. 1-3 )
Woher die recht unterschiedlichen Namen für die innere Stimme?
“Das liegt daran, dass sich dieses Phänomen dem Wissen entzieht und allein dem Glauben offenbart. Der Glaube verfügt aber über keine eindeutigen Namen bzw. Begriffe, sondern allein über vielfältige und vieldeutige Hinweise, Zeichen oder Bezeichnungen.
Offenbarungen des Glaubens lassen ganz persönliche Deutungen zu wie beispielsweise auch das Wort Gott. Deshalb glaubt Sokrates seiner inneren Stimme, als einer göttlichen Eingebung und nennt sie deshalb auch seinen “daimonion”, also seinen persönlichen Schutzgeist, der Teil des Ichs ist.
Diese innere Stimme warnt ihn in entscheidenden Augenblicken und hielt ihn von der Ausführung einer gefährlichen Absicht ab. Sokrates versteht das Daimonion, wie bereits gesagt, als eine Gegeninstanz zum Logos, die das erkennt, was der Vernunft verborgen bleibt, und vom Falschen abrät, jedoch zu nichts rät.
Seinen Daimonion schätzt Sokrates so hoch ein, dass er ihm auch gegen seine rationale Einsicht gehorcht. Da er es auch über die Götter stellt, wurde ihm sogar vorgeworfen, es als einen neuen Gott einführen zu wollen.”

Die innere Stimme offenbart der Fantasie, der Vernunft und dem Verstand, dass sie selbst letztlich nichts Anderes ist als ein sprechendes inneres Bild ihrer ureigenen daimonia.

Aus der inneren Stimme spricht nicht nur das Selbst des Ichs, sondern zugleich auch der Logos der Natur. Und was die innere Stimme nicht auszudrücken vermag, zeigt sie dem Dritten Auge in den inneren Bildern der Vorstellungskraft.

12
Feb
2015

Wie das innere Auge (zu)schaut

Der introspektive Blick wird vor allem durch emotionale Fragen geregelt. Introspektion kommt nicht zustande, wenn das persönliche Engagement für eine Problem- oder Themenstellung fehlt. Emotionale Beteiligung lohnt sich insofern, als sie dem Dritten Auge Einblick ins Unbewusste gewährt.

Künstlerische Menschen nutzen solche Einblicke bzw. Intuitionen, um zu gestalten. Solches Gestalten vollzieht sich natürlich durch unmittelbare Eingebung. Die Schaffenden erfahren dabei nicht direkt, inwiefern das, was sie ins Werk setzen, sie selbst betrifft. Sie erfahren das indirekt, indem sie ihr Werk bewerten. Je günstiger diese Bewertung ausfällt, um so eher betrifft das, was sie inszenierten sie selbst.

Grundsätzlich betrifft alles, was mein Gehirn produziert, mich selbst. Das Gehirn wird schöpferisch nicht aktiv, wenn es nicht motiviert wird.

11
Feb
2015

Intensivierung des Bewusstwerdens

Bewusstwerden intensiviert sich sukzessiv durch a) Erinnern, b) betrachten, c) beobachten, d) begreifen, e) (zu)schauen und f) Selbst erfahren.

Fallbeispiel: a) Ich erinnere mich an an die Strasse meiner Kindheit. b) Ich betrachte das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. c) Ich beobachte, wie Pferdefuhrwerke vorbeifahren, um ihre Gemüseladungen in der Maggi abzuliefern. d) Ich begreife, dass Gemüse für die Herstellung bestimmter Suppen gebraucht wird. e) Ich schaue meine Schilderung (introspektiv) und frage mich, warum ich unerwähnt lasse, dass ich die Exkremente der Pferde für den Garten sammeln musste. f) Ich erfahre, dass ich diese Geschichte verschwieg, weil ich mich dafür schäme. Warum ist mir unklar.

10
Feb
2015

Katathymer Filmdreh als Introspektion

Um einen Film für das eigene Kopfkino produzieren zu können, braucht man die gesamten Ressourcen des Bewusstwerdens. Dank der Fantasie sind hierfür nicht einmal besondere Anstrengungen erforderlich. Das Aktivieren der entsprechenden Komponenten erreicht ein mit fortgeschrittener Meditation vergleichbares Niveau.
Die erste Komponente der Vergegenwärtigung ist das Erinnern, bei dem es darauf ankommt, die im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Wahrnehmungen möglichst unverfälscht abzurufen. Die Qualität von Erinnerungsbildern hängt selbstverständlich von der Qualität der ursprünglichen Wahrnehmungen ab.
Je aufmerksamer jemand wahrnimmt, desto genauer vermag er sich auch zu erinnern. Und je konzentrierter sich jemand erinnert, desto deutlicher entwickeln sich Erinnerungsbilder.
Erinnerungsbilder lassen sich bewusst in Szene setzen, beispielsweise durch Wahl der Perspektive und des Zooms. Wichtig ist zusätzlich die Entscheidung für den Aspekt der Betrachtung.

Sich des inneren Auges vergewissern

Eine kleine Übung soll dazu verhelfen, sich des Inneren oder Dritten Auges zu vergewissern. Zu diesem Zweck soll jener Park vorgestellt werden, durch welchen man am liebsten geht. Was lässt sich wie deutlich erinnern? Wetter, Geräusche, Tier- und Menschenstimmen, welche Gerüche und Empfindungen lassen sich erfassen. Um sich alles noch genauer betrachten zu können, hilft es, einmal alle Bäume am Rand des Weges durch den Park zu zählen.
Während des Spaziergangs durch den Park findet eine überraschende Begegnung statt. Während dieser Begegnung findet ein Gespräch statt. Worüber wird gesprochen und weshalb?

Während versucht wird, Sinn und Zweck des Gesprächsthema herauszufinden, soll zugleich der Frage nachgegangen werden, warum sich das Unbewusste ausgerechnet für diese Begegnung entschied.

Der Versuch, diese Frage zu beantworten, verlangt, dass das innere Auges aktiv wird. Der philosophische Ausdruck für die Aktivität des inneren Auges ist übrigens „Introspektion“.

8
Feb
2015

Nicht mit der Tür ins Haus fallen

„Das innere Auge“ ist ein Thema, das auf sehr unterschiedlichste Resonanz stößt. Die einen halten die Rede vom inneren Auge für esoterischen Humbug, die anderen glauben an diese besondere Art der Wahrnehmung und harren ungeduldig darauf, auch so wahrnehmen zu können.

Jenen ungeduldigen aber sei gesagt, dass das Erlernen des Wahrnehmens mit dem inneren Auge Zeit braucht. Das innere Auge öffnet sich kaum spontan, sondern eher nach und nach. Also man braucht wirklich Geduld, wenn man sich darauf einlassen will.

Folglich erscheint es sinnvoll und zweckmäßig, sich dem Phänomen der Öffnung des inneren Auges behutsam, also Schritt für Schritt zu nähern.

7
Feb
2015

Mit dem inneren Auge sehen lernen

Die Sehkraft des inneren Auges hängt von der jeweiligen Reflexionskraft ab, also von der Qualität innerer Wahrnehmung. Fantasie entwickelt innere Wahrnehmungen als Vorstellungen, das sind ins Bewusstsein projizierte Bilder. Jene Geisteswissenschaften, welche dem inneren Auge das Schauen ermöglichen, sind Philosophie und Mathematik.

Es erscheint hilfreich das Schauen des inneren Auges systematisch zu üben, also zu trainieren.

Was aber kann man von einem solchen Training erwarten?

Wer mit dem inneren Auge schaut, vermag wahrzunehmen, was anderen verborgen bleibt. Zunächst wird es möglich, sich im metaphysischen Raum frei zu bewegen und die Geheimnisse schöpferischen Denkens kennen zu lernen. Zunehmendes Fortschreiten erfährt die Helligkeit und Klarheit inneren Lichts schöpferischer Einsichten. Je nach persönlichem Beweggrund lassen sich erfolgreiche Strategien zu Grenzüberschreitungen entwickeln.

Sprecherin des Geschauten ist die innere Stimme, die für das enge Bewusstsein Eingebungen vereinfacht und übersetzt. Vermutlich handelt es sich nahezu durchgängig um Eingebungen des der Natur innewohnenden, schöpferischen Geistes. Dieser Geist entzieht sich sowohl jeglicher Namensgebung als auch Versuchen, ihn zu beschreiben.

6
Feb
2015

Wie weit blickt das innere Auge?

Die Leistungsfähigkeit des inneren Auges hängt unmittelbar von der Reflexionskraft ab. Als Widerspiegelung des Bewusstwerdens erlaubt Reflexion das Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten und Begreifen innerer Vorgänge. Bewusstwerden scheint gleichsam wie in einem Spiegel hervor.

Das Ich schaut sich selten im Spiegel an. Es scheut den Anblick des Selbst im inneren Spiegel.

5
Feb
2015

Demenz beginnt in der Grundschule

Grundschulunterricht irritiert das Gehirn durch unsaubere, unanschauliche oder gar falsche Information.

In der Grundschule werden ametropische Infektionen demonstriert. Voraussetzung für diese Infektion ist das Vertrauen der Kinder in ihre Lehrerin.


Eines Tages erhalten sie in einer Unterrichtsstunde die Aufgabe, die von der Lehrerin eigens mitgebrachten Holzwürfel abzuzeichnen.


Als die Lehrerin aber kontrollierend durch die Reihen geht, muss sie feststellen, dass die Zeichnungen ihrer Kinder ganz und gar nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Die zeichnerischen Ergebnisse gleichen eher Kartoffeln als Würfeln.


Die Lehrerin geht kopfschüttelnd an die Tafel und zeichnet exakt die geometrische Figur eines Würfels. Sie kommentiert streng: „So sieht ein richtiger Würfel aus!“ „Ihr aber habt Kartoffeln gezeichnet!“


Die Lehrerin weiß nicht, das Neunjährige einen Würfel natürlicherweise perspektivisch richtig zeichnen. Ihre Würfel sehen deshalb wie Kartoffeln aus.


Im Unterricht aber erfahren sie, dass sie sich nicht auf ihre Sinne verlassen können. Es gilt nicht das als richtig, was sie sehen, sondern allein das, was im Unterricht gesagt wird. So beginnen sie, nicht mehr genau hinzuschauen, sondern zu projizieren.

4
Feb
2015

"Zwischen den Stühlen"

Das Ich erfährt sein Selbst als Einheit des Gegensätzlichen. Es gestaltet sein Dasein bisweilen im Streit zwischen Vernunft und Verstand. Dabei treten existentielle Situationen auf, die den Eindruck erwecken, gleichsam zwischen zwei Stühlen zu sitzen. Manchmal wird es eben schwierig, Entscheidungen entweder nach Gefühl oder aufgrund von Wissen zu treffen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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