Unilogo

5
Okt
2023

Lethe

Lethe (von griech. λήθη das Vergessen) ist in der griechischen Mythologie der Name für einen der Flüsse in der Unterwelt. Dieser Name steht für das Verges-sen oder für das Verbergen. Die Mythologie erzählt, dass ein Mensch, der Wasser aus der Lethe trinkt, sich nicht mehr an sein Leben erinnern kann, das er auf der Erde geführt hat. Aber der Mythos erzählt auch, dass die Seelen aus dem Fluss trinken, bevor sie wiedergeboren werden und sie sich deshalb nicht an ihre vorherigen Leben erinnern können.
Mythen symbolisieren Vorgänge, welche das Leben des Menschen wesentlich bestimmen. Die Mythen, welche die Mythologie erzählt, sind Geschichten, die wesentliches existentielles Geschehen verstehbar machen wollen. Der Mensch erzählt Geschichten, wenn er das unmittelbar Erscheinende nicht fassen kann. Er erzählt Geschichten, wenn er seine Existenz beschönigen muss, um sie noch aushalten zu können. Aber Mythen sind keine Lebenslügen oder Ali-bis, um sich über Fehlverhalten hinweg zu retten. Mythen sind frühe intuitive Begriffe des Menschen, um sich Erscheinungen erklären zu können. Wesentli-che Fragen finden auf diese Weise ihre Antwort.
Wer entscheidet über den eigenen Lebensweg? Es ist nicht das „Ich“, sondern günstige oder ungünstige Umstände, Ausreden, welche von der Selbst-Verant-wortung befreien. Und der Strom des Vergessens spült alle Fehler hinweg.
In der griechischen Mythologie sind es nicht selten übermächtige Götter, wel-che Menschen verführen, die dann ihr Leben als Geschick betrachten. Im günstigen Fall überlässt der Mythos dem Menschen selbst die Verantwortung für sein Schicksal.
Jeder Augenblick wird durch Alternativen bestimmt. Die menschliche Existenz vollzieht sich als fortwährendes Auflösen von Alternativen. Und je bedeutsamer diese Alternativen für das Leben sind, umso wichtiger wird es, jene Seite der Alternative zu vergessen, gegen welche man sich entschieden hat.

4
Okt
2023

Was bestimmt unser Verhalten oder Handeln

Was bestimmt unser Verhalten? Im Gegensatz zum zielgerichteten Handeln beruht mehr oder weniger spontanes Verhalten zumeist auf Grundbedürfnissen. Wer sich spontan verhält, tut dies, ohne viel zu überlegen. Er will etwas sofort haben - manchmal sogar: koste es, was es wolle, ganz gleich, welche Anstrengung, welcher Aufwand vonnöten ist; unter allen Umständen.
Dagegen vollzieht sich Handeln überlegt zielgerichtet. Im Gegensatz zum bedürfnisbetonten Verhalten geschieht es motiviert, also interessenbedingt.

26
Aug
2023

Intuition and logic or I and Self

Intuition of reason vs. logic of understanding


L: "Poor reason, you believe in phenomena which from my point of view do not exist at all!"

I: "Save your pity, because you are not less dependent on faith than I am. Take only once as an example the circle about which you know to lead so beautiful proofs. In reality, however, there are no circles at all!"

L: "Nobody claims that either. "Circle", that is an ideal form of reality. A wheel turns the better, the more it corresponds to the ideal form of the circle, thus it runs round, although "perfectly round" can never really be achieved. Logic always carries out only an approximation to reality without ever becoming perfectly congruent with it! Knowledge always means only a simplified model of reality.

And you are right: Science trusts its models! No scientist doubts this faith!"

I: "This way of believing does not correspond to the faith of which I speak. What I believe communicates itself to me emotionally and not logically. Truth for me is what I feel to be evident. It is not an approximation to reality, but directly to what I really feel."

L: "Believers are usually religious. They believe what sensations visualize in them. As the highest 'level' they consider the belief in the idea of the good or the belief in God! However, this belief is not logically comprehensible!"

I: "It doesn't need to be. If I feel God's presence concretely, what do I need the proof that God really exists? After all, He is real through His felt presence!"

L: "Then why do so many believers doubt?"



I: "They are seduced by a misguided thirst for knowledge! They could learn humility from the sciences and how these stay within the limits of their domain, that of faith! Who believes to have to prove what he believes, does not believe in truth. Science, however, admits at any time that there are areas about which it is not able to make statements. Faith should emulate that and remain true to itself!"

L: "I can only agree with that, if only because then we won't get into arguments!"









I vs. Self


The ego experiences its self as a unity of the opposite. It forms its existence sometimes in the dispute between reason and understanding. Thereby existential situations occur, which give the impression of sitting between two chairs, as it were. Sometimes it becomes difficult to make decisions either on the basis of feeling or on the basis of knowledge.

L: "'I' experiences itself as a conflict of opposites. During the Easter walk with his assistant Wagner, Faust laments the brokenness of his feelings: "Two souls dwell, alas! in my breast."
On the one hand, he strives with all his might for scientific knowledge. On the other hand, he longs for physical devotion and sensuality.

I: "It is deplorable when need and doing are in contradiction. The I-experience, as self-experience, seems decidedly disturbed as long as this contradiction exists."
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L: "The self is founded primarily by the acquired conscience, that is, by the values and norms, rules and laws, commandments and prohibitions, habits and customs. The ego, however, is founded primarily on drives and needs that want to be satisfied. The self-experience of the ego only happens optimally as satisfaction of needs."

I: "This happens only when talent is able to unfold itself intelligently. One could also say when the ego is motivated by itself, i.e. its ideas are also made happy."

L: "How many happy people do you really meet?
In broad daylight, Diogenes walked through Athens with his lantern lit, shouting, 'I'm looking for a person!' Quite obviously, it experienced happy existence as something most rare!"

I: "What did he actually want to symbolize with the help of the lighted lantern?"

L: "He criticized numerous character traits of the people, which prevented after the perfect luck. These included, above all, the neglect of reason and rationality in favor of personal vanity!"

I: "How does such a thing come about?"

L: "According to my observation, especially when physical needs begin to take a back seat to spiritual ones, or when craving for recognition or power gain the upper hand. This is only prevented as long as the ego is not overrun by the self!"

21
Jul
2023

the nth dimension

Thinking in the nth dimension requires looking beyond the horizon the mind and requires reason to engage the imagination.

18
Jul
2023

hinter dem Horizont

Wer einen Blick hinter den Horizont des Verstandes zu werfen wagt, muss seiner Fantasie genehmigen, sich Unbewusstes einzulassen.

Kraft ihrer Vorstellung vermag die Fantasie, Unbewusstes hervorscheinen zu lassen.

Gewöhnlich hält sich das Denken des Verstandes innerhalb von Raum und Zeit auf.

Erfüllt von Sein ermöglicht der Raum die Existenz jeglichen Seienden.

Als dessen Bewegung in der Zeit erweist sich Werden als endlich.

Entstehen und Vergehen bestimmen das Denken.

4
Jul
2023

Gewöhnlich vollziehen sich wissenschaftliche Arbeiten in drei Phasen.

Die erste Phase besteht in einer genauen Beschreibung einer erfassten Wahrnehmung.

In der zweiten Phase wird diese Beschreibung mathematisiert,

Um dann in der dritten Phase objektiviert, also auf ein technisches System übertragen werden zu könne,

Das soll an einem sehr simplen Beispiel erläutert werden.

Erste Phase: Gegeben ist eine Fläche, die von vier genau gleich langen Seiten im Rechten Winkel begrenzt werden.

Zweite Phase: Um jede mögliche und wirkliche Fläche dieser Form erfassen zu können, wird eine Seite durch die Variable a definiert.

Dritte Phase: a wird mit sich selbst multipliziert, da es sich um eine quadratische Fläche handelt. „Seite mal Seite“ wird mathematisch als a*a formuliert bzw. programmiert und auf einen Rechner übertragen.

1
Jul
2023

Denken

Denken resultiert aus körperlichem, seelischem und geistigen Wahrnehmen. Diese Resultierende regelt oder steuert das Bewusstwerden. Erfahrungen bilden die Vorgabe, die durch Wissen als Regler in eine Maßnahme als Soll überführt. Die Ausführung dieser Maßnahme wird geprüft, und je nach Ergebnis wird wiederholt, modifiziert oder die nächste Maßnahme eingeleitet. Diese Regelung vollzieht sich mehr oder weniger konkret bzw. abstrakt.

29
Jun
2023

Gedankenlabor

…. bedeutet Bewusstsein als. ililderleben, gestaltet vom Bilder-Leben der Fantasie und interpretiert vom Bild-Erleben der. Vernunft.
Vernunft meint gefühltes Wahrnehmen, im Gegensatz zum Verstand als Logik gefühlter Wahrnehmung.

28
Jun
2023

Intelligenz und Begabung

Intelligenz strukturiert und systematisiert Gedanken, während Begabung deren Entwicklung organisiert.

Begabte sind weder zwangsläufig zugleich auch intelligent, noch sind intelligente gleichzeitig auch begabt. Nur bei Hochbegabung oder Genialität findet sich beides zugleich.

Das bekannteste unbewusste Feld schöpferischer Ordnung ist der sogenannte Bereich vor aller Erfahrung. Denken, das sich mit diesem Bereich auseinandersetzt, wird „reines Denken“ genannt.

Reines Denken gründet auf jener Erfahrung, welche in der Leidenschaft zu forschen verankert ist.


Diese Leidenschaft wird geprägt durch hartnäckiges Suchen/Fragen nach ersten Ursachen und Gründen (noch) unbekannter Erscheinungen.

Liebe zum Wesen des Wissens wird durch reines Denken einer hochbegabten, stark verspielten Natur eines vernunftbegabten Lebewesens entflammt.

Dieses Liebe strahlt durch das aus, was Sokrates und Platon das innere Licht oder die Sonne der höchsten Idee nennen.

Das innere Licht wird weder durch den Verstand noch durch die Vernunft entzündet, sondern allein von der Seele. Aus diesem Grund ist hohe Sensibilität die natürliche Begleiterscheinung von Hochbegabung.

Leidenschaft tiefgreifenden, wesentlichen Wissens wird aus der Glut der Ekstase als Passion des limbischen Systems gezeugt. Ekstatische Momente entrücken das Bewusstsein allen Herkömmlichen in einer Art und Weise vollkommenen Loslassens.


Durch die Seele wird der Enthusiasmus für die Wissenschaft des Wesentlichen als emotionaler, existentieller Beweggrund geboren.

Inhalte intelligenten Unbewusstseins werden vor allem durch Eingebungen bewusst.

Für Platon stellt dieser Vorgang eine besondere Form inneren Wahrnehmens dar; er nennt dieses unbewusste Formulieren „idein“ (ἰδέἰν <> ἰδέα). Ideen sind im Unbewussten verborgene Urbilder/Muster, an die sich nach Platon die Seele wieder erinnert. Besondere Muster sind die des Ordnens:

- Zu- und Einordnen (Gruppen-, Klassen- oder Mengenbildung).
- Über- und Unterordnen (Hierarchisieren),
- Vor- und Nachordnen (Folgen, Schlüsse, Regeln, Gesetze),
An- und Beiordnen (Strukturieren, Systematisieren, Algorithmieren).

Um Ordnungen entdecken zu können, bedarf es entsprechender Fragen/Suchstrategien:


Welche? (Eigenschaften)
Was? (Objekt /Inhalt /Wesen /Qualität))
Wie? (Art und Weise /Modus)
Wobei? (Umstände /Bedingungen)
Wie viel? (Maß /Quantität)
Womit? (Mittel)
Warum? (Ursache)
Wozu? (Wirkung)
Weshalb? (Grund)
Wofür? (Sinn /Zweck)
Wo? (Raum /Ort)
Wann? (Zeit /Moment)

Wissenschaften unterscheiden sich vor allem durch ihre Entscheidungen für bestimmte Fragestellungen.

27
Jun
2023

Reflex des Unbewussten

Als Reflex des Unbewussten reagiert die innere Simme sprachlich auf körperliche, seelische oder geistige Bedürfnisse.Animiert wird diese Motivation entweder durch Empfindungen, Gefühle oder Gedanken.

Empfindungen
Empfindungen dieser Art sind köperliche Reize aufgrund von Unwohlsein oder gar Schmerzen.

Gefühle
Gefühle sind bewusstwerdende Rückkopplungen innerer Vorgänge.

Gedanken
Gedanken vergegenwärtigen Möglichkeiten der Regelung oder Steuerung von Empfindungen oder Gefühlen..

Gedanken sind Innenbilder von Handlungsmöglichkeiten. Diese Antizpationen organisieren sich durch systematisch systemisches Fragen.

Das Philosophieren des Sokrates gründet gar fast nur auf Fragen.

Als Fragetechnik wird Mäeutik (μαιευτική maieutikḗ [téchnē] „Hebammenkunst“) genannt mit der Tätigkeit einer Hebamme verglichen.

Gemeint ist, dass man jemanden zur Erkenntnis verhilft, indem man ihn durch geeignete Fragen dazu veranlasst, fragliche Sachverhalte selbst herauszufinden.

So wird die Einsicht mit Hilfe der Hebamme – des Lernhelfers – geboren: der Lernende ist der Gebärende. Den Gegensatz dazu bildet Unterricht, in dem der Lehrer den Schülern den Stoff belehrend (dozierend) mitteilt.

Was wir begreifen wollen, muss uns berühren oder wir müssen es berühren können.

Weil Sokrates ein Philosoph der praktischen Vernunft war, ist er stets bemüht gewesen, seine Philosophie für jeden nachvollziehbar darzustellen.

Sokrates nervte die Leute vor allem durch seine Neugier und die damit verbundenen kritischen Fragen. Aber seine Art und Weise des Fragens war neu.

Er fragte nicht, um als Wissender aus- oder abzufragen, sondern um als jemand, der weiß, dass er nichts weiß, durch Antworten auf seine Fragen zu Wissen zu gelangen.

An der Struktur eines philosophischen Gedankens lässt sich leicht dessen Nähe zur Struktur der Bewusstseinsorganisation ablesen. Philosophieren geschieht ja gleichsam als Spiegelung des Bewusstwerdens auf der neuronalen Ebene des Begreifens.

Das, was wir als Arbeit des Verstandes erfahren, vollzieht sich als dreifache Spiegelung. Wahrnehmen spiegelt sich als Betrachten (1. Spiegelung),und Wahrnehmen als Betrachten spiegelt sich wiederum als Begreifen (2. Spiegelung).
26
Und sobald philosophiert wird, spiegelt sich Begreifen nochmals als betrachtendes Begreifen (3. Spiegelung).

Philosophieren ist folglich ein fortschreitendes nach innen sehen. Der Philosoph denkt, indem er in sich hineinsieht und sieht, was geschieht. Wesentliche philosophische Erkenntnisse beruhen auf geschau-ten Innenspiegelungen.

Dies gilt auch für kreative Eingebungen des Unbewussten.

25
Jun
2023

Intelligenz und Begabung

Intelligenz strukturiert und systematisiert Gedanken, während Begabung deren Entwicklung organisiert.

Begabte sind weder zwangsläufig zugleich auch intelligent, noch sind intelligente gleichzeitig auch begabt. Nur bei Hochbegabung oder Genialität findet sich beides zugleich.

Das bekannteste unbewusste Feld schöpferischer Ordnung ist der sogenannte Bereich vor aller Erfahrung. Denken, das sich mit diesem Bereich auseinandersetzt, wird „reines Denken“ genannt.

Reines Denken gründet auf jener Erfahrung, welche in der Leidenschaft zu forschen verankert ist.

Diese Leidenschaft wird geprägt durch hartnäckiges Suchen/Fragen nach ersten Ursachen und Gründen (noch) unbekannter Erscheinungen.

Liebe zum Wesen des Wissens wird durch reines Denken einer hochbegabten, stark verspielten Natur eines vernunftbegabten Lebewesens entflammt.

Dieses Liebe strahlt durch das aus, was Sokrates und Platon das innere Licht oder die Sonne der höchsten Idee nennen.

Das innere Licht wird weder durch den Verstand noch durch die Vernunft entzündet, sondern allein von der Seele. Aus diesem Grund ist hohe Sensibilität die natürliche Begleiterscheinung von Hochbegabung.

Leidenschaft tiefgreifenden, wesentlichen Wissens wird aus der Glut der Ekstase als Passion des limbischen Systems gezeugt. Ekstatische Momente entrücken das Bewusstsein allen Herkömmlichen in einer Art und Weise vollkommenen Loslassens.

Durch die Seele wird der Enthusiasmus für die Wissenschaft des Wesentlichen als emotionaler, existentieller Beweggrund geboren.

Inhalte intelligenten Unbewusstseins werden vor allem durch Eingebungen bewusst.

Für Platon stellt dieser Vorgang eine besondere Form inneren Wahrnehmens dar; er nennt dieses unbewusste Formulieren „idein“ (ἰδέἰν <> ἰδέα). Ideen sind im Unbewussten verborgene Urbilder/Muster, an die sich nach Platon die Seele wieder erinnert. Besondere Muster sind die des Ordnens:

- Zu- und Einordnen (Gruppen-, Klassen- oder Mengenbildung).
- Über- und Unterordnen (Hierarchisieren),
- Vor- und Nachordnen (Folgen, Schlüsse, Regeln, Gesetze),
An- und Beiordnen (Strukturieren, Systematisieren, Algorithmieren).

Um Ordnungen entdecken zu können, bedarf es entsprechender Fragen/Suchstrategien:

Welche? (Eigenschaften)
Was? (Objekt /Inhalt /Wesen /Qualität))
Wie? (Art und Weise /Modus)
Wobei? (Umstände /Bedingungen)
Wie viel? (Maß /Quantität)
Womit? (Mittel)
Warum? (Ursache)
Wozu? (Wirkung)
Weshalb? (Grund)
Wofür? (Sinn /Zweck)
Wo? (Raum /Ort)
Wann? (Zeit /Moment)

Wissenschaften unterscheiden sich vor allem durch ihre Entscheidungen für bestimmte Fragestellungen.

24
Jun
2023

Vor aller Erfahrung

Als Reflexion des Unbewussten repräsentiert Intuition jenes Wissen a priori, welches durch bewusstes Wahrnehmen nicht zu erlangen ist. Dazu gehören beispielsweise Axiomata und kategorische Aspekte und Perspektiven.

23
Jun
2023

Vorschein

Die innere Stimme selbst kommt zu Wort. Sie spricht aus den Tiefen der Seele.

Sie offenbart sich als Wahrheit des spielerisch schöpferischen Unbewussten.

21
Jun
2023

Theorie

Wie wird Denken in Gang gesetzt? Wie lassen sich Bilder finden, nach denen ich suche? Wenn nach einer Straße gesucht, dann wird danach gefragt. Wenn Denken vorankommen will, dann muss ebenfalls dementsprechend gefragt werden.

Fragen bedeutet Suchen. Aber das ist viel zu ungenau, denn es bleibt ungeklärt, wie überhaupt geeignete Fragen gestellt werden müssen.

Sobald man sich eingehender damit beschäftig, wird sofort klar, dass es auch Wörter für Fragen, nämlich Fragefürwörter gibt. Also wird zunächst geklärt, welche Fragepronomina von Bedeutung sind.

Das Philosophieren des Sokrates gründet gar fast nur auf Fragen.

Als Fragetechnik wird Mäeutik (μαιευτική maieutikḗ [téchnē] „Hebammenkunst“) genannt mit der Tätigkeit einer Hebamme verglichen.

Gemeint ist, dass man jemanden zur Erkenntnis verhilft, indem man ihn durch geeignete Fragen dazu veranlasst, fragliche Sachverhalte selbst herauszufinden.

So wird die Einsicht mit Hilfe der Hebamme – des Lernhelfers – geboren: der Lernende ist der Gebärende. Den Gegensatz dazu bildet Unterricht, in dem der Lehrer den Schülern den Stoff belehrend (dozierend) mitteilt.

Was wir begreifen wollen, muss uns berühren oder wir müssen es berühren können. Weil Sokrates ein Philosoph der praktischen Vernunft war, ist er stets bemüht gewesen, seine Philosophie für jeden nachvollziehbar darzustellen.

Zum Leidwesen seiner Frau Xanthippe verbrachte er seine Zeit mit Gesprächen und Diskussionen auf Strassen und Märkten, statt Einkäufe und Besorgungen rechtzeitig nach Hause zu bringen.


Das Haushaltsgeld gab er häufiger aus, um mit seinen Freunden Wein zu trinken, statt es für das Essen zu Hause zu verwenden.

Sokrates nervte die Leute vor allem durch seine Neugier und die damit verbundenen kritischen Fragen. Aber seine Art und Weise des Fragens war neu.

Er fragte nicht, um als Wissender aus- oder abzufragen, sondern um als jemand, der weiß, dass er nichts weiß, durch Antworten auf seine Fragen zu Wissen zu gelangen.

Sokrates hat zu diesem Zweck eine eigene Methode zu fragen entwickelt, nämlich die Mäeutik: μαιευτική maieutikḗ [téchnē].

An der Struktur eines philosophischen Gedankens lässt sich leicht dessen Nähe zur Struktur der Bewusstseinsorganisation ablesen. Philosophieren geschieht ja gleichsam als Spiegelung des Bewusstwerdens auf der neuronalen Ebene des Begreifens.
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Das, was wir als Arbeit des Verstandes erfahren, vollzieht sich als dreifache Spiegelung.

Wahrnehmen spiegelt sich als Betrachten (1. Spiegelung),
und Wahrnehmen als Betrachten spiegelt sich wiederum als Begreifen (2. Spiegelung).
Und sobald philosophiert wird, spiegelt sich Begreifen nochmals als betrachtendes Begreifen (3. Spiegelung).

Philosophieren ist folglich ein fortschreitendes nach innen sehen. Der Philosoph denkt, indem er in sich hineinsieht und sieht, was geschieht. Wesentliche philosophische Erkenntnisse beruhen auf geschau-ten Innenspiegelungen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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