Unilogo

6
Jan
2016

Freude


gibt der Seele Grund
sich zu entfalten

und der Hoffnung Mut
Leben zu gestalten

der Geist der Liebe
stiftet den Verbund

Sinn
glaubend zu erhalten


6.1.2015
+ Ulrike Schmid


Sorge


Angst spricht Zweifeln
aus dem Mund

wer liebt der hofft
und glaubt

er kennt den Grund
den Blick

immer wieder
aufrecht zu halten


6.1.2015
+ ulrike Schmid


Diametrale existentielle Gegensätze


Die der Natur inhärierenden Prinzipien a priori verdanken zwar ihre Entstehung der Evolution, also einer langen Kette von Versuchen und Irrtümern im Verlauf der Geschichte der Menschheit, aber dennoch:

es kann nichts wirklich werden, was nicht zuvor möglich war.

Intelligente Organisationen von Prozessen setzen dieses Geschehen der Möglichkeit voraus. Es kann nur wirklich werden, was zuvor möglich war.

Der Naturalismus schreibt zwar Entwicklungen der Natur zufälligen Folgen von Versuchen und Irrtümern zu, aber was sich aus Zufall bindet oder löst, entsteht oder vergeht, fällt immer nur dann wirklich zu, wenn es zuvor ermöglicht wird.

Wie weit auch immer Wissenschaften Entstehung und Entwicklung der Menschheit zurück zu verfolgen vermag, Erklärungen von Wirklichkeiten werden immer an für den Naturalismus unüberwindbaren Grenzen zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit stoßen. So erscheint es mir hilfreich, dem naturalistischen Vorgehen eine umgekehrte ‚Denkrichtung’ vorzuschlagen.

Der Naturalismus beruft sich auf den Verstand als alleinige Quelle der Erkenntnis. Dabei wird allerdings übersehen, dass es neben mittelbaren bzw. reflektierenden Denken auch unmittelbares, nicht auf reflektierendes Denken gegründetes Erkennen gibt. Dieses unmittelbare Erkennen wird Intuition genannt.
Intuition wird als Sinneswahrnehmung wie Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken erlebt.

Intuition ermöglicht, innere und äußere Welt anders und tiefer wahrzunehmen und zu erfahren.

Unbekanntes wird erforscht und Möglichkeiten erahnt, die noch nicht sichtbar sind.

Intuition erfasst nicht wie Logik Richtigkeit, sondern Wahrheit.

Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Vorgehen gelangt Intuition nicht vom Teil zum Ganzen, sondern erfasst unmittelbar das Ganze.

Wissen drückt sich in Begriffen oder Symbolen aus, Intuition in Bildern oder Gefühlen.

Intuitive Mitteilungen werden, entsprechende Sensi-bilität vorausgesetzt, auch in Bildern oder Gefühlen empfangen. Im Gegensatz zum beweisbaren Wissen muss Intuitionen geglaubt werden. Es gehört zum Wesen des Verstandes, dass diese er diese Bedingungen der Möglichkeit von Intuition nicht zu akzeptieren vermag.

Verstand verwirklicht sich denkend durch Wissen, Instinkt dagegen durch Intuition. Wissen bedeutet, dass Ergebnisse des Denkens bewiesen werden können. Intuitionen muss geglaubt werden.


5
Jan
2016

ohne Vorrede


sag' was zu sagen ist
oder schweig
die innere Stimme
kennt mich

der volle Mond
erscheint
ich seh' ihn nicht
fühle mich allein

Sehnsucht
verdoppelt mich
ich trage mein Gesicht
vor das Licht

es wacht über mich
zeigt mir die Spanne
zwischen ich und ich -

wir sind nicht allein


4.1.2015
+ Ulrike Schmid


Vor aller Vernunft


Kants Kritik der reinen Vernunft ist ein wichtiger Hinweis zu verdanken. Seine Unterscheidung zwischen a posteriori (durch Erfahrung) und a priori (vor aller Erfahrung) verweist auf ein Sein, dass jeglichem Prozess des Verstandes vorausgeht. Unserer Natur sind beispielsweise Kategorien a priori gegeben, also:

• Raum und Zeit
• Ursache und Wirkung
• Grund und Zweck
• Wesen und Eigenschaften
• Maß und Mittel
• Art/Weise und Umstand

Aus dem Zusammenspiel mit Trieben und Bedürfnissen entwickelt sich Neugier, die Körper, Seele, Geist auf die Suche schickt.
Auch Möglichkeiten zu ordnen, sind a priori von Natur aus gegeben:

Zu- und einordnen,
Über- und unterordnen,
Vor- und nachordnen,
An – und beiordnen.

Phänomene, sowohl a posteriori als auch a priori weisen verschiedene Arten und Weisen zu sein (Seinsmodi) auf:

• Möglich möglich,
• Wirklich möglich
• Möglich wirklich
• Tatsächlich

Werden geschieht als:

• Entstehen – vergehen,
• Binden - lösen

Nach diesen Prinzipien a priori wird alles, das uns sinnlich vernehmbar erscheint. Der Verstand vermag solche Erscheinungen zu analysieren, zu kalkülisieren, zu mathematisieren, zu simulieren bzw. zu objektivieren, um diese Weise deren Art und Weise zu werden zu erkennen und zu verstehen.


4
Jan
2016

Ulrikes Geburtstag


Überfall


die kleine Seele trauert
um die Harmonie
des Vertrauten,
das Schutz und Wärme gibt;

in der Tiefe des Anverwandten
findet sie
ihre Hoffnung wieder;

alles bleibt in einer Hand


4.01.2015
+ Ulrike Schmid

4. Wahrnehmen verlernt (Exkurs 1)

„.. wir sind ohne Bildung, noch mehr,
wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören,
zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natür-lichen verdorben
und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur,
weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben.“

Es sind vor allem zwei Aussagen des Philosophen Friedrich Nietzsche, die das, was ich intuitiv empfinde, ausdrücken. Die erste Aussage beinhaltet seine Kritik an der Pädagogik, die uns jene Erziehung und Bildung aufdrängt, durch welche das unvoreingenommene Sehen verlernen.


"Man mache sich nur einmal mit der pädagogischen Literatur dieser Gegenwart vertraut; an dem ist nichts mehr zu verderben, der bei diesem Studium nicht über die allerhöchste Geistesarmut und über einen wahrhaft täppischen Zirkeltanz erschrickt. Hier muss unsere Philosophie nicht mit dem Erstaunen, sondern mit dem Erschrecken beginnen: wer es zu ihm nicht zu bringen vermag, ist gebeten, von den pädagogischen Dingen seine Hände zu lassen."

Die Begründung Nietzsches für diesen Missstand in der Pädagogik fällt scharf aus:

"Dass es aber trotzdem nirgends zur vollen Ehrlichkeit kommt, hat seine traurige Ursache in der pädagogischen Geistesarmut unserer Zeit; es fehlt gerade hier an wirklich erfinderischen Begabungen, es fehlen hier die wahrhaft praktischen Menschen, das heißt diejenigen, welche gute und neue Einfälle haben und welche wissen, dass die rechte Genialität und die rechte Praxis sich notwendig im gleichen Individuum begegnen müssen: während den nüchternen Praktikern es gerade an Einfällen und deshalb wieder an der rechten Praxis fehlt."

Die Folgen solcher Erziehung und Bildung: "wir sind ohne Bildung, noch mehr, wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur, weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben. Zerbröckelt und auseinander gefallen, im Ganzen in ein Inneres und Äußeres, halb mechanisch zerlegt, mit Begriffen wie mit Drachenzähnen übersät, Begriffs-Drachen erzeugend, dazu an der Krankheit der Worte leidend und ohne Vertrauen zu jeder eigenen Empfindung, die noch nicht mit Worten abgestempelt ist : als eine solche unlebendige und doch unheimlich regsame Begriffs- und Wortfabrik habe ich vielleicht noch das Recht zu sagen cogito ergo sum, nicht aber vivo, ergo cogito. Das leere "Sein", nicht das volle und grüne "Leben" ist mir gewährleistet, meine ursprüngliche Empfindung verbürgt mir nur, daß ich ein denkendes, nicht daß ich ein lebendiges Wesen, daß ich kein animal, sondern höchsten ein cogital bin. Schenkt mir erst Leben, dann will ich euch auch eine Kultur daraus schaffen!"

Als Grundvoraussetzung für richtiges und einfaches Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen gilt dem Philosophen Nietzsche die Überzeugung, ein wahrhaftiges Leben in sich zu haben. Seiner Ansicht nach stört das Fehlen einer solchen Überzeugung das Wahrnehmen ganz empfindlich.

Auf den Punkt gebracht bedeutet das: Wer ‚unvor-eingenommen' äußerlich (sinnlich) wahrnehmen will, muss von innen (geistig) nach draußen schauen. Wer sich nicht mit der Fantasie als Verfremdung des Wahrnehmens auseinandersetzt und aufklärt, vermag nicht zu erfassen, was in Wahrheit geschieht.

Der Rückgang in den Ursprung allen Erkennens gelingt der Vernunft, indem sie nach innen schaut. Die Sichtweise lässt sich verhältnismäßig leicht als Be-wusstwerden beschreiben.

Bewusstwerden lässt sich entweder durch Aufmerk-samkeit oder Konzentration ausrichten. Durch Aufmerksamkeit werden sinnliche (äußere) Wahrneh-mungen bewusst, durch Konzentration geistige (innere). Will man den Ursprung allen Erkennens schauen, dann geschieht das natürlich durch Konzentration. Wie weit man nach innen sehen kann, das hängt natürlich davon ab, wie stark man sich konzentriert.

Als Vergegenwärtigen von inneren Bildern oder Vorstellungen vollzieht sich Konzentrieren gleichsam noch ohne Aufwand. Man braucht dazu keine geistige Kraft. Sich etwas vorstellen, das geht so einfach wie sich erinnern. In der Regel muss sich niemand anstrengen, um sich zu erinnern.

Fragt man sich aber, was dem Vorstellen innerer Bilder vorausgeht, dann benötigt man geistige Kraft. Fragen kostet Kraft, und es hängt von der Art und Weise des Fragens ab, wie viel Kraft erforderlich wird. Die Frage „Wer oder was?“ kostet allerdings kaum Kraft, weil man sich lediglich erinnern muss, um diese Frage zu beantworten. Der Philosoph Sokrates aber kam als Erster auf die Idee die Frage „Was ist das?“ radikal umzudeuten. „Was?“ verlangt bei Sokrates nicht, etwas wiederzukennen, sondern vielmehr das Wesen von Etwas zu bestimmen. Als Wesensfrage braucht „Was?“ entschieden mehr Kraft als eine bloße Bestimmungsfrage.

Sobald wir wahrnehmen, erfassen wir nicht mehr, was ist. Stattdessen nehmen Verstelltes auf. Wenn wir einen Baum wahrnehmen, endet das Erfassen gewöhnlich mit der Feststellung „Das ist!“, mit bloßem Identifizieren also.

3
Jan
2016

3. Wenn Glauben und Wissen einander begegnen


Seele: „Aus meiner, nämlich emotionaler Sicht baut sich Wissen Welten, indem es modelliert, kalkülisiert, mathematisiert, objektiviert und simulierend kalkuliert.
Was sich kalkulieren lässt, das gilt als gesichert. Der Mensch betrachtet sich als erfolgreich, weil er be-rechnen und prognostizieren kann. Als Erfolg gilt das, was sich in Zahlen darstellen lässt.“

Verstand: „Was hast Du eigentlich gegen Berech-nungen? Numerische Werte zeigen doch jemandem zum Beispiel ganz genau, wie es um seine Gesundheit steht. So zeigen die Werte eines Blutbildes doch einen körperlichen Zustand an. Und wer schließlich benutzt kein Fieberthermometer, Blutdruck- oder Zuckermessgerät? Zahlenwerte helfen Menschen u.a., sich sicherer zu fühlen.
Was also hast du gegen Zahlen?“

Seele: „Ich habe doch nichts gegen Zahlen! Ich habe nur etwas dagegen, wenn Zahlen und nicht mehr Gefühle das Leben bestimmen!“

Verstand: „Das ist doch absurd! Jemand kann sich Dich noch gesund fühlen, und in Wirklichkeit ist er bereits todkrank! Nein, Rechnen und nicht etwa Fühlen verhilft Dir zu mehr Sicherheit.
Du magst die Welt des Wissens eine Traumwelt nennen, aber dann gestehe auch zu, dass die Fantasiewelt des Glaubens durchaus damit vergleichbar ist!“

Seele: „Ich gestehe durchaus ein, dass Menschen als sogenannte vernunftbegabte Lebewesen in ihnen je eigenen Traumwelten entweder des Glaubens oder des Wissens existieren. Denn sobald wir wahrnehmen, fantasieren wir. Wir legen uns Wahrnehmungen zurecht. Vernunftbegabte Lebewesen sind von Natur aus Schönfärber. Vielleicht ist dieser Selbstschutz das, was das Wesen von Vernunft ausmacht.“

Seele: „Verstand, bedenke aber unbedingt: Wer denkt, dass er denkt, denkt nur, dass er denkt. Wer denkt, formuliert und gestaltet nur, was sein Unterbewusstes vorweg formt.“

Verstand: „Das wird mitgedacht, sobald Denken ge-dacht wird. Denken meint nämlich Bilderleben, und zwar:
• Bilder-Leben der Fantasie als unbewusstes Spiel mit möglichen Möglichkeiten
• Bild-Erleben des Geistes als Bewusstwerden einer wirklichen Möglichkeit bzw. Eingebung.“

Seele: „Weil Fantasie als existentielle Kraft Körper, Seele, Geist maßgeblich bestimmt, bezweifle ich sehr stark, dass es uns überhaupt gelingen kann, etwas so zu erkennen, wie es in Wahrheit ist!“

Verstand: „Um uns nicht missverstehen, sollten wir sehr sorgfältig Denken und Einbildungskraft unterscheiden.
Wie Du betonst: Fantasie ist jene Kraft, welche uns das schenkt, womit sich dann unser Bewusstsein (als Moment des Bewusstwerdens) beschäftigt. Denken umfasst das, was wir als unsere Existenz erfahren.“

Seele: „Und Fantasieren schafft das, was wir glauben. Denken aber erschafft das, was wir wissen. Was wir wissen, das ist alles aus den Träumen des Glaubens geboren. Es sind unsere Ideen, die uns Begabungen des Unbewussten schenken!“

Verstand: „Ich verstehe, Du setzt Glauben und Spielen des Unbewussten mit sich selbst gleich. Und es ist dann Intelligenz des Verstandes, die jeweils in einem günstigen Augenblick (kairós) geglückte Eingebungen herausgreift.“

Seele: „Glauben ist der Schöpfer allen Wissens!“


2
Jan
2016

2. Vor-Gespräch


Seele: „Ich folge Deiner Einladung, weil ich sehe, wohin dich Wissen führt!“

Verstand: „Ich gebe zu, in eine Sackgasse geraten zu sein!“

Seele: „Warum so ‚bescheiden’? Es ist viel mehr als eine Sackgasse, nämlich eine wirkliche Weglosigkeit. Ohne diese Ausweglosigkeit würdest du dich doch niemals auf ein Gespräch mit mir einlassen!“

Verstand: „Ich stehe vor einem Scheideweg. Wissen ist der eine Weg, Glauben der andere. Und ich muss mich für eine Seite dieser Alternative entscheiden!“

Seele: „Wer oder was nötigt dich denn in diese zwiespältige Situation?“

Verstand: „Es sind die Regeln und Gesetze der Logik. Wissenschaft erlaubt nun ein einmal keine Aussage, die sich nicht beweisen lässt!“

Seele: „Wie aber gehst Du mit Erscheinungen um, die sich von ihrem Wesen her niemals beweisen lassen?
Betrachte doch nur einmal die Liebe. Sie ist eine Empfindung, die sich zwar wissenschaftlich nicht beweisen lässt, aber dennoch existiert!“

“Aussagen wie ‚Ich liebe dich!“ oder „Ich vertraue Dir“ erfordern keine Beweis, sondern gehen davon aus, dass man ihnen glaubt!“

Verstand: „Auch in der Wissenschaft gibt es Vergleichbares. Bittet man jemand, sich umzusehen und zu sagen, wo er Kreis entdecken kann, dann wird er zum Beispiel: Räder, Ringe oder Schallplatten nennen, weil er glaubt, dass es sich um Kreise handelt.
Tatsächlich aber existieren exakte Kreise nur als geometrische Idealfiguren, niemals aber in
Wirklichkeit!“

Seele: “Ich stimme Dir nicht zu, denn ihr beweist diese Dinge durch Berechnungen. Ihr habt dafür sogar Kreisformeln!“

Verstand: „Trotzdem, Liebe und Kreis haben gemeinsam, dass es sich bei beiden um Ideale handelt!“

Seele: „Offenbar existieren Schnittstellen zwischen Glauben und Wissen. Das lässt mich hoffen, dass wir doch noch zusammenkommen können!“


Der Verstand



Es gehört sehr viel Gefühl dazu,
das Richtige zu denken,
um mit den Gedanken die Handlungen
zu lenken

Der Verstand,
der sagt dir gar nichts über dich,
im Ernstfall lässt er dich im Stich
Er ist der Unverstand der Menschen,
Wärme und Geborgenheit zu finden


BonanzaMARGOT
(1981)



1
Jan
2016

1. Zu viel richtig und zu wenig wahr


Wenn man eine Sache ganz allein dem Verstand überlässt, dann ist man wirklich verlassen. Man erfährt vielleicht, was man wissen möchte. Was das Wissen angeht, so kann man sich wenigstens sicher sein, dass alles richtig ist.

Aber mir reicht das nicht. Denn längst nicht alles, was der Verstand für richtig hält, ist auch wahr. Für mich aber ist Wahrheit wichtiger als Richtigkeit. Und schon gar nichts halte ich davon, wenn sich der Verstand auf die Suche nach etwas begibt, das sich allein als Wahrheit offenbart und keineswegs durch Wissen.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, der Einladung des Verstandes zu einem gemeinsamen Dialog zu folgen. Dieser Wirrkopf versucht nämlich geradezu verzweifelt, Näheres über das Sterben zu erfahren. Er will nicht akzeptieren, dass sich Tod jeglichem Versuch, etwas über ihn wissen zu wollen, verschließt.


31
Dez
2015

Natürliche Sinngebung ?


Als natürliches, kulturell bedingtes Gespür enträtselt Intuition Jenseits als emotionale Allgegenwart informierter Energien (Seelen).

Im Körper wird vergleichbare Energie als Gefühlsleben (Seele) erfahren. Als Vernunft informiert sie alle geistigen und körperlichen Kräfte, regelt und steuert vor allem Selbstheilungskräfte.

Positive Gefühle zeigen eine harmonische Organisation an, negative Gefühle dagegen Desorganisation.

Während des Sterbens (re)transzendieren subjektiv informierte Energien in die Allgegenwart informierter Seelen, so dass die Materie (wieder) zerfällt.

Diese Intuition lässt manche Religionen - wahrscheinlich unter Einmischung des Verstandes - an Reinkarnation glauben.

Intuition lässt aber von ihrem Wesen her keine verstandesmäßigen religiösen Deutungen zu.


30
Dez
2015

Eigenen Erfahrungen glauben


Körper überleben den Tod nicht.
Wider jegliche Religion lehrt uns das die Natur.

Erste Philosophen halten den Körper für das Haus der Seele. Sterben bedeutet das Verlassen dieses Hauses.

Sehnsucht nach der verstorbenen Seele bewahrt die Verbindung zu ihr.

Die innere Stimme ermöglicht sogar Zwiegespräche. Aber dem Verstand verrät sie keineswegs das Geheimnis des Jenseits.

Da Intuitionen Glauben brauchen, erscheinen sie Wissen als nicht gesichert. Liebe aber lebt vom Empfinden und nicht etwa durch Wissen.

So weiß der Trauernde nie, ob er (intuitiv) ein Zwie- oder nur ein Selbstgespräch führt. Aber er vermag zu spüren und zu glauben, was tatsächlich geschieht.


29
Dez
2015

Urahnung


Eine Idee scheint hervor, erscheint dem Bewusstwerden des Menschen als Gott, lange, bevor menschliche Vernunft erwachte.

Diesen Traum aber vergisst das vernunftbegabte Wesen nicht mehr und erinnert Gott als Name für alle Uranfänge, hinter die der Verstand nicht mehr schauen kann.

Der Verstand behauptet:

Für alle Zwecke gibt es Gründe,
für alle Wirkungen Ursache.

Aber die allerersten Gründe und Ursachen bleiben uns bis heute verborgen, weil unser Wissen nicht weit genug zurück zu kehren vermag.

A b e r irgend wer oder was muss doch zuerst angefangen haben.

Wer oder was muss Eigenschaften annehmen,
um zum Wesen zu werden.

Irgend einen Grund muss dieser Anfang doch haben,
um seinen Zweck zu verfolgen.

Alle Wirkungen
verweisen auf eine erste Ursache.

Aber diese Ursache verhindert unseren Blick auf
ihre Art und Weise zu werden und die Umstände zu sein.

Verstand durchmisst Räume und Zeiten,
aber alles Wissen gewährt keinen Einblick
in erste Gründe und Ursachen aller Gründe und Ursachen.

Zufallen bzw.Zufall erklärt überhaupt nichts.


28
Dez
2015

heute


ist ein besonderer Tag


morgen wird die Reise
fortgesetzt
das Ziel ist unbekannt

Wünsche vielfältig
Sehnsucht groß

die Erinnerung zwiespältig

einhalten
besinnen

voraus denken
Gedanken lenken

dass durch Angst

Hoffnung sich zeigt


28.12.2014
+ Ulrike Schmid
vor ihrem vorletzten Krankenhausaufenthalt in der Palliativstation



27
Dez
2015

schauen


das innere Auge
schläft nie

als Verbindung
zwischen Seele und Geist
ist es nie allein



Wandlungen

die tiefsten Gedanken
fließen in spürbare Bilder

die Erinnerung
schaut sie als Abbild der Seele

nachts im Traum


27.12.2015



Schöpfung aus Liebe


Im Anfang waren intuitive Eingebungen.

Alles ist durch Intuitionen geworden, aus Liebe geboren, und durch Eingebungen der inneren Stimme zur Sprache gebracht.

Fantasien setzen intuitive Bilder ins Werk, um Wahrheit zu offenbaren.

In tiefer Meditation vermag jeder Mensch, diese Wahrheit zu erfahren.

Es existiert keine einzige verwirklichte Idee oder Theorie, die nicht zuvor als wirkliche Möglichkeit aus möglichen Möglichkeiten des Glaubens geboren sind.



26
Dez
2015

inneres Auge


ich glaube ich bin

das Licht schmiegt sich um mich

ich sehe das Nichts


wieder holen


täglich bei Null
beginnen

den Boden kehren
zur Erinnerung

Vernunft und Licht
fügen sich zusammen

sofern das eine
mit dem anderen spricht

zufallen


wie zufällig unsere
Wahl scheint

Fragen werfen
Münzen in den Sand

ein Gegenüber
brauchen wir

das Wesen
das

in uns wartet


26.12.2014
+ Ulrike Schmid



Glaubensbekenntnis



Ich glaube an die Intuition als die uns allen von Geburt an geschenkte Gabe der Natur.

Ich glaube an die innere Stimme und deren natürliche Offenbarung von Wahrheit.

Glaube, Hoffnung, Liebe gründen diese Offenbarung.

Glaube lebt von der Sensibilität innerer Wahrnehmung,

Hoffnung von der Genauigkeit künstlerischer oder philosophischer Betrachtung,

Liebe von der Kraft der Intuition


25
Dez
2015

Schale


in ein Nichts
geboren

alles fließt
um uns herum

nackte Wände
das Ich wie eine Haut

die Höhle
kühl die Außenhülle -

wes' Wesen formt
das Herz des Ich

unsichtbares Bild

das ein Leben lang
Sprechen und Fühlen
bestimmt?


25.12.2014
+ Ulrike Schmid



Brief aus der Heiligen Nacht


Intuitives Werden unvergänglicher Natur


Geliebte Seele,

sei nicht mehr traurig, denn ich bin bei Dir alle Tage Deines übriggebliebenen Lebens. Danke Dir, dass Du mich in meinen Texten vergänglichen Daseins weiter leben lässt.

Hier ist alles so vollkommen anders als geträumt. Es fällt mir immer noch schwer, für Dich einfaches und leicht vernehmbares Formen zu gestalten.

Aber wenigstens haben unsere Intuitionen es geschafft, sich zu verbinden. Ich bin sehr glücklich, endlich diesen endlichen Weg gefunden zu haben.

Natürlich möchtest Du erfahren, wie es mir seid unserem endgültigen Abschied ergangen ist. Zunächst übermannt mich die große Überraschung, dass mir widerfährt, was ich meinen Texten sehe.

Sogar der Weg hinter des Daseins Horizont verläuft nahezu so, wie Du ihn markiert hast. Aber viel deutlicher erahnt sich das in meinen Texten.
Nachdem Bilder mich verlassen, bleiben mir die Kostbarkeiten der Worte.

Entschuldige trotzdem, dass ich Deine innere Stimme vereinnahme.
Aber auf diese Weise sind wir wenige Augenblicke gemeinsam Eines.

24./25.12.2015
+ urs



24
Dez
2015

Begegnung


nachts träumt die Seele
sich davon

da ist nichts
das sie aufhalten kann

am Morgen kehrt sie um

doch das Sehnen des Ich
bleibt zurück

es wartet auf den
nächsten Traum

dass die Seele ihm
wieder nah sein kann


24.12.2014
+ Ulrike Schmid



logo

Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

Archiv

März 2025
Januar 2025
Dezember 2024
Juli 2024
Januar 2024
Dezember 2023
Oktober 2023
August 2023
Juli 2023
Juni 2023
Mai 2023
April 2023
Januar 2023
Dezember 2022
Oktober 2022
September 2022
Juni 2022
Mai 2022
März 2022
Februar 2022
Januar 2022
Dezember 2021
November 2021
Oktober 2021
September 2021
August 2021
Juli 2021
Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

Am Anfang war das Wort
Am Anfang war das Wort, und das Wort war das Sein,...
wfschmid - 10. März, 02:28
Schauen, was nicht zu...
Neue Publikation, auch in englischer Spreche Bestellung...
wfschmid - 22. Januar, 13:11
URSPRUNG DER INFORMATION...
Vernunft und Verstand begabter intelligenter Wesen...
wfschmid - 26. Dezember, 07:10
Bildlose Gedanken sind...
Bewusstwerden wird als Bilderleben sowohl von der Vernunft...
wfschmid - 21. Dezember, 06:11
ES GIBT DINGE, DIE GIBT...
ES GIBT DINGE, DIE GIBT ES GAR NICHT Dieser Spruch...
wfschmid - 14. Dezember, 11:22
Vernunft <--->...
Bewusstwerden wird als Bilderleben sowohl von der Vernunft...
wfschmid - 13. Dezember, 21:49
H u m o r
Gefräßige Gesellschaft www.greedype rson.com
wfschmid - 25. Juli, 12:09
Dreamed out
If a priori represents a metaphysical congruence with...
wfschmid - 9. Januar, 05:24

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7778 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. März, 02:28

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs