Unilogo

3
Feb
2016

Gott


Axiom des Glaubens
unbeweisbare Idee
Urzeit-Traumgeburt


Mitarbeit


die Vernunft streift nur flüchtig
was wirklich geschieht

der Verstand hält sich zurück
aus dem Kampf um einen Platz
an der Sonnenseite des Lebens

er sondert sich ab
um von Wissen zu sprechen

das macht ihn aber nicht immun
gegen die Schwächen
die die Vernunft nur mühsam verdeckt

beide wollen das Ganze, Vernunft
mit Gefühl, Verstand mit Geisteskraft

sie streiten sich ohne Sinn
denn Menschen brauchen
einander so sehr, dass keine Kraft
bleibt, um gegeneinander zu kämpfen

Scham ist ein vollständig überflüssiges
Gefühl, wenn jeder den anderen braucht

was brauchen wir mehr, als füreinander
da zu sein ?


4.2.2015
+ Ulrike Schmid


2
Feb
2016

Irrlehre


Lehren = Entfremden
Logische Disharmonie
Entfremdung lernen


Korrektur

Lehren = Entfremden
Logische Disharmonie
Nein zur Entfremdung


Balance


je mehr wir suchen
desto weniger finden wir

vielleicht suchen wir auch nur
weil wir mit uns unzufrieden sind ?

ein erfüllter Mensch ruht in sich

ist das Ideologie ?

wir sind die Macher, es reicht uns
nicht, zu existieren

wir erzeugen uns sogar selbst
die Zwänge, aktiv zu sein

weil Menschen lernen können
müssen sie es auch um zu überleben

sie müssen selbst
herausfinden, was ihnen Not tut
und was ihnen bekommt

die Freiheit, zu lernen lebt mit
dem Zwang, lernen zu müssen

wer in sich ruht, hat sich gefunden

er ruht im Gleichgewicht von
Geben und Nehmen

das Selbst reicht dem Ich
immer wieder die Hand


2.2.2015
+ Ulrike Schmid


1
Feb
2016

Demenz


erstarrte Ordnung
Alle Regeln versagen
verlorenes Spiel

Zauberformel


es ist Demut in dem Satz
vom glaubenden Ganzen

glauben heißt nichts anderes
als annehmen, was gegeben wurde

und Widerstand gegen den Übermut
die leichtfertige Annahme, dass

alles zu ändern ist. liebet einander,
solange ihr Liebe spürt

tut was anliegt
dann kommt der Mut zurück

und die Liebe wächst


+ Ulrike Schmid
1.2.2015

31
Jan
2016

Verhaltenänderung


Lernen braucht Freude
Frustration ändert nichts
Motiv erzeugt Lust


30
Jan
2016

verstehen


Mit Gelassenheit schauen
Beziehungen gut beobachten
die Wirkungen begreifen


29
Jan
2016

Schauen



Sinne und Gefühle
initiieren klares Betrachten
inneren Bilderlebens


Engagement


Engagement ist zu Burn-Out diametral. Engagement braucht eine dem Verhalten übergeordnete Führungsgröße. In der Regel handelt es sich um ein im Gewissen verankerten Ideal.

Engagement ist der intensive, motivierte Einsatz für etwas Wer sich engagiert verhält, handelt in der Regel selbstbestimmt richtig. Engagement wird vor allem emotional geregelt. Problematisch wird es dann, wenn die Vernunft diese Regelung nicht kontrolliert und der Beweggrund unkritisch bleibt.

Bleibt das Ergründen eigenen Beweggrundes erfolglos, dann ist hoch wahrscheinlich die Fragestellung unzureichend. Nicht wenige weichen dieser Aufgabe aus und stellen sich überhaupt nicht dieser Frage, sondern delegieren die Suche nach einer Antwort an ihr Tagebuch. Aber bloßes externes Ablegen (Speichern) von Ereignissen verhilft weder Bewusstsein noch Unterbewusstsein zu hilfreichen analytischen Widerspiegelungen.

Bewusstwerden vollzieht sich allein als Bilderleben. Der Verstand, der nach dem Beweggrund fragt, braucht infolgedessen geeignete Suchbilder. Aber das vorstellungsmäßige, erinnernde Zurückversetzen zeigt sich nicht erfolgreicher als ein Tagebuch. Dem, was sich vor dem Bewusstwerden verbirgt, fehlt bislang der Anreiz, sich zu zeigen.

Das Wesen eines maßgeblich bestimmenden Motivs gelangt auch durch Interesse an Unentdecktem (Neugier) zum Vorschein. In aller Regel bezieht sich nämlich ein solches Motiv auf eine Suche nach Wahrheit.

Erleichtert wird die Suche nach dem Urgrund des eigenen Motivs, wenn sie durch schöpferisches Tun zum Vorschein gelangt.

Handelt es sich um künstlerisches Tun, dann bezieht sich die Suche hoch wahrscheinlich auf einen seelischen Grund. Handelt es sich dagegen um wissenschaftliches Tun, dann liegt der Grund höchst-wahrscheinlich im geistigen, theoretischen Bereich.

Schöpferische Aktivitäten können sich äußern durch:

körperliche Bedürfnisse <> Sport,
seelische Bedürfnisse <> Kunst, Religion,
geistige Bedürfnisse <> Wissenschaft,
Mischformen <> Abenteuer...


28
Jan
2016

Denken



Bilderleben als
Bilder-Leben (Fantasie) /
-Erleben (Verstand)


Desinteresse


Desinteresse (Burn-out) meint Energieverschleiß, Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen – durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft kommen kann und einer Person Energie und innere Kraft raubt.

Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigem Stress, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt.

Neuronales Burn-out hemmt bzw. lähmt Transmis-sionen. Gewohnte neuronale Verbindungen werden durch Fehlverbindungen auffällig.


27
Jan
2016

Gewissen



Instanz innerer
Stimme meines Schutzgeistes
Orientierungen


Coolness


„cool“ meint die Eigenschaft, stets die Ruhe zu bewahren, keine Angst zu haben und sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen.
Der Kern der Coolness liegt in der Autonomie. Menschen, Marken und Produkte gelten demnach dann als cool, wenn sie ihre Ziele oder Attribute auf ihre ganz eigene kreative Weise verwirklichen und von der Masse abheben – und zwar so, dass sie dabei keine moralischen Grundsätze verletzen.
Bedingung der Möglichkeit von Coolness ist ein hinreichend tolerantes Gewissen, also ein Gewissen, das Handlungsspielräume lässt.
Im Gegensatz zum anerzogenen Gewissen umfasst das natürliche Gewissen instinktive Muster. Das sind gleichsam Makros, welche unbewusstes Verhalten steuern. So steuert Furcht Auslösen und Umsetzen des Fluchtmechanismus.


26
Jan
2016

Innere Stimme



Schutzgeist des Menschen
Ratgeber schwerer Tage
Geschenk der Natur


https://www.evernote.com/l/AmFU-DxMeZpL47GkMwYnbl9MMPWrF8QieJs

Besonnenheit


Besonnenheit bezeichnet, im Unterschied zur Impulsivität, die überlegte, selbstbeherrschte Gelas-senheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen die gewissenhafte Korrektur die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder gar gewissenlose Taten zu vermeiden.
Sokrates preist den besonnenen Gleichmut als be-sondere Tugend. In Platons Dialog Charmides wird die Frage, was Besonnenheit sei, damit beantwortet, das Seine und damit das Gute zu tun. Besonnenheit ist dadurch für Sokrates gleichbedeutend mit Selbsterkenntnis.

Bei Platon ist Besonnenheit eine der vier Kardinal-tugenden (Ideale der Selbst-Erziehung):

1.Klugheit: Fähigkeit situationsgemäß unter Verwendung der richtigen Mittel zu handeln.

2.Gerechtigkeit: Achtung vor der Würde des Selbst sowie der anderen.

3.Tapferkeit: Mittelweg zwischen Tollkühnheit und Feigheit.

4.Besonnenheit: Umgang mit den eigenen Bedürfnissen als Mittelweg zwischen Ausschweifung und Selbstunterdrückung.

Aristoteles zählt die Besonnenheit in seiner Niko-machischen Ethik zu den ethischen Tugenden.
In der Stoa ist die Zurückhaltung von zu raschem Urteilen für den Weisen wichtig. Sie wird als Epoche (altgriechisch έποχή) bezeichnet, was auch so viel wie innerer „Haltepunkt“ bedeutet.

Für Epikur ist Unerschütterlichkeit bzw. Ataraxie für den Seelenfrieden unabdingbar. Horaz spricht von der Mäßigung als „goldene Mittelmäßigkeit“ (aurea mediocritas). Er will damit den rechten Mittelweg einschlagen zwischen allzu hohem Streben und verächtlicher Niedrigkeit (ne quid nimis).

Bei Paulus ist die Besonnenheit eines der beiden Kriterien für die richtige Anwendung der Charismen (Röm 12,3-8 EU). Allerdings müsse sie dazu mit Bescheidenheit einhergehen. Zugleich gilt sie als eine Gabe des göttlichen Geistes (2 Tim 1,7 EU)

Der Anthroposoph Rudolf Steiner sieht unter Berufung auf Immanuel Kant in der kritischen Besonnenheit das Gegenteil von Naivität.

Auch im Islam spielt die Besonnenheit eine Rolle. So heißt es nach der Überlieferung von Sahl Ibn Sa`d (r): Allâhs Gesandter (SAAW (ṣall Allāhu ʿalay-hi wa-sallam)) hat gesagt: „Besonnenheit ist von Allâh und Hast vom Teufel“.
Doch wird vor einer einseitigen, überbetonten oder unkritischen Besonnenheit auch gewarnt, da sie in die Tatenlosigkeit (Trägheit) abgleitet.
Besonnenheit repräsentiert eine harmonische Regelung, d.h., die einzelnen Abläufe zwischen den neuronalen Konstituenten geschehen konfliktfrei.


25
Jan
2016

einstmals


im Mai

wir lagen unter dem Feuer
der Nacht

kühl blieb nur
der Wind über der Nacht
am Meer

er wehte von nirgendwo her


25.1.2015
+ Ulrike Schmid


Tagebuch



Selbst offenbart sich
Ich versuche zu verstehen
Was Es mir verrät.


24
Jan
2016

Spirale



der Tag befriedigt
den Vordergrund

wenn es Nacht wird,
stehen die Fragen auf

als ob wir nicht anders können
als nach dem Grund zu suchen

warum wir hier sind
wer wir sind
was uns am Ende erwartet

ein Gen, eine Intuition ?

alles ist dagegen schal und
unbefriedigend

außer der Sehnsucht, uns
selbst zu begegnen

und damit der Antwort
nach dem Grund
unseres Daseins auf Erden


24.1.2015
+ Ulrike Schmid


Besonnenheit


Besonnenheit bezeichnet, im Unterschied zur Impulsivität, die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen die gewissenhafte Korrektur die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder gar gewissenlose Taten zu vermeiden.

Sokrates preist den besonnenen Gleichmut als besondere Tugend. In Platons Dialog Charmides wird die Frage, was Besonnenheit sei, damit beantwortet, das Seine und damit das Gute zu tun. Besonnenheit ist dadurch für Sokrates gleichbedeutend mit Selbsterkenntnis.

Bei Platon ist Besonnenheit eine der vier Kardinal-tugenden (Ideale der Selbst-Erziehung):

1.Klugheit: Fähigkeit situationsgemäß unter Verwendung der richtigen Mittel zu handeln.

2.Gerechtigkeit: Achtung vor der Würde des Selbst sowie der anderen.

3.Tapferkeit: Mittelweg zwischen Tollkühnheit und Feigheit.

4.Besonnenheit: Umgang mit den eigenen Bedürfnissen als Mittelweg zwischen Ausschweifung und Selbstunterdrückung

Aristoteles zählt die Besonnenheit in seiner Niko-machischen Ethik zu den ethischen Tugenden.
In der Stoa ist die Zurückhaltung von zu raschem Urteilen für den Weisen wichtig. Sie wird als Epoche (altgriechisch έποχή) bezeichnet, was auch so viel wie innerer „Haltepunkt“ bedeutet.

Für Epikur ist Unerschütterlichkeit bzw. Ataraxie für den Seelenfrieden unabdingbar. Horaz spricht von der Mäßigung als „goldene Mittelmäßigkeit“ (aurea mediocritas). Er will damit den rechten Mittelweg einschlagen zwischen allzu hohem Streben und verächtlicher Niedrigkeit (ne quid nimis).

Bei Paulus ist die Besonnenheit eines der beiden Kriterien für die richtige Anwendung der Charismen (Röm 12,3-8 EU). Allerdings müsse sie dazu mit Bescheidenheit einhergehen. Zugleich gilt sie als eine Gabe des göttlichen Geistes (2 Tim 1,7 EU)

Der Anthroposoph Rudolf Steiner sieht unter Berufung auf Immanuel Kant in der kritischen Besonnenheit das Gegenteil von Naivität.

Auch im Islam spielt die Besonnenheit eine Rolle. So heißt es nach der Überlieferung von Sahl Ibn Sa`d (r): Allâhs Gesandter (SAAW (ṣall Allāhu ʿalay-hi wa-sallam)) hat gesagt: „Besonnenheit ist von Allâh und Hast vom Teufel“.

Doch wird vor einer einseitigen, überbetonten oder unkritischen Besonnenheit auch gewarnt, da sie in die Tatenlosigkeit (Trägheit) abgleitet.

Besonnenheit repräsentiert eine harmonische Regelung, d.h., die einzelnen Abläufe zwischen den neuronalen Konstituenten geschehen konfliktfrei.

23
Jan
2016

Erlösung


hohe Emotionen, nur flüchtig
abgedeckt

das innere Gegenüber schreckt aus
Träumen auf

auf Asche und Asphalt
scheinen Hyänen auszuharren

sie lungern auf dumpfer Lava rum

ein Stück Brot

ein Versehen

sofort schnappt heiße Energie zu

kein Tisch gedeckt, ein Mahl nicht
zubereitet

Kampf um das letzte Stückchen
Dreck

jemand

kommt. mit Schüssel, Wasser, Tuch

hockt sich nieder und bedeckt
müde Füße mit Demut, Gnade

die Seele brennt

bereit
sich anzunehmen


23.1.2015
+ Ulrike Schmid


Ärger


Als heftiges Gefühl der Unzufriedenheit und leichter Wut signalisiert Ärger, dass etwas, das geschieht, nicht passt.

Ärger verhindert, dass man das übersieht und darunter leidet.

Wenn der Mensch sich ärgert, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder er ärgert sich heimlich auf und isoliert sich, weil er sich seines Ärgers schämt oder vielleicht cool "über allem" stehen will. In diesem Fall frisst sich Ärger zerstörerisch in Magen und Herz.

Gewöhnlich erregen auffällige Wahrnehmungen Aufmerksamkeit. Missfallen diese aber, dann geht Aufmerksamkeit in Ärger über. Diese emotionale Dominanz optimiert Verhaltensmuster wider ärgerliche Störungen.

Dieser natürliche Korrekturmechanismus versagt, sobald sich Vernunft einmischt und Ärger in Streit oder gar Krieg überführt.


22
Jan
2016

Kindheitstraum


der Tag
lebt aus Erinnerungen

die Nacht
bereitet sie auf

aus dem tiefen See
der ins gestern führt

Kinder
gestalten Lebensraum

sie tanzen
in dem verschwiegenen Haus


22.1.2015
+ Ulrike Schmid


Naturbegabte Wahrnehmung


Steuern beeinflusst das automatisierte neuronale System aufgrund einer Nachricht bzw. einer Infor-mation oder Reizes.
Steuern ist die beabsichtigte Beeinflussung (durch Information, Nachricht, Reiz, Input) des Verhaltens eines Systems
Die Geburt des vernunftbegabten Lebwesens bedeutet den Verlust naturbegabter Wahrnehmung.
Der biblische Mythos von Adam und Eva im Paradies ist eine von vielen Überlieferungen, welche das Geheimnis einer verlorenen Heimat der Menschheit offenbart.
In ihnen ist eine Botschaft verborgen, die weit über die einfache Vorstellung einer heilen Welt hinausgeht.

Fast alle Völker der Erde kennen Mythen über die Entstehung der Welt und des Menschen und darüber, wie der Mensch sich von Gottes ursprünglicher Schöpfung entfernte. Hier geht es um die Entschlüsselung der spirituellen Botschaft, die allen Paradies-Mythen zugrunde liegt. Sie ist universell und zeitlos: Es gibt eine ursprüngliche Welt, die vor unserer sterblichen Natur existierte und in der die Menschheit einmal ihre Heimat hatte.

Diese Welt existiert für Religionen immer noch, und es gibt für religiöse Menschen einen inneren Weg dorthin zu einem völlig neuen Bewusstseins- und Lebenszustand in der sogenannten Gegenwart Gottes.

Es ist die Steuerung der Gefühle durch eine verwirrte Vernunft und verirrte Widerspiegelung geträumter Fantasien.

Gefühle aber regeln natürliche Gedanken, das sind reflektierte Automatismen. Fühlen und Denken wechselwirken. Als Emotionen dominieren vor allem gefühlte körperliche Eigenschaften . Als Empfindungen dominieren vor allem Erfahrungen und Erinnerungen.


21
Jan
2016

Symbiose


der Körper lacht
wenn die Seele freundlich ist

das Herz atmet auf
wenn die Sinne zu ihm führen

Lebensfreude nistet sich ein
wenn Intuition den Tag bestimmt


21.1.2015
+ Ulrike Schmid


Verlorenes Paradies


Solange sich das Selbst ausschließlich harmonisch durch Grundbedürfnisse organisiert, wendet sich diese Selbstorganisation weder gegen die innere noch äußere Natur. Aggressionen sind unbekannt, Kriege und Streit können deshalb auch nicht entstehen.

Die Bedingung für die Möglichkeit, dieses Glück zu verlieren, entsteht durch die Befähigung, von Refle-xionen mittels Sprachzeichen zu abstrahieren. In dem der Mensch zur Sprache findet, entdeckt der Möglichkeit, über das Sein der Dinge losgelöst von ihrem Werden zu entscheiden. Der Verlust der unmittelbaren Beziehung zum Seienden lässt das vernunftbegabte Lebewesen den natürlichen Kontakt verlieren und sich unvernünftig verhalten.

Werden wird nicht mehr intuitiv erfahren, sondern vernünftig als Gegenwart aus Vergangenheit und für die Zukunft. Gegenwart als Sein legt sich als Schein über das Werden und entzieht Erleben unmittelbarer Vergegenwärtigung.

Bewusstsein als Momentaufnahme des Werdens verfestigt den Schein von Sein.

Diese Täuschung wird in der Geschichte Abendlän-discher Kultur vollkommen unterschiedlich dargestellt, nämlich religiös als Sündenfall im Paradies und philosophisch als Grundlegung der Metaphysik.

Beide Darstellungen sind bereits Inszenierungen der Vernunft, verdecken also die eigentliche Entstehung vor aller Vernunft.

Der im Paradies verbotenerweise gewonnene Erkenntniswert bringt dem vernunftbegabten Lebewesen kein Glück. Aufgrund seiner schlechten Erfahrung mit dem Gott des Paradieses ersinnt es sich neue Götter. Aber statt dadurch die Harmonie seiner Seele zurückzugewinnen, zerfällt sein Glauben in Vielgötterei, an der er nach und nach verzweifelt.

Der Streit der Götter untereinander steigert die Sui-zidraten unter den Gläubigen so, dass sich damalige Philosophen intensiv Gedanken machen über die Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen.

Der Philosoph Sokrates überlegt zunächst, was Gläubige eigentlich am Göttlichen fasziniert. Es ist das Geheimnisvolle des Unsichtbaren, Allumfassenden.

Sokrates entdeckt jene Frage, welche sowohl nach dem Allgemeinen als auch nach sinnlich nicht Vernehmbaren sucht. Dem göttlichen Wesen entsprechend darf nämlich der religiöse Ersatz weder sinnlich vernehmbar noch vergänglich sein.

Der Mythos erzählt, dass der Spiegel zerbrochen sei, weil Eva ihr Selbst Gott gleich stellen wollte. Der Mythos vom Sündenfall im Paradies aber enthält selbst einen Bruch, nämlich den Widerspruch zwischen dem Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis und ihrer Wirkung auf das erkenntnislose Paar Adam und Eva.

Wie sollen Wesen bar jeglichen Erkennens verstehen können, was der Baum der Erkenntnis oder „gottgleich“ in Wahrheit bedeutet. So verhält sich Eva typisch spontan neugierig. Durch die Verlockung der köstlich erscheinenden Frucht verführt, greift sie zu, in etwa nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“.

Aber statt zu erkennen, zerreißt es ihr Selbstbild, und das Bewusstsein zerspringt bzw. zerfällt in einzelne Vorgänge. Sinnliches Wahrnehmen der Nacktheit wird übermächtig und zur Bedrohung durch Unanständiges, das vor Gott verborgen gehalten werden muss.

Der Mythos vom Paradies stellt Erkennen als Vergehen dar. Der Mensch bricht mit seiner Natur. Er erfährt den Verlust ursprünglicher Naturverbundenheit als Vertreibung aus dem Paradies.

Was aber steckt hinter dem Traumbild vom Paradies?
Welches Erleben eines traumatisierten Menschen sollte hier sichtbar werden?

Es liegt nahe, eine zufällige fantastische Traumspielerei zu vermuten und die grandiose Idee, diese als Wirklichkeit darzustellen.


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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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