Unilogo

17
Feb
2016

Duplizität von Glauben und Wissen


Verstand: „Unser innerer Dialog bringt Bewusstwerden im Grunde als Wechselspiel zwischen Seele und Geist zum Vorschein. Der Widerspruch zwischen Glauben und Wissen hebt sich somit auf!“

Seele: „Erstaunlich, was du hier zum Ausdruck bringst! Und das bedeutet doch wohl einen gemeinsamen Neuanfang! Aber das bedeutet auch zugleich eine radikale Wende des Denkens, nämlich eine Kehre in der Ausrichtung!
Nach den Erfolgen der Naturwissenschaften seit Aristoteles ist es allerhöchste Zeit umzukehren!“

Verstand: „Du meinst eine Rückkehr zu den Wurzeln der Philosophie, genauer zu dem, womit sich bereits der Lehrer des Aristoteles, d. i. Platon beschäftigt. Platon nimmt den Grundgedanken seines Lehrers Sokrates zwar auf, deutet ihn aber radikal um.“


16
Feb
2016

Die Seele (Seite 3)



Überall Anfänge. Noch hat die Autorin
kein Gespür für sie. Sie schmerzen.
Abschied nehmen. Doch von was ?
Etwas das zu Ende geht.

In der Seinsbestimmung ist es noch
matt. Ich habe ein Muster ausprobiert.
Anfänglich auch nur matt.

Sie klammert sich an die Form. Statt sie
sein zu lassen. Form allein hinterlässt
nicht einmal Fragen. Was willst du, was ?

Vor Tagen
hat sie sich
eines Besseren belehrt.

Wenn es darum geht, Wirklichkeit
einzufangen, dann

sind viele Mittel recht.
Andere wurden noch nicht
ausprobiert.

Doch die Intuition steht da als
eine ganz besondere Größe.
Ich frage mich, ob ich sie
nicht vernachlässigt habe.

16.2.2015
+ Ulrike Schmid
Letzter Text vor ihrem Tod


15
Feb
2016

Die Seele (Seite 2)


Die Autorin ordnet ihr Gefieder.
Das sagt sie, wenn sie von sich
als Vogel spricht.


Sie wartet auf die angekündigte
Begegnung; nachts, da wäre Zeit.
Und Gelegenheit.


Doch da wartet sie, dass die Zeit
vergeht, wenn ihr nichts mehr
einfällt, womit sie sie verbringen
kann.



Das Training geht vorbei. Es dient
dem schmiegsamen Gefieder und
dass sie die Federn geschmeidig
anordnen kann.


Die Lücke entsteht zwischen eins
und zwei, wenn beides als Eines
zusammengeht.


Die Autorin stellt fest, dass sie
wartet... auf den Partner, eine
Idee, das Lächeln, das sonst
an dieser Stelle kommt.


Früher saßen die Damen nach-
mittags zusammen und tranken
ihren Cafe. Und sprachen über
Dies und Das.


15.2.2015
+ Ulrike Schmid

Gebet


Selbstgespräch des Ichs
in Bildern der Fantasie
Irrlichter des Selbst


Duplizität von Glauben und Wissen


Verstand: „Unser innerer Dialog bringt Bewusstwer-den im Grunde als Wechselspiel zwischen Seele und Geist zum Vorschein. Der Widerspruch zwischen Glauben und Wissen hebt sich somit auf!“

Seele: „Erstaunlich, was du hier zum Ausdruck bringst! Und das bedeutet doch wohl einen gemeinsamen Neuanfang! Aber das bedeutet auch zugleich eine radikale Wende des Denkens, nämlich eine Kehre in der Ausrichtung!
Nach den Erfolgen der Naturwissenschaften seit Aristoteles ist es allerhöchste Zeit umzukehren!“

Verstand: „Du meinst eine Rückkehr zu den Wurzeln der Philosophie, genauer zu dem, womit sich bereits der Lehrer des Aristoteles, d. i. Platon beschäftigt. Platon nimmt den Grundgedanken seines Lehrers Sokrates zwar auf, deutet ihn aber radikal um.“


14
Feb
2016

Antike


Emotionen herrschen
in den Bildern von Göttern
Glauben statt Wissen


Die Seele (Seite 1)


es ist früher Morgen. Anfang.
etwas beginnt, anderes endet.

ein Gedanke wächst aus anderen heraus.
er sieht vor sich eine mögliche Richtung.
doch er zögert. zu kurz, der Blick
bricht ab.

Wir müssen uns absprechen. Wir?
Wer, Was, Wann …

Von Seele war die Rede und dass Vieles
damit angesprochen ist. Gedanken?
Will hier einer Ordnung schaffen?
Wünschenswert wäre das...


Die Autorin sucht einen Partner.
Allein kommt sie nicht weit.
Warum das?

ein einziger Gedanke braucht ein
Gegenüber, Gefühle sind auch
nicht weit. Belohnung. Streit.

Die Kunst lebt von den Gaben.
Seele bleibt Natur.
Das Heilen funktioniert ja auch
über die Natur.


Bisher sucht die Autorin vergeblich.
Vieles hat sie im Blick: Schamane
Ich, und Du, Selbst, das Glück
und Leid der Mystikerin.

eine Partnerschaft auf Zeit. Oder
eine tiefe Bindung. Zwei als Eines,
zwei als zwei.


14.2.2015
+ Ulrike Schmid


wahr nehmen statt wahrnehmen


Seele: „Ich glaube nicht, dass der Mensch das Wahrnehmen verlernt hat! Vielmehr nehme ich an, dass er von Geburt an – gleichsam aus Gründen des Selbstschutzes - fantasiert.
Verstand: „Wahrnehmung ist immer Duplizität von sinnlichem Sehen und geistigem Schauen. Es sind geistige Anschauungen, welche Sinneseindrücke überlagern. Wir sehen gleichsam nicht mit unseren Augen, sondern mit unserem Geist. Augenblicke sind gewöhnlich Einblicke oder bisweilen sogar Einsichten.
Um uns aber nicht miss zu verstehen, sollten wir sehr sorgfältig unterscheiden.
Wahrnehmen bezieht sich das auf äußeres bzw. sinnliches Vernehmen . Was allerdings inneres bzw. geistiges Wahrnehmen angeht, so nehme ich an, dass sich etwas genau so verhält, wie es mir bewusst wird. Im Gegensatz zu den Sinnen, kann ich meinem Geist wohl vertrauen.
Wahrnehmen das Wahre entnehmen können, verlangt die Fähigkeit, genau sinnlich zu erfassen, sorgfältig zu betrachten, geduldig zu beobachten, im Zusammenhang zu begreifen, gewissenhaft zu bewerten und konsequent praktisch zu folgern.“


Seele weiter: „Unser Unterbewusstsein offenbart sich uns nicht. Es schützt sich vor dem Verstand.
Mit der Logik des Verstandes kann man zwar Beweise führen, aber keine Erkenntnisse gewinnen.
Wir haben keine Ahnung, wer zu uns spricht, wenn wir Eingebungen folgen und schreibend Ideen entwickeln.

Wir erfahren , dass wir Einfälle notieren müssen, um sie nicht gleich wieder zu vergessen.

Wir nennen Intuition, was uns das Unbewusste
eingibt. Wollen wir uns aber sein Wesen erschließen, dann verweigert es die Aussage.

Wir glauben der inneren Stimme. Wir vertrauen darauf, dass sie uns Wahres eröffnet.

Nur Weniges von dem, was uns das Unbewusste offenbart, vermag unser Verstand zu erfassen. Und das, was er erfasst, verunreinigt er, weil voreingenommen.

Nicht einmal die Wahrheit über uns selbst dürfen wir ungefärbt erfahren; meistens ist sie schöngefärbt.“


Verstand: „Die ‚Befangenheit' des Verstandes ist eine Folge der Enge unseres Bewusstseins, d.i. das begrenzte Fassungsvermögen unseres Kurzzeitgedächtnisses.

Der Verstand vermag nicht alles zu erfassen, weder was von außen, noch was von innen auf ihn eindringt. So filtert er zu unseren Gunsten.“

Seele: „Das Wahr Nehmen aus Wahrnehmen ist demnach eine Schutzfunktion! Verstand überführt Wahres in Richtiges, wohl, um das Ich vor seinem Selbst zu schützen?“


13
Feb
2016

Selbstbedingung


Zugang zum Selbst
bekommst Du nur

wenn Du Dir gehörst

abwesend vom Sich
siehst Du nichts

weil da nichts ist !

13.2.2015
+ Ulrike Schmid


Tod


Seele im Körper
Geist und Information
Abspaltung durch Tod


Schöpfer des Wissens


Seele: „Meiner Ansicht nach irrt Friedrich Nietzsche zutiefst, wenn er die Unfähigkeit wahr zu nehmen vor allem unserer Erziehung zuschreibt. Ich bin der Auffassung, dass uns diese Behinderung nicht an-erzogen, sondern angeboren ist!“

Verstand: „Das vermag ich zwar nicht zu beurteilen, aber es erscheint mir, nach dem, wie wir Denken bestimmen, zumindest logisch.“

Seele: “Dir ist wohl sicherlich bekannt, dass schon der Philosoph Platon meint, dass wir uns im Denken begegnen sollen!“

Verstand: „Na ja, in Platons Denken dominiert die Idee, und er spricht deshalb auch von ‚idein’ (ἰδεῖν), wenn er vom Denken spricht. Er meint damit das Schauen der Ideen. Und das ist ja wohl eher deine Angelegenheit.
Ich bevorzuge nämlich Aristoteles, der auf dem Boden sinnlicher Wahrnehmung bleibt.“

Seele: „Aber das trifft keineswegs zu, denn das Sein des Seienden repräsentiert doch gerade die vollkommene Loslösung von den Sinnen. Durch vollkommene Abstraktion schaffst Du zwar Strukturen und Systeme, erreichst aber nicht die Anschauung der Idee des Guten!“


12
Feb
2016

Zweifel


ich verstehe warum ich hier
die Luft anhielt
und einen Sprung machte

ich konnte kaum erwarten
weich zu landen

überlege immer wieder,
ob das, was ich erlebe,
das „eigentliche“ Leben ist,

ob also alle Leben
irgendwann
genau hier ankommen.

12.2.2015
+ Ulrike Schmid

Was bleibt


Materie zerfällt
die Desinformation
erhält Energie


4. Wahrnehmen verlernt (Exkurs 1)


„.. wir sind ohne Bildung, noch mehr,
wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur,
weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben.“

Es sind vor allem zwei Aussagen des Philosophen Friedrich Nietzsche, die das, was ich intuitiv empfinde, ausdrücken. Die erste Aussage beinhaltet seine Kritik an der Pädagogik, die uns jene Erziehung und Bildung aufdrängt, durch welche das unvoreinge-nommene Sehen verlernen.

"Man mache sich nur einmal mit der pädagogischen Literatur dieser Gegenwart vertraut; an dem ist nichts mehr zu verderben, der bei diesem Studium nicht über die allerhöchste Geistesarmut und über einen wahrhaft täppischen Zirkeltanz erschrickt. Hier muss unsere Philosophie nicht mit dem Erstaunen, sondern mit dem Erschrecken beginnen: wer es zu ihm nicht zu bringen vermag, ist gebeten, von den pädagogischen Dingen seine Hände zu lassen."

Die Begründung Nietzsches für diesen Missstand in der Pädagogik fällt scharf aus:

"Dass es aber trotzdem nirgends zur vollen Ehrlichkeit kommt, hat seine traurige Ursache in der päda-gogischen Geistesarmut unserer Zeit; es fehlt gera-de hier an wirklich erfinderischen Begabungen, es fehlen hier die wahrhaft praktischen Menschen, das heißt diejenigen, welche gute und neue Einfälle haben und welche wissen, dass die rechte Genialität und die rechte Praxis sich notwendig im gleichen Individuum begegnen müssen: während den nüchternen Praktikern es gerade an Einfällen und deshalb wieder an der rechten Praxis fehlt."

Die Folgen solcher Erziehung und Bildung: "wir sind ohne Bildung, noch mehr, wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur, weil wir selbst davon nicht überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben. Zerbröckelt und auseinander gefallen, im Ganzen in ein Inneres und Äußeres, halb mechanisch zerlegt, mit Begriffen wie mit Drachenzähnen übersät, Begriffs-Drachen erzeugend, dazu an der Krankheit der Worte leidend und ohne Vertrauen zu jeder eigenen Empfindung, die noch nicht mit Wor-ten abgestempelt ist : als eine solche unlebendige und doch unheimlich regsame Begriffs- und Wort-fabrik habe ich vielleicht noch das Recht zu sagen cogito ergo sum, nicht aber vivo, ergo cogito. Das leere "Sein", nicht das volle und grüne "Leben" ist mir gewährleistet, meine ursprüngliche Empfindung verbürgt mir nur, daß ich ein denkendes, nicht daß ich ein lebendiges Wesen, daß ich kein animal, sondern höchsten ein cogital bin. Schenkt mir erst Leben, dann will ich euch auch eine Kultur daraus schaffen!"

Als Grundvoraussetzung für richtiges und einfaches Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen gilt dem Philosophen Nietzsche die Überzeugung, ein wahrhaftiges Leben in sich zu haben. Seiner Ansicht nach stört das Fehlen einer solchen Überzeugung das Wahrnehmen ganz empfindlich.

Auf den Punkt gebracht bedeutet das: Wer ‚unvor-eingenommen' äußerlich (sinnlich) wahrnehmen will, muss von innen (geistig) nach draußen schauen. Wer sich nicht mit der Fantasie als Verfremdung des Wahrnehmens auseinandersetzt und aufklärt, vermag nicht zu erfassen, was in Wahrheit geschieht.

Der Rückgang in den Ursprung allen Erkennens gelingt der Vernunft, indem sie nach innen schaut. Diese Sichtweise lässt sich verhältnismäßig leicht als Bewusstwerden beschreiben.

Bewusstwerden lässt sich entweder durch Aufmerk-samkeit oder Konzentration ausrichten. Durch Auf-merksamkeit werden sinnliche (äußere) Wahrneh-mungen bewusst, durch Konzentration geistige (in-nere). Will man den Ursprung allen Erkennens schauen, dann geschieht das natürlich durch Kon-zentration. Wie weit man nach innen sehen kann, das hängt natürlich davon ab, wie stark man sich konzentriert.

Als Vergegenwärtigen von inneren Bildern oder Vorstellungen vollzieht sich Konzentrieren gleichsam noch ohne Aufwand. Man braucht dazu keine geistige Kraft. Sich etwas vorstellen, das geht so einfach wie sich erinnern. In der Regel muss sich niemand anstrengen, um sich zu erinnern.

Fragt man sich aber, was dem Vorstellen innerer Bilder vorausgeht, dann benötigt man geistige Kraft. Fragen kostet Kraft, und es hängt von der Art und Weise des Fragens ab, wie viel Kraft erforderlich wird. Die Frage „Wer oder was?“ kostet allerdings kaum Kraft, weil man sich lediglich erinnern muss, um diese Frage zu beantworten. Der Philosoph Sok-rates aber kam als Erster auf die Idee die Frage „Was ist das?“ radikal umzudeuten. „Was?“ verlangt bei Sokrates nicht, etwas wiederzukennen, sondern vielmehr das Wesen von Etwas zu bestimmen. Als Wesensfrage braucht „Was?“ entschieden mehr Kraft als eine bloße Bestimmungsfrage.

Sobald wir wahrnehmen, erfassen wir nicht mehr, was wesentlich ist. Stattdessen nehmen wir oberflächlich wahr. Wenn wir einen Baum wahrnehmen, endet das Erfassen gewöhnlich mit der Feststellung „Das ist!“, mit bloßem Identifizieren also.


11
Feb
2016

Park


Hoppenlau

rechts brunnen, baum mit blüten
fliederbüsche, hohe tannen, links
grabmäler neuer, große blühende

kastanien, eine kniehohe mauer,
ein wasserbecken im boden für tiere
weg biegt links ab, dann rechts - wie

eine allee, ein älterer Mann, kommt
auf mich zu, erkenne ihn sofort
wir schlendern, bleiben stehn

schlendern, reden, er berührt mich
an der schulter, schaut mir tief in die
augen

ich verstehe die fremde Sprache
antworte auch, kann es aber
nicht wiederholen

warum dieses Thema, diese Person ?
Weil es ansteht


11.2.2016
+ Ulrike Schmid


Ursprung


Information
und Energie = Materie
Schöpfung der Natur


Wenn Glauben und Wissen einander begegnen


Seele: „Aus meiner, nämlich emotionaler Sicht baut sich Wissen Welten, indem es modelliert, kalkülisiert, mathematisiert, objektiviert, simulierend und empirische Beweise führt.

Was sich kalkulieren lässt, das gilt als gesichert. Der Mensch betrachtet sich als erfolgreich, weil er berechnen und prognostizieren kann. Als Erfolg gilt das, was sich in Zahlen darstellen lässt.“

Verstand: „Was hast Du eigentlich gegen Berechnungen? Numerische Werte zeigen doch jemandem zum Beispiel ganz genau, wie es um seine Gesundheit steht. So zeigen die Werte eines Blutbildes doch einen körperlichen Zustand an. Und wer schließlich benutzt kein Fieberthermometer, Blutdruck- oder Zuckermessgerät? Zahlenwerte helfen Menschen u.a., sich sicherer zu fühlen.
Was also hast du gegen Zahlen?“

Seele: „Ich habe doch nichts gegen Zahlen! Ich habe nur etwas dagegen, wenn Zahlen und nicht mehr Gefühle das Leben bestimmen!“

Verstand: „Das ist doch absurd! Jemand kann sich Dich noch gesund fühlen, und in Wirklichkeit ist er bereits todkrank! Nein, Rechnen und nicht etwa Fühlen verhilft Dir zu mehr Sicherheit.
Du magst die Welt des Wissens eine Traumwelt nennen, aber dann gestehe auch zu, dass die Fantasiewelt des Glaubens durchaus damit vergleichbar ist!“

Seele: „Ich gestehe durchaus ein, dass Menschen als sogenannte vernunftbegabte Lebewesen in ihnen je eigenen Traumwelten entweder des Glaubens oder des Wissens existieren. Denn sobald wir wahrnehmen, fantasieren wir. Wir legen uns Wahrnehmungen zurecht. Vernunftbegabte Lebewesen sind von Natur aus Schönfärber. Vielleicht ist dieser Selbstschutz das, was das Wesen von Vernunft ausmacht.“

Seele: „Verstand, bedenke aber unbedingt: Wer denkt, dass er denkt, denkt nur, dass er denkt. Wer denkt, formuliert und gestaltet nur, was sein Unterbewusstes vorweg formt.“

Verstand: „Das wird mitgedacht, sobald Denken gedacht wird. Denken meint nämlich Bilderleben, und zwar:

• Bilder-Leben der Fantasie als unbewusstes Spiel mit möglichen Möglichkeiten
• Bild-Erleben des Geistes als Bewusstwerden einer wirklichen Möglichkeit bzw. Eingebung.“

Seele: „Weil Fantasie als existentielle Kraft Körper, Seele, Geist maßgeblich bestimmt, bezweifle ich sehr stark, dass es uns überhaupt gelingen kann, etwas so zu erkennen, wie es in Wahrheit ist!“

Verstand: „Um uns nicht missverstehen, sollten wir sehr sorgfältig Denken und Einbildungskraft unterscheiden.
Wie Du betonst: Fantasie ist jene Kraft, welche uns das schenkt, womit sich dann unser Bewusstsein (als Moment des Bewusstwerdens) beschäftigt. Denken umfasst das, was wir als unsere Existenz erfahren.“

Seele: „Und Fantasieren schafft das, was wir glauben. Denken aber erschafft das, was wir wissen. Was wir wissen, das ist alles aus den Träumen des Glaubens geboren. Es sind unsere Ideen, die uns Begabungen des Unbewussten schenken!“

Verstand: „Ich verstehe, Du setzt Glauben und Spielen des Unbewussten mit sich selbst gleich. Und es ist dann Intelligenz des Verstandes, die jeweils in einem günstigen Augenblick (kairós) geglückte Ein-gebungen herausgreift.“

Seele: „Glauben ist der Schöpfer allen Wissens!“


10
Feb
2016

Kontemplation


Die Stille hören
schweigende Zwiegespräche
Geist-Allgegenwart


Vor-Gespräch


Seele: „Ich folge Deiner Einladung, weil ich sehe, wohin dich Wissen führt!“
Verstand: „Ich gebe zu, in eine Sackgasse geraten zu sein!“

Seele: „Warum so ‚bescheiden’? Es ist viel mehr als eine Sackgasse, nämlich eine wirkliche Weglosigkeit. Ohne diese Ausweglosigkeit würdest du dich doch niemals auf ein Gespräch mit mir einlassen!“

Verstand: „Ich stehe vor einem Scheideweg. Wissen ist der eine Weg, Glauben der andere. Und ich muss mich für eine Seite dieser Alternative entscheiden!“

Seele: „Wer oder was nötigt dich denn in diese zwiespältige Situation?“
„Es sind die Regeln und Gesetze der Logik. Wissenschaft erlaubt nun ein einmal keine Aussage, die sich nicht beweisen lässt!“

Seele: „Wie aber gehst Du mit Erscheinungen um, die sich von ihrem Wesen her niemals beweisen lassen?
Betrachte doch nur einmal die Liebe. Sie ist eine Empfindung, die sich zwar wissenschaftlich nicht beweisen lässt, aber dennoch existiert!“

Verstand: “Aussagen wie ‚Ich liebe dich!“ oder „Ich vertraue Dir“ erfordern keine Beweis, sondern gehen davon aus, dass man ihnen glaubt!“
Auch in der Wissenschaft gibt es Vergleichbares. Bittet man jemand, sich umzusehen und zu sagen, wo er Kreis entdecken kann, dann wird er zum Beispiel: Räder, Ringe oder Schallplatten nennen, weil er glaubt, dass es sich um Kreise handelt.
Tatsächlich aber existieren exakte Kreise nur als geometrische Idealfiguren, niemals aber in Wirklich-keit!“

Seele: “Ich stimme Dir nicht zu, denn ihr beweist diese Dinge durch Berechnungen. Ihr habt dafür sogar Kreisformeln!“

Verstand: „Trotzdem, Liebe und Kreis haben gemeinsam, dass es sich bei beiden um Ideale handelt!“

Seele: „Offenbar existieren Schnittstellen zwischen Glauben und Wissen. Das lässt mich hoffen, dass wir doch noch zusammenkommen können."


Gestein


es gibt Dinge
die kannst nur Du machen

anderes kannst Du niemals
Dein Eigen nennen

das Einzigartige eines
menschlichen Wesens

bestimmt das Wohl
das geschehen macht

und das Leid, das er selbst
erfahren muss

um diesem Wohl Gestalt
zu geben


10.2.2015
+ Ulrike Schmid

9
Feb
2016

Notiz


Richtig ist eine wissenschaftliche Aussage, wenn sich deren Inhalt rational und emotional bewahrheitet.

Wenn man eine Sache ganz allein dem Verstand überlässt, dann ist man wirklich verlassen. Man erfährt vielleicht, was man wissen möchte. Was das Wissen angeht, so kann man sich wenigstens sicher sein, dass alles richtig ist.

Aber mir reicht das nicht. Denn längst nicht alles, was der Verstand für richtig hält, ist auch wahr. Für mich aber ist Wahrheit wichtiger als Richtigkeit. Und schon gar nichts halte ich davon, wenn sich der Verstand auf die Suche nach etwas begibt, das sich allein als Wahrheit offenbart und keineswegs durch Wissen.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, der Einladung des Verstandes zu einem gemeinsamen Dialog zu folgen. Dieser Wirrkopf versucht nämlich geradezu verzweifelt, Näheres über das Sterben zu erfahren. Er will nicht akzeptieren, dass sich Tod jeglichem Versuch, etwas über ihn wissen zu wollen, verschließt.


Karneval


Fest der Schönfärber
maskierte Wahrheitslügen
schöne Attrappen


selbstlos


geheilt wird
wer sich selber heilt

er ahnt das zwar
doch er weiß es nicht

das Geheimnis bleibt
gewahrt


9.2.2016
+ Ulrike Schmid

8
Feb
2016

Theorie


mögliche Praxis
Modelle der Wissenschaft
Verhaltensmuster


Leben verändert sich




das Gespür haben, wissen, was
andere Menschen interessiert
weil sie wie ich Menschen sind

weil sie ein Bild sind in mir
ein Bild von einem Leben
das nach Vollendung strebt -

geboren mit einem Selbst jedoch
blind, das Ich zunächst fraglich
doch dann beginnt der Kampf

es sieht überall Leitern, die
es zu erklimmen gilt

die Ruhelosigkeit nimmt Gestalt
an als Existenz, die nichts
anderes mehr kann als den Ausgleich
anstreben, die Harmonie zwischen
Geben und Nehmen

wir begegnen uns zwischen Stufe
und Stufe,
winken uns zu

und wollen wissen, was den anderen
bewegt

es rundet sich das Bild hin zu dem
Ganzen, das am Ende steht
bevor es, unsichtbar, hinübergeht


8.2.2015
+ Ulrike Schmid

7
Feb
2016

Seinsweisen


sinnlich oder geistig
Physik oder Metaphysik
Wissen oder Glauben


seh' nach


jeden Tag so nehmen
wie er auch mich zukommt

dann Einfluss nehmen

ist das der Tag den ich meinte ?

die Perspektive wechseln
Raum einnehmen

bin ich diejenige, die dort
hineinpasst ? will ich so leben ?

die Zwänge zeigen sich früh genug
sie gehören gar nicht zu irgend
einem Tag
sie sind die Zweifelmacher
die Nahestehenden
sie brauchen einen starken Widerpart

damit ein Tag überhaupt gelingen kann

das sind die Hoffnungsträger
die stets Bereiten

wenn nur ein einziges Gefühl
folgt ihnen

nichts ist so stark wie die Fantasie
wenn sie Löcher in die Mauern
schlägt, um dem mutigen Blick
die Freiheit zu geben

sieh nach !


7.2.2015
+ Ulrike Schmid

6
Feb
2016

Unterricht


Befreiung des Selbst
durch praktische Theorien
Ausbildung = Bildung


Lebensgefühl


wenn alles ähnlich, gleich,
austauschbar erscheint

dann tauchen sie auf, die

Helfer in der Nacht, die
Ungleichmacher, die dem
Leben den Geschmack geben

das Quäntchen danach
die Zutaten zur großen Feier

wie alles anders erscheint

wenn vorübergeht, was einem
nicht zusteht – zusteht? was
sage ich ! wir leben in der

Peripherie

nichts ist zu schön
ich schmelze dahin

vielleicht dass Leben etwas
ganz anderes wär'

was es zu pflücken gilt


6.2.2015
+ Ulrike Schmid


5
Feb
2016

Erziehung


Ich-Selbstbefreiung
mittels Erfahrungswissen
Gewissensbildung


zwei Texte von Urs




das ist gut so

sie verweist mich
auf meinen besseren Teil

ein Blick in die Augen
eines anderen Wesens
und sie ist da
spricht von liebevollem
angenommen werden

und noch viel mehr

die innere Stimme weiß
dazu vieles zu sagen
dass niemand alleine lebt
dass sie alle mit uns gehen

dass jeder Mensch mit trägt
was uns aufgegeben wurde

der Himmel über uns,
das Herz in uns

er trägt uns davon,
es schlägt



Moment

Bewusstwerden ist der Vorgang
in den wir ständig eintauchen
hervortreten mit anderen, neuen Bildern
und Gedanken – das, was gerade
in uns geschieht und was wir wahrnehmen

ich strenge mich an, mitzubekommen
was da vor sich geht – sehr viel Bewegung
ein Kommen und Gehen, plötzliche Verzögerung …

etwas will in den Vordergrund …
es fehlt (noch) etwas … da !

ein Satz formuliert sich wie von selbst

es gab ein Motiv. das schimmerte
für einen kurzen Moment
hinter den Bildern und Worten auf …

entdecken !
einen winzigen Schritt zusammen gehen !
Bruchteil von einem Gedanken
er zieht sich zurück

Sehnsucht, tatsächlich
für diesen Moment dieses Wort !


5.2.2015
+ Ulrike Schmid

4
Feb
2016

Karneval


Fest der Schönfärber
maskierte WahrheitsMaske
schöne Attrappen


Religion


Tagträume der Angst
Bürokratie der Kirchen
Steuergewinne


Augenblick


ob der Augenblick nur eine Idee ist ?
ein Konstrukt, um einem Ideal nachzueifern ?

es kann nur Liebe sein
wenn der Augenblick sich selbst genügt !


4.1.2015
+ Ulrike Schmid


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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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wfschmid - 25. Juli, 12:09
Dreamed out
If a priori represents a metaphysical congruence with...
wfschmid - 9. Januar, 05:24

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Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

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