Unilogo

20
Jan
2015

Bewusstseinserweiterung

Bewusstsein erweitern, das bedeutet mehr wahrnehmen. Bewusstseinserweitern benötigt aufgrund erweiterter Fragestellungen natürlicherweise mehr geistige Kraft.

Normales Bewusstsein begnügt sich mit fraglosem Vergegenwärtigen. Wahrgenommenes wird identifiziert und so akzeptiert, wie es erscheint. Ungewöhnliches Bewusstsein aber nimmt Wirklichkeit nicht als selbstverständlich hin, sondern stellt Wahrnehmungen insgesamt in Frage. Ist die Welt in Wahrheit so, wie wir sie sehen oder ist das von uns angenommene Sein nicht mehr als Schein? Ist die Welt tatsächlich so, wie wir sie sehen? Oder erscheint uns Welt nur das, was wir (hinein-) sehen?

Diese Fragen gehen von der Wirklichkeit aus zurück in die Möglichkeit von Wirklichkeit. Wirklichkeit erfahren wir als Verwirklichen möglicher Wirklichkeiten. Mögliche Wirklichkeiten bilden aber lediglich eine Auswahl wirklicher Möglichkeiten, die wiederum aus dem Spiel des Zufalls möglicher Möglichkeiten hervorgegangen sind.

Durch geistiges inneres Wahrnehmen dieser Übergänge lässt sich Bewusstwerden betrachten, beobachten und begreifen.

Hinter den möglichen Wirklichkeiten scheinen die wirklichen Möglichkeiten hervor, also alle Möglichkeiten, die wir ungenutzt ließen. In jedem Augenblick entscheiden wir ja, was wir tun oder lassen, sagen oder verschweigen sollen. Die Empfindlichkeit für Möglichkeiten reicht bis in die Tiefen möglicher Möglichkeiten. Sensible Menschen zeichnen sich durch ausgeprägte Fantasien aus. Sie vermögen mit möglichen Möglichkeiten zu spielen. Ihr Geist hält sich bevorzugt in diesem Zuhause der Fantasien auf.

An die möglichen Möglichkeiten als den Bereich der Fantasie grenzen die wirklichen Möglichkeiten als Spielfeld der schöpferischen Kraft oder Begabung. In die neuronalen Gebiete von Fantasie und Begabung reichen allein Gefühle, die von diesen Gebieten als Intuitionen reflektiert und bewusst werden. Mit den wirklichen Möglichkeiten gelangt ausgewähltes geistig Wahrgenommenes als vorstellungsmäßige Vorwegnahmen (Antizipationen) zum Vorschein. Es ereignen sich zugleich Ideenbildungen. Das Überführen wirklicher Möglichkeiten in mögliche Wirklichkeiten wird durch den Verstand organisiert und als Einfälle bewusst.

Fantasie spielt mit möglichen Möglichkeiten, Begabung bindet die mehr oder weniger zufällig zu wirklichen Möglichkeiten, die Intuitionen wiederum als mögliche Wirklichkeiten oder Einfälle widerspiegeln. Der Verstand schließlich ordnet die Einfälle und bereitet sie als Vorhaben auf, um die Umsetzung step by step zu organisieren.

Fall:
Mögliche Möglichkeiten: Alle können alles werden.
Wirklich Möglichkeiten: Begabung, Intelligenz und Disziplin sowie Erziehung und Bildung bestimmen einen Werdegang maßgeblich.
Möglich Wirklichkeiten: Aufgrund der Daseinsumstände bieten sich gewisse Berufe an.
Wirklichkeit: Entscheidung für eine bestimmte Berufsausbildung.
Bewusstwerden entwickelt sich offenbar als zunehmendes Einschränken des Möglichen.
Die Kunst der Bewusstseinserweiterung besteht darin, die natürlichen Möglichkeiten geglückt als existentielle Wirklichkeiten ins Werk zu setzen. Formuliert wird geglückte Daseinsgestaltung durch die Antworten auf Grund vieler Fragen.

19
Jan
2015

Innerer Horizont des Fragens

Während der Vergegenwärtigung finden wir uns in der sogenannten Wirklichkeit vor. Unsere Befindlichkeit zeigt uns zwar in der Regel an, wie viele mögliche Wirklichkeiten umzusetzen uns gelungen ist, aber der Verstand kommentiert gewöhnlich nicht, was uns das Gefühl sagt. Alltägliches bleibt fraglos. Fragen stellen sich dem Verstand erst, wenn sich Mängel zeigen. Aber diese Fragen sind dann meistens nicht schöpferischer, sondern vielmehr technischer Art.

Schöpferische Fragen stellen Gefühle und nicht der Verstand. Und es sind freilich auch Gefühle, die das Fragen drängen, sich hinter den Horizont des Bewusstseins zu bewegen. Dieses limbisch gesteuerte Vorhaben beabsichtigt die Möglichkeiten von Bewusstseinserfahrungen zu erweitern.

18
Jan
2015

Intensität des Fragens

Wer die Frage beantworten will, wie intensiv er zu fragen versteht, sollte sagen können, wie viele Fragefürwörter er eigentlich kennt. Wenige verstehen sich aufs Fragen und können deshalb auch die wichtigsten Fragefürwörter nicht nennen.
Mit Hilfe einer Fragestellung organisiert sich im Bewusstsein die Perspektive oder der Aspekt des Suchens:

Fragefürwort - Perspektive/Aspekt
Wer? - Person
Was? - Objekt oder Wesen
Warum? - Ursache
Wozu? - Wirkung
Wie viel? - Maß
Womit? - Mittel
Wie? - Art und Weise
Wobei? - Umstand
Weshalb? - Grund
Wofür? - Zweck
Wo? - Ort
Wann? - Zeit


Je mehr Fragen zugleich sich im Bewusstsein organisieren, um so mehr steigt der Energiebedarf. Weil der folgende Satz alle Aspekte einer Fragestellung berücksichtigt, verbraucht er ein Maximum an Energie:
Ich verstehe etwas dann, wenn ich:

Grund und Zweck
Ursache und Wirkung
Eigenschaften und Wesen
Art/Weise und Umstand
Mittel und Maß
Raum und Zeit
bestimmen kann.

Als Suche nach Veränderungen oder Neuem wird Fragen durch innere Antriebe in Gang gesetzt. Diese Antriebe werden zum größten Teil durch Grundbedürfnisse aktiviert. Neugierde als Leidenschaft des Fragens ist vornehmlich ein Zeichen geistiger Kraft.

17
Jan
2015

Innere Kraft

„Innere Kraft“, das meint körperliche, seelische und geistige Energie. Verfügbare Kraft wird emotional angezeigt. Wie man sich fühlt, so innerlich kräftig ist man auch. Depression ist beispielsweise ein Alarmzeichen für Kräftemangel.
Innere Kräfte entscheiden über das schöpferische Vermögen. Wer (körperlich) müde, (seelisch) schlecht gelaunt oder (geistig) träge ist, dem fällt auch nichts ein. Die Stärke schöpferischen Vermögens gelangt durch Intensität des Fragens zum Vorschein.

16
Jan
2015

Ausflug in unbekannte Richtung

Der Rückgang in den Ursprung allen Erkennens gelingt der Vernunft, indem sie nach innen schaut. Die Sichtweise lässt sich verhältnismäßig leicht als Bewusstwerden beschreiben.

Bewusstwerden lässt sich entweder durch Aufmerksamkeit oder Konzentration ausrichten. Durch Aufmerksamkeit werden sinnliche (äußere) Wahrnehmungen bewusst, durch Konzentration geistige (innere). Will man den Ursprung allen Erkennens schauen, dann geschieht das natürlich durch Konzentration. Wie weit man nach innen sehen kann, das hängt natürlich davon ab, wie stark man sich konzentriert.

Als Vergegenwärtigen von inneren Bildern oder Vorstellungen vollzieht sich Konzentrieren gleichsam noch ohne Aufwand. Man braucht dazu keine geistige Kraft. Sich etwas vorstellen, das geht so einfach wie sich erinnern. In der Regel muss sich niemand anstrengen, um sich zu erinnern.

Fragt man sich aber, was dem Vorstellen innerer Bilder vorausgeht, dann benötigt man geistige Kraft. Fragen kostet Kraft, und es hängt von der Art und Weise des Fragens ab, wie viel Kraft erforderlich wird. Die Frage „Wer oder was?“ kostet allerdings kaum Kraft, weil man sich lediglich erinnern muss, um diese Frage zu beantworten. Der Philosoph Sokrates aber kam als Erster auf die Idee die Frage „Was ist das?“ radikal umzudeuten. „Was?“ verlangt bei Sokrates nicht, etwas wiederzukennen, sondern vielmehr das Wesen von Etwas zu bestimmen. Als Wesensfrage braucht „Was?“ entschieden mehr Kraft als eine bloße Bestimmungsfrage.

15
Jan
2015

Quelle des Erkennens

Sokrates entdeckt nicht nur „Was?“ als die Frage nach dem Wesen, sondern auch das Fragen als Suchen bzw. Entdeckungstrieb des vernunftbegabten Lebewesens. Dieser Antrieb des Unbewussten lässt das innere Wahrnehmen besondere Erscheinungen schauen. Platon, der Schüler des Sokrates nennt dieses Vermögen später „idein“ (inneres Schauen).

Sokrates richtet sein Augenmerk vor allem auf die Eingebungen durch die innere Stimme. Seine innere Stimme schenkt ihm jene Gedanken, welche sein Philosophieren ausmachen. Jedem Menschen wird diese Gabe von Natur aus geschenkt, und es liegt nur an ihm, ob er diese seine Begabung nutzt. Die jedem Menschen von Natur aus zueigene schöpferische Begabung schenkt dem künstlerischen Menschen jene Ideen, welche er bildnerisch, sprachlich und/oder musikalisch ins Werk setzen soll.

Sokrates und sein Schüler Platon sind der Auffassung, dass jene Ideen, welche dem vernunftbegabten Lebewesen durch inneres Schauen zufließen, einer Quelle entspringen, die sie allumfassendes Gedächtnis nennen. Alles Erkennen bedeutet deshalb für sie wesentlich Wiedererinnern.

14
Jan
2015

Über die Natur hinaus

Das Bewusstsein von der Ungerechtigkeit der Götter lässt den Philosophen Sokrates die Frage nach dem stellen, was Gerechtigkeit eigentlich auszeichnet.

Nach Aristoteles ist Sokrates der erste, der nicht nur danach fragt, woraus etwas geworden ist, sondern danach, was es ist (τί ἐστι). Ziel des Sokratischen Fragens ist eine allgemein gültige, unbezweifelbare Definition (ὁρισμός), die er in Gesprächen mit seinen Gesprächspartnern entdecken will. Dabei gibt sich Sokrates nicht mit einzelnen Fällen oder Beispielen einer Sache zufrieden.
So fragt er nicht nach Beispielen gerechten Handelns, sondern möchte wissen, was die Gerechtigkeit selbst ist. Er fordert seine Gesprächspartner auf, das Allgemeine (καθόλου, wörtlich: hinsichtlich des Ganzen) aus dem Einzelnen (ἕκαστον) herauszuarbeiten.
Das ist das, was bei aller Mannigfaltigkeit der Einzelfälle immer identisch bleibt. Aristoteles erklärt :
„Zweierlei ist es, was man mit Recht dem Sokrates zuschreiben kann: die Induktionsbeweise und die allgemeinen Definitionen; dies beides nämlich geht auf das Prinzip der Wissenschaft. Sokrates setzte das Allgemeine und die Begriffsbestimmungen nicht als abgetrennte, selbständige Wesen; die Anhänger der Ideenlehre aber trennten es ab und nannten dieses Ideen der Dinge."

Aristoteles nennt das Allgemeine, das vielem Besonderen zukommt, das Wesen (οὐσια) einer Sache. Er nennt den Begriff auch oft "λόγος und ὅρος", um die Notwendigkeit der sauberen Ab- oder Eingrenzung in Bezug auf das vielerlei Einzelne aufzuzeigen. Daher rührt auch der lateini-sche Ausdruck für Begriff „definitio“ (Abgrenzung).

Mit der Entdeckung des Allgemeinen bzw. Wesens findet Sokrates das gesuchte, sinnlich nicht mehr Vernehmbare, das allen einer Gottheit gleich, als Orientierung zu dienen vermag.

13
Jan
2015

Bruch mit der Natur

Der Bruch mit der Natur durch Erkenntnis ist für den Menschen kein Gewinn. Zwar nennt er sich fortan „ver-nunftbegabtes Lebewesen“, in der Hoffnung, mit Hilfe der Vernunft den Bruch mit der Natur wieder heilen zu können.

Der Mensch bricht mit der Natur, als er seinen Instinkt überwindet und das Denken entdeckt. Natürliches Erleben des Unmittelbaren wird durch Wahrnehmen, das sich betrachten, beobachten und begreifen lässt, verdrängt. Das instinktive Gespür der Natur geht verloren. Der Instinkt weicht dem Verstand, der nunmehr zwischen Natur und Erleben vermittelt. Der Verstand erfährt nicht unmittelbar natürlich, sondern muss sich erst annähern, indem er wahrnimmt, das Wahrgenommene betrachtet, um es zu beobachten, um schließlich Zusammenhänge zu begreifen. Bewusstwerden schafft diese Verzögerung und verschafft so den Abstand zur Natur.

Philosophen nennen sich jene Leute, welche sich auf den Weg machen, um sich und anderen zu erklären zu versuchen, was da mit ihnen geschieht. Aber ihre Erklärungsversuche orientieren sich zunächst nicht an der Natur, sondern sie halten sich an das, was sie aus ihrem Inneren heraus hören.

Es ist Heraklit von Ephesos , der zuerst erschrocken feststellt, dass sich das Werden der Natur dem vernunftbegabten Lebewesen verweigert. Weil „alles fließt“, sich also verändert, bevor es die Vernunft überhaupt zu erfassen vermag, sind vernünftige Erklärungen in Form von Ist-Aussagen nicht mehr möglich. Kratylos, ein Schüler Heraklits und späterer Lehrer von Sokrates überspitzt die Äußerungen und betont die Unfähigkeit, überhaupt noch etwas über die Natur auszusagen.

Dem jungen Sokrates wird sehr schnell klar, dass mit dieser Einstellung niemand glücklich werden kann. Nicht von ungefähr nennen die Leute Heraklit den weinenden Philosophen.
Wenn der ständige Wechsel alles Natürlichen vernünftige Aussagen unmöglich macht, wenn die widersprüchlichen und untereinander zerstrittenen Götter dem Dasein keinen Trost mehr spenden, dann bleibt doch nur noch zu fragen,
ob möglicherweise die Vernunft selbst etwas zum Vorschein zu bringen vermag, das den Menschen Halt und Orientierung zu gewähren vermag.

Indem Sokrates danach sucht, fällt ihm auf, dass er des-gleichen nicht zu finden vermag, solange er sein Suchen nicht eindeutig bestimmt. „Wer“ oder „Welche“ sind keine Leitfragen für ihn, denn er sucht weder vorbildliche Menschen noch Götter. Ihm fällt auf, dass ihm selbst noch nicht deutlich geworden ist, wonach er eigentlich auf der Suche ist. Folglich ist „Was ist das?“, wonach ich suche seine Leitfrage. Klar ist, das Gesuchte darf nicht wechselhaft wie das Werden der Natur sein. Und wenn es bestän-dig ist, kann es sich durchaus den Sinnen entziehen wie die Götter, also unsinnlich sein. Bei diesen Überlegungen fällt Sokrates auf, dass die Frage „Was ist das?“ selbst nach etwas sucht, das sowohl beständig als auch unsinnlich ist, nämlich das Wesen von etwas, das, was etwas wesentlich ist.

12
Jan
2015

Gebrochener Spiegel

Der Mythos erzählt, dass der Spiegel zerbrochen sei, weil Eva ihr Selbst Gott gleich stellen wollte. Der Mythos vom Sündenfall im Paradies aber enthält selbst einen Bruch, nämlich den Widerspruch zwischen dem Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis und ihrer Wirkung auf das erkenntnislose Paar Adam und Eva.
Wie sollen Wesen bar jeglichen Erkennens verstehen können, was der Baum der Erkenntnis oder „gottgleich“ in Wahrheit bedeutet. So verhält sich Eva typisch spontan neugierig. Durch die Verlockung der köstlich erscheinenden Frucht verführt, greift sie zu, in etwa nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“.

Aber statt zu erkennen, zerreißt es ihr Selbstbild, und das Bewusstsein zerspringt bzw. zerfällt in einzelne Vorgänge. Sinnliches Wahrnehmen der Nacktheit wird übermächtig und zur Bedrohung durch Unanständiges, das vor Gott verborgen gehalten werden muss.

Der Mythos vom Paradies stellt Erkennen als Vergehen dar. Der Mensch bricht mit seiner Natur. Er erfährt den Verlust ursprünglicher Naturverbundenheit als Vertreibung aus dem Paradies.

11
Jan
2015

Bewusstsein ist ein ziemlich blinder Spiegel

Bewusstsein ist Moment erfahrbarer Widerspiegelung des Unbewussten. Dieses Widerspiegeln erfahren wir körperlich als sinnliches Wahrnehmen, geistig als Vorstellen und seelisch als Gefühl angesichts sinnlicher Wahrneh-mungen und geistiger Vorstellungen.

Wir begegnen einem Menschen, nehmen ihn sinnlich wahr , empfinden ihn sympathisch, wir unwillkürlich sein Aussehen mit der Vorstellung eines freundlichen Wesens verbinden. Wir fühlen uns zu ihm hingezogen. Die Anziehungskraft dieses Menschen aufgrund dessen, was er für uns ausstrahlt, können wir nicht unmittelbar sinnlich oder geistig , sondern einzig und allein gefühlsmäßig wahrnehmen. Wir vertrauen diesem unseren seelischen Empfinden und verlassen uns auf dieses Gefühl.

Der Zusammenhang von körperlicher, geistiger und seelischer Wahrnehmung leuchtet uns unmittelbar ein, weil wir das aus eigener Erfahrung kennen. Aber noch näher als einem Menschen, dem wir begegnen, sind wir uns selbst. Dennoch vermögen wir nur schwer zu sagen, wie wir uns körperlich empfinden, geistig vorstellen und gefühlsmäßig wahrnehmen. Welches Bild genau haben wir von uns selbst, und vor allem wie stehen wir zu diesem Selbstbild? Wenn wir ehrlich gegenüber uns selbst sind, vermögen wir genau das kaum zu sagen, obgleich wir gerade das für uns als sehr wichtig erachten.

Bewusstsein als Spiegel des Selbst zeigt dem Ich sein Erscheinungsbild nur vage. Damit unzufrieden versucht das Ich ständig, mehr über sich herauszufinden. Mir selbst sind diese Eigenarten zwischen Ich und Selbst nicht etwa deshalb aufgefallen, weil ich selbst mit mir unzufrieden wäre. Vielmehr bin ich auf das Missverhältnis des Ichs zum Selbst gestoßen, weil ich mich seit Jahren mit den Ursachen und Gründen asozialen und intoleranten Verhaltens der Menschen untereinander beschäftige.

Im Rahmen meiner langjährigen Untersuchungen habe ich entdeckte ich eine Art Bewusstseinsriss. Als Spiegel des Selbst ist das Bewusstsein weniger blind als vielmehr gebrochen. Verhalten als natürlicherweise harmonisches Verhältnis des Ich zum Selbst gelangt gewöhnlich nur disharmonisch zum Vorschein.

10
Jan
2015

Schutzgeist

Aus der Tiefe des Unbewussten schöpft die innere Stimme jene Worte, welche sie ins Bewusstsein flüstert. Lichtspuren von drüben, Widerschein einer Welt, die für Sinne unerreichbar bleibt.
Die Seele hat einen inneren Sinn für diese verborgene Welt. Weder der Vernunft noch dem Verstand offenbart sie sich. Das, was sich aus dieser Welt dem höchst empfindlichen inneren Ohr mitteilt, bedeutet dem Verstand nur unverständliches Rauschen, und auch die Vernunft vermag diese Eingebungen nicht zu deuten.

Platon beobachtet bei seinem Lehrer Sokrates, dass das besondere Reaktivieren innerer Sinne Wahrnehmen so vertiefen kann, dass meta ta physika (nicht sinnlich vernehmbare Erscheinungen) hervorscheinen. So erfährt Sokrates inneres Wahrnehmen gleichsam, als ob ihn ein Schutzgeist begleitet.

9
Jan
2015

Aus der Tiefe des Unbewussten

Man erzählt sich, dass Gelassenheit die beruhigte Unent-schiedenheit zwischen Ja und Nein sei. Es verhält sich aber keineswegs so, als ob etwas aufgegeben worden sei, und schon gar nicht, dass man Beides nicht mehr will.
Gelassenheit ist kein erzwungenes Weder-noch nach ei-nem hart umkämpften und nunmehr aufgegebenen Ent-weder-oder.

Wer gelassen ist, hat losgelassen, ohne aufzugeben.
Gelassenheit ist nicht die Ruhe versiegten Zweifelns, son-dern wohltuende Stille vollkommen beruhigter Gefühle. Das ist keine Willensstärke und schon gar nicht Selbstbe-herrschung. Aber es ist jener Ort, an welchen sich die Stimme aus der Tiefe des Unbewussten wagt.
Daimonion ist ihr ältester Name. Ruchlos Oberflächliche verunglimpfen diesen Namen und schimpfen den Schutzgeist Dämon.
Daimonion liebt die innere Stille und bevorzugt diesen Ort, um mit dem Ich zu sprechen.

8
Jan
2015

.

Je suis Charlie


Ich bin Charlie

4
Jan
2015

URS zum 70. Geburtstag

Besondere Begabung künstlerischer Menschen

Künstler unterscheiden im Gegensatz zu Wissenschaftlern nicht zwischen Glauben und Wissen.
Für sie ist wahr, was sich ihnen als Idee offenbart und richtig, wie sie diese ins Werk setzen.
Sie zweifeln allenfalls an der Umsetzung einer Idee, nicht aber an der Idee selbst.

Im Gegensatz zum Wissenschaftler muss der Künstler nichts beweisen. Er muss nicht einmal sein Werk als Kunstwerk ausweisen.

Die Ausweispflicht des Wissenschaftlers beruht auf dem Anspruch des Wissens als Formel oder Formulierung eines nachweisbaren und beweisbaren Phänomens.

An welcher Stelle des schöpferischen Prozesses aber unterscheiden sich Kunst und Wissenschaft?

Sowohl Kunst als auch Wissenschaften setzen Ideen ins Werk. Sowohl Künstler als auch Wissenschaftler sind schöpferisch tätig. Aber die Richtung ihres Weges unterscheidet sie. Während der künstlerische Ausgangspunkt im Wesen des Künstlers selbst liegt, befindet sich der Ausgangspunkt eines Wissenschaftlers im Wesen äußerer Erscheinungen.

Der Weg des Künstlers führt von innen nach außen, während der Weg des Wissenschaftlers in umgekehrter Richtung verläuft. Der Künstler objektiviert unmittelbar, während der Wissenschaftler mittelbar durch Modellierung objektiviert.

Modell ist immer Modell von etwas. Wissenschaft muss also nachweisen, dass Modell und Modelliertes unter bestimmten Gesichtspunkten wie beispiels-weise Funktionen übereinstimmen. Das künstliche Herz muss sich dem natürlichen entsprechend verhalten.

Die besondere Begabung des Künstlers ergibt sich aus der besonderen Gabe der Natur, nämlich der Freistellung von gewöhnlichen Bindungen und damit den Mut, Wesentliches zu veräußern.

Künstler sind in Wahrheit geborene freie Wesen.
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Seit 20 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Prof. Dr. habil Wolfgang F Schmid

Grundsätzliches (www.wolfgang-schmid.de)

 

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